Familienduell: Heuratte gegen Badger Attack E

Fugazi

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Tagchen zusammen,

Tja, nachdem ich jetzt meine Heulratte gut drei Monate habe, wollte ich nun endlich mal ein Vergleichstest mit dem kleinsten Busse der alten Serie starten. Dieser Test soll nur einen kleinen Ausschnitt über von mir durchgeführte Arbeiten und mein persönliches, rein subjektives Empfinden darüber ausdrücken. Ich hatte an den Test gedacht, weil diese Arbeiten doch auch auf einem Trekking- oder Survivaltrip von nöten sein können.

Es treten gegeneinander an:

SwampRat „Heulratte“ Busse Badger Attack E

Folgende Maße meiner Messer habe ich genommen ;-):

Gesamtlänge: 22,7 cm 25,7 cm
Klingenlänge: 11,7 cm 12,7 cm
Schneide: 09 cm 10,5 cm
Klingenhöhe 03,5 cm 04 cm
Klingenstärke 0,5 cm 0,6 cm am Rücken gemessen
Grifflänge: 11 cm 13 cm
Griff: Respirene C Leinenmicarta
Fingermulde: ja nein (meins doch ;-))
Gewicht: 160 Gramm 320 Gramm durch Küchenwaage
Stahl: SR 101 INFI
Schliff: beidseitig ballig asymetrisch (ballig/Flach)
Beide haben eine schwarze Klingenbeschichtung.


Nach erstem Betrachten der Kerndaten fällt insbesondere auf, dass die Heulratte mehr als halb so schwer ist wie der Badger Attack. Somit stellt sich hier schon die Frage, ob man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht; vielleicht wäre das neue Badger Attack 3 mit einem Gewicht von unter 250 Gramm eher geeignet, doch dies stand mir leider nicht zur Verfügung. Das Gewicht lässt somit einen klaren Hackvorteil des Badger vermuten, aber abwarten…

Bei den Test wurde nach subjektivem Eindruck die gleiche Intensität ausgeführt.

Holzhacktest::steirer:

1. Es wurden nur 3 Schläge ausgeführt, die dann eine Kerbe
hinterlassen sollten. Die Tiefe der Kerbe wurde gemessen.
Ergebnis:
Beim ersten Mal war der Wert von 0,6 cm bei beiden gleich, beim zweiten Mal hatte die Heulratte eine Tiefe von 0,4, das Badger von 0,7cm schlagen können.

2. Es wurde ein Ast einer Buche von einem Durchmesser von 7cm
durchhackt. Die Schläge wurden hierbei gezählt, bis der Ast
durchhackt war. Ein kleiner Zwischenstand wurde fotografisch
bei 20 Schlägen genommen.
Ergebnis:
Die Heulratte brauchte 100 Schläge, das Badger nur 72 Schläge, wobei ich sagen muss, dass ich mich bei dem Badger einige Male arg verhauen habe; man könnte bestimmt 10 Schläge für die Wertung abziehen.

Fazit: Die Heulratte schlägt sich absolut wacker, was man von dem geringen Gewicht nicht unbedingt erwarten mag. Das Haindling ist sogar besser als beim Badger Attack. Ich gewann den Eindruck, dass die Ratte in das Holz fliegt, das Badger mehr beisst und größere Stücke rausjagt!

Holzhebeltest:

1. In ein festes Stück Buche wurde das Messer mit einem Hieb
eingetrieben und dann gehebelt. Die Tiefe wurde gemessen.
Ergebnis:
Das erste Mal brachte es die Heulratte auf 0,3cm, das Badger auf 0,6cm; beim zweiten Mal mit mehr Kraft ergab die Heulratte 0,7cm, das Badger 1,1cm.

2. In das gleiche Stück wurde das Messer getrieben und es wurde
ein Stück ausgehebelt, bis die folgenden Stücke zu sehen
waren. Die Anzahl der Stiche und Hebel wurden gezählt.
Ergebnis:
Die Heulratte brauchte 13 Hebel, das Badger 7 Hebelansätze.

Fazit: Klarer Vorteil des Badgers durch Breite und Gewicht. Die Heulratte kommt auch ans Ziel, nur was langsamer.

Holzspalttest::haemisch:

Es wurde ein Holzscheit gespalten, in dem das Messer mit
Schlägen auf den Griff eingetrieben wurde.
Holzklotz: Durchmesser 18cm, Höhe: 36cm

Hier war nicht verwunderlich, dass Busses Badger tiefere und breitere Stiche vornimmt. Da die Messer nicht von Hand den Klotz hätten spalten können, habe ich mit den zerhackten Stücken (7cm Durchmesser) auf den Griff geschlagen und so das Messer gerade und quer durch den Klotz getrieben. Die Heulratte hatte sich aber sehr, sehr gut geschlagen. Letztendlich konnte ich mit dem Busse mehr seitliche Kraft aufwenden.

Zwischentestergebnis Schärfe:

Nach der gesamten Holzarbeit war noch eine Unterarmrasur möglich, bei beiden Probanten.

Küchentest und Haindling::ahaa:

Es galt Zwiebel und Kartoffel und Paprika zu schälen sowie
Fleisch in Schnitzel zu schneiden.
Hier ist rein subjektiv von der Schnittleistung kein Unterschied zu erkennen, lediglich das Busse lässt auf Grund des höheren Gewichtes einen tieferen Kraftschnitt beim Fleisch zu. Eine Veränderung des Fleischwiderstandes war nicht durch die unterschiedlichen Klingenstärken erkennbar.
Vom Haindling liegt jedoch gerade beim Kartoffel und Zwiebel schneiden die Ratte klar vorn. Also ohne Fingermulde wäre das Kartoffel schälen sicherlich eine absolute Quälerei, mit Fingemulde ist es beim Busse zu ertragen und macht mit der Ratte fast schon Spaß. Hierbei Vorteil der Ratte durch geringeres Gewicht.

Graben im Erdreich::irre:

Es wurde ein Loch von ca. 20cm Durchmesser und einer Tiefe
von 20 gegraben. Das hatte ich im winterlichen, aber nicht
festgefrorenen Waldboden, zwecks Feuerchenzauber getan.
Hierbei wurden insbesondere die kleinen unterirdischen Ästchen
entfernt, um eine unterirdisches Glimmen zu verhindern.

Das Busse hat eine größere „Schaufel“, jedoch reicht die Heulratte hierzu vollkommen aus. Lediglich verfärbt sich der Stahl der Ratte schneller als der des Busse. War aber wieder hinzukriegen.

Rasurtest:

Nach dem Graben im Erdreich war die Rasiermesserschärfe bei beiden hin. Eine Unterarmrasur war nicht mehr möglich, eine gute Arbeitsschärfe jedoch sehr wohl.

Schärfen: :teuflisch

Anzumerken ist, dass ich nicht der Schärf-König, sondern Newbie bin.

Eindeutig klarer Vorteil des Badger Attacks. Nach ein paar Strichen über den Keramikstein und ein Entgraten über meinen getragenen Ledergürtel war die Rasiermesserschärfe wieder da. Ist ein Zeitaufwand von einigen Minuten, wogegen ich es bei der Heulratte noch nicht so schnell hinbekomme. Ich habe die Ratte über Schleifpapier auf Mousepad gezogen und danach auch über den o.g. Ledergürtel gezogen, erstes Ergebnis brachte keine Rasiermesserschärfe. Nach mühevollem Abziehen, mal über Keramik, mal über Schleifpapier und endlosem Stroppen am Gürtel ist es endlich so weit.

Tragekomfort:

Die Messer wurden hinten quer am Gürtel getragen und kopfüber nach unten in der Innenseite meiner Lederjacke.
Ein Plus für die Ratte, deutlich kürzer, flacher und leichter. Die Ratte kann ohne weiteres als EDC genommen werden, fällt nicht auf. Das Badger zieht schon die Jacke nach unten, ist aber auch am Rücken noch gut tragbar.

Gesamtergebnis:

Beide Messer sind für das Outdoorleben vollkommen geeignet; verwunderlich wie gut die Ratte das Holz bearbeitet. Als Manko sehe ich die schlechtere Schärfbarkeit., liegt aber möglicherweise am meinem Können. Das Badger wäre ohne Fingermulde für feine Küchenarbeit eher eine Zumutung, mit Mulde vollkommen o.k.

So kann ich mich eigentlich rein subjektiv nicht entscheiden, wer Gewinner ist. Vielleicht das Busse, eine kleine Nase lang vorn, obwohl…...

Grüsse

Fugazi
 
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Fugazi

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spaltende Ratte
 

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sigi

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hallo fugazi ich habe auch eine heulratte und bin voll begeistert für mich der sieger wenn man preisleistung vergleicht.war ein toller test schönen
gruß sigi
 
T

Tinolito

Gast
Prima test

So wie es aussieht ist der Unterschied nur in den Dimensionen begründet. Auf jeden Fall schöner Test. Hat der Griff der Ratte beim einschlagen in den Holzblock eigentlich gelitten?

Gruss Tinolito
 

Fugazi

Mitglied
Zitat: Hat der Griff der Ratte beim einschlagen in den Holzblock eigentlich gelitten?
Gruss Tinolito

Nicht sonderlich. Kleine Abschürfungen und ein klitzerkleiner Riß.

aber nach dem Säubern habe ich jetzt festgestellt, dass die Beschichtung der Ratte an der Kingenspitze arg und zum Rücken hin ein wenig gelitten hat. Außerdem scheint mir die Beschichtung nicht so fest zu sein wie beim Badger, da jetzt nach dem Test "schwarze Blankstellen" auftreten. Aber nach der Waschung und Ölung ist es jetzt fast wieder wie neu:D.

Fugazi
 
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dcjs

Mitglied
howdy,
zum griff der ratten: meine BR hat einige bleibende dellen davongetragen, als sie beim messerwerfen auf einen baum mit dem griff zuerst an die grobe borke des baumes (deutsche eiche;) ) geprallt ist. der funktion tut das keinen abbruch, aber unkaputtbar ist das griffmaterial halt auch nicht.
 
F

filosofem

Gast
Re: Re: Irreführend

Original geschrieben von Hayate
Heuschneiden sieht man sehr schön in dem Film "Dersu Uzala" von Kurosawa. Sehr zu empfehlen.

Ein Kurosawa-Fan? Sehr schön ;) Ich habe mir gerade "Seven Samurai" bestellt.