Eure Meinung zu Slipjoints?

Benutzt Ihr noch Slipjoints?

  • Ich hab täglich einen bei mir.

    Stimmen: 50 39,4%
  • Gelegentlich findet einer seinen Weg in meine Taschen.

    Stimmen: 43 33,9%
  • Ganz nett in der Sammlung zu haben, aber benutzen tue ich sie nicht.

    Stimmen: 14 11,0%
  • Interessieren mich überhaupt nicht.

    Stimmen: 20 15,7%

  • Umfrageteilnehmer
    127

ozelot

Mitglied
Hallo zusammen

Erst mal, falls jemand mit dem Begriff Slipjoint nicht vertraut ist:
Slipjoints sind alle Klappmesser bei denen die Klinge nur durch den Federdruck der Rückenfeder offen gehalten wird. Eine zusätzliche Verriegelung gibt es nicht. Eben genau diese Messer wie sicher Großvater eines in der Tasche hatte.
Beispiele dafür wären viele der Messer von Case, Schatt&Morgan, u.v.a.; auch Böker hat da was im Programm. Victorinox gehört da auch dazu, mir geht es aber hier mehr um die „klassischen“ Taschenmesser.
Hier z.B. mein schon etwas mitgenommen aussehender Stockman von Böker dem ich neue Schalen aus Nachbars Kirschbaum verpasst hab:
stockman.jpg


Nun zum wesentlichen:
Über solche Messer liest man eigentlich recht wenig - besser gesagt so gut wie nichts – hier im Forum. Ausnahmen sind noch die Schweizer Messer.
Seht ihr Taschenmesser ohne Lock als "Urahnen" der heutigen Folder die heute neben den „tactical folder“ nicht mehr praktisch/sicher/was-auch-immer genug sind, oder hab ihr sie noch immer im Gebrauch?
 

kababear

Mitglied
ich hab noch das eine oder andere schweizer, aber für den harten gebrauch halte ich sie schlichtweg für gemeingefährlich:glgl:
da sind mir meine finger einfach zu wichtig... (erfahrungen sind oft schmerzhaft:rolleyes: )
 

darley

Mitglied
mein spartan oder picknicker ist immer dabei.
und werden fast täglich benutzt!

ich finde, diese schweizer sind eine der genialsten entwicklungen auf dem taschenmesser-sektor!!:super:

bernd
 

HankEr

Super Moderator
Ich habe nicht Prinzipielles gegen Sliplocks, aber man muß sich der Einschränkungen halt klar sein. Ich für meinen Teil erwarte von einem Messer mit Verriegelung auch, daß diese --- im vernünftigem Rahmen --- zuverlässig ist. Zur Zeit verwende ich häufiger den Rücken von Klappmessern (mit Lock) um das Eis von der Mülltonne wegzukratzen (um sie öffnen zu können). Bei einem Slipjoint kann man das halt schlecht machen, aber wenn man weiß was man hat ist es abgesehen von solchen Rückenkratz- und -popeldingen und Stichen (Angeln) durchaus nicht zwangsläufig ein Messer dritter Klasse.

Nachteil ist halt, daß es logischerweise ein Stück schwerer zu öffnen ist als ein Messer mit Verriegelung und Einhandbedienung dadurch flach fällt.
 

ozelot

Mitglied
@kababear
Für den normalen Gebrauch, sprich fürs Schneiden, halte ich sie genauso gefährlich wie jedes andere Messer auch. Dabei wird keines einklappen. Das Problem liegt eher darin das sie etwas mehr Aufmerksamkeit beim Arbeiten mit der Klingenspitze erfordern.
Ich benutze schon seit Jahren Slipjoints/Sliplocks und das letzte Mal das mir eines auf die Finger geklappt ist, das ist schon Jahre her …. und ich kann auch nicht behaupten dass mein damaliger Versuch ein Loch in ein Brett zu bohren besonders schlau war.:glgl: ;)

@HankEr
Die Sache mit dem einhändig schwer zu öffnen liegt nur daran, dass es bis jetzt noch nicht großartig umgesetzt wurde. Die meisten Designs entstanden noch lange vor der Zeit als das einhändige Öffnen so In war wie heute. Nur Spyderco und Case haben meines Wissens Sliplocks (Spyderco Pride (?), Case Russlock Serie) die aufs einhändige Öffnen ausgelegt sind.
Wenn Du aber auf den Federdruck anspielst der einem beim Öffnen entgegensteht, ließe sich denke ich mal dieses Manko auch leicht beheben indem man an der Unterseite der Klinge etwas mehr Material wegnimmt oder besser gesagt den Übergang der Auflagefläche zum hinteren Teil der Klinge hin etwas abrundet. Dadurch müsste die Feder beim Öffnen nicht mehr ganz so stark zurückgedrückt werden.
 

Tobse

Mitglied
Bei mir persönlich gibt es wohl keine Anwendung, die ein Slipjoint mit 2.5-3Zoll-Klingen besser könnte als ein moderner 4Zoll-Folder. Also trage ich eben den bei mir (BM710). Zum Tragen könnte ich mich nur durchringen, wenn das Tragen von anderen Messern verboten würde. Für die ursprüngliche Anwendung in der Viehzucht waren die mehrklingigen Messer wohl praktisch, wer will sich schon mit der Klinge, mit der er gerade einen Jungbullen kastriert hat, das Pausenbrot schmieren ?
Ansonsten gibt es durchaus schicke Modelle, z.B. auch das neue City knife von White Wolf knives (Zu sehen bei Knifecenter : http://store.knifecenter.com/pgi-Product Spec?lwlc12200)

Munter bleiben,
Tobse!
 

Musashi

Mitglied
Ausser meinem Victorinox CyberTool verwende ich kein Slipjoint (ich wusste nicht mal, das die Dinger so heissen, wieder was gelernt). Aber auf dieses besagte Victorinox möchte ich nicht verzichten, es hat mir schon sehr oft geholfen. Dabei bin ich mir aber durchaus der Grenzen der Konstruktion bewusst. Stemm- und Bohrarbeiten mit solchen Messern sind wie ein Steptanz im Minenfeld, das muss einfach früher oder später schiefgehen. :glgl:

Jedoch denke ich, dass dieser Messertyp einfach seinen eigenen ausgeprägten "Großvater-Charme" besitzt. Das ist gar nicht so weit hergeholt, mein Opa hat sowas immer in der Tasche gehabt und bei Waldspaziergängen rumgeschnitzt, wenn er noch leben würde, hätte er es immer noch dabei. Wenn ich bedenke, wie lange manche dieser Messer schon kaum bzw. unverändert produziert werden, bin ich beeindruckt. Und wenn mir etwas Ehrfurcht einflösst, ist es eine lange Tradition in der Herstellung bestimmter Dinge, ohne Veränderungen vornehmen zu müssen. Dann sind sie nämlich nach der Meinung vieler Käufer nicht nur charmant, sondern schlichtweg gut! (Das ist nur meine Annahme, einen Beweis dafür kann ich nicht liefern.)

Vielleicht beginne ich eines Tages eine Sammlung von solchen "Großvater-Messern", wer weiß? Es muss nicht immer HighTec oder Tactical sein. ;)

Gruss
Andreas
 

darley

Mitglied
slipjoints mit verrigelung

ach übrigens:

es soll ja auch slipjoints geben, die ne verrigelung haben!:cool: :cool: :cool:

siehe --> picknicker, rucksack etc.

bernd
 

Darkforce

Mitglied
Ich hab auch hin und wieder ein Schweizer Taschenmesser dabei. Allerdings wird das dann halt nur mal eben benutzt um nen Apfel zu schälen etc. Ansonsten benutz ich auch lieber ein Folder oder ein feststehendes Messer.
 

zorro_43

Mitglied
Ich benutz ganz gerne mein olles Ankermesser.
Das hat ne sehr straffe Feder und eine Schafsfussklinge.
Durch die Klingenform kommt man nicht so schnell in Versuchung damit zu stechen.

Zorro
 

HankEr

Super Moderator
Wenn Du aber auf den Federdruck anspielst der einem beim Öffnen entgegensteht, ließe sich denke ich mal dieses Manko auch leicht beheben indem man an der Unterseite der Klinge etwas mehr Material wegnimmt oder besser gesagt den Übergang der Auflagefläche zum hinteren Teil der Klinge hin etwas abrundet. Dadurch müsste die Feder beim Öffnen nicht mehr ganz so stark zurückgedrückt werden.
Aber halt auch nicht mehr beim --- mitunter unbeabsichtigten --- einklappen :glgl:
 

crashlander

Mitglied
Wenn ich mal ein Schweizer Messer verwende, ist es der Outrider - und der verriegelt. Ansonsten verwend ich eigentlich keine Slipjoints. Hab ausser ein paar Schweizern, einem Schrade Stockman und nem Laguiole auch keine. Es gibt inzwischen halt auch ne Menge kleiner Messer, die verriegeln, Spyderco Dragonfly z. B.
Und von Wenger gibts inzwischen ja auch die normal grossen Schweizer teilw. mit Verriegelung. Hab ich mal eins für ne Freundin besorgt, die findets super.
 

porcupine

Super Moderator
meine slipjoints

Ich habe ein paar davon, u.a. von Böker, Puma, einige Schweizermesser und zwei Forge de Laguiole, 8 und 10 cm Klinge. Die von Böker haben so schwache Federn, daß ich sie nicht mehr benutze, aus Angst um meine Finger. Dagegen sind ein kleines Schweizer immer und die Laguioles häufig im Gebrauch, sie sind zu einer zünftigen Vesper einfach kultig. Dazu kommt, daß sie über eine sehr starke Feder verfügen sowie über eine spezielle Mulde im Klingenrücken, in die die Feder greift, sodaß sie kaum von alleine zuklappen. Man muß sie nur immer vorsichtig schließen und nicht zuschnappen lassen, sonst haut die Klinge auf die Feder. Aber alles in allem halte ich die Laguioles für die elegantesten Taschenmesser.
 

jangs

Mitglied
Waffengesetz in LU

Also ich habe natürlich nur Slipjoints ;) .
Alles ander ist in meinem schönen Land verboten, soger Wenger Schweizer-Messer, Opinels und Leatherman und Co fallen unter dieser Verbot.
Erstaunlich nur dass ich diese Waffen überall frei kaufen kann :irre: .
Aber sowieso sind Laguioles (natürlich ohne Verrieglung) die schönsten Gentlemenmesser.
 

ozelot

Mitglied
@HankEr:
Ich hab hier mal ein Bild (ausgeliehen aus einem Tutorial von Chris Crawford):

slipjoint.jpg


Das Stück das oben noch ins Bild schaut ist ein Teil der Rückenfeder.
Der grüne Pfeil zeigt die Kante die ich gemeint hab. Wenn man der eine etwas stärkere Rundung reinschleift hat das nichts mit der Kraft, die zum schließen des Messers notwendig ist, zu tun. Die Klinge springt höchstens nicht mehr mit ganz soviel Kraft in den Griff zurück.
 

HankEr

Super Moderator
ozelot, hast recht, diese Kante greift in der Tat erst dann wenn's beim unbeabsichtigten Schließen eh' schon zu spät ist.
 

eisensack

Mitglied
Bei mir persönlich gibt es wohl keine Anwendung, die ein Slipjoint mit 2.5-3Zoll-Klingen besser könnte als ein moderner 4Zoll-Folder
Doch.
Schneiden!
Fast alle haben eine Klingengeometrie die um klassen besser ist als die der modernen Taschenmesser.
Eine Schneide die nach der Fehlschärfe erst mal nach unten geht,einen Flachschliff und in der regel eine Klinge die unter drei mm dick ist.
Und wenn es umbedingt eine verriegelung sein muß kann ich das Copper Lock empfehlen;habe ich heute bekommen.
Super verarbeitet,super flach(10mm)und mit roten Knochengriffschalen bei Böker im Angebot(50€)
 

crashlander

Mitglied
Das Copperlock hab ich mir auch mal zuschicken lassen, ging sofort zurück. Die Idee und das Design haben mich angesprochen,aber
1. der Liner hat keinen Detent ball, bei meinem Exemplar war zudem die Klinge nicht sonderlich tief im Griff wenn eingeklappt, da ist die Klinge immer aufgegangen. Schlecht für ein klassisches Taschenmesser.
2. der Klingenheber war aus Kunststoff und bloß in die Klinge reingepresst, gewackelt hat er auch wie noch was.
Mit anderen Worten: Nette Idee, die Ausführung komplett durchgefallen.
 

Andreas

Mitglied
@crashlander: ähmmm... könnte es sein, dass ihr von verschiedenen messern redet?
das Case Copper-Lock besitzt keinen liner (liner-lock) mit detent-ball, sondern einen "normalen" back-lock.
132.gif

(bild geliehen bei http://www.wrcase.com/ )
ich gehe jedenfalls davon aus, dass eisensack das messer meint.