essbare Wildpflanzen

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

teamaster

Mitglied
Ich würde hier gerne eine Sammlung aufmachen mit essbaren Wildpflanzen! In der Wichtigkeit beim Überleben in der Wildnis steht ja Essen doch (nach Wasser und vor Unterschlupf) an zweiter Stelle, und einen nicht unerheblichen Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarfs wird ja auch übewr die Nahrung gedeckt! Und in Wildpflanzen sind ja (mit wenigen Ausnahmen) auch um einiges mehr Vitamine als in unseren Kulturpflanzen.

Wichtig wäre bei der Angabe einer Pflanze meiner Meinung nach vor allem:

Name (evtl in mehreren Varianten lat. engl. franz. etc)
Zu verwendende Pflanzenteile
Verwechslungsmöglichkeiten und Unterscheidungshilfen bei Gefahr
"Erntezeit"
Standorte
Evtl. ein Link zu einer vertrauenswürdigen Internetseite (Floraweb etc.)
Sonstige Hinweise (Geschmack, Tips, Standorte, Besondere Nährstoffgehalte etc.)

Ich bin wie schon in "Eure Waldläufer-Basics" geschrieben, kein Experte auf dem Gebiet, ich habe lediglich im Rahmen meines Studiums eine Vorlesungsreihe zu dem Thema besucht und versucht auch privat ein bisschen etwas herauszufinden, besitze jedoch kein Buch darüber, aus dem ich unerlaubter Weise Informationen veröffentlichen könnte! Es sind lediglich meine Erinnerungen und sonstiges erworbenes Wissen.

Wichtig ist vor allem, wenn man wilde Pflanzen essen wollen sollte, genau wie bei Pilzen nur das zu essen, was man kennt! Und das funktioniert nicht in dem man ein Bild von einem besonders schönen Exemplar in einem Buch oder im Internet gesehen hat, sondern nur durch üben am tatsächlichen Objekt in seiner realen Umgebung am besten mit fachkundiger Betreuung!

Auch ist die Ernährung von Pflanzen in der Wildbahn (wenn man nicht in einer wirklichen Notsituation ist, und meint auch Jagen und/oder Angeln können zu dürfen) in der Regel eine "Naschernährung" das heisst, man isst, was man unterwegs findet, und geht dann weiter! Also ein 3-Gängemenü nach dem man so proppenvoll ist, dass man sich nur noch hinlegen und schlafen will ist meistens eben nicht drin! Aber es gibt genug Energie zum Weitergehen und der Magen ist gefüllt!

Dann mal los!

Ach ja.... WICHTIG!! Sollte sich jemand einen üblen Scherz erlauben, oder unwissentlich eine giftige oder ungeniessbare Pflanze als essbar darstellen, bitte den Beitrag sofort melden! Ich will zwar unseren MODS hier, die einen hervorragenden Job machen, nicht noch mehr Arbeit aufhalsen, aber in so einem Fall geht es um Menschenleben, die gefährdet werden!

Gruß Christian
 

Herrero

Mitglied
Ich will ja den Spass nicht verderben, aber man sollte beim Sammeln aufpassen:
Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen,
ev. Schadstoffe (zb. an Straßenrändern),
Parasiten wie z.B. Fuchsbandwurm
Also vorher gut informieren und nicht einfach drauflosfuttern:haemisch:
 

Herrero

Mitglied
Jetzt aber zum Thema:

Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia)

Die Blätter sind Essbar (schmecken etwas bitter)
Wenn man die Blüten mit Zucker in einem Glas mischt und in der Sonne stehen lässt erhält man Löwenzahnsirup (schmeckt natürlich süß)
Die Wurzel soll sich wie Kaffee aufbrühen lassen (wie das schmeckt weis ich aber nicht)

Die Blüten kann man im Frühling oder Frühsommer auf fast allen Wiesen sammeln. Die Blätter findet man das ganze Jahr über.

Großer Vorteil: leicht und häufig zu finden
 

Herrero

Mitglied
Beifuß (Artemisia vulgaris)

Die Blätter eignen sich zum Würzen und wirken ähnlich wie ein Magenbitter
(vor der Blühte (August und September) sammeln sonst wirds bitter)

findet sich oft an Wegesrändern
 

Herrero

Mitglied
Bärlauch (Allium ursinum) (Waldknoblauch)

Die Blätter sind als Gemüse oder als Gewürz nutzbar und riechen wie Knoblauch.
Sammeln kann man sie von Februar bis Juni.
Nicht kochen, sonst schmeckts fade.

VORSICHT!!! Bärlauch ist sehr leicht mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zu verwechseln, die beide sehr giftig sind. Diese richen jedoch nicht nach Knoblauch.
trotzdem BEI UNSICHERHEIT FINGER WEG!


Bärlauch findet man oft in Buchenwäldern
 

Humppa

Mitglied
1. Junge Fichtentriebe (im Frühjahr)

Man kann die Triebe von jungen Fichten essen. Solange noch das Häutchen auf den Trieben ist. Einfach von den Bäumen nehmen und vertilgen. Schmeckt zwar etwas harzig, schmeckt aber nicht schlecht.

Wenn die Nadeln allerdings älter werden, würd ich von derartigem abraten.


2. Heidelbeere (deutsch) - Schwarzbeere (österreichisch)

Diese Pflanze wächst meist in sonnigen Gehölzen. Die schwarzen Beeren sind imo sehr lecker, kann man eine gute Marmelade oder diverse Mehlspeisen zubereiten. Aber auch einfach gepflückt sehr lecker.

Wie bereits oben geschrieben läuft man hier auch Gefahr sich evtl. mit dem Fuchsbandwurm (besonders in den Risikogebieten) zu infizieren. Am besten also verarbeiten. Ist zwar jetzt etwas OT, aber dennoch finde ich diese ziemlich weit verbreitete Pflanze sollte erwähnt werden.

Beste Grüße
 

Herrero

Mitglied
Echter Beinwell (Symphytum officinale)

Die Blätter sind Essbar und, ähnlich wie Soja sehr Eiweishaltig. Die Pflanze wäre also als Fleischersatz denkbar (für die von Teamaster angesprochenen "Notsituation")

VORSICHT!!! Beinwell soll Krebserregend sein! Also wenn, dann in Maßen und selten!

Beinwell findet man an Bächen und Gräben
 

Herrero

Mitglied
Brennnesseln (Urtica)

Die Blätter lassen sich roh als Salat oder gekocht (wie Spinat) verspeisen und sind sehr Mineralstoff, Vitamin und Eiweishaltig. Am besten schmecken die jungen Blätter im Frühling bzw. später die Tribspitzen.
Die Nesselhaare sollte man aber vor dem rohen Verzehr z.B. durch Klopfen unschädlich machen.
Brennessel schmeckt leicht säuerlich.

Aus getrockneten Blättern kann man Tee kochen.

Brennesseln sind eigentlich überall zu finden (und ganz besonders da, wo sie nicht wachsen sollen:haemisch:)
 

Herrero

Mitglied
Ich bin gerade auch noch auf diese Seite gestoßen:
http://statedv.boku.ac.at/wildpflanzen/
Ein stichpunktartiger Überblick mit sinniger Einleitung

Zur Bestimmung vor Ort sollte man immer ein gutes Pflanzenlexikon dabei haben, da man sich nicht alles was man am Computer gelesen hat bis in den Wald merken kann und so auch bilder und Merkmalslisten zum direkten Vergleich hat.

Viel Spaß beim Sammeln und guten Appetit :hehe:
 
G

gast

Gast
Was ist mit den Pilzen?
Gerade jetzt gibt es dieses Gemüse in Hülle und Fülle.

Es ist kein Geheimniss dass viele dieser Genossen einem ernsthafte Schwierigkeiten bereiten können.
Aber da die "Guten" :haemisch:....auch ohne viel Würzen sehr Nahrhaft ,Vitaminreich und Schmackhaft sind wäre es doch mal wert, diese kennen zu lernen???

Ich wäre bereit verschiedene die ich seit 3-4 Tagen täglich Sammele und mit meiner Familie zubereite und natürlich auch mit genuss Esse, hier anhand von Bildserien vorzustellen, inclusive deren Zubereitung.

Anfangen würde ich erstmal, mit Steinpilz,Butterpilz,Birkenpilz, und Parasol (grosser Schirmling?) und Maronenpilz......nur falls mal einer von euch im Herbst im Wald mit dem Flugzeug im Wald abstürzt, nicht nach hause findet und ein Menu der Superklasse aufzutischen hat :cool:

Gruss unsel
 
Hallo,

da gibt es noch das Jägerbrot (Silberdistel).

Die Blütenböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt.

Obwohl ich die oft und gerne verzehrt habe, kann ich mich an den Geschmack nicht mehr erinnern - ist aber auch schon Jahre her.


Christoph (nein, ich war und bin kein Almhirte)
 

Geonohl

Mitglied
Jetzt aber zum Thema:

Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia)

Die Blätter sind Essbar (schmecken etwas bitter)
Wenn man die Blüten mit Zucker in einem Glas mischt und in der Sonne stehen lässt erhält man Löwenzahnsirup (schmeckt natürlich süß)
Die Wurzel soll sich wie Kaffee aufbrühen lassen (wie das schmeckt weis ich aber nicht)

Die Blüten kann man im Frühling oder Frühsommer auf fast allen Wiesen sammeln. Die Blätter findet man das ganze Jahr über.


Großer Vorteil: leicht und häufig zu finden
Ergänzung: Die Wurzen rösten, als Kaffe ersatz.
 

Badger1875

Mitglied
Finde ich gut dass sich der eine oder andere mal Gedanken macht, was man essen kann, wenn es nichts mehr zum Essen gibt...

Aber

(ich will ja kein Spielverderber sein): viele der essbaren Pflanzen stehen in manchen Ländern/ Bundesländern unter Naturschutz. Man sollte also vorsichtig sein, was man sich so am Wegesrand zusammen sucht.
Speziell die von Christoph Reischer vorgestellte Silberdistel hat mich dazu gebracht, dies zu schreiben....

Prinzipiell gilt jedoch der Grundgedanke: Was ist essbar? und darum sollten eben auch die geschützten Pflanzen hier genannt werden. In einer Notlage wird keiner einem Vorhaltungen machen: Du hast eine geschützte Pflanze gegessen! In der Regel dürfte dieser Ernstfall auch nicht eintreten, aber "Nice to know" ist das allemal!
Schön wäre auch, wenn man zu den genannten Pflanzen noch einen Link dazustellen würde. Das erspart dann etwas Suchzeit und würde diese Sammlung hier etwas wertvoller machen. Wikipedia wäre doch eine nette Grundlage, vielleicht nicht gerade das wissenschaftliche Superlexikon, aber zumindest mal in den Grundzügen vielseitig und brauchbar!

Die Wild-Möhre ist essbar und wird eigentlich von den meisten Menschen als Unkraut abgestempelt. Ebenfalls, obwohl heute kultiviert und ackerweise verfügbar, also keine reine Wildpflanze mehr, ebenfalls essbar sind alle Arten von Rüben, ob Futterrübe, Runkelrübe oder Zuckerrübe, lagerfähig und vielseitig verwendbar. Weiter in Frage kommen natürlich die weisse Rübe oder Herbstrübe, gelbe Rübe/ Mohrrübe/ Karotte und die rote Bete.

Freddie
 
Zuletzt bearbeitet:

teamaster

Mitglied
Spitzwegerich (plantago lanceolata)

Die noch nicht blühenden schwarzen Knospen schmecken wunderbar nach Champignons, hier jedoch Vorsicht bei frisch gedüngten Wiesen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzwegerich


Verwechslungsgefahren sind mir keine bekannt.

Wiesen - Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Die geschälten Blattstängel haben einen sehr leckeren Geschmack nach Karotten, wirklich gut essbar sind sie allerdings nur solange sich noch kein Mark gebildet hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesen-Bärenklau

VORSICHT : Verwechslungsgefahr mit dem RIESENBÄRENKLAU! Der Pflanzensaft ist phytotoxisch, d.h. die Haut wird extremst lichtempfindlich, so entstandene Verbrennungen sind zudem nur schwer heilend und fast schon chronisch. Im Wiesenbärenklau sind diese Stoffe zwar auch enthalten, jedoch in wesentlich geringeren Konzentrationen, sodass empfindliche Menschen Probleme bekommen können. Auch hier gilt, bei Unsicherheit lieber die Finger weg! Das wichtigste Unterscheidungshilfsmittel ist, dass der Riesenbärenklau ab dem zweiten Jahr viel spitzer und zerhackter aussieht, als der WiesenB. aber hier hilft am besten sich die beiden Pflanzen mehr wie einmal in der Natur anzuschauen, und im Zweifelsfalle zu verzichten!
 

Joe Vogel

Mitglied
Heydoh!
Meines erachtens sind energetisch mithin die wichtigsten essbaren Pflanzen, die außerdem kosmopolitische Verbreitung erfahren haben:
Große Klette Arcitum lappa
Rohrkolben Typha spec.
Löwenzahn (schon genannt)
Ganz wichtig: Fuchsschwänze/Melden/Gänsefuß
z.B. Amarantus spec
Mädesüß Filipendula spec
Nachtkerzen Oenothera
und Springkraut Impatiens nontangere/pubescens/indica

Solche Geschichten wie Sauerampfer etc. sind eher was zum Magenfüllen. Da sollte man meinetwegen 2-3 milde essbare Pflanzen (z.B. Urtica, Bellis, Stellaria) kennen, die kosmopolit sind. Das reicht. Wichtiger sind wie gesagt die KH reichen Pflanzenteile.
 

fuchs

Mitglied
Was ist mit den Pilzen?
Gerade jetzt gibt es dieses Gemüse in Hülle und Fülle.

Es ist kein Geheimniss dass viele dieser Genossen einem ernsthafte Schwierigkeiten bereiten können.

Da gibt es eine einfache Regel: Röhrlinge sind alle ungiftig.

Hier gibt es nur ein, zwei ungenießbare wie den Gallenröhrling, der bitter schmeckt. Das kann man schon beim Sammeln durch eine kleine Probe ausschließen.

Bei Lamellenpilzen sollte man sich allerdings auskennen. Etliche tödlich giftige wie Knollenblätterpilz, Ziegelroter Risspilz, Pantherpilz sollte man hundrtprozentig identifizieren können.
 

Joe Vogel

Mitglied
Hallo Fuchs, das stimmt nicht ganz. Boletus satanas ist ziemlich giftig und kann durchaus von einem Laien mit essbaren Röhrlingen verwechselt werden.
Regards Joe
 

fuchs

Mitglied
Meine drei Pilzbücher sagen übereinstimmend: nur roh giftig, gut erhitzt ein ausgezeichneter Speisepilz.

Das heute scheinbr allwissende Internet is sich uneins: nur roh giftig, roh besonders giftig, schwach giftig, ergibt Magen- und Darmbeschwerden, manche Menschen vertragen ihn gut, andere nicht - also einer, den man besser stehen lässt, zumal er sehr selten sein soll und geschützt ist.

Ein guter Tip ist: alle Röhrlinge mit netzartiger Zeichnung am Stiel stehen lasse, dann schließt man auch gleich den Gallenröhrling mit aus und versaut sich nicht die Pilzpfanne.

Aber sonst sind wirklich alle essbar!
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Für weitere Antworten geschlossen.