Erste Selbstbauesse, schwere Fehler ersichtlich?

husky2

Mitglied
Hallo zusammen,

Irgendwie hat es mich gepackt und ich will mal das Messerschmieden ausprobieren. Ein Minimesser habe ich sogar schon lt. der Anleitung aus dem Buch "Messer schmieden für Anfänger" gefertigt.
Aber irgendwie konnte mich die Ziegelesse nicht recht erfreuen und ich habe heute eine Runde am Schrottplatz gemacht um mir eine "Bremstrommelesse" aufzubauen.

Jetzt wollte ich euch bitten, die Bilder mal kurz anzusehen und mich auf ev. schwere Fehler hinzuweisen.

Das Gebläse fehlt noch, da soll von einem Ölbrenner eines reinkommen.
Die Luftmenge soll entweder elektronisch oder über einen Schieber am Ventilatorausgang geregelt werden.
Und da ich das ganze Teil draussen verwende, kommt auch noch ein aufgeschnittenes 50l Ölfass als Windschutz, Hitzereflektor und Kamin oben drauf.

Da ja Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen stell ich einmal ein paar hinein. Ein Meisterwerk ist es wahrlich nicht, aber funktionieren soll sie die Esse.

Anwendung ist wie bereits erwähnt das Messer schmieden und ev. auch andere kleine Teile.

Bin mal gespannt was ihr dazu sagt.

Guten Abend
Hannes



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sanjuro

Mitglied
AW: Erste Selbstbauesse, Schwere Fehler ersichtlich?

......ich habe heute eine Runde am Schrottplatz gemacht um mir eine "Bremstrommelesse" aufzubauen.

Jetzt wollte ich euch bitten, die Bilder mal kurz anzusehen und mich auf eventuelle schwere Fehler hinzuweisen......Und da ich das ganze Teil draußen verwende, kommt auch noch ein aufgeschnittenes 50l-Ölfass als Windschutz, Hitzereflektor und Kamin oben drauf.....
Ich finde das Gerät schon ganz gut, zumindest macht es einen soliden Eindruck.

Was ich mir als ungünstig vorstellen könnte, sind die etwas großen Löcher im 'Rost' der Belüftung. Bei Fettnuss 4 könnte es schwierig werden, aber das wäre auszuprobieren.

Wenn der Windschutz auch die Funktion einer Blende übernähme, damit Du Glutfarben erkennen kannst, wäre das von Vorteil. Bei Licht - namentlich in der Sonne - zu schmieden ist recht schwierig.

Generell ist der Bau einer Esse nicht so schwer, aber er ist um vieles leichter, wenn man einmal eine richtige Esse in ihrer Funktion erlebt hat!

Viel Erfolg!

Gruß

sanjuro
 

husky2

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AW: Erste Selbstbauesse, Schwere Fehler ersichtlich?

Morgen,

na das geht flott mit Antworten.

Das mit dem Rost habe ich mir auch gedacht, doch ich konnte nirgends konkrete Abmessungen finden, und wie du gesagt hast ist es vil einfacher wenn man schon eine fertige Esse gesehen hat.

Wie gross sind denn die Löcher im Rost anzustreben?
Ich hoffe der hält einige Zeit durch, hat nur 7mm Stärke und ist nicht aus Guss. Aber dafür austauschbar.

Schöne Grüße
Hannes
 

sanjuro

Mitglied
......Das mit dem Rost habe ich mir auch gedacht, doch ich konnte nirgends konkrete Abmessungen finden, und wie du gesagt hast, ist es viel einfacher, wenn man schon eine fertige Esse gesehen hat.

Wie groß sind denn die Löcher im Rost anzustreben?.....
Eine Esse hat keine Löcher im Boden, sondern eine Düse, die mit Hilfe eines Schlackedorns die Luftzufuhr reguliert und gleichzeitig das Verstopfen durch Schlacke und Kohlebrocken vermindert.

Verabschiede Dich von der Vorstellung, dass eine Esse etwas mit einem Grill zu tun hätte!

Das muss nicht bedeuten, dass ein Provisorium nicht auch zufriedenstellend arbeiten könnte, aber in den ca. 3000 Jahren, seit es Essen gibt, haben sich da schon ein paar Systeme herauskristallisiert, die richtig gut funktionieren. Sich daran zu orientieren erspart gerade dem Anfänger einige Probleme und Frustrationen.

Gruß

sanjuro
 

Feuerknecht

Mitglied
AW: Erste Selbstbauesse, Schwere Fehler ersichtlich?

Hallo Hannes,

Macht doch einen guten Eindruck, Deine Esse.
Ich würde die Löcher im Rost nicht in Form von Schlitzen schneiden,
sondern einfach viele ca.10 mm Bohrungen ins Rost bohren. Nachteil hierbei , es kann sein das sich die Bohrungen im Laufe der Zeit mit Schlacke zusetzen, dann kannst Du Sie aber in kürzester Zeit wieder aufbohren.

Gruß Lothar
 

husky2

Mitglied
AW: Erste Selbstbauesse, Schwere Fehler ersichtlich?

Hallo,

Also werde ich noch den Rost tauschen und mit Löchern versehen und dann kanns schon losgehen.
Dass das Teil nicht professionell ist ist klar, aber so wie ich eure Meinung interpretiere reichts für ein paar Schmiedeversuche locker aus.

Danke.
Hannes
 

Eisenbrenner

Mitglied
Ich würd mir keinen neuen "rost" bauen, sondern einfach quer zu den jetzigen Rillen zwei Bleche einschweißen.
wenn das dann irgendwann durchgebrannt ist, kannst du dir immer noch einen neuen herstellen.
Als Luftregulierung würde ich einfach das Rohr mit einem Standard Wasserrohr verlängern(schweißen), und so einen alten Regler für Wasser verwenden.
(Sieht aus wie ein Wasserhahn, ist aber gerade, und man kann an beiden Enden Wasserrohre anschrauben).
Geht sehr gut, und ist toll zu dosieren.
Daran kommt dann das Gebläse.

Viel Spaß mit der Esse,
Grüße, Eisenbrenner
 

husky2

Mitglied
Guten Abend,

Es gibt ein paar Neuigkeiten und nun ist guter Rat teuer....

Also ich habe mir von einem alten Ölbrenner das Gebläse besorgt, macht ordentlich Wind!

Jetzt kommt aber schon die erste Frage:
Ich habe 1-1/4 Zoll Rohre genommen um auf meine Esse zu kommen und ein paar Knie eingebaut.
Jetzt kommt an der Feuerschüssel relativ wenig an. Wieviel Luft benötigt man denn?
Ist wahrscheinlich schwer zu beantworten. Aber reicht ein besseres Lüfterl oder sollte da schon ordentlich gepustet werden?
Teile auf hellrot bringen ist kein Problem, nur wenn ich dann mein Ziel erreiche und Damast anfange, sollte die Esse schon passen.


Zweite Frage:
Ich glaube ich habe fast ne Stunde gebraucht um den Koks endlich zum Glühen zu bekommen. Wie macht ihr denn das? Also ein Lagerfeuer oder einen Holzofen kann ich durchaus anzünden, aber das war nicht ohne. Mit Holzkohle ordentlich vorgeheizt und dann Koks drauf, anders keine Chance.

Dritte Frage:
Ist sicherlich schon in anderen Bereichen mehr als ausgiebig diskutiert worden, aber ein einfaches ja oder nein reicht mir.
Prinzipiell is ja Holzkohle fürs Messerschmieden lt. meiner Recherche am besten.
Aber die kostet mehr, es funkt und staubt die Asche und ständig nachlegen muss man auch.
Habe heute einmal Hüttenkoks Bruch 3 besorgt, also 20 - 40mm.
Kann man den, wenn man ihn immer von der Seite zuführt damit er ausgast, auch zum Messerschmieden einsetzen?


Ich kann euch beruhigen, ich bin eh auf dr Suche nach einem Schmied bei dem ich ein wenig zusehen kann. Dann werden sich viele Fragen wahrscheinlich von selbst beantworten aber momentan ist es komplettes Neuland.

Gute Nacht
Hannes
 

sanjuro

Mitglied
.......Wieviel Luft benötigt man denn?..... reicht ein besseres Lüfterl oder sollte da schon ordentlich gepustet werden?... wenn ich dann mein Ziel erreiche und Damast anfange, sollte die Esse schon passen.
...... Mit Holzkohle ordentlich vorgeheizt und dann Koks drauf, anders keine Chance.

........ich bin eh auf der Suche nach einem Schmied, bei dem ich ein wenig zusehen kann......
Eigentlich hat Dein Thread so angefangen:......Anwendung ist, wie bereits erwähnt, das Messer schmieden und evtl. auch andere kleine Teile......

Jetzt soll die Esse auch für das Feuerschweißen gut sein, aber Dir fehlen offenbar ganz wesentliche Grundkenntnisse und Erfahrungen, was das Material, das Schmieden und die Feuerführung angeht.
Damit die ganze Mühe nicht vergebens war, empfehle ich Dir doch, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen. Lies Dich doch mal durch die wenigen informativen Bücher, die hier im Forum für diesen Bereich schon häufig genannt wurden.

Die Idee, bei einem erfahrenen Schmied ein wenig zu lernen, ist ausgezeichnet. Wenn das klappt, wirst Du vermutlich die Zusammenhänge schnell verstehen und anwenden können. Schmieden ist ein Erfahrungshandwerk, aber da das Gebiet so groß wird, muss man von den Erfahrungen Anderer profitieren. Man kann nicht bei Null anfangen und alle Fehler selbst machen!

Prinzipiell ist nichts daran auszusetzen, dass Du das Feuer mit Holzkohle startest und dann Schmiedekohle oder Koks nachlegst. Nach meiner Erfahrung erreichen die üblichen Essen allerdings Schmiedetemperatur schon in wenigen Minuten nach dem Anzünden. Klappt das bei Dir erst nach einer Stunde, dann drängt sich der Verdacht auf, dass das Gebläse zu wenig Druck aufbaut oder dass die Reduzierungen der Querschnitte zu massiv sein könnten. Wieviel Luft eine Esse benötigt, hängt dabei von vielen Parametern ab, die man per Ferndiagnose vermutlich nicht klären kann.

Wie schon weiter vorn angemerkt, funktionieren Essen mit einfacher Technik. Wenn man bei der Konstruktion andere Wege als üblich beschreitet, wird es komplizierter!

Also erst mal beim Schmied schauen, dann selbst bauen!

Alles Gute!

Gruß

sanjuro
 

husky2

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Morgen,

Tja, aller Anfang ist schwer und aus Fehlern lern man.

Das Buch von Bergland "Die Kunst des Schmiedens" habe ich diese Bereiche betreffend natürlich schon gelesen. Und auf sein Buch über das Messerschmieden warte ich noch.

Ist eben wie mit dem Fahrradfahren, da kann man noch soviel lesen, ohne Üben wirds nix.

Das mit der Stunde für das Anheizen beinhaltet ein paar schiefgegangene Versuche bis der Koks glüht. Wenn man mit ordentlich Holzkohle startet dauert das ganze vielleicht 10 Minuten bis der Koks schön hell glüht.

mfg
Hannes
 

Eisenbrenner

Mitglied
Hallo Husky,
Erste Frage:
ich kann mir nur schwer vorstellen wie stark dein Lüfter ist.
Aber mal zum Vergleich: ich habe einen 1600 Watt Staubsauger: Dirt Devil, der an einer 2m langen Staubsaugerrohr hängt, dazwischen zwei Düsen und dahinter nochmal ein Wasserregler/0,75 Zoll Wasserrohr -- da gehen Unmengen an Druck verloren.

Ich schmiede auch mit Koks: Hausbrand-Körnung 3, das ich mir aber nochmal kleiner breche.(<1/2 h Arbeit pro Sack)
meine Esse könnte noch etwas größer sein als deine.

Und die Luft reicht auf der niedrigsten Regelungsstufe des Staubsaugers für den Betrieb beim Schmieden gut aus,auch der Luftregler ist hier nie ganz auf
Auch das Feuerschweißen geht ganz gut und ist dann, denke ich, noch im nicht zu stark oxidierenden Bereich, ich drehe trozdem meistens nicht ganz voll auf.
Aber das ist dann schon eher ein ordentliches "Pusten" über der leeren Esse, und ein laues Lüfterl über der gehäuft gefüllten.

Das was du beschreibst ist von der Hitze definitiv zu wenig. Du solltest mit dieser Essengröße auch in der Lage sein z.B. eine Stange mit z.B. D=25 mm gut warm zu kriegen, was auch anfangs ein guter Test für die Leistungsfähigkeit deiner Esse ist.

zweitens:
Bruch 3 ist bei einer kleinen Esse viel zu groß. Du must hier mal das Verhältnis Kohlenoberfläche/Gesamtvolumen bedenken. evtl reicht die Luft, hat aber einfach zu wenig Angriffsfläche.
Das selbe Problem hatte ich auch als ich von Fettnus - Körnung4(10-25mm) auf Koks Körnung3 umgestiegen bin.
Der ganze Haufen glüht bei 900°, wird aber durch ein verstärktes aufdrehen des Reglers nicht wirklich heißer, weil das Verhältnis Oberfläche/Gesamtvolumen so schlecht ist, das ein erhöhter Luftzug einfach nicht so viel mehr bringt, aber zu viel Wärme mitnimmt.
Ich mach mir jetzt die Kohle kleiner, was zwar Aufwand ist, aber immer noch besser als mir eine alternative Quelle zu suchen und eine Spedition zu beauftragen und eine Schuppen zu bauen, der 1 Tonne koks aufnimmt.

Prinzipiell heize ich auch immer mit Holzkohle vor, ist einfach gemütlicher: ölgetränkten Lappen/Grillanzünder, etc auf eine Schicht Koks legen, zwei hände voll Holzkohle drüber, Lappen anzünden, Gebläse nicht zu hoch einschalten, mit Koks auffüllen,restlichen Arbeitsplatz herrichten, nach 10 min arbeiten.

drittens:
Das Koks sollte eigentlich gar nicht Gasen/Schwefeln, die Flamme ist bei mir absolut frei von Rauch. Demenstprechend halte ich das seitliche Zuführen hier nicht für so wichtig, besser ist es evtl aber schon.

PS:fürs Koks kleinbrechen hab ich die beste Erfahrung im Schraubstock gemacht. Macht wenig Sauerei, und geht relativ schnell.
1.)Blech einspannen das Größer ist als der Schraubstock, oben und seitlich gut übersteht.
2.)An eine Seite des Schraubstock hämmern, das es sich der Form anpasst, und von selbst gut hält, sich aber noch abnehmen lässt.
3.) dort wo die Backe des Schraubstocks ist längs ein 6-8 mm Rundeisen ans Blech anschweißen, dessen "Kante" dann das Koks beim Einspannen bricht.

Danach alle größeren Brocken brechen, nur die kleinsten direkt verwenden. Die wirklich großen Dinger auch mehrmals.

Grüße,
Eisenbrenner
 
Zuletzt bearbeitet:

husky2

Mitglied
Hallo,

@Eisenbrenner
Ist ein Radialgebläse von einem Ölbrenner. Genaue Daten habe ich keine.
Würde der gelieferte Luftstrom ankommen so reicht es definitiv, das kann ich auch ohne Erfahrung sagen.Was mich eben ein wenig verwundert, dass bei vielen Essen im Internet, welche auch professionell sind ein riesen Radialgebläse draufhängt, das wahrscheinlich nicht zum Spass. Ausserdem sieht man manchmal Bilder bei welchen die Flammen gut einen halben Meter hoch sind.

War heute nochmals im Lagerhaus, Bruch 4 gibts leider nicht. Da ich eh keinen übermäßigen Verbrauch habe werde ich wohl die Methode mit dem Zerkleinern anwenden.

o habe ich denn konkrete Details zu der Leistung der Esse geschrieben? alte Autofeder mit ca. 20mm Durchmesser ist in null komma nix (schätze mal 1 Minute) auf Funkensprühtemperatur.

Danke für die Unterstützung.

mfg
Hannes
 

sanjuro

Mitglied
......Das Koks sollte eigentlich gar nicht gasen/schwefeln.....dort wo die Backe des Schraubstocks ist, längs ein 6-8 mm-Rundeisen ans Blech anschweißen, dessen "Kante" dann das Koks beim Einspannen bricht......
Die gelblichen Gase aus der Schmiedekohle (nur wenig aus dem Koks (DER Koks, männlich!)) enthalten vor allem Teer. Der Schwefelgehalt ist so gering, dass er sich farblich nicht bemerkbar machen könnte. Zudem sind die Schwefeloxide farblose Gase!

Gruß

sanjuro
 
Zuletzt bearbeitet:

husky2

Mitglied
So, gerade nochmal angeheizt, jetzt wenn man weiss wies geht kein problem.

Hier mal ein Blich in das Maueseloch.
Die Farbe ist in Realität nicht ganz so grell, aber an der Form der Flammen kann mir doch sicher jemand sagen ob das für volle Gebläsestufe ausreichend ist.

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OT:
Falls zufällig jemand in Österreich einen 50kg oder mehr Amboss loswerden will..... bei mir melden.

Schöne Grüße
Hannes
 

Timm

Mitglied
Moin,
das schaut vom Flammenbild her doch schonmal ganz ordentlich aus, ich denke der Luftdruck/-menge reicht aus.
Wenn du jetzt deinen Koks kleiner brichst und vor allem deutlich mehr Koks anhäufelst (es muss immer ausreichend Brennstoff unter und über dem zu erwärmenden Material sein) und von oben mit dem Löschwedel eingrenzt klappts auch mit dem Feuerschweißen.

Gruß,
Timm
 

husky2

Mitglied
Abend,

na das freut mich zu hören.

Kleine Geschichte so nebenbei:
Heute mal freundlich bei einem Schmied in der Gegend angerufen und gefragt ob der nicht einen Amboss hätte, zum Verkauf.
Fragt er was ich eigentlich damit will, dass Schmieden sei ja nicht so einfach und man brauche gar nicht erst zu glauben dass man das selbst irgendwie ohne Kurse hinbringt. Auf welche Ideen ich eigentlich komme.... usw.
Prinzipiell hat er ja nicht ganz unrecht, leicht wirds sicher nicht, aber mit ein wenig Motivation und Willen bring ich sicher ein paar Dinge halbwegs zusammen.

Zum Glück gibts das Messerforum mit hilfsbereiteren Mitgliedern und Bücher von Hr. Bergland!

Gute Nacht