"Ergiebigkeit" von Umschmelzungen ?

luftauge

Mitglied
Jaa :rolleyes: -
sind wieder ganz spezielle Fragen:

1. Wenn man fertigen Stahl schmilzt, bzw. "umschmilzt" (Schrott aus bekannter Legierung) in Platten, Tafeln oder Barren, mit welchem Verlust (Verzunderung, Abbrand etc.) kann man rechnen ?

2. Ab welcher Menge (Kg) kann sowas in Auftrag geben, bzw. gibt es Firmen, die bis ca. 10Kg schmelzen und danach noch walzen oder schmieden ?
Ich habe mal in einem hiesigen Stahlwerk wegen derer Stahlsorten-Verfügbarkeit nachgefragt, da hies es leider "nur Rund ab D 100mm"

3. 1 und 2 hören sich blöd an, aber meine Einzelteile sind für sich zu klein und zu schade, um damit Schmiedeexperimente zu starten, ich würde es lieber irgendwo schmelzen und zum Halbzeug weiterverabeiten lassen. Kennt jemand so einen Betrieb ?

Ich habe auf der ungenauen Küchenwaage ein Bruttogewicht (incl. Restschmierstoff und Rollenkäfige) von ca. 2,5Kg ermittelt, und es wird definitiv noch mehr werden :steirer:
...alles Timken-Lager !!!
edit:
Die Preisfrage habe ich bewusst weggelassen, es geht erstmal um die Möglichkeit, ob sowas überhaupt gemacht wird, am Günstigsten wäre natürlich in Norddeutschland, gleich zwei Häuser weiter - nur dann wüsste ich wohl davon, und müsste hier nicht fragen :D

Gruß Andreas
 
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Guenter

MF Ehrenmitglied
Du könntest eventuell mal in einer Gießerei nachfragen, ob die eine Möglichkeit sehen. Die Stahlfirmen heizen ihre Öfen erst so ab 1000Kg an.
 

luftauge

Mitglied
Giesserei - daran habe ich auch schon gedacht, weil in der Nähe eine ist, allerdings "nur" eine Eisengiesserei, müsste ich mal nachfragen.
Ich spekuliere auf ein Stahlwerk oder einen Spezialbetrieb mit Lehrwerkstatt oder evtl. auf eine FH (Verarbeitung gegen Lehrmaterial).
Goldschmieden werden sich wohl sofort die Nackenhaare hochstellen, wenn man "schmutziges" Metall ins Gespräch bringt, und die nötigen Temperaturen sind wohl auch nicht gerade Standard.

Gruß Andreas
 

luftauge

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@ Zorro:
Sicher, wäre aber momentan die letztere, aber wohl naheliegendste Alternative.
Das "Problem" dabei ist (vermute ich):
Die Lager sind relativ klein - eine 40er Kugel flachzuschmieden, ist wohl einfacher und mit weniger Verlust verbunden.

Gruß Andreas
 
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roman

MF Ehrenmitglied
Álso Luftauge,

Wenn Du den stahl wieder umschmelzen lässt dann ist der Vorteil den diese Legierung bietet, hohe Reinheit fein verteilte und kleine Karbide futsch. Dann hast Du zwar einen 1.3505 der Legierung nach aber verhalten wird er sich nicht als solcher. Weil er ein ganz anderes Gefüge bekommt und das müsste durch eine thermomechanische Umformung wieder hergestellt werden.

Daher lieber das Zeug in brauchbare Dimmensionen schmieden und als Schneidlagen in sandwichkonstruktion einbauen. Da hast Du mehr davon!
 

luftauge

Mitglied
Hallo Roman,
Ich werde es mir überlegen und noch mehr Infos einholen, soweit möglich.

Wie gesagt, die Lager sind recht klein im Verhältnis zu Kran- oder "Panzer"- Kugel/Wälzlagern. Genau gesagt sind es Axial-Radial-Lager mit Steilkegel zwischen Lager und Laufring, die Rollen sind zylindrisch.

Die Rollen haben ca. D 1/4" x 10mm, die Lagerschalen ca. D 70 x 10, Laufringe ca. D 60 x 10mm.
Ich gehe mal davon aus, dass Rollen, Ringe und Schalen aus einer Legierung sind, und nur die Käfige abweichen.
Schmiedet man in solchen Fällen das komplette Lager zusammen, oder zerlegt man sie vorher (IMO würde das die Sache wegen der kleinen Rollen erschweren, darum zaudere ich etwas) ?

Billigeres Übungsmaterial dieser Güte und Menge kann ich bei uns gar nicht bekommen, aber diese Überlegung beschäftigt mich, ich will es nicht buchstäblich verheizen oder verheizen lassen ;)

Gruß Andreas
 

roman

MF Ehrenmitglied
Also schneide die Lager auf und nimm nur die Ringe, die kannst du ganz einfach zu einem Flachmaterial machen und dann als Schneidlage irgendwo einbauen, oder als Damast verschweissen.
Da ist schon eine gute größe da mit zunehmender Größe auch die Wahrscheinlichkeit steigt das es aufgekohlte lager sind. daher immer prüfen ob das der Fall ist

Die Kugeln schmeiß ich weg. Kannst sie ja auch sammeln für andere Zwecke ;-))
 

luftauge

Mitglied
Soo, ich habe jetzt die Zusammensetzung der Lagerringe bekommen, und mit etwas Glück kann ich die Teile in einer Giesserei einschmelzen lassen.
Daraus ergeben sich jetzt neue Fragen:

1. Muss der gegossene Barren oder Strang direkt aus dem Ofen unter den Hammer oder die Walze, oder kann man dass evtl. auch zu einem späteren Zeitpunkt machen ?
Die Frage ist gefügetechnisch zu verstehen, oder ist es egal, wann das Gefüge nach dem Guss mechanisch bearbeitet wird ?

2. Hat jemand Erfahrung mit der Reinheit einer Stahlschmelze, die in einem Eisengussbetrieb erschmolzen wurde ?
Muss man mit schädigenden Verunreinigungen rechnen ?
edit:
3. Ist das Kürzel "GG-20" für Qualität nur analysetechnisch von Bedeutung, oder muss man an Guss GG-20 denken ?

4. Zusammensetzung:
Tja, jetzt wird es spannend:
Der C-Gehalt konnte nicht auf 1/100 genau ermittelt werden, im Protokoll steht 1,08%, aber es sollen wohl tatsächlich ~0,8% sein.

Der Prüflaser wurde an der Stirnseite des inneren Lagerrings an zwei Stellen mit einer Fläche jeweils ca. D 7mm eingebrannt - Aufkohlung als Messfehler ?

C ~ 0,8 - 1,08% - Mn 0,86% - Cr 0,7% - Si 0,34% - Cu 0,24% - Ni 0,2%
Mo 0,08%
Fe 96,47% - Rest: P-S-Nb-Pb-P jeweils < 0,031%
Im kleinen Stahlschlüssel habe ich leider nur annähernd ähnliche Stähle gefunden (1.2309 und 1.2826 - und die nur ganz eben annähernd :( ), da ich unser Werkstoffnummernsystem dem AISI vorziehe, kann ich nicht sagen, welcher Stahl es ist

5. Verbessert oder verschlechtert man die Legierung, wenn man beim erschmelzen Späne aus anderen Stählen bekannter Zusammensetzung hinzugibt ?
-> bezieht sich nicht auf Gesamt-Legierungseigenschaft, sondern auf die Zugabe von z.B. PM-Material (wegen des höheren C-Gehalts und daraus mögliche "gussähnliche" Einlagerungen.

Ich hoffe nicht, dass man auch hierfür ein ZTU dieser Legierung benötigt :glgl: - das habe ich logischerweise nicht, ich muss jetzt erstmal die bekannten Legierungen mit der Analyse vergleichen, um ungefähr zu wissen, welche Stahlsorte ich da habe.

Ich hoffe aber, dass die Experten jetzt nicht überfordert sind, mit diesem Haufen an weiterführenden Fragen ;)

Gruß Andreas
 
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herbert

MF Ehrenmitglied
Hm, bis auf den Mn gehalt fast ein 100Cr2= 1.3501 = 50100 AISI.
Der höhere Mn Gehalt machts etwas einfacher fürs Ölhärten. Kannst meines Erachtens das ZTU von 3501 nehmen mit ein bisschen Reserve. D.h. die Abschreckgeschwindigkeiten müssen nicht soooo rasend schnell sein. Ist aber ein guter Anhalt, meine ich mal.
 

roman

MF Ehrenmitglied
Dein engagement in allen ehren aber mach lieber was ich Dir gesagt habe und lass die finger von der schmelzerei und nimm das Material so wie es ist die fragen die Du dazu klären musst um auf einiger massen vernünftige ergebnisse zu kommen sind etwas zu weit.

Ich weis zwar nicht alles aber soviel das wenn ich das versuchen würde käm da nur mist raus.
 

luftauge

Mitglied
Da hast Du wohl leider Recht, Roman ;)

So wie ich die Sache bisher selbst recherchiert habe, wird es wohl sowieso nichts, weil es einfach zu teuer würde - so bleibt es beim günstigsten aller Materialien, dem Edelschrott zum recyclen und schmieden lernen, was aber auch nicht schlecht ist.

Aber ich bleibe dran :steirer: ,
jetzt schon aus Prinzip, und weil ich heute wieder eine Infoquelle aktivieren konnte, die schon lange in meinen Favoriten dahinschlummerte - bisher kam ausgerechnet von dort die allerschnellste von allen Antworten, völlig unerwartet :cool:

Gruß Andreas
 

Bene686

Mitglied
Hallo ,

mit dem schmelzen kannste vergessen, weil , wenn du dehn stahl erschmelzen läst um ihn nacher wieder in eine bramme gießen zu lassen, bekommst du folgende probleme:
1. entkohlung , d.h. dein kohlestoff verbrennt zum teil .

2. seigerungen , den stahl den du nach dem gießen erhältst ,den
kannst du dann vergessen, mann kann hochwertigen stahl nicht
einfach gießen , du hättest viele verunreinigungen,und die karbide sind sehr ungleichmäßig verteilt . nach dem gießen müßte mann den stahl umschmelzen ESU oder vakuum umschmelzen. das würde sich wohl nicht für 2 kg lohnen , einen teil der bramme müstest du nacher wegschmeißen.
da bleibt nicht viel übrig .
3.
thema umschmieden. würde gehen ,aber vorsicht bei chrom als legierungs bestandteil , rostfreien damast gibts auch erst seit 10 jahren . schneider und hehn haben den glaub ich entwickelt.
rostfreie stähle lassen sich nur unter vakuum oder schutzgas verschmieden , da chrom eine sehr starke oxid schicht bildet .also vorsicht bei rostfreien kugellagern :) (sind meist 440c)
 

ToBo

Mitglied
Was ist dann eigentlich mit den Stählen die Achim herstellt?
Wenn ich mich recht erinnere, macht er nicht nur Wootz sondern auch normalen Stahl, indem er Reineisen und die gewünschten Legierungselemnte im Induktionsofen erschilzt und anschliessend die Luppe zu Messern schmiedet.
Vielleicht kann er sich ja mal zu diesem Thema äussern und berichten, was er für Erfahrungen mit seinen Stählen gemacht hat.

Tschüss
Tobias
 

luftauge

Mitglied
@ ToBo:
Braucht er nicht, Thema is durch, ich hatte AchimW vor längerer Zeit schon mal zu einem ähnlichen Thema kontaktiert.

Ich sammel weiter fleißig Lager, heut erst wieder 1kg entsorgt - allmählich kommen auch brauchbare Größen dabei rum, ich hoffe, was Lagerschalen/Innenringe betrifft, herrscht legierungsmässig annähernd internationale Einigkeit ;)

Gruß Andreas
 

Bene686

Mitglied
wenn du lager suchst frag mal in leverkusen opladen nach beim schrott
bender der bekommt von der bahn die großen lager aus den drehgestellen , da bekommst du an einem tag ne halbe tonne ztusammen :) und die wälzkörper sind so groß wie apfelsinen .