Enzo Trapper D2 oder O1

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equest

Mitglied
So, ich habe mein Trapper, D2 mit Scandischliff auf 0, erst ein paar Tage. Bei den ersten Einsätzen hat es sich wacker geschlagen, aber ...

Heute wurde nochmal ordentlich damit gehackt (Haselnussstöckchen für Pfeile, aber auch ein paar dickere um meinem Kleinen ein Häuschen zu basteln). Nicht weil's besonders sinnvoll war, das mit einem Messer zu erledigen, denn ich hatte eine Säge am Multitool dabei, sondern einfach, weil ich das neue mal für alle möglichen Sachen einsetzen wollte um zu sehen, ob es mich nicht im Stich lässt und weil ich mich einfach drüber freue und es gerne in Händen halte, neues „Spielzeug“ halt. Versteht sicher der ein oder andere.

Jedenfalls hatte ich heute Abend einen zwar sehr feinen, aber ca. 0,5 cm langen, Ausbruch in der Schneide. Hat beim Schneiden durch Papier an der Stelle etwas gehakt, sonst hätte ich vielleicht gar nicht so genau hingeschaut und es erst später bemerkt.

Ich hatte den Thread hier vor meinem Kauf gelesen, aber D2 trotz der leichten Warnsignale für den geeigneteren Stahl gehalten. Gut, ich weiss auch nicht, ob es sich mit O1 anders verhalten hätte oder ich vielleicht was erwischt habe, was kein Holz war (Einschluss eines Winz-Steinchens oder so); glaube ich aber eher nicht.

Dennoch, obwohl ich das Messer heute ausgiebig und in gewisser Weise auch extrem rangenommen habe, hat es hinterher noch Papier geschnitten, das ist doch verdammt ordentlich, will ich meinen (rasiert hat es natürlich nicht mehr).

Nun habe ich das gemacht, was ich eigentlich gar nicht wollte, und eine zweite Fase angelegt. Bei nächster Gelegenheit werde ich das Messer wieder testen. Hoffe, das bringt nun die nötige Stabilität.

Das Messer ist trotzdem, sorry, geil, und ich bereue nichts. Seine Balance ist einfach unschlagbar, ein Handschmeichler par excellence.
 

laure

Mitglied
Ich habe das Messer in D2 und Flachschliff.
Mittlerweile habe ich auch schon einige Tests gemacht.
Das heißt es wurden Äste durchgehackt die etwa Unterarmdicke hatten.
Ich konnte noch keine Ausbrüche finden, habe aber auch aufgepasst, dass die Schneide nicht den Boden berührt.
Meine Erfahrungen mit D2 sind also durchweg positiv.
btw: Nach diesen Hackereien rasiert es immernoch die Haare vom Arm.
 

Leoganger

Mitglied
Hallo,
Das heißt es wurden Äste durchgehackt die etwa Unterarmdicke hatten.

mit einem Enzo Trapper hab ich das noch nicht probiert:irre:

@ibanezmike
Ich würde dir auch D2 empfehlen

Gruß Hans
 

ibanezmike

Mitglied
Danke für die Tips - hab jetzt aber seit geraumer Zeit eines in O1 mit Scandi zero - hab mir aber selbst eine sekundärphase angeschliffen (aufgrund Stabilität der Schneide) und bin mehr als zufrieden damit.
Der O1 lässt sich sehr gut ausschleifen und ist ein wahrer schneidteufel im Wald.
Mein Enzo hat curly birch scales mit rotem Fiber - eine Augenweide!
Ich bin mit dem O1 glücklich!

Danke
ibanezmike
 

equest

Mitglied
Kleiner Nachtrag von mir aufgrund aktueller Schmerzen.

Ich hatte das D2-Trapper ja mit zweiter Fase benutzt, da ist auch nix weiter passiert. Vor ein paar Tagen hab ich mir dann mal die Arbeit gemacht (das war wirklich etwas Arbeit) den Scandi-Zero-Schliff wiederherzustellen.

Heute ein bisschen rangenommen, und ... wieder das gleiche Problem - Ausbruch. Das darf doch nicht wahr sein, oder? Ist der Stahl wirklich so schrottig oder glaubt jemand an einen Herstellungsfehler? Gibt's hier noch andere, die das gleiche Messer nutzen und ihre Erfahrungen schildern können?

10106095.jpg

(Der Baum war schon tot.)

84225709.jpg


Ich würde die D2-Ausführung jedenfalls keinem mehr empfehlen, was soll ich mit so einem Messer? Würd's wenigstens für die Küche taugen ...
 

equest

Mitglied
Ergänzung: das Stück ist rausgebrochen, nicht umgebogen (sieht man auf dem Foto nicht so gut, durch den kamerainternen Schärfalgorithmus).
 

weedpeet

Mitglied
Hallo equest,

ich habe dasselbe Messer und auch dasselbe Problem.
Einen Stock angespitzt und dann dieselben Ausbrüche wie bei Dir.:mad:
Habe dann mit Schleifpapier und Mousepad versucht, die Schneide etwas ballig zu machen. Seitdem nur nicht mehr an dem Holz getestet.

War jedenfalls auch sehr überrascht, Dennis von Brisa gab mir den Rat, die Schneide eben etwas konvex zu schärfen.

Werde es im Frühjahr nochmal testen. Dennoch hatte ich das in dieser Form nicht erwartet.

Gruß

weedpeet
 

Ookami

Mitglied
Das kann man eigentlich an mehreren Stellen im Forum nachlesen. D2 ist nur mit einem Schneidenwinkel von 40° und einer relativ rauhen Schneide brauchbar.


Ookami
 

ibanezmike

Mitglied
D2 ist nun mal ein Stahl mit recht grossen Karbiden, die gerne ausbrechen WENN man einen Scandi Zero benutzt........
Ich denke, dass das Problem beim Scandi zero liegt - wenn man eine Schneide so fein ausschleift dann läuft man immer Gefahr das man Ausbrüche bekommt! Vorallem beim Medium Holz, welches aufgrund harten Astlöchern, Einschlüsse im Holz, unterschiedliche Dichten (Splint und Kernholz), etc. eine Tortur für eine feine Schneide darstellt!

Ich würde aufgrund eigener Erfahrung jedem der sein Messer für Holzarbeiten oder eben im Outdooreinsatz benutzt entweder eine sekundäre Phase an dem Scandi empfehlen oder als Alternative (was mein persönlicher Favorit ist) einen balligen Schliff!

Die Geschmächer sind klar verschieden und manche mögen auch den Scandi lieber als alles andere, aber eine feine Schneide ist m.M.n. nicht das Optimum für Outdooreinsätze. Es käme auch keiner auf die Idee ein fein ausgeschliffenes Küchenmesser für Schneidarbeiten auf harten Medien wie Knochen zu benutzen (um einen Vergleich zu erstellen).
Ausbrüche könnten sich unter Umständen mit einem Stahl mit feinem Gefüge vermindern oder gar ganz ausschließen lassen, vorausgesetzt, dass eben keine Verunreinigungen oder gar ein plötzlich vorhandener harter Körper (Astloch etc.) plötzlich auf die Schneide trifft!

So zumindest meine Erfahrungen

LG ibanezmike
 

equest

Mitglied
Naja, die Trapper (hört man schon am Namen) sind doch als Outdoor-Messer ausgelegt. Und egal, welchen Bushcraft-Gurus man glaubt, ist Scandi Zero das Nonplusultra für Holzarbeiten. Wenn's nur einer wäre, gut, Marketing, aber da sind sich ja wirklich alle einig.

Gerade beim Schnitzen hebelt bzw. scharrt man ja auch hier und da ein bisschen seitwärts. Wenn jede ScZ-Klinge sich so verhalten würde wie das Trapper, würden die ja nicht überall empfohlen, sondern davor gewarnt werden.

Abgesehen davon hatte ich gestern auch das Mora Clipper (ebenfalls ScZ; gut, weniger hoch, dafür auch weniger Klingenstärke) dabei und es durfte sich die Aufgaben mit dem Trapper gerecht teilen. Das sieht noch aus wie neu und rasiert sogar noch wunderbar:

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DaBeppo

Mitglied
Ein Stahl der auch ursprünglich für das ausstanzen von Stahlteilen entwickelt wurde ist auch nicht wirklich dafür geeignet Holz fein zu schnitzen.
Die beste Leistung hat der D2 bei einem 90° Schleifwinkel, aber nicht bei einem sehr dünn ausgeschliffenen Skandinavischen Anschliff.
Nimm den O1 (1.2510) das ist so ein guter Stahl da braucht es so einen extremen Stahl wie den 1.2379 nicht. Der hat andere Einsatzgebiete.
 

ibanezmike

Mitglied
Gerade beim Schnitzen hebelt bzw. scharrt man ja auch hier und da ein bisschen seitwärts. Wenn jede ScZ-Klinge sich so verhalten würde wie das Trapper, würden die ja nicht überall empfohlen, sondern davor gewarnt werden.

Die Welle des Bushcraft / Survival schwappte von USA nach UK und schliessendlich zu uns immer mehr und mehr herüber......Wenn man sich genauer darüber informiert erfährt man auch, dass in den meisten Fällen ein O1 Stahl die Wahl diverser Spezialisten ist!
- und das hat wie schon gesagt wurde auch seinen Grund.

LG ibanezmike
 
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