Eisenholz?

herbert

MF Ehrenmitglied
Heute kam unser Schlosser und drückte mir ein Stück Holz in die Hand, so ca. 41 cm lang, 9 cm breit und 4 cm dick, wiegt ca. 2 kg und hat somit eine Dichte von ungefähr 1,2 g/ccm. Ist nicht genau, meine Methode, aber jedenfalls hats hohe Dichte. Und das Schnittbild ist dunkelbraun mit hellern Sprenkeln, ist quer geschnitten, sehr glatt, sehr schwer zu bearbeiten. Das Teil war als Unterstellholz für eine an uns gelieferte Maschine verwendet worden, und es wurde als Eisenholz bezeichnet.

Meine Frage: ist das was fürs Messerchen? Was gilt es zu beachten beim Bearbeiten?

Schon mal vielen Dank im voraus.
 

Claymore

Mitglied
hallo Herbert,

ist was für messerchen.
Dürfte in etwa wie Ebenholz zu bearbeiten sein.
Sollte sich aufgrund des hohen spez. Gewichtes auch gut ohne weitere Behandlung Polieren lassen.


peter
 

AchimW

Mitglied
Bongossi!!

Was Du da beschreibst, Herbert, hört sich an wie Bongossi, das auch Ekki oder Azobé genannt wird. Lange Fasern, schokoladenbraun und weiße Sprenkel? Dann isses das. Eine echte Schweinerei, das zu einem Griff zu verarbeiten. Splittert stark. Wurde hier extrem häufig für die Aufzugschienen in Bergwerken eingesetzt, findet man also häufig.

Hier ist ein Längsschnitt:

http://www.webforest.fi/jalopuu/Images/Azobe.jpg

Achim
 

bert

Mitglied
Botanischer Name

Swarzia

Vorkommen

Südamerika, Brasilien, Guyana und Venezuela

Baumstamm

Höhe bis 35 m, Durchmesser bis 0.6 m.

Holzfarbe

Tiefbraunrot bis schwarzbraun. Splint gelblichweiss

Merkmale

Mässig poriges Holz. Jahrringe nicht unterscheidbar

Eigenschaften

Das sehr harte Holz ist dicht, ziemlich elastisch und sehr schwer. Bei der Bearbeitung ist durch die hohe dichte erhöhter Kraftaufwand nötig. Es lässt sich trotz seiner Härte und seines Gewichtes recht gut bearbeiten.

Resistenz

Pilz sehr gut, Insekten sehr gut.

Verwendung

Das Holz wird in der Drechslerei, Stockindustrie und für Geigenbögen verwendet.



Kenngrössen


Raumgewicht :
1.2 - 1.3

Zugfestigkeit :
k.A. N/mm2

Druckfestigkeit :
k.A. N/mm2

Biegefestigkeit :
k.A. N/mm2

Härte n.Brinell 12% Feuchtigkeit :
H BII = k.A. N/mm2H BI = k.A. N/mm2


Also laut Beschreibung wohl für Griffe geeignet.

Gruß
bert.
 

AchimW

Mitglied
Bongossi

bert, hast Du das Holz von Herbert gesehen? Wenn nicht, bleibe ich bei meiner Prognose Bongossi, da Herbert in meiner Gegend wohnt und wie gesagt dieses Holz hier häufig zu finden ist. Hier die weiteren Daten:

Bongossi:

Botanische Bezeichnung: Lophira alata (syn.: L. procera) Familie Ochnaceae
Verbreitung: Tropisches Westafrika, Guineaküste
Weitere wichtige Handelsnamen: Azobé (Elfenbeinküste), ekki (Nigeria)

Stammform: Große Bäume bis 45m Höhe, mit Durchmessern von bis zu 120cm; astfreie Längen von 15-20m.

Farbe und Struktur des Holzes: Kernholz im frischen Zustand hell bis rotbraun mit leicht violetter Tönung, nicht immer deutlich abgesetzt vom schmalen, hell rotbraunen Splint und dem etwas dunkleren Vorkern. Zuwachszonengrenzen undeutlich; Faserverlauf meist wechseldrehwüchsig; trockenes Holz ohne charakteristischen Geruch.
Gesamtcharakter: Farblich wie strukturell überwiegend homogenes Holz von grober Textur und sehr hoher Dichte; auf Längsflächen durch helle Porenrillen (weiße Inhalte) und schwache Fladern bzw. Linien (helle Parenchymbänder) gezeichnet.

Eigenschaften Gewicht, frisch ca. 1.200 - 1.300 kg/m³
Rohdichte lufttrocken (12-15% u)ca. 1,00 g/cm³
Rohdichte darrtrocken 75--93--114 N/mm²
Druckfestigkeit (12-15%u)ca. 180 N/mm²
Biegefestigkeit (12-15%u)16.000--17.000-19.000--23.000* N/mm²
Elastizitätsmodul (Biegung) (12-15%u) 11--15--20 N/mm²

Bearbeitbarkeit: Bongossi ist ein sehr schweres und hartes Holz mit entsprechenden Festigkeitseigenschaften, die in etwa im Bereich von Massaranduba, Greenheart und ähnlich schweren Hölzern liegen. Die Bearbeitung mit Hand- und Maschinenwerkzeugen ist wegen der großen Härte und des ausgeprägen Wechseldrehwuchses deutlich erschwert.

Trocknung: Holz mit hohen Quell- und Schwindwerten, noch befriedigendes Stehvermögen, träge in der Feuchteaufnahme und -abgabe. Das Holz trocknet sehr langsam und neigt zu Verziehen und
Rissbildung.

Natürliche Dauerhaftigkeit: Die Resistenz gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze und Insekten ist in der Vorkernzone befriedigend, im Kern sehr gut bis gut (entspricht Dauerhaftigkeitsklasse 3 bzw. 1-2 nach DIN EN 350-2); mäßig widerstandsfähig gegen Schädlinge im Meerwasser (Klasse M
nach DIN EN 350-2); säureresistent.

Verwendung: Als Konstruktionsholz für starke Beanspruchungen im Außenbau, an das keine hohen Ansprüche bezüglich Maßhaltigkeit gestellt werden, z.B. im Hafenbau, für Brücken, Schwimmstege,
Wasserbau (Meer- und Brackwasser), Kühlturmbau, Kläranlagen, Lärm- und Sichtschutzwände, Zaunanlagen; gut geeignet als Werkholz für schwere Geräte mit hoher Druck- oder Biegebeanspruchung
sowie für Fußböden in Industrieanlagen.

Austausch: Geeignet im Austausch für andere Außenbauhölzer ähnlicher Rohdichte und Dauerhaftigkeit wie z.B. Massaranduba, Balau/Bangkirai, Greenheart, Okan, Mukulungu, Moabi, u.a..

Viele Grüße,
Achim
 

bert

Mitglied
Achim da kannst/wirst du schon recht haben.

Als Eisenholz ist mir nur Swarzia bekannt.

Gruß
bert.
 

AchimW

Mitglied
Eisenholz

Die Laien hier sind da oft nicht so wählerisch :D !

Deswegen kann es natürlich auch Swarzia sein.

Als Eisenholz wird hier oft alles bezeichnet, was hart, schwerer als Wasser und mehr oder minder Dunkel ist.

Achim
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Da kannst Du sogar noch weiter gehen, Achim: alles, was der Tischler nicht mehr richtig auf seiner Bandsäge sägen kann, ist für ihn Eisenholz. Im übrigen denke ich nach der Beschreibung auch, daß es Bongossi ist. Deine Warnung: "splittert leicht" kann ich nur ausdrücklich unterstreichen. Bildet sehr scharfe und spitze Splitter scheinbar aus dem Nichts.
 

DeadlyEdge

Mitglied
Ich habe von mindestens drei Holzarten gehört/gelesen , die Eisenholz genannt werden - das Wüsteneisenholz, eine asiatische Art und eine australische.
Gruß,
DE
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Leute, vielen Dank für Eure Informationen. Ich habe eben ein paar Bilder gemacht, vielleicht wird das Bild dann klarer. Man sieht am Rand auch die Ausbildung von Spänen, und bei der Schnittfläche die gesprenkelte Sache. Der leicht ölige Eindruck kommt vom Sägen, ist halt so, wie unser Schlosser es mir gegeben hat.
Erst mal die Bilder:
 

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herbert

MF Ehrenmitglied
Und hier der Randbereich am Schnitt, darunter die Naturfarbe des Holzes
 

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AchimW

Mitglied
Bongossi!

Hey Herbert!

Das ist 100 % sicher Bongossi! Hab ich auch noch einen Haufen von, verwende ich aber nicht gerne. Eigenschaften siehe oben.

Gruß,
Achim
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Danke, Achim! Schade drum. Ich glaube, wegen der dabei entstehenden "Gemeinheiten" werd ich mir das auch verkneifen. Danke jedenfalls für die sehr ausführlichen INfos.
 
Hallo Herbert

Ich währe mir nicht so sicher dass es Bongossi ist.

Auf den Bild wahr kein Wechseldrehwuchs zu erkennen. Wechsesdrehwuchs ist wenn die Faserrichtung alle par cm wechselt. Brauchst nur eine seite hobeln, wenn ein Streifen in Längsrichtung des Holzes glatt ist und gleich daneben ein Streifen der risse hat dann ist es ein Holz mit Wechseldrehwuchs.
Was aber noch lange nicht heißt dass es Bongossi ist!


Ich würde überprüfen ob es einen Wechseldrehwuchs hat, dann kannst du die Holzarten zimlich eingrenzen.

Ein Holz mit Wechseldrehwuchs ist als Messergriff einfach ungeeignet.
Schwer zu bearbeiten und bekommt mit der Zeit risse.

Wenn du genau wissen willst was für ein Holz das ist, schneid mir einen Würfel mit 1cm seitenlänge herunter, ich mach einen Microschnitt und sag dir dann die Holzart.

grüße Richard
 

luftauge

Mitglied
Ich habe ein ähnlich aussehendes Stück rumliegen, was als Bongossi gekauft wurde, nach dem Splitterbild und dem Stirnschnitt sieht es ganz danach aus :ack:

@ Herbert :
Hast Du schon mal ein Scheibchen davon gesägt, oder ein Löchlein rein gebohrt ?
Wonach riecht es, aromatisch würzig oder eher abgestanden gammelig ?
Verbrennt (verkohlt) es schnell beim elektrischen Werkzeug ?

Gruß Andreas/L
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@richard: Danke fürs angebot, schick ich Dir gerne zu. Finde ich Deine Adresse auf der hp, schau gleich mal rein. Wäre jedenfalls interessant zu wissen. Kannst dann auch gerne ein Stück abhaben.

@andreas: probier ich aus. Die glatte sägefläche fühlt sich jedenfalls sehr angenehm an, wäre schade, wenn mans nicht brauchen könnte.
 
Hallo Herbert

Adresse:
Richard Kappeller
Gabesbergerstr.15
A-5020 Salzburg

Bin in letzter zeit etwas nachlässig mit meiner Hp gewesen, sind schon 12 andere Messer entstanden, die ich noch nicht rauf getan habe.

Ich nehme dein angebot natürlich auch gerne an, werde dir dann so bald wie Möglich die Holzart sagen und eine Beschreibung schicken.

Grüsse Richard