eigene Schmiede... ähhh Messermarke

Chriboman

Mitglied
Hallo Allerseits,

ich möchte in diesem Thread kurz meine Schmiedemarke, naja ich schmiede noch nicht, nennen wirs also besser meine Messermarke, vorstellen.

Es kommt mittlerweile vor, dass ich für einen Bekannten oder einfach für meine Hosentasche dann und wann ein Messer baue. Und so langsam wollte ich sie dann auch markieren...

Ich war um eine einfache Linienführung bemüht, wollte aber dennoch meine Initialen nicht einfach in Druckbuchstaben hintereinander setzen. Hoffe dies ist mir gelungen.

Hier ein Bildchen von einem Testschlag auf einem Reststück Damast:
IMG-20110919-WA0001.jpg


Es gibt aber auch einen 2ten Grund für den Thread.
Wie benutzt ihr eure Marken?
Ich hatte nämlich einige Probleme mit einem Schlag einen deutlichen Abdruck zu hinterlassen. Für die im Bild gezeigte Tiefe brauchte ich immerhin 3 Schläge. Vondaher überlege ich mir evtl eine kleine Spindelpresse zu bauen in der ich die Marke führen kann und so auf die Klinge presse. Sinnvoll?

Gruß
Christoph
 

AK1

Mitglied
Guten Abend,

Ich würde das Messer erhitzen so auf Rot -Orangsch Glüh temp.
und dan Einschlagen.
Macht mann bein Hufbeschlag auch so .

Glaube aber nicht das du da mit der Presse besser Fährst !?
ich kann mich aber auch irren.

Mein Alter Meister hat immer gesagt "Kerle" Nichts ist Stärker wie ein Schlag!! Hau Drauf!! mit dem Hammer

Eine schöne Schmiede Marke hast du da.:super:


Lg AK1

aus neugiier was Kost so ne Marke.
 

U. Gerfin

MF Ehrenmitglied
So ganz unproblematisch scheint mir das nicht zu sein.

Deine Marke istschön, aber auch sehr zierlich.

Dadurch enstehen zwei Probleme-je nach Anwendung.

So scharfe Kanten werden schnell erweichen, wenn man sie in warmes Material einschlägt.

Drückt oder schlägt man sie dagegen in kaltes Material, ist die Grenze der Belastbarkeit schnell überschritten.

Besteht der Stempel aus einem Schnellarbeitsstahl, so wird er die Wärmebelastung einigermaßen aushalten. Bei anderen Stählen wäre ich, sowohl was die Warmfestigkeit wie auch die Stabilität angeht, eher etwas skeptisch.

Richtig ist, daß kinetische Energie einen höheren Wirkungsgrad hat als statische.
Bevor darüber eine Physikvorlesung geführt werden muß:
Ich meine ganz einfach ein Phänomen, das jeder selbst testen kann.
Ein Gewicht von 50 kg mit einer Auflagefläche in der Größe eines Hammerkopfs kann auf der Handfläche ertragen werden, ein Schlag mit einem Hämmerchen von 500 gr. wird dagegen meistens als "lästig" empfunden.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 

Chriboman

Mitglied
Hallo,

Vielen Dank schonmal für eure antworten. Um die Materialfrage zu klären, handelt es sich um: hochwertigen Werkzeugstahl (ölhärtend hochlegiert) lt. Anfrage, Schlagkopf vergütet. Detaillierte Infos müsste ich erfragen.

Wie gesagt wird bei meinen eigenen Messern in der Herstellung momentan nichts heißer als geschätzte 100Grad. Von rotglühend oder schmieden bin wirklich weit entfernt. Folglich arbeite ich mit kaltem Stahl.

Ich schaffe es ja auch mit mehreren Schlägen, nur bleibt da die Gefahr des verwackelns. Deshalb dachte ich an eine Presse. Obwohl hier dann U.Gerfins unphysikalische Gleichnis greift ;).

Gruß Chris
 

Blacky

Mitglied
Wieso nicht statt 3 Schlägen ein einzelner, heftigerer?
Im Zweifel lohnt sich eventuell, eine Führung zu bauen, in der der Stempel vertikal bewegt werden kann, und wo unten die Klinge eingelegt werden kann. Dann muss nicht großartig festgehalten werden, und die ganze Konzentration kann in den Schlag mit dem Hammer gehen.
Ob das natürlich gefährlicher für die Klinge (Bruch od. Verbiegen) wird, weiß ich nicht.
 

keltoi

Mitglied
grüezi

Schöne Marke:super:

Für Schlagzahlen, Meissel und Körner ,nehm ich immer einen Dorn, ein Stück Rundmaterial , da kommt die Kraft immer gerade von Oben und ist gut dosierbar.
Messing und Kupfer eignen sich super, zur Not auch ein Hammer ohne Stiel.
Wenn er genug Masse hatt, muss man nur drüber halten und loslassen, für einen ordentlichen Schlag.
:haemisch:
 

Chriboman

Mitglied
grüezi

Schöne Marke:super:

Für Schlagzahlen, Meissel und Körner ,nehm ich immer einen Dorn, ein Stück Rundmaterial , da kommt die Kraft immer gerade von Oben und ist gut dosierbar.
Messing und Kupfer eignen sich super, zur Not auch ein Hammer ohne Stiel.
Wenn er genug Masse hatt, muss man nur drüber halten und loslassen, für einen ordentlichen Schlag.
:haemisch:

Guten Morgen,

Vielleicht liegts noch an der frühen Stunde aber ganz habe ich deinen Tipp noch nicht verstanden. Du lässt doch den hammerkopf nich freihand auf die Schlagzahl fallen?:glgl:

Aber auch die Führung zum Einschlagen find ich ne gute Idee. Damit kann ich die Schlagzahl sicher aufsetzen und mehr Konzentration in den Schlag setzten.

Einen schönen Tag noch,
Gruß Chris
 

crashlander

Mitglied
Wolfgang Dell hat im Forum vor Jahren mal berichtet, dass er seine Marke mit einer Spindelpresse auf die Klinge überträgt. Dadurch würde die Marke sehr exakt und gleichmässig und auch beim ersten Mal sitzen. Auf eine Schlagzahl o. Ä mehrmals draufschlagen führt meistens zu einem ungenauen Abdruck oder man verrutscht schlimmstenfalls.
 

keltoi

Mitglied
guete morge


Vielleicht liegts noch an der frühen Stunde aber ganz habe ich deinen Tipp noch nicht verstanden. Du lässt doch den hammerkopf nich freihand auf die Schlagzahl fallen?


Kann auch an der späten Stunde bei mir liegen.
Aber im Prinzip schon, natürlich halte ich den Dorn wieder fest, bevor er auf der Werkbank oder meinem Fuss landet.
Wenn man mit dem Hammer einen kräftigen Schlag nur wenig verkantet, lernt die Schlagzahl das fliegen, da muss man der nach rennen, wenn du Pech hast liegt sie drausen im Garten und die Fensterscheibe ist kaputt.

Ich konzentriere mich da lieber auf mein Werkstück, der Schlag sollte automatisch kommen.
Wichtig ist auch eine massige und stabile Unterlage , Amboss, Stahlplatte oder Bleiklotz.
 

AK1

Mitglied
Was du auch machen könntest, machen wir in der firma manchmall

du nimmst dir ein stück Flachmaterial was 15 -25 mm =t (Stärke) und bohrs da ein Loch rein und Drehst den Meisel auf den gleichen Durchmesser ab und legst die Schablone auf das Messer richtest sie aus Spanst sie dir auf ner stahlplatte Fest ,
markierst den Stempel mit oben auf der Schablone auch und dann
sollte nichts mehr schiefgehen !

Lg AK1:super:
 

Ovaler Olli

Mitglied
Hi,

die Probleme habe ich auch. Je mehr Linien der Stempel hat, desto schwieriger ist es in das Material einzudringen. Siehe meinen Stempel im Avatar oder auch hier: http://www.pixum.de/slide/5007440

Wichtig ist eine saubere, glatte und harte Unterlage (Amboss, Richteplatte oder ähnliches). Ich verwende einen relativ schweren Hammer (2000g). Die Eindringtiefe ist zwar nicht sehr tief, aber der Stempel ist gut sichtbar wie ich finde.

Danach noch mal drübergeschliffen, damit die entstandene Materialaufwölbung verschwindet. Fertig!

Gruß,

Olli
 

Chriboman

Mitglied
Hallo Zusammen,

und es ist passiert...:irre:

Wie hier schon angeraten wurde sollte man den Stempel möglichst mit einem Schlag im Material haben. Was passiert wenn man die MArke mehrfach schlägt musste ich heute feststellen. Bei 5 KLingen ging es gut... bei der 6ten verspringt das dumme Ding. Ich bin 1000 Tode gestorben, da ich die Klinge schon zu 90% fertig hatte.:glgl:

Und was musste ich sehen als ich die Augen wieder aufgemacht habe...

IMAG0323.jpg


Glück im Unglück... :steirer: lediglich am oberen Ende vom "C" siehts ein bisschen unsauber aus. Aber ich muss gestehen, so plastisch gefällt mir meine Marke fast noch besser. Vielleicht versuche ich das jetzt immer so hinzubekommen. Was denkt ihr?

P.S: entschuldigt das schlechte Bild... ohne Licht nix Bild:hmpf:

Gruß
Chris
 

excalibur

Super Moderator
..und gut schauts aus:super:
Falls Du im Alter nen Tatterich bekommst, kriegst Du vielleicht ein multiples Logo hin ( 8fach, oder so ):steirer:

Ave excalibur