Ehrfahrung mit Damastmessern von www.klingentanz.de?

MWSaar

Mitglied
Hallo zusammen,

hat jemand von Euch ein Messer von www.Klingentanz.de? Wenn ja was haltet Ihr davon?
Die Messer gefallen mir zum Teil recht gut aber ich kann mir nicht ganz erklären warum diese Messer mit Damastklinge mit 576 Lagen so günstig sind wenn anderswo Damastmesser mit 300 Lagen schon teurer sind. Vielleicht könnt Ihr mir ja weiterhelfen.

MfG MWSaar

P.S. Gruß an alle Saarländer
 

HankEr

Super Moderator
Schleichwerbung?

Damast ist ja nicht gleich Damast und die Anzahl der Lagen sagt erst mal gar nichts aus. Zwischen 300 und 600 Lagen liegt nur eine Faltung. Billige Damastmesser gibt es überall, viele davon sind halt aus extrem einfachem indischen Damast in dem alles mögliche verschmiedet wird und der sich kaum härten läßt.

Über die Herkunft und die Beschaffenheit des Damasts schweigen sich die Seite ja aus, aber einer Härte von 53-56 HRC ist für Messeranwendungen eher als sehr bescheiden einzustufen.
 

El Dirko

Mitglied
Ich tippe stark auf "made in xxx".
xxx = Indien oder ein ehemaliges Ostblock Land.
Daher der niedrige Preis.

Zur Frage nach der Qualität der Messer kann ich nichts beisteuern.
Gruss
El
 

Eukalypt

Mitglied
Hi MW Saar,
Ich hatte vor ca. 2 Jahren einmal ein Messer, das dem CAMPER werdamt änlich sah von einem Messergeschäft bei mir vor Ort zur Reparatur, Wackelnde Beschläge, offene Fugen, stumpf,Lederscheide halb zerbröselt,... . Es kam aus Indien, hatte auch die gleiche lagenzahl.
Auch nach dem Scharfschleifen, war es nach ein Paar schnitten auf Buche wieder stumpf, weiß nicht was die da fabrizieren.

Ich an deiner stelle würd die Finger davon lassen, ich seh keinen Praxis bezogenen Sinn in den Messern, außer du wilst sie dir in die Vitrine stellen, aber das ist deine Entscheidung, und ich möchte nichts schlechtreden, vieleicht hat sich die Qualität verbessert?

Schöne Grüße David
 

MWSaar

Mitglied
Also erstmal vielen Dank für eure Beiträge muß zugeben das ich von Damast absolut keine Ahnung habe und dachte eigentlich das Damastklingen immer weicher sind als normale Stahlklingen. Denke aber ihr habt recht und ich werde die Finger davon lassen. Also Danke nochmal und von wegen Schleichwerbung dann wohl eher abschreckendes Beispiel ;-)

MfG MWSaar
 

kanji

Super Moderator
Hi

wenn das indischer Damast (Coladosendamast) ist lässt Du besser die Finger davon,
die schreiben zwar was von einer Härte von 53 HRC, doch die indischen Klingen sind meines Wissens nach oft deutlich weicher

wenn nur zum hinstellen ist - schön aussehen tun die Teile allemal
zum Benutzen - na ja
 

Heiner

Mitglied
Hallo Messerfreunde!

Es ist zwar schon eine Weile her, dass dies Thema "on top" war, aber es schadet wohl auch jetzt, einige Zeit später, nicht, die ausstehenden Fragen zu beantworten und Unklarheiten soweit als möglich zu beseitigen. Ich will im folgenden zu einigen Punkten Stellung nehmen, die ich den Beiträgen bis zu dieser Stelle als unklar oder ergänzungsbedürftig entnommen habe.

Herkunft
Wie schon richtig vermutet stammen die Messer, sowie alle anderen Damastartikel wie Schwertklingen und Messerrohlinge etc. auch, aus Indien.

Preise
Diese hängen selbstverständlich auch mit dem Herkunftsland zusammen, das alleine jedoch macht nicht die günstigen Preise aus. Unsere Geschäftsstruktur (GbR) und der Verkauf (bislang) ohne Ladenlokal als reiner Internetversandhandel tragen zu den niedrigen Preisen das ihrige bei. Die so entstehenden günstigen Umstände und Konditionen geben wir an den Endkunden weiter und halten so den Preis auf einem, wie wir denken, angemessenen und akzeptablen Level.

Qualität I: Verarbeitung
In einem Beitrag wurde die schlechte Qualität der Verarbeitung eines ähnlichen Messers angesprochen. Solche Mängel (wackelnde Beschläge, offene Fugen...) sind uns bisher von Kundenseite her nicht bekannt. Auch Messer in persönlichem Besitz oder im Besitz von Freunden haben bisher keine solchen Probleme gezeigt. Diese Messer sind seit knapp zwei Jahren als Gebrauchsmesser in Nutzung. Die Nutzung erfolgt zwar nicht täglich, jedoch unter meist widrigen Umständen (Nässe, Kälte, Hitze) als Nutzmesser (hacken, schneiden, hauen), also unter Belastungen, die zum beschriebenen Versagen einladen.

Qualität II: Damast
Die Qualität des Damastes ist natürlich diskutabel. Die verwendeten Stahlsorten sind uns zu unserem ehrlichen Bedauern nicht bekannt und der Damast ist trotz der ermittelten HRC-Werte nicht der härteste. Das hat natürlich nicht nur Nachteile, die Klingen sind sehr zäh und Probleme mit Spitzenbruch oder Sprödbrüchen generell sind bisher noch nicht aufgetreten. Wir testen die Messer/Klingen stichprobenartig auf Härte und Belastung, alleine schon, um selber postproduktive Qualitätssicherung zu betreiben, wo uns dies möglich ist. Schliesslich gilt auch für unsere Messer die gesetzmässige Garantie und Gewährleistung und wenn wir nur "Schrott" verkaufen würden, hätte uns das Material wohl schon längst, aufgrund der Rückläufer und Reklamationen, das wirtschaftliche Genick gebrochen.

Allerdings ist der Ruf des indischen Damastes, wie auch schon hier im Forum gesagt wurde, schlechter als er es verdient (Stichwort "Coladosendamast"). Unser Hersteller ist mit diesem Material schon sehr lange erfolgreich im Geschäft und trotzt so den Gerüchten und der (teils) üblen Nachrede und behauptet sich auf dem internationalen Markt.

Die Messer sind natürlich keine Hochleistungsmesser und wer ein Messer für hohe und vor allem höchste Beanspruchungen sucht, dem können wir sein Glück mit unseren Messern nicht garantieren. Diese Messer sind etwas für normale Beanspruchungen und für Sammler, "für die Vitrine", zum "schön aussehen" (natürlich Geschmackssache) oder wie auch immer man sich hier formulieren möchte. Ein Messer für hohe Beanspruchungen "zum selbst dranhängen" gibt es - günstiger - bei anderen Händlern zu erwerben. Für solche Anwendungen ist das Material kaum geeignet und auch nicht gedacht. Damast ist nunmal Damast und auch in seiner besten heute gewerblich erhältlichen Ausführung ist ihm ein entsprechender Monostahl anwendungstechnisch wohl vorzuziehen. Der Reiz des Materials liegt eben nicht nur in der Anwendbarkeit, sondern auch in der Faszination und Begeisterung für die Art der Herstellung. Reine Belastungswerte gelten gelten hier nicht allein als Kriterium.

Unsere Messer sind zunächst einmal, wie wohl viele andere und auch teurere und "bessere" Damastmesser ebenfalls, als "Sammlermesser" prädestiniert. Es wird auch niemand mit seinem teuren Vally in den Steinruch gehen und Granitspaltversuche damit machen wollen...

In Gesprächen mit Fachleuten auf dem Messergebiet (u.a. Mitglieder der B.K.S.) lief das Gespräch stets in die gleiche Richtung **. Die Messer sind (sehr) gute Handarbeit und dafür ist der Preis absolut angemessen. Die Qualität des Damastes steht immer im Verhältnis zum Preis, Damast mit Leopard2-Stahl drin können wir zu diesen Preisen leider nicht anbieten.

Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, was für ein Messer er wofür und zu welchem Preis haben will. Es gibt viele verschiedene Messer, jedes hat seinen eigenen (Anwendungs)Zweck. Das Hobby des Messerenthusiasten bietet einen grossen Variantenreichtum mit vielen Wegen, die man gehen kann und auch das ist doch wohl ein Reiz des Hobbys.

Resumee:
Wir wollen unseren Kunden vernünftige Damastmesser, Rohlinge und weitere Damastprodukte zu günstigen Preisen anbieten. Dass es sich dann nicht um den perfekten XYZ-Stainless-Damascus handelt, muss sich auch im Preis wiederspiegeln. Wir denken, dass das Preis/Leistungsverhältnis stimmig ist und wir interessante und kaufenswerte Produkte anbieten. Dass wir damit richtig liegen, bestätigen uns unsere Kunden mit ihrer Zufriedenheit und einem ständig wachsendem Stammkreis. Sollte unser Konzept aufgrund der angesprochenen Punkte zum Scheitern verurteilt sein, wird es die Zukunft zeigen.


Ich hoffe, ich konnte zur Klärung der offenen Punkte beitragen und unsere Position darstellen, ohne damit grosse Kontroversen vom Zaun zu brechen. Es gibt verschiedene Meinungen und Sichtwiesen zu dieser Thematik. Ich wollte die unsere kurz darlegen, an einer ellenlangen, die Gemüter erregenden und dann letzlich wohl doch eher fruchtlosen Diskussion zu diesem Thema ist mir dabei nicht gelegen.

Wir wünschen allen Messerbegeisterten, Sammlern wie Machern, viel Freude und Erfolg bei Ihrem Hobby oder Ihrem Beruf.

Mit den besten Grüssen,
Heiner Michels
Klingentanz-Team

** 23.02.04:
Unter Anbetracht der aktuellen Stellungnahme von Jürgen Schanz zu diesem Thema halte ich es für angemessen, den Originaltext des Beitrags abzuändern. Ich möchte niemandem etwas "andichten"...
Ursprünglich lautete der Text wie folgt: "In Gesprächen mit Fachleuten auf dem Messergebiet (Mitglieder der B.K.S., Messermacher Jürgen Schanz) lief das Gespräch stets in die gleiche Richtung."
 
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Schanz Juergen

Mitglied
In Gesprächen mit Fachleuten auf dem Messergebiet (Mitglieder der B.K.S., Messermacher Jürgen Schanz) lief das Gespräch stets in die gleiche Richtung. Die Messer sind (sehr) gute Handarbeit und dafür ist der Preis absolut angemessen.
da weiss ich aber leider nichts mehr davon.......
 
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