Dural als Material im Messerbau

HankEr

Super Moderator
Da ich gerade einen Block (70x40x25) und ein Stück Rundmaterial (5mm Durchmesser) Dural (die genaue Bezeichnung habe ich leider schon wieder vergessen) abgestaubt habe (Merke: Nicht nur Stahl, Holz, Bronze, Horn und Geweih liegt auf der Straße/im Müll wenn man nur sucht, sondern auch Dural :steirer: ) stellt sich mir nun die Frage wie man dies im Messerbau einsetzten kann. Der zuständige Meister meinte, daß Aluminium je höher es legiert ist auch um so stärker korrosionsanfällig ist. Wie wirkt sich das aus wenn man z.B. Backen/Griffschutz bzw. Pins für die Griffschalen daraus macht?

Ist diese Korrosionsanfälligkeit an einem Messer von Relevanz?

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Dural, Stahl (nicht rostfrei), Leder, Kleber?

Wie läßt sich Dural mit Heimwerkermitteln (Feile) überhaupt bearbeiten?

Sonst noch wissenswertes zu Dural im Messerbau?
 

Armin II

Mitglied
Tja Hanker, im Zweifelsfall gibts nur eins: Ausprobieren und abwarten. :irre: Kannst uns dann ja erzählen wie es sich bearbeiten lässt und wie es mit der korrosionsbeständigkeit aussieht

:steirer:
 

DeadlyEdge

Mitglied
(komme gerade von einer Chemieklausur)

Hi!
Es gibt ein Jagdmesser von Linder mit Backen aus dem Zeug :
143509.jpg

Und nun, was ich zu deinen Fragen sagen kann: Duraluminium besteht normallerweise aus: Aluminium (na klar), Kupfer, Magnesium, als Nebenbestandteile gibt es auch Mangan, Eisen und Silicium. Korrosionsförgernd für Eisen und Stahl ist Kontakt mit edleren Metallen (edel: wird schwerer oxydiert = geht schwerer in Lösung, also in ionischer Form) , Kontakt mit unedleren Metallen (unedler als Fe) kann gewissermaßen Korrosion des Stahls verhindern (indem das unedlere Metall statt das Eisen/der Stahl oxydiert wird). Nun, Alu und Magnesium, sowie Mangan sind normallerweise unedler als Eisen, Kupfer dagegen ist edler. Wie die Wechselwirkungen bei so einer Legierung sind, kann ich nicht sagen. Ich denke aber, daß Duraluminium weniger Korrosionsfördernd sein sollte als Messing oder Neusilber. Und bei denen ist es ja gar nicht so schlimm :hmpf: . Also((meine Meinung; alles ohne Gewähr :irre: )), wenn sich das Zeug einigermaßen gut "schnitzeln" läßt, mach ruhig was draus.
Grüsse,
Martin
 

HankEr

Super Moderator
Deadly Edge, vielen Dank für Deine Ausführungen! Armin II, vielen Dank für Deinen den Grundsatz "Probiern geht über studieren" verfolgenden pädagogischen Ansatz :p !

Falls noch jemand etwas über zum Thema sagen kann, bitte ich weiter darum, ansonsten werde ich sobald ich Erfahrungswerte dazu haben wieder etwas dazu sagen.


Kleine Zusatzfrage noch: Sollte ich mich entschließen die Duralteile eloxieren zu lassen, hätte das wissenwerten Einfluß auf die Klebbarkeit?
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Ich würde die Teile eloxieren lassen, um eine passive Oberfläche zu erhalten. Anschließend die Klebeflächen wieder abschleifen, weil Eloxal durch die Glätte eine schlechtere Haftung bietet. Anlaugen der Klebefläche mit Natronlauge erhöht die Haftung, wurde zumindest früher immer vor dem Lackieren gemacht.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Nicht so ganz einfach

Die Sache mit dem Alu ist nicht ganz so einfach, HankEr. Zum einen ist es schon wichtig zu wissen, welche Legierung. Möglicherweise handelt es sich wirklich um die Luftfahrtlegierung vom Typ AlZnMgCu, entweder AA 7022 oder 7075. Das wäre zu klären. Der Legierungstyp sagt etwas über die möglichen Festigkeiten aus. Und für das Korrosionsverhalten ist der Behandlungszustand ganz wesentlich. Der wird durch eine Buchstaben/Zahlenreihe gekennzeichnet, zB. T651, was bedeutet Lösungsgeglüht, abgeschreckt, warmausgelagert und vor dem Auslagern definiert gereckt zum Abbau von Zugeigenspannungen zur Vermeidung von Spannungsrisskorrosion. Die Sorte 7075 (AlZnMgCu 1,5) läßt sich durch mehrstufiges Warmauslagern gegen Spannungsrisskorrosion bzw. auch Schichtkorrosion beständiger machen. Insofern ist die Aussage "je höher legiert, umso korrosiver" zu relativieren. Ich denke aber, wenn Du daraus Griffe machst, und eine Zwischenlage z.B. aus Fiberglas machst, braucht Du Dir keine Sorgen zu machen. Wenn Du jedoch noch andere Metalle verwendest , kann es Probleme geben.
Ich denke, das beste wäre, herauszufinden, um welches Alu es sich handelt und welche Wärmebehandlung es erfahren hat. Wenn sich das noch nachvollziehen läßt.
 

Hammer

Mitglied
genauso isses herbert

herbert hat vollkommen recht
papp was drunter
ich selbst hab alu an nem finnen verwendet - bisher keine probs(wusste auch nicht welches alu das war)
hab aber mit nichtpassiviertem alu auch negativ erfahrungen gesammelt
läuft schwarzbraungrau an wennde mit verschwitzten händen/blut dran arbeitest
vor allem in ner rohlederscheide im sommer würd ich aufpassen
zur bearbeitung: schön langsam, mit neuen feilen,
feilen mit denen du schon stahl bearbeitet hast können dir echt den spass verderben
beim polieren - es gibt super alu politur in guten motorradwerkstätten
stahl politur würd ich nicht nehmen
auch neues polierwerkzeug sollte sein
für die schnelle auffrischung zwischendurch
hat sich bei mir eine watte gut gemacht die sich neverDull nennt (auch motarradwerkstatt)
die ist klasse für alle buntmetalle/alu usw.
naja test it
bis denne
Hammer