Doku... Ein Outdoormesser soll es werden.

Chriboman

Mitglied
Hallo liebe Mitleser,

in einer Phase geringer Selbstbeherrschung hat sich in meinem Kopf die Idee meines ersten Outdoor-Messers zusammengebraut :jammer:

Ich habe mich für diesen Thread entschieden, da ich in meiner Anfangszeit hier im Forum begierig jede Fotostrecke und jedes Detail im Werdegang eines Messers gelesen habe. Daher möchte ich auch nen kleinen Beitrag leisten, dass es für die Neulinge (die Alteingesessen natürlich auch) weiter neue Beiträge zum schmökern gibt.

Jetzt aber zum Messer:
Der Hintergrund ist meine Schwedentour im nächsten Jahr. Auch wenn es noch ein bisschen hin ist, denke ich man kann sich nicht früh genug Gedanken zu seiner AUsrüstung machen :glgl:

Meine Anforderungen bis jetzt:
-robust und schnitthaltig soll es sein
-leichte Hackarbeiten verrichten können (fürs Grobe is mein Gränsforsbeil dabei)
-feine kontrollierte Schnitte kurz vorm Ricasso
-griffiger Griff:irre:
-gut sichtbar im Unterholz
-evtl. eine definierte Schneide für nen Feuerstahl haben (er ärgert mich immer so wenn mein Messer durch die Funken unschöne Stellen auf dem Rücken bekommt. Wenn ich aber ne Stelle dafür vorsehe, gehören die Macken dahin und ich finds nicht mehr schlimm:steirer:)

Viel was ich da unter einen Hut bekommen möchte... hier wäre schon mal meine erste Idee.
img041.jpg


Das Konzept:
-Die Daumenauflage und die Aussparung vor der Schneide sind für die feinen Arbeiten zum Umgreifen gedacht.
-Beim Stahl bin ich mir noch nicht so sicher, mit SB1 habe ich bis jetzt gute Erfahrung gemacht. Vielleicht bleibe ich dabei.
-Den Anschliff habe ich auch noch nicht ganz fertig überdacht (Bleistift Linien).
-Als Griffmaterial schwebt mir Canvasmicarta vor, wenn möglich in ner knalligen Signalfarbe)

Über Anregungen Ideen oder Detaildiskussion würde ich mich freuen, da so ein Konzeptprozess mit mehrern Köpfen oft auch Schwachstellen aufdeckt.

Jetzt mache ich mich aber mal an ein Pappmodell.

Gruß
Christoph
 

p'itti

Premium Mitglied
hallo,
möchte fast meinen, dass das nach deiner zikade keine wirkliche herausforderung für dich sein sollte.
die form sieht doch gut aus, nur beim griff würde ich die sacheln mit dem erl abschliessend gestalten, meine, dass die griffigkeit insbes. auf dauer besser ist.
warum 5 mm stark, habe keine ahnung von outdoor, aber tut das not, wird sonst echt schwer das gute stück.
habe selbst eins aus böhler gemacht, ginge der zum funkenschlagen überhaupt?
bin schon auf bilder gespannt.

marcus
 

ACC0UND

Mitglied
Hallo Christoph,

sehr schöner Entwurf, sieht sehr praktisch und durchdacht aus, auch der SB1 ist eine gute Wahl, wenns "Rostfrei" sein soll.
Lediglich die kleine schneide für den Firesteel gefällt mir nicht, die Platzierung scheint mir auch störend beim Handling zu sein. Wie wärs denn sie weiter zur Klingenspitze zu verlegen, oder gar am überstehenden Ende des Griffes?

Gruß,
Max
 

Headshrinker

Premium Mitglied
Vom Grundsatz her find ich das ein gutes Konzept, sieht schon ganz ordentlich aus.

Meine spontanen Gedanken dazu:
Kenne deine Handgröße nicht, aber der Griff, also der Bereich der Griffschalen, wäre mir viel zu kurz. Insgesamt wirkt der Griff gegenüber der Klinge ziemlich klein. Was ich weglassen würde, ist die vordere Fingermulde zum Kurzgreifen. Das wird, mit Zeigefinger in der Mulde und Daumen auf dem Klingenrücken, bei der Klingenhöhe sowieso unbequem und bringt nicht wirklich viel, finde ich. Dafür bringen solche zusätzlichen Mulden (unnötig) mehr Länge, Masse und verschlechtern das Verhältnis Schneide/Gesamtlänge. Mit Feuerstählen hab ich keine Erfahrung. Mir scheint es aber ebenfalls sinnvoll, den entsprechenden Bereich zu verlegen, z.B. weiter nach vorn, deutlich vor die Daumenriffelung, um sich nicht zu verletzen. Außerdem könnte man die Feuerstahlschneide doch auch bündig mit dem Klingenrücken anbringen, statt mit so einem Buckel?
 

AlexKremer

Mitglied
ich stimme account zu: die feuerstahlklinge(die übrigens eine sehr gute idee ist!) lieber dahin, wo du nicht vielleicht mal deinen daumen ablegen wilst..-außerdem sind bündige schalen imo echt zu empfehelen. ich hab ein altes nieto (apollo1) da nerven die nicht-bündigen schalen beim arbeiten echt auf dauer..ansonsten: top design! -wenns im Wald genutzt werden soll: ich finde glowspots aus nachtleucht-material im dunkeln echt klasse..
mfg Alex
 

Chriboman

Mitglied
Hallo Ihr,

danke für euer feedback.

[...]möchte fast meinen, dass das nach deiner zikade keine wirkliche herausforderung für dich sein sollte.

Sehe das auch nicht als Herausforderung sondern als Entwicklungsprozess. Bei meinem Folder hat mir der Thread dazu auch sehr geholfen.
[...]nur beim griff würde ich die sacheln mit dem erl abschliessend gestalten[...]

mhhh hab ich mir schon fast gedacht, da war eher die Designwut ursache. Obs praktisch ist, wird das Holzmodell zeigen.
warum 5 mm stark, [...] wird sonst echt schwer [...]

Wenns hacken soll, muss ich glaube ich auch ein bisschen Gewicht haben. Bin da aber noch völlig erfahrungslos. Die angedachten Löcher im Griff (unter den Schalen) sollten der Gewichtszunahme entgegen wirken.
[...] ginge der zum funkenschlagen überhaupt? [...]
Also der Funken kommt doch vom Feuerstahl...nicht om Messerstahl. oder liege ich da falsch?

Hiermit: http://www.unterwegs.biz/shop_pictures/92327_0.jpg

Hallo Christoph,
[...]
Lediglich die kleine schneide für den Firesteel gefällt mir nicht, die Platzierung scheint mir auch störend beim Handling zu sein. Wie wärs denn sie weiter zur Klingenspitze zu verlegen, oder gar am überstehenden Ende des Griffes? [...]

Da habe ich auch lange überlegt und bin auf die jetzige Position gekommen. Halte ich das Messer richtig am Griff, ict die kleine Schneide (übrigens nicht wirklich scharf) vor meiner Hand. Greife ich für feine arbeiten um liegt mein daumen über der echten Schneide und mein Daumen auf dem Radius. Somit wäre die kleine Schneide dann hinter meinem Daumen.

Aber das wird sich mit dem Modell auch herausstellen hoffe ich.
Die Idee hinten am Griff ist vielleicht auch nicht verkehrt...


...sehr schön.

Klingenlänge noch 6 mm kürzen und du könntest es auch in D ohne Sorgen führen ...

:D

je nach dem von wo gemessen wird oO. In D werde ich das Ding eh nicht benutzen/führen.

Danke für eure Tipps. So gefällt mir der Fred ;)

Gruß
Chris
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

master747

Mitglied
Ich würde die Schleifkerbe weglassen, ist eh nur verschwendete Schneide.
Wenn du den Schliff in die Fingermulde ziehst kannst du immer doch gut arbeiten und die Verletzungsgefahr ist auch nicht höher.

gruß
 

Tommes

Mitglied
Hi Chriboman,
ansich nicht schlecht der Entwurf. Würde allerdings auch die extra angedachte Schneide als Striker für den Firesteel weglassen. Ist beim kurzen greifen eher unbequem, vor allem wegen der kleinen Kanten die da entstehen. Die Rillen vor diesem Buckel taugen übrigens so nur noch als Designelement. Und machen dir mehr Arbeit. Es sei denn das soll so sein. Hinter dem Buckel, also in Richtung Griff wäre es dann schon wieder sinnvoll. Aber mal anders herum. Ohne Buckel und nur mit Rillen, die dann vielleicht noch etwas schräg über den Klingenrücken, dann führst du die Rillen auch einer Bestimmung zu. Dann kannst du sie nämlich sowohl als Halt für den Daumen, und als Striker für den FS verwenden.
Die Dicke is ok. Bei der Länge würd ich auch was wegnehmen. Eben wegen des Tragens in Deutschland. Denn du wirfst das Messer nach deiner Tour in Schweden ja nicht weg, oder? Und ich bin mir auch nicht ganz sicher wegen der Bestimmungen in S. Möchte da aber nix falsches sagen. Glaube bei den Schweden gibts da auch gewisse Beschränkungen. Hauptsächlich aber auch, weil ich persönlich finde, dass Hackaufgaben erst ab ner Klingenlänge von 15cm und mehr so richtig Spaß machen. Ausserdem nimmste doch ein Beil mit sagste.
 

Peter1960

Moderator Spyderco Forum
[...]Also der Funken kommt doch vom Feuerstahl...nicht om Messerstahl. oder liege ich da falsch?
Damit liegst du richtig, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche rostfreie Stähle nur sehr schwer zum Funken schlagen zu nutzen sind. Das Blättchen am gezeigten Bild ist aus rostendem Material.
 

Chriboman

Mitglied
Hallo,

Als erstes möchte ich mich entschuldigen, habe im Eifer des Gefechts im vorherigen Post oben ein Bild aus einem Shop direkt verlinkt und damit die Forenregeln verletzt. Danke an den MOD für die Korrektur und den Hinweis. Kommt nie wieder vor. Versprochen! :super:

So, jetzt aber zurück zum Messer.
Vielen Dank für euere Mitgestaltungsvorschläge. Da es doch erstaunlich viele Post gibt, habt Verständnis wenn ich nicht auf jeden persönlich eingehe. Versuche aber die Gesamtheit euerer Tips mit einzubeziehen :)

So wie ich das sehe gibt sind die Hauptpunkte:

-Grifflänge und der Überstand des Erls über die Schalen
-Die Feuerstahlschneide (evtl in Kombination mit dem SB1)
-Die Daumenrampe auf der Klinge

Um ein besseres Gefühl für das Messer zu bekommen, habe ich schnell mal eine Pappschablone zusammengebastelt.

normal gegriffen:
IMAG0311.jpg


kurz gegriffen mit Zeigefinder in der Mulde
IMAG0313.jpg


Fazit:
-meine Feuerstahlschneide stört mich an der Position eigentlich nicht, (mal sehen wies am Holzmodell wird)
-Die Geometrie des Messers passt mir "in hand" mal so garnicht.

Die Klinge muss weiter "runter" bzw der Griff hoch und auch definitiv länger...
@headshrinker: hattest Recht.

hier die nächsten Schritte:
img041_step1.jpg


Schönen Sonntag wünsche ich noch,

Gruß
Chris
 

gnilreh

Mitglied
Moin!

...allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass [manche] rostfreie Stähle nur sehr schwer zum Funken schlagen zu nutzen sind.

Kann ich so nicht bestätigen, ich benutze seit jeher sowohl bei einem Stick von Ortec, als auch bei einem LMF die scharfe Ahle meines Wenger Soldiers zum Funkenschlagen (wohl doch eher -Reißen ;)), das funktioniert seit Jahren tadellos, auch mit rosa Watte :glgl:...

Wichtiger ist nach meiner Auffassung, dass die Klinge durchgehärtet ist, da ich bisher nur Probleme mit selektiv gehärteten Klingen oder vergüteten Rücken hatte, ausreichend Funken aus dem Stick zu kratzen...

Ich finde Deine Idee einer seperaten Klinge zum Feuermachen übrigens hervorragend, eine absolut sinnvolle Ergänzung für ein Draußenwerkzeug; das werde ich bei Gelegenheit mal kopieren, wenn´s genehm ist... :cool:


Dom
 
Zuletzt bearbeitet:

Chriboman

Mitglied
Das mit dem Stahl und den Funken teste ich einfach mal. Habe noch irgendwo ne gehärtete SB1 Klinge rumfliegen und nen Feuerstahl finde ich auch noch.

Danke für dein Lob :) freue mich wenn Ideen Anklang finden und auch kopiert werden. Kann aber auch die Vorbehalte der Vorredner verstehen die Bedenken bezüglich der Handhabung ansprechen.

So hatte ich mir dann die Benutzung vorgestellt. (Stift=Feuerstahl)

IMAG0317.jpg


Gruß
Chris
 

Chriboman

Mitglied
Ich war so frei den Markennamen "Firesteel" in Feuerstahl zu übersetzen. Für die Funkenerzeugung wird wie du richtig erwähnst, wird natürlich Stahl (Messer) und Feuerstein (Firesteel) verwendet.

Ansonsten müsste ich schon seeeeeehr fest reiben damit es bei 2 Stählen funkt und glüht :glgl:

Gruß
Chris
 

sanjuro

Mitglied
Doku Outdoormesser

Ich war so frei, den Markennamen "Firesteel" in Feuerstahl zu übersetzen. Für die Funkenerzeugung wird, wie du richtig erwähnst, .....natürlich Stahl (Messer) und Feuerstein (Firesteel) verwendet......
Verstanden.

Was da 'Firesteel' genannt wird, ist allerdings meist eine Eisen-Cer-Legierung. Funktioniert aber besser als der traditionelle Feuerstein mit dem Schlagstahl.

Gruß

sanjuro
 
G

gast

Gast
Warum bringst du die kannte für den Feuerstahl nicht hinten an der Öse für die Fangkordel unter ? Das spart Stahl und man hat mehr Möglichkeiten für die Fingerausbildung bei Feinarbeiten.
 

Chriboman

Mitglied
Darüber hatte ich auch schon nachgedacht, im Falle eines Fangriemens aus syntetischem Material (Paracord oÄ) hätte ich da Angst mir die Kordel durchzukokeln auf Dauer.

Muss dass Konzept wohl aber nochmal überdenken.
 

Chriboman

Mitglied
Und es geht weiter...

der Entwurf hat sich etwas verändert, die Idee mit der Klinge für den Feuerstahl ist geblieben und es werden jetzt zwei Messer anstatt nur einem. Mein Freund, der ebenfalls mit nach Schweden fährt, hat die Wertstatt seines Schwiegerpapas bereitgestellt und dann haben wir in Teamarbeit zwei Klingenrohlinge hergestellt.

Hier eine Kleine Fotostrecke über den Fortschritt:

IMAG0202.jpg


IMAG0203.jpg


IMAG0206.jpg


IMAG0207.jpg


IMAG0209.jpg


IMAG0211.jpg


IMAG0212.jpg


IMAG0213.jpg


Jetzt werden die beiden Klingen plangeschliffen, gefinished und dann ab zum anschleifen und dann zum härten.

Weitere Bildchen folgen :)

Gruß
Chris
 

Chriboman

Mitglied
Hallo Mitleser,

die beiden Messerrohlinge sind vom Planschliff wieder da und sehen schon mal verdammt gut aus.

IMAG0272.jpg


An dieser Stelle schon mal die ersten groben Daten:

Stahl: SB1
Gesamtlänge: 293mm
Klingenlänge (scharf): 160mm
Dicke: 4mm

Noch schnell 2 in-hand Bilder der beiden Greifmöglichkeiten. Mein zartes Händchen hat etwa die Handschuhgröße 10.

IMAG0275.jpg


IMAG0274.jpg


Da ich für das Griffmaterial kein passendes gefunden habe werde ich das Micarta selber herstellen. Ein Messer bekommt eine blau-schwarz Kombination, das zweite wird grün-schwarz. Wobei die Farbtöne eher ins neon/grell bunt gehen sollen (findet man auf dem Waldboden besser wieder :steirer:).

Das Tutorial zu meinen Micarta versuchen findet ihr hier:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=106015

Gruß
Chris