Der richtige Bohrer fürs Metall und anderes Material?

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MrGlasspoole

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Hallo,

ich mache zwar keine Messer, aber ich habe kein anderes vernünftiges Forum für meine Frage gefunden. Ich bin mal so fresch und mißbrauch euer Forum da ich denke mit Metall bearbeitung kennt ihr euch ja bestens aus :super:

Mein Problem ist das ich dabei bin mir die richtigen Bohrer zusammen zu suchen aber was Spanwinkel, Spitzenwinkel, Anschliff und Material einfach nicht weiter komme.

Ich dachte an einen 19 teiligen Satz Kobaltbohrer von Heller. Damit hätte ich schon mal die Grundausstattung für sämtliches Metall - dachte ich. Es ist nämlich so das Heller bei diesen Bohrern angibt das die für alle Metalle geeignet sind. Nun lese ich aber das man bei Messing nen Spanwinkel von 90° und nen Spitzenwinkel von 90° haben sollte. Also sind diese Bohrer dafür nicht geeignet?

Kommt noch dazu das ein 6,8 mm Bohrer für M8 Gewinde vorbohren von denen 70€ kosten soll...

Für Acryl und Kunstoff bräuchte ich auch welche. Da ist auch überall von 90° die rede. Nun gibt zb Bosch bei ihren HSS Bohrern Hartkunstoff an, aber 90° haben die nicht. Alles sehr verwirrend.

Es geht also in erster Linie um Alu, Kupfer, Messing, Stahl (hauptsächlich wohl Edelstahl rostfrei), Acryl, Kunstoff.

Wie sollten die Bohrer für Alu und Kupfer geschliffen sein? So wie für Acryl, Kunstoff, Messing? Tuns für diese Materialien normalle HSS-R Bohrer? Weil diese sind ja günstig und da könnte ich nen kompletten Satz nehmen und ihn schleifen lassen.

Bin dankbar für jegliche Hilfe und Aufklärung.

Achso: einsatz natürlich im Bohrständer.
 
Wenn es dir hilft:

ich persönlich bohre beim Messermachen in verschiedenste Materialien:

Alu, Messing, Bronze, rostfreie und nicht rostfreie Stähle (ungehärtet) , V2A, Titan, Kunststoffe, Holz, Horn, Knochen etc.

Ich nehme ganz normale Standard HSS Bohrer, evtl. auch mal eine HSS-E oder wie die Dinger heißen, wenn ich zufällig darüber stolpere. Ich habe noch die an dem Anschliffwinkel Anstoss genommen, der deutlich stumpfer ist als 90°. Wenn du also keine absolute Spezialanwendung brauchst, sollten die vielseitig genug für alle deine Anforferungen sein.

PP
 

luftauge

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Ich dachte an einen 19 teiligen Satz Kobaltbohrer Es geht also in erster Linie um Alu, Kupfer, Messing, Stahl (hauptsächlich wohl Edelstahl rostfrei), Acryl, Kunstoff.

Weil diese sind ja günstig und da könnte ich nen kompletten Satz nehmen und ihn schleifen lassen.
Kauf nur die Bohrer, die Du wirklich benötigst. Mit Bohrern für VA kannst Du jeden Kunststoff und auch NE-Metall problemlos bohren. Ein kompletten Satz "HSS Standardbohrer", bessere HSS-E oder HSS-CO Bohrer zu kaufen, um ihn dann umschleifen zu lassen oder umzuschleifen ist rausgeschmissenes Geld. Man kann auch gar nicht alle Winkel nach- oder umschleifen, z.B. die Spannut ist quasi unveränderlich und sie hat auch eine Bedeutung für die optimale Zerspanung beim Bohren. Wichtig ist es, geschliffene anstatt gerollte Bohrer zu kaufen.

Vor allem weil die neuen Winkel dann für eine Werkstoffgruppe (VA/NE oder Kunststoff) besser geeignet sind, als für andere. Selbst in Baumärkten gibt es mittlerweile mehr als nur Standardbohrer, wobei die gedachten Werkstoffgruppen meist angegeben sind, entweder mit Namen oder mit Zugfestigkeiten der zu bearbeitenden Werkstoffe.

Ein Kauf im Fachgeschäft ist nicht unbedingt teurer, als im Baumarkt, weil der Wasserkopf nicht mitbezahlt wird. Für das eingesparte Geld kaufst Du dann die nötigen Bohrer für die anderen Werkstoffe. Aber informier dich trotzdem vorher am besten bei verschiedenen Herstellern, darüber, welcher Art Bohrer für welchen Werkstoff gedacht ist :cool:

Einige namhafte Hersteller sind Gühring, Garant, Bayrische Bohrerwerke (BBW), SKF - irgendeiner von denen wird auch Übersichten zu den Winkeln je nach Werkstoff im Netz haben. Oder versuch einfach, ein Tabellenbuch Metall in die Finger zu bekommen.

Gruß Andreas
 

Mister B.

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Moin!
Ich bohre auch meist nur mit den Standartbohrern mit 118° Spitzenwinkel. Bei Lidl gibt es von Zeit zu Zeit ein Kobalt-Bohrerset, dass erstaunlicherweise sehr gut bohrt und steht.
Gruß Mister B.
 

Hephaestos

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Ich hänge da nochmal ne Frage an, weil ich auch immer Probleme beim Bohren habe, und ich schon reihenweise teure Bohrer vernudelt hab.

Benutzt ihr irgendein Kühlmittel, Bohrmilch etc. beim Bohren von Stahl, und wenn ja, welches?
 

noob-rider

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Bei uns in der Werkstatt nutzen wir für das Bohren von Stahl eine Kühlschmieremulsion.
Bestehend aus Öl und Wasser, mit ner Sprühflasche oder einer Mikrodosieranlage direkt auf den Bohrer gesprüht.
 

MrGlasspoole

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Mit Bohrern für VA kannst Du jeden Kunststoff und auch NE-Metall problemlos bohren
Hm, bei dem Winkel geht es doch darum das die Bohrer doch zu scharf sind und das Acryl, Kunstoff doch splittert. Lese überall das die 90° haben und angeschliffen sein sollen damit sie schaben und nicht schneiden.

Aber informier dich trotzdem vorher am besten bei verschiedenen Herstellern, darüber, welcher Art Bohrer für welchen Werkstoff gedacht ist
Nun ja, das hab ich ja heute 4 Stunden Nacht getan/versucht bevor ich hier geschrieben habe. Also kann man sich drauf verlassen was die Hersteller schreiben/angeben? Dann tuns also für weiches Metall, Acryl, Lexan, Kunstoff die billigen schwarzen HSS-R von Bosch und ich brauch mir um die Winkel keinen Kopf zu machen?
 

luftauge

Mitglied
Hm, bei dem Winkel geht es doch darum das die Bohrer doch zu scharf sind und das Acryl, Kunstoff doch splittert. Lese überall das die 90° haben und angeschliffen sein sollen damit sie schaben und nicht schneiden.
...
Jeder andere Bohrer sollte zum Bohren auch scharf und korrekt geschliffen sein :glgl:
Das, was Du zu den Winkeln und der Schärfe gelesen hast, ist die grundsätzliche Empfehlung für diesen oder jenen Werkstoff und für den Bohrer ansich. Ein Bohrer hat zudem viele Winkel, die im Zusammenhang wirken.

Das bedeutet nicht, dass man mit anderen Bohrern oder Winkeln gar nicht bohren kann, es geht dann eben besser oder schlechter, wenn es nicht aufeinander abgestimmt ist. Es kommt auch darauf an, *wie* man als Bediener oder Anwender bohrt. Man kann problemlos Acryl, PC oder ABS mit stinknormalen HSS Bohrern und deren Standardwinkeln bohren *ohne* dass es splittert oder verschmilzt.

Einen Universalbohrer für alle Werkstoffe gibt es in dem Sinne nicht, aber es gibt Bohrer, mit denen man einen recht breiten Anwendungsbereich abdecken kann. Kommt eben darauf an, was man vor hat und was man bereit ist, dafür zu zahlen. Mit HSS-E oder HSS-CO ist man eigentlich schon recht gut ausgerüstet, alles andere ist dann vom Umgang mit dem Werkzeug und eigener Erfahrung abhängig.

edit, weil LIDL genannt wurde:
Es gibt manche Artikel von Discountern, die man tatsächlich lang und "erfolgreich" verwenden kann, aber bei diesen vermeintlichen Schnappern wie Bohrersortimenten sollte man evtl. doch besser nur einzelne Bohrer kaufen, anstatt die großen Blechboxen, von denen man hinterher nur zwei oder drei Einzelteile wirklich benutzt. Bohrer sind Verschleißwerkzeuge, weil sie doch eher sehr oft als sehr selten benutzt werden...

Vor allem sind die entscheidenden Durchmesser wie für Kernloch oder Reibahle meist nie dabei. Die Abstufung ist ein weiteres Argument gegen Sammelbox, da trennt sich die Spreu vom Weizen. Das bekommt man entweder im Baumarkt bei normaler bis höherer Durchschnittsqualität oder nur im Fachgeschäft in Industriequalität. Die Kernlochbohrer muss man sich dann trotzdem zusätzlich kaufen, somit ist die Blechbox von Lidl kein echter Gewinn.

Gruß Andreas
 
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daenou

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Ich hänge da nochmal ne Frage an, weil ich auch immer Probleme beim Bohren habe, und ich schon reihenweise teure Bohrer vernudelt hab.

Benutzt ihr irgendein Kühlmittel, Bohrmilch etc. beim Bohren von Stahl, und wenn ja, welches?
Seit ich schmiere (erst seit wenigen Jahren) bohrt es sich schneller und die Bohrer halten um ein mehrfaches länger. Da ich reiner Hobby-Bastler bin, benutze ich für fast alle Materialien einfache HSS Standard-Bohrer und schmiere beim Bohren von Stahl grundsätzlich mit Schneidöl. Davon habe ich ein Fläschen mit 100 ml Inhalt im Baumarkt erstanden. Ich giesse damit ein geköpftes Tablettenröhrchen halb voll und tauche den Bohrer alle paar Sekunden dort rein, spätetens dann, wenn keine langen, aufgerollten Späne mehr produziert werden.

Ist vermutlich die billigste und einfachste Lösung, zwar ein bisschen schmuddelig rund ums Bohrgut herum, aber dafür gibt es ja Putzlappen und Aceton zum Reinigen.
 
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