Dental-Ofen zum Härten

Dan512

Mitglied
Ich lese mich eben in die ganze Materie ums Härten ein, und bin dabei Dentalöfen gestossen die eine integrierte Vakuumpumpe haben.

Das würde sich doch als Härteofen für Messer anbieten.

Hat jemand Erfahrung damit?

Mit freundlichen Grüssen,

Dan
 

DHO

Mitglied
AW: Dental-Ofen zum härten

Hallo,

erst mal schauen was der Ofen an Temperatur bringt. Für Kohlenstoffstähle reichen 900°C. Für Hochlegierte Stähle sollte der Ofen 1100°C bringen. Kohlenstoffstähle härte ich Blank. Hochlegierte Stähle, also rostfreie, Härte ich in Härtefolie. Vakuum ist da nicht unbedingt notwendig. Der Ofen sollte auch groß genug sein auch mal ein Fixed mit Angel unterzubringen. Wichtig ist auch das die Temperatur erscheint und eine Regelung in irgend einer Form möglich ist. Ich habe eine ganz einfache mit der der Ofen an die Einschaltzyklen einstellen kann.


Grüße


DHO
 

Mr.Hw35

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Hallo,

Ich bin Zahntechniker!:)
Als " Metaller" im Labor hab ich jeden Arbeitstag mit solchen Öfen zu tun... Es gibt verschiedene Öfen für verschiedene Anwendungsbereiche, allesamt sind in der Regel mit guter Temperatursteuerung ausgestattet:

- die besagten mit Vakuumpumpe, werden zum Brennen von Keramikmassen verwendet, haben aber eine sehr kleine "Brennkammer"- höchstens groß genug für Taschenmesserteile.
- Sinteröfen zum sintern von Zirkonoxid, sind groß, teuer, und laufen bei uns auf 1500°c- eigentlich Overkill für Wb von Messern!
- sogenannte Vorwärmöfen, werden für das Ausbrennen von Gussformen und Lötmodellen verwendet, schaffen fast allesamt 1200-1400°c....
Die Brennkammer ist bei denen am größten, ich hab neulich ein 25 cm großes Stück Damast darin weichgeglüht, recht viel mehr an Länge ist aber bei den meisten Modellen nicht möglich!
Es gibt aber auch größere Vorwärmöfen, in der Schule hatten wir einen Alten Ofen, da hätten mehrere Macheten drin Platz gehabt.... wurde dann ausgemustert wegen dem verbauten Asbest! Neue Öfen sind wiederstandsbeheizt und haben eine Brennkammer (Muffel), die aus keramischen Material besteht- asbestfrei!

Es gibt aber auch welche für Spezialbereiche: Wir haben früher mit "Sintron" gearbeitet- da brauchts dann zum sintern einen Ofen mit Argonatmosphäre- das wär natürlich super für Klingen- auch der Argonverbrauch hält sich in grenzen... ist evtl. was, wenn du so einen Ofen gebraucht erstehen kannst!




Hoffe, geholfen zu haben- lg





Lg
 

luftauge

Mitglied
Ich habe mehrere ausgemusterte Laboröfen aus einem Dentallabor verwendet, waren alle mehr als ausreichend genau und zuverlässig. Vakuumpumpe braucht man nicht unbedingt zum Härten. Ein Vergleichthermometer wäre evtl. nicht verkehrt... Das Volumen ist aber nicht ganz unwichtig, eine 8l Brennkammer sollte es schon sein, oder zumindest eine Bemessung, dass man bis zu 30cm KL darin erhitzen kann. Die Höhe ist nicht so wichtig, aber die Tiefe.

Gruß Andreas
 

Dan512

Mitglied
Na da habe ich das Rad wohl nicht neu entdeckt:)

Danke schon mal für die Antworten.

Klar dass der mindestens 1100°C bringen muss und auch der Brennraum mind. 30cm tief sein muss.

Zum Thema Vakuum: Dann könnte ich ja auf Härtefolie verzichten, oder? Dei grossen Härtereien arbeiten doch auch mit Vakuumöfen wenn ich nicht falsch liege.

Wenn der Preis für den Ofen stimmt wäre das zumindest ein "nice-to-have".

Dan
 

luftauge

Mitglied
1100°C muss er bringen? Willst du sofort mit "rostfreien" einsteigen? Wenn der Ofen schnell aufheizt und man etwas mit der Arbeitstechnik vertraut ist, braucht man nichtmal Härtefolie.
 

Dan512

Mitglied
1100°C muss er bringen? Willst du sofort mit "rostfreien" einsteigen? Wenn der Ofen schnell aufheizt und man etwas mit der Arbeitstechnik vertraut ist, braucht man nichtmal Härtefolie.

Ich will nicht sofort mit rostfrei beginnen, aber wenn ich irgendwann mal dazu komme, möchte ich nicht schon gleich nen neuen Ofen kaufen müssen.