Degendamstrohling

Fenrir

Mitglied
Degendamstrohling
Naja, ohne Foto würde ich da aber nicht zuschlagen. Da nützt die beste Qualität nüscht, wenn sich da schon einer schwer dran vergangen hat.
Geeignet ist die Klinge für den Reenactor, Sammler oder zum Selbermachen
Ersteres schliesst Letzteres ja wohl nicht aus und wenn der 'Hersteller' schon selber vom Härten abrät, ist er sich seiner Arbeit wohl nicht ganz so sicher.
 

AchimW

Mitglied
Stahl

Ja, was hadder denn da wohl für Stahl genommen???

Zitat: ....St37 und 60 CrSi7....

Klartext: Baustahl und alte Blattfeder.

Nun, nicht daß ich was gegen Stahl aus alten Blattfedern hätte, der ist oft hervorragend für vor allem größere Klingen geeignet. Aber bei einer Kombination von Baustahl mit rund 0,15 % C und Federstahl mit 0,6 % C zu gleichen Teilen bleiben theoretisch 0,375 % C nach der Damastherstellung. In der Praxis eher weniger, da bei den für die Verschweißung dieser beiden Rohstoffe erforderlichen Temperaturen auch noch eine ordentliche Entkohlung stattfindet. Der Empfehlung des Herstellers, nicht zu härten kann man also getrost folgen, da dies bei dem geringen C-Gehalt ohnehin kaum Wirkung zeigen würde.

Meiner (bescheidenen und unmaßgeblichen) Ansicht nach ist das eine Schrott-Kombination für Damast.

Achim
 

Moppekopp

Mitglied
Hi Achim!

Danke für die Info, ich hatte auch schon in der Stahltabelle nach den beiden stahlsorten gsucht, aber nichts gefunden.

Gruß Moppekop
 

Claymore

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kannsdu nehme prima für schaukampf, nix breche klinge aber wickle sich um andere klinge drumherum
verschtehhsd du ???


:glgl:


peter
 

Floppi

Mitglied
JUpp, ich rate auch "Finger weg". Ist außerdem mit gut 'nem Meter schon fast ein bissl kurz für 'n Degen und mit 7 mm eher dick.
Acj wenn das Ding selbst hergestellt wurde: 'ne vernünftige Monostahlklinge für 'n Degen, btw. Rapier von Deltin kostet etwa 90-110 US$ - je nach Ausführung.

Ach ja: ungehärtet kannst Du das Ding nur an die Wand nageln - mehr nicht.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Nochwas. Der Erl ist laut Angabe angeschweisst. Ich hab ja keine Ahnung vom Schmieden, abe so aus dem Bauch raus wuerde ich mit sonem Ding nie und nimmer Schaukampf machen. Erstens werde ich dem Schweissen nie trauen, das ist IMO eine maximal schlechte Methode um bei der Art und Stärke von Belastung nen Erl anzubringen. Und wenn ich den Schweisser nicht kenne, trau ch dem eh nicht ;)

Die Schaukampfklingen die ich auf dem Ritterfestval gesehen hatte, hatten alle einen durchgehenden, ausgeschmiedeten Erl. Keine Ahnung ob das historisch ist, aber lieber nicht original als Kopf ab ;)

Gruesse
Pitter
 

zorro_43

Mitglied
@Pitter:

aber nicht vergessen: Damastklingen bestehen ganz aus Schweisstellen!
Und dann werden sie oft noch aus verschiedenen Teilen (Schneidleiste, Flanken, Kern) zusammengeschweisst.

Zorro
 

kababear

Mitglied
zorro... ich bin mir sicher, dass seine aussage nicht das feuerverschweissen mit einschliesst, sondern sich aufs schutzgas- bzw elektroschweissen beschränkt...
 
Ich kenne vermutlich den Hersteller dieser Klinge.
Jens Sensfelder. Er wohnt zumindest in Groß Gerau und hat u.a. mit diesen Klingen zu tun.
Über ihn wurde auch schon in der Visier und anderen Fachzeitschriften berichtet.
Er Arbeitet sogar für mehrere Museen im In und Ausland.
Seine Arbeiten sind eigentlich immer sehr perfekt.
Vielleicht bietet er das Stück bei *** Gelöscht. Hinweise auf Internet-Auktions-Plattformen sind im Messerforum nicht erwünscht. *** an, da es eben die angeschweißte Angel hat und deshalb nicht 100% perfekt ist. Wenn er schreibt daß die Klinge sonst keine Fehler hat, dann kann man ihm das glauben.
Markus
 

zorro_43

Mitglied
@Kababear:
Ja, da bin ich mir auch sicher!;)
Aber glaubst du, dass eine Feuerverschweissung generell besser ist?

Zorro
 

kababear

Mitglied
definitiv ja!
wenn er das konventionell (mit elektro- oder schutzgas-) verschreisst, hast du normalerweise 3 verschiedene stähle..
diese wären: 1. der klingenstahl, 2. das material der angel und 3. das des schweissdrahtes. daraus resultieren im grunde 2 übergänge zwischen den stählen. ausserdem muss beim konventionellen schweissen das zu verschweissende material auf über schmelztemperatur gebracht werden, was IMHO für einen messerstahl nicht sehr vorteilhaft sein wird. auch wurde schon oft von schweissnähten berichtet, die unter belastung (temp oder machanisch) aufbrachen. diese probleme solltest du in der regel bei einem feuerverschweissten stück stahl nicht haben..
cu
kaba

p.s.: ROOOMAAN .. CLÄÄÄYMOOOORE sacht doch auch mal was!!
 

AchimW

Mitglied
Feuerschweissung

Auch wenn ich nich Roman oder Peter bin:

Du hast Recht, eine ordentliche Durchführung der Feuerschweissung vorausgesetzt.

Eventuell hinzuzufügen wäre noch, daß die verwendeten Schweiss-Zusatzstoffe, also der dritte Stahl aus dem die Elektroden oder Drähte bestehen, häufig schon von der Zusammensetzung her das schwächste Glied in der Kette sind. Und noch eins: die Schweissstellen tendieren wegen der großen Hitze beim Schmelzen zu starken Gefügeveränderungen und zu Kornwachstum, was der Qualität ebenfalls abträglich ist. Dies KANN zwar durch eine Wärmebehandlung (z.B. mehrere Zyklen niedriger Temperatur ggfls. mit gleichzeitigem Schmieden) wieder rückgängig gemacht werden. Aber tendenziell ist festzustellen, dass die E-Schweisser dazu neigen die frischen Schweissstellen nicht zu überschmieden sondern einfach per Flex oder Bandschleifer zu "verputzen".

Achim
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von kababear
zorro... ich bin mir sicher, dass seine aussage nicht das feuerverschweissen mit einschliesst, sondern sich aufs schutzgas- bzw elektroschweissen beschränkt...

So meinte ich das. Ich weiss ja nicht, wie die Angel dran "geschweisst" wurde, aber wenn mit dem Schweissgerät hingepappt, dann lieber eher nicht ;). Ne Schweissnaht ist ne "Sollbruchstelle" und nie und nimmer fuer Biege und Schwingungsbelastung ausgelegt. Genau der Punkt am Schwert wird aber die meisten Kräfte aufnehmen müssen und die kommen durch den Hebel auch schoen verstärkt an der Angel an. Meiner bescheidenen Meinung als Nicht-Techniker nach. Ich kenns ahlt nur von Fahrradrahmen, wenn einer bricht, dann an der Schweissnaht. Erstens ist durch die Schweisstemnperatur das Material - wurscht ob Stahl oder Alu - mehr oder weniger hinueber und an der Stelle dann zu hart und bricht. Drum gabs/gubts ja auch Verbindungsmuffen mit Silberlot - nur ist das halt teuer.

Vielleicht ist das wirklich eine gute Klinge, aber es fehlen einfach Infos und ein Bild, um sowas kaufen zu koennen.

Gruesse
Pitter
 

zorro_43

Mitglied
Na ja, so pessimistisch bin ich bei einer vernünftigen Schweissnaht nicht.
Ausserdem halte ich die Angel nicht für die schwächste Stelle.

Überleg dir doch mal wo normalerweise ein Axtstiel bricht.
Bestimmt nicht 5cm vom unteren Ende.
Schliesslich ist deine Hand ja kein Schraubstock.
Die Angel wird doch sehr weich und schonend gehalten.

Trotzdem will ich nicht bestreiten das eine durchgeschmiedete Angel stabiler ist.

Zorro

p.s.: Würd mich wirklich mal interessieren:
Brechen Schwerter im(!) Griff?
Hat da einer Erfahrung?
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Kommt darauf an, wie Du "im Griff" definierst.
Innerhalb der ersten 2 - 3 cm schon, dahinter wohl kaum noch.
Das hängt mit der Schwingungsverteilung auf der Klinge zusammen.
Du kannst den Griff zwar mit der Hand nicht wie mit einem Schraubstock festhalten, aber die Parierstange gibt durch ihre Masse einen Knotenpunkt vor, dazu kommt der Knauf mit einem durch das Griffholz und die haltende Hand ziemlich starren Hebel. Wenn dann die Angel in und kurz hinter der Parierstange relativ dünn oder durch Schweißen geschwächt ist, dazu noch seitlich durch eine fest angepaßte Parierstange stramm gehalten wird (wodurch sich der Schwingungsknoten besonders scharf ausbildet), kann die Klinge durchaus dort brechen.
Wenn ich im Erl schweiße, dann immer hinter der Mitte des Erls und immer mit VA-Elektroden und einem VA-Endstück. Dadurch wird sowohl die Schweißstelle wie auch das angeschweißte Material zäh-hart, und auch der Stahl des Erls (65 Si 7 oder ähnliche) neigt nicht zur Brüchigkeit.
 

Claymore

Mitglied
ist ja schon alles gesagt...

-Grobkornbildung
-Gefügeverändewrung
-ungewollte Ausscheidung von Legierungselementen
-Spannungsbildung im Übergangsbereich
-Entkohlung
-Schweißelektrode meist 'minderwertigeres' Material.
Fehlende Wärmebehandlung
etc.
Das und noch mehr.

Als Ansatz wie Günter es beschrieben hat hinter der Mitte des Griffes, ist es ok, witer 'voren im Übergangsbereich kanns kritisch werden.


Wenn die Angel zu 'kurz ist. oder man am Ende einen 'weicheren' stahl haben will kann man auch
eine überlappende Feuerschweisung vornehmen.
ist erheblich aufwendiger als anschweisen, und man braucht auch eine gewisse länge der restangel.
Stabiler wirds aber auf jeden fall.
=> keine Qualitätsminderung der Klinge.


Ich habe ein gebrochenes Schaukampfschwert gesehen, das direkt im Übergang Klinge / Angel gebrochen war.
Der Radius war zu klein ausgeführt bis nicht vorhanden. und diese Innenecke hat wunderbahr als Rissstarter gewirkt => perfekte Sollbruchstelle.
Das Gefüge war zudem grob wie Schotter im Vergleich zu Quarzsand um es mal bildlich zu sagen.
Die Wärmebehandlung war schrott.
Stelle ich mir nun eine an der stelle angeschweisste Angel vor, die nur 'verputzt ' wurde......
kann sich jeder selbst ausmalen.


peter