Definition von "Kerbschlagzähigkeit"

Camig

Mitglied
Schon geht´s los, keine Ahnung ob die Frage hier richtig einsortiert ist- oder womöglich woanders noch richtiger wäre......

Also: was sagt der Begriff(s.o.) nun aus:
-den Widerstand den ein Material gegen das einschlagen einer Kerbe leistet? oder
- die Kraft die ich aufwenden muß um eine Kerbe hineinzuschlagen? oder
- die Energie die zur Vertiefung/Weiterleitung einer vorhandenen Kerbe benötigt wird?
oder wie?
oder was?
 

Amphibian

Mitglied
Hi Camig;) ,

Also der Zweck :Beurteilung der Widerstandsfähigkeit metallischer Werkstoffe gegen schlagartige Beanspruchung.

Es gibt drei Kerbformen bei einem Versuch: gefräst / gebohrt und gefräst/ und V Kerbe gesägt.


Zur Durchführung :In einem Pendelschlagwerk wird eine gekerbte Probe mit einem einzigen Schlag durchgetrennt.Die Verbrauchte Schlagarbeit wird gemessen.Bei Prüfung unter Normalbedingungen beträgt das Arbeitsvermgen des Pendelhammer 300 + - 10 J,seine Auftreffgeschwindigkeit 5 bis 5,5 m pro sec. und die Probentempertur 23 + - 5 C .


ich hoffe das hilft Dir weiter

:D :super:
 

Camig

Mitglied
Danke euch beiden für die Antwort.
@sharky
leider sehe ich statt Bilder nur schwarz- aber der Text ist auch ausreichend.

Dieses Maß sagt als etwas darüber aus wie weit sich eine Messerklinge bei seitlicher Belastung verformt bevor sie bricht,d.h. wie spröde oder elastisch der Stahl ist - richtig?
 

ingelred

Mitglied
Mit dem Kerbschalgversuch wird die Zähigkeit (Fähigkeit eines Materials, hohe Spannungen durch Verformung abzubauen) zu beurteilen.
Für die Beurteilung der Zähigkeit ist allerdings nicht allein die verbrauchte Kerbschlagarbeit, sondern auch die Bruchfläche selbst, Trennbruch oder Verformungsbruch, entscheidend. Außerdem hat der Spannungszustand in der Kerbe wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, weshalb die ERrgebnisse von Versuchen mit unterschiedlicher Probengeometrie nicht vergleichbar ist. Ein wesentlicher Punkt beim Kerbschlagbiegeversuch ist das Temperaturverhalten eines Werkstoffs. Einige Werkstoffe, insbesondere bei ferritsch-perlitischem Stahl ist eine besondere Abhängigkeit von der Temperatur zu beobachten - bei Raumtemperatur verhält er sich zäh, bei niedrigen Temperaturen (unter 0°C) wird er spröde, was sowohl bei der Kerbschlagarbeit als auch an der Bruchfläche deutlich erkennbar ist (hohe Kerbschlagarbeit und deutlicher Verformungsbruch bei höheren Temperaturen und niedrige Kernschlagarbeit in Verbindung mit Trennbuch bei asehr niedrigen Temperaturen). Bei Temperaturen deutlich über Raumtemperatur nimmt die Festigkeit und damit die Kerbschlagarbeit wieder ab. Abschließend kann gesagt werden, dass der Kerbschlagbiegeversuch sich sehr gut eignet, um Stahlqualitäten (auch verschiedene Chargen) zu vergleichen, eine Wärmebehandlung zu beurteilen und den Temperatureinzatzbereich eines Werkstoffes einzugrenzen.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Noch eine Ergänzung zu Ingelred (der die Sache voll richtig wiedergegeben hat): je höher legiert, umso schwächer und "verschmierter" ist der Übergang von Hochlage zu Tieflage bei insgesamt niedrigerem Niveau.
Mehrere Sachen sind wichtig, wenn es sich um Zähigkeit handelt.

a) wie verhält sich der Werkstoff beim Biegen (plastische Brucharbeit im Biegeversuch), da kann man
hier was finden.
b) was macht er bei schlagender Beanspruchung unter unterschiedlichen Temperaturen (das "mißt" die Kerbschlagarbeit/Kerbschlagzähigkeit im Sinne von Ingelred)

c) was ist, wenn der Werkstoff bzw. das Bauteil einen Riß hat, wie groß ist die kritische Rißlänge, die bei erneuter Belastung zum katastrophalen Versagen führt. Das wird durch die Rißzähigkeit beschrieben.

Was soll das alles?
Nun, man will ein Messer haben, dass sich bei statischer Biegung im wesentlichen gutmütig verhält, also möglichs nur plastisch nachgibt, oder wenn, dann spät duktil bricht, und wenns mal geschlagen wird, dann soll es sich nicht zerlegen, und wenn es mal einen Riß abbekommen hat (den man vielleicht noch gar nicht sehen kann), dann darf das Messer nicht bei noch kleinen Rißlängen katastrophal versagen, sondern erst bei makroskopisch sichtbaren Rissen.

Genug der Theorie? Aber interessant ists scho
 
Zuletzt bearbeitet:

luftauge

Mitglied
Also ganz einfach gesagt:
Gewalt.- bzw. Ermüdungsbruch-Verhalten als ganz grober Maßstab für die Anwendungsgebiete gegenüber Stahlauswahl, richtig ?


Gruß Andreas
 

roman

MF Ehrenmitglied
Die Frage ist doch, wie nützt uns dieser Wert um den Stahl hinsichtlich unserer Messerzwecke zu interprtieren. Oder?
Und Dazu brauchst Du dann noch ein wenig mehr als nur diesen einen Wert!!!