道中庖丁-Das Kochmesser für den Weg

leielekt

Mitglied
Hallo,
in Zeiten von Fukushima und dem Gedenken an die Leiden der japanischen Bevölkerung, sollte ein archaisch anmutendes Kochmesser entstehen.
道中庖丁-Das Kochmesser für den Weg

Bambusverbundene Messer hatte ich hier im Forum schon gesehen. Der Gedanke kam beim Betrachten des Torsionsdamast und stilisiert eine Welle. Eine große Welle und das war ja wohl in Fukushima der Fall. Ein Santoku für die 3 Tugenden und der Rest ergab sich. Mit Hilfe von „Ookami“ konnte die Übersetzung abgesichert werden. Die japanische Kalligraphie (Shodo) als Schönkunst war eine Hürde. Und nach mehreren, für mich unbefriedigten Ergebnissen, hat eine Freundin diesen Part mit den richtigen Pinseln übernommen. Und noch eine Hilfe hatte ich. Da ich keinen Zopf binden kann, musste meine Frau den Bastfaden knüpfen. Ich glaube aber, dass solche Hilfen erlaubt sind.
Die Daten:
39 Lagen 1.2842 und 60Ni20
Klinge 175mm
Griff 120mm
Ebenholz und Bambus
Bambuseinlagen aus selbstgefangenen und gegerbten Dorsch sowie grünen Samt
Scharniere und Verschluss aus Leder, genäht
Hat Spass gemacht!
Seht selbst.











Und ausgewogen ist es mit Blei im Griff auch.

 

mc.peg

Mitglied
Ganz großes Kino, Jörg! :super:
Hattest Du es gestern beim SÄMFT dabei? Ich muss blind gewesen sein :staun:
Aber jetzt in Ruhe die Fotos angeschaut - ich bin begeistert, nicht zuletzt auch von Deiner Kreativität!
Also großes Kompliment! :super:
 

Orestes

Mitglied
Durfte das gute Stück ja gestern beim SÄMFT ausgiebig befingern. Wunderbares Gesamtpaket mit sehr eigenem Charakter :super: Jörg hat noch Blei im Griff versenkt mit dem Resultat, dass die Balance vom Feinsten ist. Großes Tennis!
 

gmo

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Hallo,

dir hat die Arbeit am Messer Spaß gemacht, mir macht es großen Spaß, dein fertiges Werk zu betrachten. Klasse Idee noch besser umgesetzt.:super:

Grüße
Gerd
 

Buddel

Mitglied
Super Messer - aber mir geht es wie Peggy - ist komplett an mir vorbei gerauscht gestern :(

Schade, dass hätte ich auch gern befingert.
 

leielekt

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Hallo,
ich danke für die Kommentare.
@Bernhard1984
Glaub mir, es hängen alle möglichen Küchenmesser an der Wand und werden auch mal eingesetzt. Aber ein Santoku ist trotzdem mein Lieblingsmesser. Un das Bambusteil wird ein Geburtstagsgeschenk für einen Küchenchef. Ich glaube zwar nicht, dass er es als Reisemesser nimmt aber vielleicht fährt er mal nach Japan?
@Buddel
Das Zertifikat mit Stempelextra hast Du aber gesehen
@mc.peg
Na Peggy, wenn Du nur Augen für Dietmar`s Kartoffelsalat hast kann man schon mal was übersehen
 

RS22

Mitglied
Hallo Jörg,

das Thema der Arbeit hat mich sehr berührt, die Ausführung zu sehen und die "Berührung" am Sonnabend war etwas Besonderes.

Ein Kunstwerk - gemacht von begabten und geübten Händen und geschaffen für einen Meister der Kochkunst. Hilfestellungen bei der Kalligraphie und beim Zöpfe flechten durch kundige Frauenhände sind nicht nur erlaubt - sie sind bisweilen sogar erwünscht!

Mach weiter so. Es gibt noch vieles, was wir von Dir sehen möchten.

Grüsse, Ronald.
 

Sanji

Mitglied
Der Griff und vor allem das Köfferchen aus Bambus.... alle Achtung, das hat was! Der Damast ist für meinen Geschmack bissl arg bunt und taktical-artig ;) aber klar, Geschmäcker sind unterschiedlich. Da ich das Messer leider nicht wie einige meiner Vorredner live befummeln konnte, würde ich gerne noch fragen ob ein Streichholzbild nachgeschoben werden könnte. Denn so rein von den Bildern her schaut die Klinge bei der Fase irgendwie recht dick aus. Und wie hoch ist der Raum unterm Griff wenn man die Schneide auf ein Schneidbrett stellt?
Viele Grüße,
Sanji
 
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Schlosser

Mitglied
Schön, Jörg. Ich hab's ja auch in der Hand gehabt. Der neue Besitzer wird Tränen in den Augen haben.
(Da konnte ich ja mit dem Rückseiten-Stempel wenigstens einen klitzekleinen Teil zum Enderfolg beitragen :glgl:)
 

Besucher123

Mitglied
Eine gute Idee, schön umgesetzt. Ich finde eine symbolisches Zeichen zu setzen, sei es auch noch so klein oder wie hier sehr spezifisch, ist immer eine große Geste des Herzens.

:super:

Grüße
B123
 

Dietmar

Mitglied
Auch ich hatte das Messer in den Händen. Alter Schwede...
Dir gehen die Ideen wohl nie aus. Tolle Arbeit von einem Meister des
Besonderen. Gruß Dietmar
 

leielekt

Mitglied
Hallo, und danke für die Zustimmung.
@Sanji
Ich glaube, dass Du die Umsetzung des Thema nicht erkannt hast. Mir ging es um die Welle s.u.
Und damit meinte ich wie oben beschrieben die Monsterwelle. Von "arg bunt und taktical-artig " kann ich beim Betrachten der Klinge nichts erkennen. Als Kochmesser ist es geeignet bei entsprechender (Berufsköche greifen über) Handhaltung. Der Abstand beträgt 14mm. An der abgeflachten Zwinge ist das Messer oben 2,9mm und an der Spitze oben 1,9mm. Die Schneide geht auf Null und hat Rasierschärfe.
@hbdc
Streichholzbild siehe unten
 

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Hyperion

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Du zauberst SO ein Messer und behauptest, dass Du keinen Grundschulzopf aus 3 Bändern flechten kannst? :steirer:

Sehr schön das Messer, würd ich gern mal in der Küche testen...
 

Sanji

Mitglied
zu Post 17:
sorry falls meine (rein persönlich/subjektive und im Grunde unnötige) Anmerkung bezüglich des 'bunten' Damasts unangebracht angekommen sein sollte. Ich hab das oben mal bearbeitet, damit mein Lob für das Gesamtkonzept dagegen mehr in den Vordergrund tritt :) . Und natürlich hab ich die Welle als solche erkannt und die Idee dahinter verstanden. Deine Umsetzung dieser Idee ist wirklich sehr gelungen. Auf jeden Fall ist das ein echtes Gesamtkunstwerk und nicht vorrangig ein schlicht praxistaugliches Küchenmesser. Danke auch für die zusätzlichen Maßangaben und das 'Streichholzbild' (Leider ist es zumindest auf meinem Bildschirm unscharf, die Geometrie der Klinge kann ich nicht wirklich erkennen. Hier sieht es so aus als wäre entlang der Schneide fotografiert fokusiert auf die Wand - und nicht über die Unterkante des Griffs frontal und scharf auf die 'Hinterkante' der Klinge. Aber egal, mach Dir keine weiteren Umstände wegen meiner Nachfrage, ist in dem Fall ja eh sekundär).
Freundliche Grüße, Sanji.

Nachtrag: Eventuell für Dich noch von Interesse: Von der Form her ist es genau genommen kein Santoku, sondern man könnte es wenn man möchte -von Klingenform, Materialdicke und Schliff her- korrekterweise als 'Ryoba Kamagata Usuba' benennen.
Nachtrag2 wg. #21: die Klingenform entspricht einem Kamagata Usuba, 'ryoba' heist beidseitig.
 
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