Damaststeel ätzen

freagle

Mitglied
Hallo Leute,

ich arbeite gerade an einem Linerlock mit Damaststeel Klinge und Backen. Die Klinge hatte nach kurzer Zeit schon eine schöne dunkle Zeichnung, nur die Backen und der Spacer, die auch aus Damaststeel sind, werden nicht richtig dunkel, die geätzten Stellen, werden auch nach längerem Ätzen nur leicht gräulich.

Ist das so weil die Backen und der Spacer nicht gehärtet sind? Wenn ja reicht es aus wenn ich die Teile einfach mit der Flamme zum Glühen bringe, oder müssen die Teile richtig nach genauem Prozess gehärtet werden?

Grüße Freagle

Freagles Messer
 

AchimW

Mitglied
Damasteel ätzen!

Wenn Du für die Backen und den Spacer den austenitischen Damasteel (nicht härtbar) verwendet hast, dann wünsche ich Dir viel Spaß. Um den gut zu ätzen mußt Du mit Königswasser, einer Mischung aus 3 Teilen Salzsäure und 1 Teil Salpetersäure, arbeiten. Das ist ziemlich unangenehm und auch nicht ungefährlich. Also Vorsicht!

Achim
 

Armin II

Mitglied
Und selbstverständlich kann das auch daran liegen, dass die Teile nicht gehärtet sind. Gehärteter Damast ätzt nun mal anders als ungehärteter! Was hast Du denn als Ätzmedium verwendet??
 

freagle

Mitglied
Hallo Leute,

der Damststeel ist der härtbare Stahl, ich wusste garnicht,dass es auch nichthärtbaren Damaststeel gibt. Die Backen und der Spacer sind übrigens aus dem selben Stück Flachstahl ausgeschnitten. Ich habe gerade im Buch von Terzuola gelesen, dass es mit dem Ätzen Probleme geben kann, wenn mann die Teile vorher poliert, vielleicht ist das ja der Grund, ich habe nämlich Backen und Spacer poliert, die Klinge nicht. Zum Ätzen nehme ich 38 prozentische Schwefelsäure ohne sie zu erhitzen, wie mir Wolf Borger geraten hat.

Aber das Messer ist jetzt fertig und es gefällt mir auch so gut, die Backen und der Spacer sind halt nur nicht so dunkel geätzt, die Struktur ist aber gut zu sehen.

Bild von dem Messer



Messer geschlossen


Grüße Freagle

Freagles Messer
 

DeadlyEdge

Mitglied
Ist ja ganz toll geworden

Hi,
mir gefällt es auch ganz gut so! Sowohl Form als auch Verarbeitung (soweit man letzteres von einem Foto beurteilen kann) sind absolut ansprechend!
Was sind das für Schrauben, die Du benutzt hast?
Ach ja, das hellere Ätzen kann wirklich vom Polieren sein, das wurde schon mal hier komentiert.
Grüsse,
Martin
 

freagle

Mitglied
Hallo Martin,

freut mich, dass dir das Messer gefällt. Ich hab mir mit dem Messer viel Mühe gegeben und im Vergleich zu meinem letzten und ersten Linerlock ist mir die Verarbeitung und das Oberflächenfinnish besser gelungen. Auch der Lock ist mir diesmal besser geworden, der Spinewhack ist kein Problem mehr.Die Platinen sind aus Titan und das Holz ist Palisander.

.mein erstes Linerlock

Du fragst was das für Schrauben sind, dass sind normale Inbus-senkkopfschrauben M4 und M3, die ich lediglich mit Nadelfeilen verziert und anschließend poliert habe, bei älteren Waffen hatte ich das zuvor schon mal gesehen.

Grüße Freagle

Freagles Messer
 

zorro_43

Mitglied
Boah, ey
echt super
ich hab gerade mein erstes Liner-Lock gebaut, aber bei deinem
Messer bleibt mir echt die Spucke weg.
Aber was ist ein Spinehawk ?

Andreas
 

fria

Mitglied
Original geschrieben von zorro_43
Boah, ey
echt super
ich hab gerade mein erstes Liner-Lock gebaut, aber bei deinem
Messer bleibt mir echt die Spucke weg.
Aber was ist ein Spinehawk ?

Andreas

beim spinewhack test wird das geöffnete messer mit dem klingenrücken auf eine kante geschlagen um zu sehen ob der verschluß (liner) der belastung standhält.

fesches messer freagle!
 

AchimW

Mitglied
Denglisch

zorro_43, spinewhack ist eine ziemlich schwachsinnige Wortkonstruktion, die sich amerikanische Messerfreunde ausgedacht haben. Richtig müsste es aber "spinewhack test" heißen. Das bedeutet soviel wie Rückenschlage-Test. Dabei wird die offen verriegelte Klinge mit dem Klingenrücken auf einen harten Gegenstand (Tischkante o.ä.) geschlagen, um zu testen, ob die Verriegelung der Klinge dieser Belastung stand hält oder ob die Klinge zuklappt. Da diese Art von Beanspruchung bei der Benutzung von Klappmessern im täglichen Leben ständig vorkommt, ist dies ein besonders wichtiger, praxisnaher Test.
"Lock" ist übrigens keine Abkürzung für eine gewellte Haartracht, sondern bedeutet wohl Klingenverriegelung.

Achim
 

Armin II

Mitglied
und wie praxisnah dieser Test ist! Schliesslich schneidet man ja grundsätzlich nur mit dem Klingenrücken! U
nd ausserdem ist dieser Test ja richtig repräsentativ und auch voll reproduzierbar, da wir ja alle mit genau der gleichen Wucht und Geschwindigkeit auf eine immer gleich harte und gleich schwere Unterlage schlagen (bis auf die Weicheier, die ihrem Wohnzimmertisch nichts zutrauen und deshalb ein mehrmals gefaltetes Handtuch über die Tischkante legen... :fack: :fack:
 
Zuletzt bearbeitet:

AchimW

Mitglied
Ruhig, Joe!

Lassen wir es besser etwas ruhiger angehen. :ack:
Ich möchte niemandem wegen seiner persönlichen Meinung über den einen oder anderen (irr)sinnvollen Test auf den Schlips treten.

Eins weiß ich jedenfalls sicher: Meine feststehenden Messer haben den Rückenschlagetest immer problemlos überstanden. :fack:

Achim
 

Flaming-Moe

Mitglied
Ich vermute das hängt mit den gesetzlichen Regelungen zur Produkthaftung in den USA zusammen.

Jeder nur erdenkliche Blödsinn, den ein potentiell selbstmordgefährdeter Käufer mit dem Messer anstelle könnte muß bedacht werden.

"Messer nicht als Schuhlöffel oder zum popeln benutzen.
Nicht in geöffnetem Zustand in die Hosentasche clippen... :D"
 

freagle

Mitglied
Hallo Leute,

Spinewhack hat sich halt hier im Forum schon eingebürgert, stimmt schon, in einem deutschsprachigem Forum, könnte mann auch deutsche Worte dafür finden.
Ich finde schon, dass der genannte Rückenschlagtest eine gute Prüfung für einen gut ausgeführten Linerlockverschluss ist. Sicher spielen die Geometrie des Verschlusses und die Dicke der Platine und die saubere Ausführung der Auflagepunkte und und und auch eine Rolle, aber um schnell mal zu überprüfen, ob einigermaßen gut gearbeitet wurde ist der Test schon geeignet.

Es gibt viele auch teure Messer mit Namen die diesen Test nicht annähernd bestehen und für mich dann sicher nicht in Frage kommen, denn im alltäglichen Gebrauch kann es meiner Meinung nach schon mal vorkommen, dass mann mal mit dem Messer irgendwo anschlägt und das Messer zuklappt. Besonders wenn es dann Messer mit dem Beinahmen Tactical sind, darf dass nicht passieren.

Grüße Freagle