Damastkurs in Österreich

Romanoesi

Mitglied
Hi,

Nachdem ich nun einige eigene Erfahrungen im Damstschmieden gesammelt habe, ist es glaube ich Zeit für einen Kurs.

Für alle die der Meinung sind ich solle zuerst Messerschmieden üben:
Sie haben Recht! ABER Messerschmiden ist nicht mein Weg!
Ich hab es unter Anleitung eines Schmiedes probiert allerdings ist dieser Aufwand für mich nicht zielführend.

Das Schmieden von Damast und später auch die Mustersteuerung weckt jedoch mein Interesse.

Wie aus meinem vorigen Thema zu entnehmen ist habe ich die Möglichkeit gelegentlich eine gut ausgestattete Schmiede (samt Schmied) zu benutzen.

Was mir dabei jedoch fehlt sind die Tips und Tricks betreffend Feuerverschweißen / Mustersteuerung.

Ausstrecken, flachschmieden ... sind wirklich nicht das Problem, das klappt schon recht gut (zumindes mit den Mitteln die die Schmiede bietet)

ALSO: WER KENNT EINE MÖGLICHKEIT IN OBERÖSTERREICH ODER IN VERTRETBAREM UMKREIS (200 bis 300KM) EINEN ENTSPRECHNEDEN KURS ZU BESUCHEN??

mfg
Roman aus Linz (Österreich)
 

geol

Mitglied
ALSO: WER KENNT EINE MÖGLICHKEIT IN OBERÖSTERREICH ODER IN VERTRETBAREM UMKREIS (200 bis 300KM) EINEN ENTSPRECHNEDEN KURS ZU BESUCHEN??

In der Hoffnung, gegen keine Forumsregeln zu verstossen, folgender Hinweis: Schmiedezentrum Ybbsitz www.ybbsitz.at (ca. 25 km von der Landesgrenze OÖ/NÖ).
Ich habe selber keine Erfahrung mit der Qualität der Kurse.

Werner
 

sanjuro

Mitglied
.......ABER Messerschmi(e)den ist nicht mein Weg!....
Ich hab es unter Anleitung eines Schmiedes probiert, allerdings ist dieser Aufwand für mich nicht zielführend.

Das Schmieden von Damast und später auch die Mustersteuerung weckt jedoch mein Interesse......
Das ist ja alles in Ordnung, aber bei mir taucht zwangsläufig eine neugierige Frage auf: wenn Du nun Damaststahl schmieden kannst, aber keine Lust auf Messer hast, was machst Du dann mit dem Stahl?

Erstaunte Grüße

sanjuro
 

Romanoesi

Mitglied
Hi,

Hab mich offensichtlich ungenau ausgedrückt!

Ich hab den Messervirus!
Ich hab heuer erst damit begonnen:
5 Messer sind fertig
4 Steakmesser-Klingen warten noch auf den Griff
Mein 1. selber geschmiedetes Damastmesser sowie ein Brieföffner ebenfalls.
Rohmaterial (Stahl) für mindesten 3 Messer ist noch zu Hause
Meine nächste Damastplatte ist gerade beim Weichglühen.....

Da ich jedoch in der kalten nassen Jahreszeit meinen Bandschleifer nicht in Betrieb nehmen will (in der Wohnung geht's nicht; ich hab es nach 6 Monaten noch immer nicht geschafft die Wohnung von allen Schleifstaubresten zu befreien - daher arbeite ich damit nur mehr im Freien) hab ich mal vorgearbeitet.

Sobald ich Zeit finde ordentliche Fotos von meinen Werken zu machen stell ich sie in die Galerie.

Mich interessiert jedoch besonders die Herstellung von Damaststahl mit seinen unendlichen Möglichkeiten.
Nur das "auf Endform schmieden" ist nicht meines - dafür ist mir einerseits Aufwand zu hoch anderseits glaub ich nicht das ich schmiedetechnisch jemals so weit sein werde eine echte Gefügeverbesserung zustande zu bringen, da ich höchsten alle 2 bis 3Monate die Möglichkeit habe zu schmieden.
Daher denke ich mir ich nütze die wenigen Stunden in der Schmiede besser für die Herstellung von Damast und das mit einem möglichst optimalen Endergebnis.

Da ich jedoch (trotz meines "passenden" Familiennamens Hammerschmid) nicht glaube ein außergewöhnliches Naturtalent beim Schmieden zu sein, ist ein Kurs mit meinen (relativ geringen) Vorkenntnissen, genau das Richtige um Fortschritte zu machen.

mfg
Roman aus Linz (Österreich)
 

sanjuro

Mitglied
......Mich interessiert jedoch besonders die Herstellung von Damaststahl mit seinen unendlichen Möglichkeiten.
Nur das "auf Endform Schmieden" ist nicht meines - dafür ist mir einerseits der Aufwand zu hoch, anderseits glaube ich nicht, dass ich schmiedetechnisch jemals so weit sein werde, eine echte Gefügeverbesserung zustande zu bringen.......

Da ich jedoch (trotz meines "passenden" Familiennamens Hammerschmid) nicht glaube, ein außergewöhnliches Naturtalent beim Schmieden zu sein......
Es bleibt natürlich Dein Projekt und ich will Deinen Plan nicht kritisieren. Indes finde ich Deine Argumentation nicht schlüssig.

Du kommst nur recht selten zum Schmieden, weißt aber schon, dass Du kein außergewöhnliches Naturtalent bist? Woher weißt Du das? Nach meiner Erfahrung stellt sich ein Talent erst in der intensiven Aktivität heraus, und zwar dann, wenn bereits eine gewisse Routine besteht. Schmieden ist ein Handwerk, das fast jeder lernen kann, und Messerklingen schmieden ist von der Formgebung her keine wirkliche Herausforderung. Eine außergewöhnliche Begabung braucht es dazu nicht. Eine solche sehe ich nur dann, wenn jemand seinen herausragenden Sinn für Formen und Design mit Hilfe seiner handwerklichen Fähigkeiten umsetzen kann. Gerhard Wieland ist für mich ein solcher.

Ich hoffe, ich trete mit meiner Aussage hier keinem Schmied auf die Zehen - ich will niemandem sein Talent absprechen!

Zum Damastschmieden braucht es auch etliche Fähigkeiten und Kenntnisse des Schmieds, und die erwirbt man - o Überraschung! - durch Schmieden. Wenn jemand sich absolut nicht für Autos interessierte, aber unbedingt Rennfahrer werden wollte, käme er in einen vergleichbaren Konflikt!

Der Aufwand, eine Klinge auf Endform zu schmieden (was man bei Damaststahl ohnehin nicht macht), ist aus meiner Sicht geringer als ein Schliff. Das hängt aber auch vom Maschinenpark ab, und natürlich von der Schmiederoutine. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass das Schmieden von der Grundidee eine spanlose Verformung von Metallen ist! Eine Gefügeverbesserung ist ein Ziel, aber meist geht es nur darum, durch das Schmieden eine in den verschiedenen thermischen Prozessen aufgetretene Gefügeverschlechterung zu kompensieren, und das kann schon bei technisch richtigem Schmieden auf Endform passieren - die Wärmebehandlung habe ich jetzt unberücksichtigt gelassen.

Vermutlich wirst Du mir nach einiger Zeit der Praxis und der Erfahrung in vielen Punkten beipflichten.

Gruß

sanjuro
 
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Romanoesi

Mitglied
Hi,

Ich glaube wir diskutieren etwas aneinander vorbei.

Ich will nicht in die Grundsatzfrage der Vor und Nachteile der Schmiedefraktion einsteigen. daher hab ich geschrieben das FÜR MICH das schmieden einer Klinge auf Endform nicht das Ziel ist. Ob ich Talent habe mögen andere beurteilen - ich wollte jedoch nicht den Eindruck eines alles Wissenden und Könnenden erwecken der glaubt ohne Wissen, Können, Üben, ,.....
sofort perfekt Damast herstellen zu können dafür bin ich genug Realist.
Der Reiz "rustikaler" Messer mit Schmiedehaut hat was, trifft aber zur Zeit, nicht voll meinen Geschmack.
Natürlich hab ich auch zuerst versucht ein Messer aus einen Rundstab zu schmieden. Nachdem ich festgestellt habe das dies durchaus machbar ist, jedoch beim schleifen am Bandschleifer höchsten 1/2 Stunde spart, das schmieden jedoch 1-2H dauert, hab, ich FÜR MICH, beschlossen das dies (zumindest vorerst) nicht mein Weg ist.

Da mir jedoch das Messermachen an sich liegt und mich Damaststähle schon seit Jahren faszinieren möchte ich mal da einsteigen.
Für die Vorkenntnisse (vom schmieden) hab ich ja meinen gelernten Schmied der da ausreichend Kenntnisse hat (von einfachen Arbeiten über Hufbeschlag bis Kunstschmiedearbeiten...) nur eben die Herstellung von Damast ist auch für ihn Neuland.
Da ich davon ausgehe das der nächste Damast-Kurs nicht gerade Morgen ist, denke ich, ich habe noch etwas Zeit zum Üben.
Ausstecken - Flachschmieden - Ausrichten hab ich mit den mir zu Verfügung stehenden Mittel bereits soweit im Griff das ich ein Damastpaket ausreichend gerade und flach bekomme. Nach entzundern und überschleifen reicht es dann für eine Standardmessergröße von 10 bis 14cm + Spitzerl das ist für mich aufs erste ausreichend - da ist der Abbrandverlust um ein vielfaches Größer!

mfg
Roman aus Linz (Österreich)