Damast-stahl Messer benutzen ?

Nidan

Mitglied
Hallo zusammen,

irgendwie fazinieren mich die Damast-Messer schon sehr, aber ich würd mal gern wissen, ob man die auch benutzen kann.

Gibt es Damast-Sorten die in Sachen Schärfe, Schnitthaltigkeit usw so gut sind wie gute "Gebrauchstähle" (440C, ATS 34... )?
 

HankEr

Super Moderator
Wenn die Schneide komplett aus einem Material ist, dann verhalten sich die Kriterien, wie eben bei diesem Material. Wenn sich die Schneide aus den verschiedenen Materialen zusammensetzt, dann wirst Du immer eine etwas ausgefranste Schneide bekommen, da die Standzeiten der Schichten sich unterscheiden. Du hast also, außer direkt nach dem Schleifen, immer eine kleine Säge.
 
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bert

Mitglied
hallo nidan,
natürlich lassen sich damastmesser benutzen!!
ich habe einige im täglichen gebrauch und benutze sie auch auf meinen
lappland reisen.
geschenkt wird den Messern überhaupt nichts.


trad. damast hat ein sehr gutes bruchverhalten.
trad. damast hat ein feines gefüge und somit eine superfeine schneide.
da es sich dabei um kohlenstoffstähle (klassischer damast)handelt, sind die klingen auch leicht zu schärfen.

betreff schnitthaltigkeit: moderne monostähle sind besser.


gruß
bert.

www.69nord.at
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Ich selbst habe noch kein Damastmesser in Gebrauch gehabt. Aber meine Kunden benutzen jene die ich gebaut habe, vorwiegend aus Damasteel oder Fritz Schneider Damast, rostfrei. Alle sind begeistert wie schnitthaltig und gebrauchstüchtig die Messer sind. Traditionelle Damastmesser-Stähle, keine Rückmeldung bisher. Also jene die rostend sind scheinen eher in den Vitrinen zu verstauben(?)Weshalb sollte ein Damasteel schlechter sein als ein Monostahl? Ich denke eher besser, da pulvermetallurgisch und das dann auch noch zwei unterschiedliche!!
Soweit meine Erfahrungen.
Wolfgang
 

bert

Mitglied
Bei mir ist es genau umgekehrt, Wolfgang.
Meine Kunden greifen vorwiegend zum klassischen Damast.
Die Rückmeldungen davon sind sehr gut.

Vom Damasteel habe ich bis jetzt noch keine Rückmeldungen.
Dieser wird sich wohl vom Monostahl nicht unterscheiden.
Ist aber auch kein Damast.

Gruß
bert.

www.69nord.at
 

Wolfgang Dell

Mitglied
mmmmh, Bert, da muß ich dir aber mal widersprechen, es ist Damast. Warum sollte es denn keiner sein? Nur weil er gesintert und dann erst geschmiedet wird? Wir haben aus dem schon die tollsten Sachen nachträglich umgeschmiedet, geht einwandfrei. Und die Torsionsdamaste sind alle geschmiedet, mußt dir nur mal bei Per Billgren ein Rohstück besorgen (oder mal besuchen). Der Beginn ist anders, das ist schon richtig, aber was solls? Das Einzige was mir an dieser Art Damast/Stahl nicht gefällt ist, daß er zu uniform ist, will sagen er sieht immer gleich (langweilig?) aus. Aber sonst, nur Spitzenergebnisse, das zeigt schlicht und einfach der weltweite Erfolg. Wenns Schei***e wäre würde er schon längst vom Markt verschwunden sein.
Will aber keine erneute Grundsatzdiskussion über Damast entfachen, in diesem Sinne
Wolfgang
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Tut mir leid, Wolfgang, ich muß Dir auch widersprechen. Man könnte dem Damasteel vielleicht eine eigene Gattung zugestehen wie dem Wootz, aber was normal unter Damast verstanden wird, ist ein Schweißverbundstahl, und das ist Damasteel sicher nicht. Auch jeder andere Stahl, der ausgeschmiedet wird, wird dadurch nicht zum Damast, obwohl er manchmal ähnliche Muster zeigen kann (Puddelstahl, Flußstahl).
 

roman

MF Ehrenmitglied
@guenter: seh ich auch so.

bei mir ist es so wie bei bert. Kunden geben sehr positives Feedback zu den traditionellen Damasten. Besonders wenn sie die Leistungsdamaste Klasse 4. Hart benutzen.
Klasse 4. Hart 1,0 - 1,2%C (Harte, feine Schneiden z.B. Rasiermesser, Beitel, Hobelmesser, spezielle Messer für Küche und Jagd usw. Gebrauchshärte bei ca. 62 - 64 HRC)
Leicht schräfbar und ausserordendlich hohe Schneidkantenstabilität und Schärfe.:super:
 

micknives

Mitglied
@guenter: damasteel oder nicht damast
ist die technik des damastes nicht eher so, das zwei verschiedene
materialien,(hart+zäh)verbunden werden sollten. bei damasteel ist es
doch genauso, nur das er als pulver geschichtet und heiss verdichtet
(verschweisst) wird und danach ebend weiter geschmiedet wird.
wie diese beiden verschiedenen "eisen" verschweisst werden ist dabei doch eher zweitrangig
also warum sollte man eine neue gattung erfinden.
ich würde eher sagen, damasteel ist ein moderner damast gefertigt nach modernsten fertigungstechniken.


gruß
micknives
 
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Wolfgang Dell

Mitglied
Sagt ichs nicht? Und schon haben wir zwei Lager, aber so soll es ja auch manchmal sein. Ich halte es mit Michael, bin voll deiner Meinung. Aber ich liebe beide Sorten, egal ob geschmiedet, geblasen (lieb ich am meisten) oder sonst irgenwie verbunden. Auf die Muster kommt es mir an. Ich hatte bisher noch keinen richtig schlechten Damast. Von den "Handschmieden" sind es halt immer kleine Kunstwerke und vor allem IDIVIDUELL.
Belassen wir es dabei?
Gruß, der der aus Schwaben kam
Wolfgang
 

Nidan

Mitglied
Also auf jeden Fall weiß ich jetzt, daß man die Damast-Messer auch benutzen kann :D

Vielen Dank für die Antworten

:super:
 
Gestattet mir im Anschluß an diese ausschweifende, aber auch für den Nicht-Vollprofi interessanten Diskussion noch folgenden Hinweis:

Ich habe eine französische Website aufgetan, die einen Auszug aus dem "Art du coutelier" von Jean Jacques Perret wiedergibt. Das ist der Typ, der zu ersten Mal eine Anleitung für Messer-Selbstrasierer geschrieben hat und für sein Werk von der Königlichen Akademie ausgezeichnet wurde. In Kap. 29 beschreibt er ganz genau, wie zu seiner Zeit (1771) Damast hergestellt wurde ("Manière de faire l'acier de facon de Damas".

Wer sich das reinziehen will, findet das ganze unter http:\\acier.damas.free.fr/f_damas/f-hist/perret.htm

Viele Grüße
razoredge