CPM 420 V praxistaugliches Jagdmesser

kallenfels

Mitglied
In der Jagdzeitschrift Wild und Hund Ausgabe 12/2002 ist ein Bericht über Jagdmesser. Darin wird der Klingenstahl CPM 420 V als herausragend in seiner Schnitthaltigkeit dargestellt. Wer hat Erfahrungen mit dieser Stahlgüte und wer kann eventuell mir so ein Messer bauen ?:rolleyes: :rolleyes:
 

HankEr

Super Moderator
Sicher kein schlechter Stahl für ein rostbeständiges Jagdmesser. Bauen kann Dir das wohl jeder StockRemov´ler. Schau Dir mal Günter Böhlkes Internetseiten an oder die von Wolfgang Dell.

Entweder Du willst etwas fertiges, dann solltest Du wohl mal eine Messerausstellung besuchen und Dir die dort ausgelegten Messer betrachten oder Du machst selbst einen Entwurf und kontaktierst damit einen Macher.
 

Allmendinger

Mitglied
Hallo Kallenfels!

Willkommen im Forum und viel Spass:D Schön ein Mitglied aus meiner Heimatregion (Hunsrück, Kirchberg, jetzt Pfalz)begrüssen zu dürfen:) BTW schmeckt das Kirner noch:confused:

:lach2: :lach2: :lach2:

Gruss
Allmi
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo kallenfels!

Willkommen im Forum. Ich würde mich ebenfalls an Guenter wenden, der ist sehr human mir seinen Preisen und baut sehr gute Messer!

Gruß Leo.
 

kallenfels

Mitglied
Hallo liebe Messerspezialisten,
vielen Dank für das herzliche Willkommen. Ich bin Jäger seit über 30 Jahren , und davon verstehe ich einiges. Ich beurteile ein Messer daher nur vom Gebrauchswert. Design und besondere Esthetik sind mir nur weniger wichtig. Ich hoffe das sagen zu dürfen, ohne das mich nun alle in die Ignor Liste aufnehmen. Sicher habe auch ich einen kleinen Messertick, sonst wäre ich ja nicht hier beigetreten.
Wer kann mir etwas sagen über den Unterschied zwischen
CPM 420 v und BG 42 und Vascowear . Mir geht es wie schon gesagt um die Schnitthaltigkeit

:eek: :eek:
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von kallenfels
Wer kann mir etwas sagen über den Unterschied zwischen
CPM 420 v und BG 42 und Vascowear . Mir geht es wie schon gesagt um die Schnitthaltigkeit

Theoretisch - weils keiner getestet hat und es nicht nur auf den Stahl ankommt

1. CPM420
2. BG42
3. Vascowear - wobei 2. und 3. strittig ist.

Sagen wir mal so, als rostträge Stähle haben die alle ein gutes Potential fuer ein gutes Jagdmesser. Wenn

1. die Wärmebehandlung stimmt. Und wenn
2. der Schliff fuer Deine Anwendung stimmt. Und wenn
3. Du richtig damit umgehst ;).

All das bestimmt letztlich die Schnitthaltigkeit neben dem Stahl.
Und gerade die ersten beiden Punkte kannst Du im Normalfall nicht erkennen oder beeinflussen.
Ein guter Messermacher wird schon wissen, welchen Stahl er fuer das Messer nimmt, dass Du brauchst. Und fuer den er auch die Wärmebehandlung im Griff hat. Da gibts alternativ ja noch die ganze Palette der Kohlenstoffstähle, oder CPM-3V, oder...

Gruesse
Pitter
 

eisensack

Mitglied
Pitter hat schon recht,der Stahl allein macht noch kein gutes Meser.
Da du ja sagst daß du über 30 Jahre erfahrung hast,hoffenlich nicht mit nur einen Messer,weisst du ja wie DEIN richtiges aussehen muß.
Über die Wärmebehandlung der beiden empfohlene Messermacher habe ich noch nichts schlechtes gehört,bei den Messern von Günter Böhlke weiß ich aus eigener erfahrung daß sie gut ist.
Als Stahl würde ich aber den Vascowear nehmen.Die schnitthaltigkeit entspricht etwa dem 440 V ( hier )er ist aber flexibler als der 440 V,der 420 ich so flexibel wie der 44C,also auch besser als der 440V.
Das heißt jetzt nicht daß man das Messer zum hebeln benutzen kann,sondern daß man es flacher(schärfer) schleifen kann ohne das die schneide ausbricht,Scharten bekommt.
Außerdem ist der Vascowearstahl sehr fein,ich nehme für den endschliff einen Ultra Fine (1200)von Spyderco mit super ergebnis.
 
Zuletzt bearbeitet:

kallenfels

Mitglied
Hallo Eisensack,
danke für den Kommentar.Ich finde jedoch keine eindeutige Antwort bei Dir . Empfiehlst Du mir nun den Vascowear oder den CPM 420 V ??
Das Messer muß auch die Knorpelleiste des Brustraumes ( je nach Spezie weicher oder fester) durchtrennen können.
Noch eines , das größte Problem der Jäger ist ein scharfes Messer.
Ich glaube das 60% stumpfe und schlechte Messer haben. Dazu kommt das nur wenige bereit sind viel mehr als 120-150 € zu bezahlen.
:confused: :confused:
 

AchimW

Mitglied
Jagdmesser

Kommt immer auf Deine Bedürfnisse und Ansprüche an. Da VasoWear nur rund 7,5 % Chrom hat ist er nicht ganz so korrosionsbeständig wie der 420V (korrekt: S90V) und bedarf einer gewissen Pflege. Ist aber in der Regel kein großes Problem, da trocken versorgen reicht.

Beide Stähle ergeben sehr gute Jagdmesser. Um die Knorpelleiste würd ich mir keine Sorgen machen. Das halten die Messer spielend aus.

Was die Jäger angeht, fehlt mir auch jegliches Verständnis. Das Messer brauchen sie ständig und für viele Arbeiten, sind aber nicht bereit einen ordentlichen Preis zu zahlen. Für die blöden Schießprügel, die so gut wie gar nicht benutzt werden, geben sie aber tausende Euro aus. Oft besteht eher die Bereitschaft, 1000 Euro für eine Gravur auszugeben als 200 Euro für ein Messer abzudrücken. Komisches Volk. Aber mein persönlicher Eindruck ist, daß sich das langsam ändert.

Achim
 

kallenfels

Mitglied
@ Achim,

leider hast Du mit vielem was Du über die allgemeine Einstellung der Jäger zu Messern sagst Recht. Dennoch glaube ich, muß man für ein praxistaugliches Jagdmesser mit einem Top Stahl, es muß schließlich kein Damastcener sein, nicht mehr als gute 200,-€ locker machen.
Es soll nur ein Gebrauchsgegenstand sein, und muß keine besondere Esthetik mitbringen :lach2:
 

AchimW

Mitglied
...ja...

.....stimmt sicher. Für 200 euro bekommt man schon richtig gute Jagdmesser. Aber ist das Schießeisen nicht auch nur ein Gebrauchsgegenstand? Der noch weniger benutzt wird? Also warum dann sich ein Teil aus Ferlach, von Purdeys's oder von Holland & Holland kaufen? Eine preiswerte FN oder ein tschechisches Teil schießt genauso gut und kostet, berechtigterweise, nur unwesentlich mehr als ein gutes Jagdmesser.

Achim
 

HankEr

Super Moderator
Kallenfels, was benutzt Du denn heute für ein Messer? Wenn man das weiß kann man Empfehlungen auch eher in Relation zu Deinen Erfahrungen setzten. Von was für Wild sprechen wir denn überhaupt? Nur Niederwild oder auch Schwarzwild oder sogar Rotwild?

Auch wenn einige Werbung machen und manche Berichte dies auch so erscheinen lassen also ob man problemlos ein ganzes Jagdjahr mit einem Messer, aus irgendeinem angesagtem Stahl, ganz ohne dies zu schärfen, verbringen kann, halte ich dies für einen Schmarrn. Wichtig ist doch nicht ob ich 5 oder 20 Stück Schwarzwild ohne Schleifen aufbrechen und zerwirken kann. Wichtig ist in erster Linie, daß das Messer ergonomisch ist, der Griff auch im blutigem/schleimigem Zustand noch sicher ist, daß der Griff dicht ist und sich nichts im Versteckten ablagern kann, daß die Schneidengeometrie zum einen gut schneidet, zum anderen aber auch nicht ausbricht oder verbiegt, wenn man einmal etwas unsanft auf Knochen kommt oder eine Sau mehr mit Dreck als Haaren bedeckt ist. Das eine Schneide mit jedem Einsatz etwas Abrieb hat ist ja normal, grobe Schäden sollen halt nicht auftreten.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von kallenfels
Dennoch glaube ich, muß man für ein praxistaugliches Jagdmesser mit einem Top Stahl, es muß schließlich kein Damastcener sein, nicht mehr als gute 200,-€ locker machen.
Es soll nur ein Gebrauchsgegenstand sein, und muß keine besondere Esthetik mitbringen

Man mus unterscheiden Serienmesser-Handmade. Selbst bei einem Gebrauchsmesser wird ein Messermacher nen Tag beschäftigt sein. Dazu Material - CPM ist nicht gerade billig - Nebenkosten und Abschreibung, das wird mit 200EUR nicht hinkommen, IMO. Verstehn tu ich das Sparen an der Stelle eh nedd, ok Schnickelschnackelmeser fuer die Vitrine muss man nicht haben wollen, das ist Spinnerei. Macht Spass, aber hat mit Deiner Anforderung nix zu tun. Sehe ich auch so.
Aber wenn ich schon ein Messer wirklich brauche, dann ists wie mit Werkzeug. Da schau ich zumindest auch nedd auf die Mark sondern kauf einmal was vernünftiges und erspare mit den Ärger. Wie oft kauft man denn als reiner Anwender ein Messer?

Wenn die 200EUR Dein Limit sind, bleiben halt Industriemesser. Bei Böker gibts gar nicht so schlechte Integrale aus 440C unter 200EUR, warum nicht sowas? Die sind wirklich nicht schlecht. Und bei 440C haben die Erfahrung. Bei einem zu billigen Serienmessr aus "Hightech" Stahl weisst Du nie, ob der Hersteller das Potential auch wirklich nutzt? Was hilft Dir ein CPM Messer, wenn die Schneide ausbricht.

Oder bei Günter eins aus 440C machen lassen, kost auch ncht die Welt und passt dann fuer dich genau. Muss es wirklich der teuerste Stahl sein?

Oder sowas wie das da unten. Das verkauf ich gerade fuer 252.- EUR. 440V, 5mm, Micarta, Gebrauchsfinish, stabile Klinge, sauber verarbeitet, ziemlicher Pruegel :) aber relativ preiswert, eben ein Gebrauchsmesser. Als Messer ist das Ding super, fuer das gebotene auch preiswert - aber ob das fuer Deine Anwendung passt, muss Du wissen.

Gruesse
Pitter
 

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kallenfels

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@ HankEr,
Du hast den Einsatz für das Messer richtig umschrieben. Ein Micarta Griff ist vollständig ausreichend.
Inzwischen habe ich mit Günther ausgiebig telefoniert, und glaube mit Ihm auf eine faire Basis zusammen zu kommen. Über den Stahl sind wir uns noch nicht ganz einig und daher hätte ich gern noch mehr Informationen über die Qualitätsunterschiede.
Im Moment benutze ich ein Lakota Klappmesser. Die Schnitthaltigkeit ist aber sehr bescheiden und ich weis auch nicht welcher Stahl es ist.

:steirer:
 

HankEr

Super Moderator
Naja als Jagdmesser würde ich sowas (das von pitter gezeigte) nicht gerade nehmen. Ansonsten gebe ich stahltechnisch pitter aber weitestgehend recht. Für ein Jagdmesser würde ich das Budget etwas nach oben erweitern. Und dann folgendermaßen vorgehen:

Design auf Papier entwerfen, dabei genau über Schneidengeometrie (Verlauf, Schliff (flach, konkav oder konvex) und Anwendung Gedanken machen. Modell auf Pappe übertragen und Grifftests veranstallten. Ist der Fingerschutz ausreichend oder ist er im Weg, erreiche ich die Spitze mit dem Zeigefinger, ... Bei Mängeln im Design diese bereinigen und wieder testen.

Dann kannst Du dich entscheiden: Willst Du etwas möglichst rostfreies und pflegeleichtes? RWL-34 oder ELMAX Messer mit tapered tang und Leinenmicartaschalen von Günter. Willst Du etwas hochbelastbares und eine gewisse Rostresistenz reicht? Dasselbe in Vanadis-4. Schliff dabei jeweils flach oder leicht konvex. (Günter konvexe Schliffe, machst Du das?) Willst Du eher etwas traditionelleres? Laß Dir von einem der Schmiede im Forum (AchimW z.B.) ein narrow tang Messer aus 52100 mit konvexer Schneide und einem stabilen Naturmaterial als Griff bauen.

Ein niedriger legierter Stahl wie 52100 wird Dich gegen moderne Karbidmonster nicht zur Weltmeisterschaft im Taue zerschneiden bringen, aber Du hast etwas dessen Schneide sich excellent pflegen läßt.
 
Zuletzt bearbeitet:

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von HankEr
Naja als Jagdmesser würde ich sowas (das von pitter gezeigte) nicht gerade nehmen.

Ich auch nicht :irre: Aber es ist halt ein typisches Beispiel eines guten Handmades mit gutem Stahl, an dem als Messer eigentlich alles passt, das relativ günstig ist, aber eben gerade fuer eine speziellen Einsatz nicht optimal. Wenn das zu sehr um die Ecke war, ich wollte damit ausdruecken: Ruf Günter an, sag was Du brauchst, de r macht das schon :) Die Stahlfrage darf man getrost auch der Erfahrung eines guten Messermachers ueberlassen, sicher sinnvoller als rein nach Specs auf dem Papier zu kaufen.

Gruesse
Pitter