Chris Reeve Professional Soldier - KA-BAR Becker Necker

pitter

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Ich bin ja eher der Folder Typ. Aber ich versuchs ja immer wieder mal, auch ein feststehendes Messer als Alltagsmesser zu tragen. Bisher haben die wenigsten aber mehr als ein paar Tage am Gürtel überdauert. Zu groß, zu dick, zu unbequem zu tragen, umständlich zu ziehen - irgendwas passte immer nicht. Zugegeben, allzuviele habe ich noch nicht probiert. Aber jetzt mal zwei gefunden, die mir dann doch recht gut passen.

Neu sind sie beide nicht, aber beide sinds wert, regelmäßig erwähnt zu werden.


KA-BAR Becker Necker

Das Becker Necker ist ein alter Bekannter und war schon ein Tip, als es noch unter dem Label "Becker Knife & Tool" verkauft wurde. Zwischenzeitlich hat KA-BAR dir Produktion des Becker Necker übernommen.

Wie schon zu BK&T Zeiten, eine Klinge aus 1095 Kohlenstoffstahl, 80mm Schneide (Flachschliff), knapp über 4mm dick, gehärtet auf 56-58HRC. 1095 "rostet", als Korrosionsschutz ist das Becker Necker schwarz beschichtet.

Insgesamt ist das Becker Necker 172mm lang, und wiegt ohne Scheide 78 Gramm. Mit der Nylon Scheide und kleinem Teklok 142g. Am Griffende wurde ein Kapselheber und ein Drahtbieger integriert.

Ein Stück Stahl, geschliffen, Scheide dazu, unter 50EUR - fertig ist das Messer.

Ich habe auf der IWA von KA-BAR eines zum Testen bekommen - Danke an dieser Stelle - und seitdem regelmässig getragen und benutzt. Und ich muss sagen, es stört nicht, es sitzt gut, es hält sich gut und es schneidet gut. Werden hier nicht ständig günstige, alltagstaugliche Messer gesucht? :steirer:

KA-BAR entschloß sich für eher gemäßigte Wärmebehandlung. Aus dem 1095 liesse sich sicher noch mehr Schnitthaltigeit herausholen, aber mit 56-58HRC bleibt der Stahl zäher und hält auch grobe Arbeiten besser aus. Und er lässt sich leichter nachschärfen. KA-BAR schleift die Schneide auf 15Grad - das passt zum Spyderco Sharpmaker, mit dem ich das Becker Necker problemlos scharf halten konnte. Für unterwegs tats ein EZE-LAP Diamantschärfer.

Überhaupt erwies sich das Necker als praxisgerechtes Alltagsmesser. Es liegt auch ohne Griffschalen gut in der Hand, die Kanten sind sauber gerundet, in den Fingermulden bekommt man genug Halt. Die Größe reicht für alles aus, was bei mir so anfällt - Gartenarbeiten inklusive. Das Becker kam recht scharf geschliffen, der durchgehende Flachschliff gibt einen vernünftigen Winkel an der Schneide. Die Spitze ist recht massiv, nach dem Motto, lieber etwas zu dick, als ab.

Die Schnitthaltigkeit war absolut in Ordnung, auch nach zig zerlegten Kartons und Schnippeln in herumliegenden Stämm(ch)en hilt das Becker Necker eine Grundschärfe. Rasieren war nach ein paar Zügen mit dem Diamantschärfer wieder möglich.

Auch die Beschichtung hat bisher keine Macken - bis auf ein paar Stellen an den Kanten, die durch das rein und raus aus der Kydexscheide kommen. Als Vitrinenmesser taugt das Necker eh nicht, Rost bei Kohlenstoffstählen ist bei mir in der Praxis auch kein Thema. Wer 6 Monate durch den Regenwald läuft, sollte vielleicht generell eher die Errungenschaften moderner legierter Stähle nutzen.

Gibts auch Kritik? Ja, aber nicht beim Messer, sondern an der Scheide. Die hält das Becker Necker sicher fest, das Messer wackelt aber ein bisschen in der Scheide. Und die Scheide hat zwar eine Menge Hohlnieten, nur passt da weder ein kleines oder großes Teklok rein. Klar, man kann das Becker als Neckknife tragen, eine Gürtelschlaufe dranmachen, oder irgendwelche Wickelspielchen mit Paracord treiben. Aber Hallo - noch zwei Löcher für ein kleines Teklok (für rechts und links) sollten drin sein.

Auch gut, dann eben mit dem Akkubohrer selbst gemacht, kleines Teklok dran, fertig. Damit trägt sich das Becker recht angenehm am Gürtel. Wers schlanker haben möchte, kann sich ja eine Kydexschlaufe machen oder machen lassen. Oder gleich eine komplette, gut angepasste Kydexscheide, die flacher, und auch kleiner ausfallen kann, wie die Originalscheide.

Bilder aus dem Garten, Kompaktknipse, kein Hingucker - aber ehrlich :) Passt zum Messer. Guter Stahl, vernünftige Konstruktion, günstiger Preis. Wie sagt man No-Nonsense auf Deutsch :p

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Das Becker liegt gut in der Hand. Obwohl eine Daumenrampe fehlt und ein Skelettmesser naturgemäß recht dünn bleibt, konnte ich es sicher fassen.

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pitter

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Chris Reeve Professional Soldier

Auf der Ausstellung in Schaafheim lag das Reeve einsam am Stand von Jenni herum. Da habe ich mich eben erbarmt, und es gekauft.

Chris Reeve hat das Professional Soldier zusammen mit dem Designer Bill Harsey entworfen. Anlass war eine Anfrage der Betreiber von www.professionalsoldiers.com, einer Kommunikationsplatform von aktiven und ehemaligen Special Forces Soldaten.

Skelettmesser, vergleichbare Größe, Scheide dabei, fertig. Was sind die Unterschiede zum Becker Necker?

Zuerst einmal der Preis: So um die 180EUR muss man für das Reeve Professional Soldier hinblättern. Na holla, für 184mm Flachstahl nicht gerade wenig. Da gibts eine Menge guter Folder fürs Geld, bei denen man auch 86mm Klinge zur Verfügung hat.

Und sonst? Es ist alles anders.

Allgemeines: Chris Reeve verwendet 4,2mm dicken rostträgen S30V. Die Klinge ist hohl und bis weit zum Klingenrücken hin geschliffen. Das Professional Soldier schneidet trotz des etwas weniger hohen Anschliffs bei gleicher Klingendicke spürbar leichter, als das Becker Necker. Die Spitze ist viel schmaler ausgeschliffen, und eben "spitzer". Hebelt man mit dem Becker beim Briefeöffnen etwas ungehobelt herum - mit dem Reeve geht das auch im Akkord. Auch was man sonst noch im Haushalt zu Schneiden hat, ob in der Küche, Versandkartons, Blisterverpackungen, eingeschweisste DVDs - das Professional Soldier ist wie dafür gemacht. Das zum Thema Namensgebung :steirer:

Auch Chris Reeve bleibt mit der Härtung eher um unteren Bereich - angegeben sind 55-57HRC. Bei der Schnitthaltigkeit fiel mir nichts besonders positives oder negatives auf. Nachschärfen liess es sich schnell und problemlos. Entweder mit der Diamantschärfer oder dem Sharpmaker auf 40Grad.

Das komplette Messer wurde zuerst sandgestrahlt und dann für den Korrosionsschutz mit Gun-Kote beschichtet und das ganze eingebacken. Das ist Navy Seal erprobt, also wirds schon taugen :D Wen es genauer interessiert - Tech Specs gibts hier: https://www.kgcoatings.com/pdf-docs/2400SeriesDataSheet.pdf

Der Griff wurde ausgefräst. Das spart Gewicht und der Ausschnitt lässt sich zum Lösen von Schäkeln verwenden.

Handlage: Das Reeve hat ausgeprägte Fingerrillen, einen ausgeprägten Guard und eine geriffelte Daumenauflage. Alle Kanten sind sehr sauber abgerundet. Sicher, fest, bequem. Wem Skelettmesser nicht grundsätzlich zu dünn sind, wird mit dem Professional Soldier glücklich.

Mit der Handschlaufe lässt sich das Messer bei der Arbeit sichern. Das funktioniert wunderbar. Die Kordel ist dünner, aber auch unauffälliger, als das meistens verwendete Paracord. Geschmacksache.

Scheide: Die ist in einer ganz anderen Klasse. Im Gegensatz zur Spritzgußscheide des Becker Necker, liefert Chris Reeve eine Kydexscheide von Bladetech mit. Die sieht schonmal viel edler aus. Sie ist knapper um die Messerkontur geschnitten, hält das Messer fest und spielfrei und in den Hohlnieten lässt sich ein großes Teklok verschrauben. Leider kein kleines, nur ein großes! Das passt optisch ja meinetwegen zu einem 30cm Hauer, aber wer bitte will ein kleineres Fixed mit dem Riesentrumm am Gürtel tragen? Macht halt bitte noch zwei Löcher für ein kleines Teklok rein. Wieder musste der Akkuschrauber herhalten.

Mit dem kleinen Teklok trägt sich das Professional Soldier flach und unauffällig am Gürtel. 148g mit Scheide (87g nur das Messer) tragen sich bequem. Wie beim Becker Necker reicht der Griff weit genug aus der Scheide, um das Messer bequem ziehen zu können. Das Reeve sitzt allerdings sehr fest in der Scheide - manchen zu fest. Mir ist das recht, lieber fest und sicher, als Gewackel oder die Gefahr, das Messer zu verlieren.

Bei beiden Messern habe ich den Teklok möglichst weit oben verschraubt - das Reeve sitzt dabei etwas höher als das Becker. So ist es unauffälliger zu tragen und stört auch nicht beim Sitzen. Man kommt aber schlechter an das Messer ran. Auch Geschmacksache.

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Das Reeve liegt sicher und fest in der Hand. Die Rampe mit dem Daumen ist griffig, die Riffelungen aber nicht zu rauh und unbequem.

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pitter

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Fazit: Chris Reeve Professional Soldier - KA-BAR Becker Necker

Fazit:

Welches ist besser? Tja - wofür? Gefallen tun mir beide, überzeugen kann mich das jeweiligen Konzept auch.

Das Becker Necker ist ein praktisches Gebrauchsmesser. Handlich genug, um es immer dabeizuhaben und groß genug für die meisten Schneidaufgaben drinnen und draußen. Die Klingengeometrie ist robust, der Stahl schnitthaltig, leicht zu schärfen. Die Scheide funktioniert. Für unter 50EUR ein Paket, an dem es nichts zu meckern gibt. Außerdem sieht es trotz der schwarzen Beschichtung wie ein praktisches Messerchen, und nicht wie ein Kampfmeissel aus. Deswegen finde ich es gerade auch als Geschenk für Kinder/Jugendliche geeignet. Das Ding bekommt man nie kaputt, gehts verschütt, ists kein Drama, und Leher wie Mitschüler auf der Freizeit bekommen keinen Herzkasper, wenn man das Becker Necker auspackt.

Das Chris Reeve Professional Soldier kann für mich (!) im Alltagsgebrauch alles besser. Form und Schliff der Klinge taugt auch im Büro und in der Küche. Dass der Hohlschliff und die feine Spitze empfindlicher sind, und sich mit dem Reeve schlechter Bäume fällen lassen, nehme ich in Kauf. Die Handlage ist durch die Daumenrampe und den stärker ausgeprägten Fingerschutz noch sicherer.

Die Scheide sitzt besser, ist schlanker und enger um die Messerkontur gebaut, so dass das Reeve - trotz der längerer Klinge - samt Scheide die gleiche Länge hat, wie das Becker in seiner Nylon Scheide.

Und generell liegen beim Professional Soldier Finish und Verarbeitung von Messer und Scheide in einer viel höheren Klasse.

Als feststehendes Alltagsmesser ist das Reeve für mich perfekt. Und es gefällt. Dementsprechend häufig trage und nutze ich es. Das relativiert ein wenig den Preis. Ein wenig. Es bleibt ein Stück Flachstahl mit Scheide.

Reeve und Becker. Gleiche Grifflänge, das Reeve hat eine deutlich längere Klinge.

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In der Scheide sind beide gleich lang

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Kay

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Wenn ich mich entscheiden Sollte würde ich zum BK-11 tendieren, da es mir besser in der Hand liegt, auch angesichts der Kosten in der Anschaffung.
Selbst wenn ich mir eine neue Kydex machen lassen würde würde ich noch gut 100-140€ Günstiger bei wech kommen.

Rost kann ich noch keinen Feststellen, trotz Nordseeklima, hier ist die Luft dochsalzhaltiger:glgl:

Achso bevor ich es vergesse, ich habe die Beschichtung Abgebeizt, nun siehts imho besser aus, es kommen erst garkeine Kratzer in die Beschichtung:D

Es sieht aus wie Kugelgestrahlt würde ich mal ganz frech behaupten...

Bei dem Chris Revee Messerle konnte einfach nicht der Funke überspringen, wo bei das BK-11 auch Freundschaft auf dem 2. Griff ist.

MfG

Kay
 

eisbaer

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Sehr schöner Bericht, vielen Dank.

Das Becker Necker hatte ich noch nicht in der Hand, aber beim Professional Soldier kann ich dir voll und ganz zustimmen. Ein absolut alltagstaugliches Messer, das sich bequem mitführen lässt.

Ich habe mir für meines von PiterM eine andere Scheide bauen lassen, damit lässt sich das Messer noch angenehmer ziehen. Zudem lässt sie einen größeren Teil des Griffs frei, so dass dieser im oberen Drittel mit Paracord umwickelt werden kann.
Trägt nicht wesentlich auf, verbessert aber den Griffkomfort spürbar.
 

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nefertem

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Zur Scheide des Professional Soldiers muss ich sagen, dass sie nach einer Weile lockerer wird, was ich auf die "sehr" scharfen Kanten des schneidenseitigen Finger Guards (ich meine die Schneidenseite des Zeigefingerschutzes) zurückführe. Die raspeln sich da rein. :irre:
Ich benutze das CR seit über einem halben Jahr täglich und da wackelt es mittlerweile auch ein bißchen in der Scheide. Mein zweites unbenutztes sitzt wie von pitter beschrieben (noch) sehr sehr fest.


Gruß
nefertem
 

hawky

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hinweis zum bk-11 ... es gibt fuer die sheath ein tdi metal belt clip von ka-bar - damit laesst sich das messer am guertel einstecken. das funktioniert gut. insgesamt find ich die sheath aber etwas ueberdimensioniert.

--ingolf
 

Verteidiger

Mitglied
Weiß jemand, ob es bei der Produktion des "Professional Soldier" eine Änderung gegeben hat und neue Modelle ohne die Beschichtung ausgeliefert werden?
 

Verteidiger

Mitglied
Danke. Auf das Nächstliegende bin ich selbst nicht gekommen. Für den Fall, daß sich noch jemand anderer dafür interessieren sollte, hier die charmante Antwort (von Charmaine):

"... we used to coat the knives with the KG grey gun coat just like the other military knives. It was about a year ago that we started sending them out to get a PVD coated. There has to be a coating on the knife however for rust resistance. ..."​

Ich wußte allerdings nicht, daß S30V - besonders - vor Rost geschützt werden muß. Meine anderen Messer aus diesem Stahl sind jedenfalls nicht beschichtet.

Beste Grüße allerseits aus dem Verteidiger!
 

prowler

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So, endlich habe ich auch ein PS. Mitbringsel aus Schaafheim ...

Weiß jemand, ob es bei der Produktion des "Professional Soldier" eine Änderung gegeben hat und neue Modelle ohne die Beschichtung ausgeliefert werden?

So wie es aussieht hat sich der Stahl geändert. Bei meinem wurde CPM S35VN (55-57HRC) verwendet.
 

flatratte

Mitglied
So, endlich habe ich auch ein PS. Mitbringsel aus Schaafheim ...



So wie es aussieht hat sich der Stahl geändert. Bei meinem wurde CPM S35VN (55-57HRC) verwendet.

Hallo,

habe schon lange bei Euch mit gelesen - oft auch geschmunzelt, weil der Stil so in etwa auf meiner "Wellenlänge" liegt. So - nun meldete ich mich mal an... klar, wenn man was "will"...
Ich hoffe aber, dass ich dann in Zukunft auch mal was "geben" kann :cool:

Ja... wie gesichert ist denn die Info bezüglich geänderter Stahlsorte? Das Nyala ist ja dem entsprechend ausgestattet - liegt also nahe, dass man da "umgestellt" hat.
Ich würde nämlich gerne ein "Professional Soldier" bei Globi (das ist halt mein "Hauslieferant" in Sachen Outdoor) bestellen... nur - da ist jetzt guter Rat teuer: Haben die auch die neueste Variante auf Lager? Anfragemail an Globi ging schon raus.
S35VN wäre mir lieber - ist wohl etwas resistenter gegen Oxidation? Obwohl ich diesbezüglich auch mit S30V bislang keine Probleme hatte.
Was mir ebenfalls auffällt: Die Beschichtung sieht oftmals sehr hell/dann wieder sehr dunkel aus - kann natürlich an der Darstellung der Bilder im Web liegen - aber, evtl. wurde da ja tatsächlich auch etwas aktualisiert.
Möchte keinen "Ladenhüter" kaufen - danke schon mal für Eure Tipps :)

Edit:

Hier die Antwort des Globetrotter Service - somit geklärt:

"die aktuell uns vorliegende Serie des Professional Soldier besteht aus CPM S35VN (55-
57RC), die Beschichtung erzeugt ein kräftiges Anthrazit (schimmert leicht)."

Das ist noch nicht auf der Chris Reeve Homepage eingepflegt... wo die doch sonst einen solchen Perfektionsanspruch haben :rolleyes:
 
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flatratte

Mitglied
Hmmm... naja, wenn man bei "KRÄFTIGES Anthrazit" das "kräftig" gegen unendlich gehen lässt, könnte natürlich "schwarz" rauskommen^^

Nee im Ernst - sieht schon recht schwarz aus; vielen Dank für die tollen Bilder :)

Wie auch immer - wenn Alles gut geht, habe ich mein Exemplar morgen in der Post. Ich gebe dann auch Bescheid, wie's letztlich aussieht - leider dann nur verbal, denn ich habe lediglich ne recht miese Handycam zur Verfügung... da wären entsprechende Bilder wegen dem Farbrauschen eher bunt - was dann ieder Verwirrung stiftet ;)
 

Verteidiger

Mitglied
Ich hatte meine Frage ursprünglich gestellt, weil mir die unterschiedlichen Farben - ich nenne sie jetzt einmal grau und schwarz - auch aufgefallen waren. Ein Verkäufer im Netz, auf dessen Fotos das Messer grau aussah, hatte mir geantwortet, daß dieses Messer überhaupt nicht beschichtet sei. Charmaine von der Fa. Chris Reeve hat dann geschrieben, daß sie die Beschichtungen geändert hätten. Daraufhin habe ich mir ein Messer gekauft, das schwarz ist und laut einem Beileger in der Verpackung bereits 2009 hergestellt worden war. Im aktuellen Messermagazin ist nun ein graues Messer beschrieben worden. Deshalb nehme ich an, daß die neue Beschichtung die graue ist. Und offenbar ist inzwischen auch die Stahlsorte geändert worden. Wenn Du tatsächlich ein graues Messer geliefert bekommst, sollten wir endgültig Klarheit in die spannende Geschichte dieser vielfältigen Produktentwicklung gebracht haben. Es lebe das Messerforum.

Interessieren würde mich allerdings noch, ob eine der Beschichtungen besser ist als die andere, oder ob die neue nur einfacher - und billiger - anzubringen ist. Wie die Beschichtungen genau heißen, steht weiter oben in dem post mit der Stellungnahme von Charmaine. Kann dazu jemand etwas sagen? Schöne Grüße aus dem Verteidiger!
 

eisbaer

Premium Mitglied
Interessieren würde mich allerdings noch, ob eine der Beschichtungen besser ist als die andere, oder ob die neue nur einfacher - und billiger - anzubringen ist. Wie die Beschichtungen genau heißen, steht weiter oben in dem post mit der Stellungnahme von Charmaine. Kann dazu jemand etwas sagen?

Es sind im Prinzip zwei verschiedene Techniken und dementsprechend wohl auch Mittel mit denen beschichtet wird.

Kalgard wird aufgesprüht bzw. das Werkstück wird eingetaucht. PVD-Beschichtungen sind aufgedampft.

Genaues findet sich hier: http://www.kal-gard.co.uk/ bzw. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Gasphasenabscheidung

Was jetzt besser oder schlechter ist kann ich nicht beurteilen. Ich habe (und hatte) diverse Reeve Messer mit Kalgard und die Beschichtung ging bei keinem ab. Sie ist erheblich beständiger als das schwarze Zeug auf den Glock-Messern. (was ja auch nicht weiter verwundern sollte) Mit PVD beschichteten Messern habe ich keine Erfahrungen.

Wobei das Ganze eher praktische und historische Gründe hat. Die Hohlgriffmesser von Chris Reeve waren aus A2 Stahl und bei diesem ist ein Korrosionsschutz empfehlenswert. Chris Reeve stammt aus Südafrika und hat seine ersten Messer auch dort gebaut. Da Kalgard eine südafrikanische Firma ist nehme ich einfach mal an, daß er was bei sich aus der Gegend genommen hat.
Später ist er dann in die USA ausgewandert und hat wohl am Bewährten festgehalten. Die Rohlinge der Hohlgriffmesser kamen ja auch bis zum Schluß aus Südafrika.

Beim PS wäre aufgrund des S30V eine Beschichtung natürlich nicht nötig gewesen. Da es aber sein erstes feststehendes Messer nach den Hohlgriffmessern war (vom unsäglichen Inyoni abgesehen), wird er dieses Merkmal eben fortgeführt haben. Zumal das PS ja auch mit dem Militär im Blick entwickelt wurde und da eine schwarze Klinge hilfreich sein kann. Kalgard hatte sich über die Jahre ja auch ganz gut bewährt.

Mittlerweile baut er die Messer in den USA und ich kann mir gut vorstellen, daß er sich den Verschiffungsaufwand für die Beschichtung sparen will und das eben nun auch (wieder) vor Ort macht / machen lässt.

Ich bin mir nicht ganz sicher seit wann PVD-Beschichtungen im industriellen Maßstab zum Einsatz kommen, meine aber erst seit Anfang der 1990er.
Das erste Reeve Hohlgriffmesser kam 1983 auf den Markt, also zu einer Zeit als es das PVD-Verfahren wohl noch gar nicht in dem Umfang gab.
 

flatratte

Mitglied
So - es ist da.

Zunächst zu den Sachlichkeiten:

Das Zertifikat weist aus, dass das Messer March 8, 2011 geboren wurde - also noch taufrisch ist. Ferner wird ihm eine "Seele" aus S35VN (55-57RC) attestiert - das deckt sich mit der Recherche von Globetrotter.
Die Beschichtung ist optisch absolut mit der auf prowlers Bildern identisch; man könnte es noch als sehr dunkles grau durchgehen lassen, aber spätestens, wenn das Teil mit Fingerfett vom Begrapschen gesättigt ist - ists schwarz :D

So - nun zu den Emotionen. Ich bin Materialfetischist - geb ich schon zu; habe vor zwei Jahren meine Surefire Sammlung aufgelöst, weil ich mit der sinkenden Qualität der Lämpchen nicht mehr zufrieden war und somit die Marke für mich an Bedeutung verlor - nur zur Erklärung, dass ich wohl schon sehr pingelig zu sein scheine.

Messermagazin schreibt von "Highend-Anmutung". Unter High End verstehe ich aber schon etwas anderes:

Das Messer kommt in einer labberigen Wellpappschachtel (jeder Schokoriegel ist repräsentativer verpackt), in der ein paar verknitterte Aufkleber und das "Zertifikat" lümmeln, nebst dem Messer in der Kydex - eingeschlagen in ein Blatt... naja, wirkt wie Toilettenpapier.

Kunststoffreste und -spähne um die Nieten der Kydex hätte man schon entfernen können - sieht einfach schlampig aus.
Die Klingenbeschichtung ist teilweise nicht ganz sauber (Stahl schimmert an mancher Kante bereits deutlich durch - sieht aus, wie schon 50 mal aus der Scheide gezogen). Ferner lässt sich ein Beschichtungsabrieb durch simples Rubbeln mit dem Finger erzeugen - wurde hier schon erwähnt, und: Schafft kein Vertrauen.
Manche Kanten sind nicht gut gebrochen - und gerade die Fangriemenösen erweisen sich als scharfkantig.

Nur zum Vergleich:
Ein (inzwischen verkauftes *heul*) Pohl Force CT-1 war da erheblich besser verarbeitet;
meine noch vorhandenen diversen Fällies sagen mir hinsichtlich Qualitätsanmutung auch besser zu (auch wenn es da schon herbe Ausreißer gab...).
Und meine Benchmades waren etwa auf dem Niveau des professional soldier... kein Kompliment für Chris Reeve, finde ich.

Und nu??

Da ich "Bauchmensch" bin, schicke ich das Teil spontan lieber wieder zurück - nach der Beschreibung werde ich eh nimmer glücklich damit.

Vielleicht teste ich mal das unbeschichtete Charlie von Pohl Force - die Qualität ist ja nicht immer proportional zum Preis - aber D2 mag ich eigentlich net.
Oder ich ordere noch einmal ein alternatives PS - kann ja auch ein Einzelfall sein, bei "meinem " gelieferten...

Ich muss noch ergänzen, dass meine Meinung zur Beschichtung sicher nicht sehr fundiert ist - dies ist mein erstes besichtetes Messer (weil ich das eigentlich nicht mag, aber meinte, bei *dem* Hersteller wirds schon gut sein).

Gerade noch probiert: Ich habe das Messer mal abgespült - wie mans halt mit Küchenmessern auch macht; Abrieb gibts jetzt keinen mehr an der Beschichtung - und etwas heller erscheint mir die Farbe jetzt auch:confused:
 

scharfmann

Mitglied
Hallo,
diese Beobachtungen kann ich nicht teilen.
Ich habe seit zwei Wochen eines ( PS ), erstanden bei Rivers&Rocks ( kann ich sehr empfehlen, schnell geliefert, gute Abwicklung ). Zu meiner Überraschung präsentierte sich das Knife auch in schwarz, aber ich will mehr schneiden als schauen. Die Verarbeitungsqualität ist super, alle Kanten ordentlich gebrochen usw. die Verpackung ist nicht prickelnd, aber wie gesagt, ich will schneiden , nicht schauen. Die mitgelieferte Kydex finde ich gut, trägt nicht auf, habe wie von pitter empfohlen, ein kleines Tecloc montiert.
Fazit, ich bin rundherum zufrieden, vielleicht sind meine Ansprüche aber auch einfach bescheidener.
Schneiden tut das Teil übrigens wie die Pest!!!! und das zählt für mich!!!
Gruß,Olli
 

eisbaer

Premium Mitglied
Das Messer kommt in einer labberigen Wellpappschachtel (jeder Schokoriegel ist repräsentativer verpackt), in der ein paar verknitterte Aufkleber und das "Zertifikat" lümmeln, nebst dem Messer in der Kydex - eingeschlagen in ein Blatt... naja, wirkt wie Toilettenpapier.

Das ist bei jedem Reeve so. Und zwar mit voller Absicht und wie ich finde auch mit gutem Grund.
Chris Reeve sagt, er spart lieber an der Verpackung und verlangt den Kaufpreis nur für das Messer.
Natürlich könnte man das Messer auch in einer "repräsentativen" Peli-Box (am Besten mit Flammen, Tauchern und "Taliban Takedown" Schriftzug) verkaufen. Aber warum? Ich kaufe mir ein Messer zum benutzen und kann dann auf die 40,- Euro Aufpreis für ne Peli-Box als Verpackung (die hinterher eh nur rumliegt) verzichten. Die meisten der Messer werden sowieso über den Versandhandel abgesetzt und da müssen auch keine aufmerksamkeitsheischenden Verpackungen her.
Klare und schlichte Linie, wie beim Sebenza. :D

Zum Thema Verarbeitung kann ich nur sagen, daß meines (allerdings mit Kalgard) bei der Auslieferung in einem tadellosen Zustand war. Dafür ist es aber eher dunkelgrau. Aber welche Rolle spielt der Farbton nochmal genau?

Das Pohl ist sicher auch nicht schlecht, aber wenn du schon Wert auf das Image legst solltest du bedenken, daß dem Chef von Oberland Arms bzw. Herrn Pohl das PS so gut gefallen hat, daß sie auch mal was in die Richtung bauen wollten.
 

flatratte

Mitglied
"...aber ich will mehr schneiden als schauen..." - gut; ich sehe das eigentlich genau so. Nur - dafür muss ich nun wirklich keine 200 Euronen investieren; mal ehrlich: Wenn ich nur schneiden will, dann ist das PS absolut oversized. Opinels können das auch ;)
Nein - wenn ich viel Geld anfasse, gehts mir um das "Gesamtpaket".

"...Natürlich könnte man das Messer auch in einer "repräsentativen" Peli-Box..." - Es gibt ja auch Grautöne zwischen Schwarz und Weiß; ich will keine der viel beworbenen repräsentativen Sammlerboxen. Aber ehrlich - im Vergleich zu dem, was ich da geschickt bekommen habe, ist ja ne Blisterverpackung noch deutlich hochwertiger. (Übrigens - ne Peli hielte ich jetzt wirklich nur für die Carbonstahlfraktion für sinnvoll:haemisch:).

"...aber wenn du schon Wert auf das Image legst..." - da bin ich wohl missverstanden worden. Ich lege Wert auf Qualität, bzw. sogar eher auf ein angemessenes Preis/Leistung - Verhältnis.
Würde ich Wert auf Image legen, hätte ich meine Surefires bestimmt nicht gegen Fenix "eingetauscht". Nur: Surefire lässt nach, Fenix verbessert sich.
Made in USA - ähnlich wie Made in Germany erzählt von "alten Zeiten".
Die Asiaten lernen, beginnen Stil zu entwickeln - in materiellen Dingen (in anderen Dingen - die mir sogar wichtiger sind, hatten sie uns ohnehin immer etwas voraus).

Aber das Ganze wird evtl. in einen "Ideologiedisput" ausarten und somit OT werden.

Ich denke, ich werde daher mal meine Teilnahme an diesem Thread damit beschließen; danke für die Meinungen und Anregungen zum "Messer an sich" :)