Chisel grind - Designer-Gag ?

DeadlyEdge

Mitglied
Hi ! Na , was meint Ihr : ist dieser einseitige Schliff , der z.B. bei einigen CRKT Messern oder auch bei der neuen TAC Serie von Puma Verwendung findet irgendwie sinnvoll und vorteilhaft oder im Gegenteil ? Unterscheidet sich das "Schneidegefühl" bei so einem Messer von dem eines normalen Messers mit beidseitigem Hohl- oder Flachscliff ? Ist dieser Schliff geeignet für das erste self-made Messer ( die richtige Symetrie des Schliffes ist meistens ein Problem ) ?
Ich hoffe , ich hab' mich verständlich ausgedrückt .
Martin
 
Hallo,
ich finde diesen einseitigen Schliff bei der
K.I.S.S. und P.E.C.K. Serie nicht schlecht.
Die klinge liegt frei und du schneidest dich
trotzdem nicht (mit viel Geschick schon) aber sonst eigentlich so gut wie ausgeschloßen und ich trage das in der Jackentasche oder in der Hosentasche. Für einen Neueinsteiger ins Klingenschleifen vielleicht einfacher zum üben.

Gruß aus Karlsruhe
 

jangs

Mitglied
Hallo Martin,
Böse Zungen behaupten, der Chisel grind, also Meiselschliff, wurde von Messermachern erfunden die keinen richtigen Messerschliff hinkriegen
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.
Im Ernst, ich mag es nicht ! Das Messer hat beim Schnitt immer die Tendenz nach einer Seite zu rutschen. Der Chisel wird übrigens meistens bei Wellenschliff angewandt.

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0-) Jang
 

Andreas

Mitglied
Ich finde den Chisel-Grind bei Gebrauchsmessern ziemlich unpraktisch. Mir geht es genau so wie jangs, die Klinge rutscht mir beim schneiden irgendwie weg. Oder stelle ich mich dabei nur zu dumm an?
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[Dieser Beitrag wurde von Andreas am 21.11.2000 editiert.]
 

Stinkmarder

Mitglied
Chisel-Grind ist für'n Ar...!!!
tchuldigung, aber ist doch so.
Wie Jangs und Andreas schon sagten, ordentlich eine Scheibe Wurst abschneiden ohne Wellen in der Scheibe ist fast unmöglich.
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pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Fuer KISS und aehnliche Konstruktionen eventuell sinnvoll. Als Waffe ok, da ist es eh wurscht, hauptsache es schneidet. Wenn man unbedingt moeglichst einfach nachschaerfen will, eventuell.
Ansonsten ueberfluessig wie ein Kropf.

Gruesse
Pitter
 

bigbore

Mitglied
Hi-
ich hab ein Küchenmesser mit Chisel-grind-Klinge, das taugt nicht mal für Hundefutter aus der Dose!
Für jeden praktischen Gebrauch untauglich - Du mußt schon in einem verkanteten Winkel ansetzen, um einigermaßen gerade Schnitte zu erhalten.
Kauf einfach ein billiges Haushaltsmesser und probiers aus, Du wirst selbst diese 5,- DM verfluchen!
Einzige Ausrede "als reines Kampfmesser": - - ok , da das vermutlich NIE benutzt wird, könnte es auch STUMPF sein??
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herbert

MF Ehrenmitglied
Tja, ich sehe das genauso wie die meisten. Für die eigentliche Aufgabe eines Messers, also den präzisen Schnitt, taugt der chisel grind aus den sattsam bekannten und oft gehannten Gründen nicht, aber trotzde habe ich an meinem crkt sampsons`s kiss viel Spaß. So ein System ist pfiffig, geht nur mit chisel grind. Zum Angeben Klasse, zum Schneiden ganz große na ja, eben nicht Klasse.
Ist eher unter "interessant" einzuordnen. Und für Kampfmesser.
(Aber die Idee ist schon toll)
Herbert
 
G

gast141009

Gast
`s ist schon so: Chisel-Grind mit Wellenschliff geht so - aber ohne "geht gar nicht"!!!

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* Günter Ostermann *
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Armin II

Mitglied
Meine Meinung: Chisel Grind ist eine Erfindung von Messermachern, die entweder nicht fähig oder nicht willig sind, beide Seiten einer Klinge symetrisch und gleichmässig zu schleifen.

Die Behauptung, dass eine Chisel Grind Klinge robuster ist als eine beidseitig geschliffene kann ich nicht nachvollziehen, das hängt nämlich vom Keilwinkel ab, den die beiden Flächen der KLinge bilden, und nicht davon, ob nun eine oder zwei Seiten geschliffen sind.

Zur Tauglichkeit derart geschliffener Klingen will ich hier mal nichts sagen, denn das ist mit Sicherheit Übungs- und Gewohnheitssache. Für manche Zwecke mag ein derartiger Schliff evtl durchaus vorteilhaft sein.

[Dieser Beitrag wurde von Armin II am 22.11.2000 editiert.]
 

DeadlyEdge

Mitglied
Hallo wieder !
Erstmals danke für alle Infos !
Genau diese Behauptung von dem "mehr Material an der Spitze" konnte ich früher nicht nachvollziehen . Es ist eine reine Geometrieaufgabe : mehr Material an der Spitze gibt es nur dann , wenn der Winkel grösser ist ; ob dieser Winkel von zwei geschliffene Flächen oder von einer geschliffenen Fläche und dem Klingenspiegel gebildet wird , sollte egal sein . Da gelten leider nicht "andere physikalische Gesetze" .
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Also (Fazit) : Chisel grind ? - danke , nein !
Schade eigentlich , dass man mit solchen sinnlosen Designereinfällen soviel spekulieren kann und als "Innovationen" oder "eigenständige Detaillösungen" auf dem Markt bringt .
Die K.I.S.S. und P.E.C.K. Serien von CRKT sind ein anderes Thema - da hat der einseitige Schliff tatsächlich Sinn . (CRKT haben aber auch ein feststehendes Tanto mit chisel grind im Programm , ich kann mich im Moment nicht an der genauen Modellbezeichnung erinnern...) (Tanto-Klingenform finde ich eigentlich auch ganz schön sinnlos , aber das ist ein anderes (und grösseres) Thema)
OK , nochmals vielen Dank und macht's gut !
Martin

[Dieser Beitrag wurde von DeadlyEdge am 22.11.2000 editiert.]
 

Schleifalot

Mitglied
Chisel grind macht nur für den Hersteller Sinn: Man braucht die Klinge in der Fertigung nicht mehr umspannen, und hat damit weniger Herstellungskosten (Zeitersparnis)
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Seal_6

Mitglied
haben aber auch ein feststehendes Tanto mit chisel grind im Programm , ich kann mich im Moment nicht an der genauen Modellbezeichnung erinnern...)

>>>das KOMODO
Hatte selbst mal eins. Keine Balance, Sch...Griff, keine ordentliche Schärfe.
Fazit: Vergiß es - ich hab´s verschenkt.

"Blue Skys"

Micha
 

DeadlyEdge

Mitglied
Jawohl ,
KOMODO hies es , danke dir , Seal_6 . Ich habe doch nicht gesagt , daß es mir gefällt . Die Optik lässt genau das vermuten , was Du berichtest .
Martin
 

DeadlyEdge

Mitglied
Raimund ,
Entschuldigung ! Ich bin kein Begriffen-Fetischist ; gemeint habe ich eben die amerikanische Form , die eckige mit der sekundären Spitze . Übrigens : die Zeichnung "traditionelle Tanto Form" in den FAQ's erinnert sehr stark an den Finnenmessern - die haben meistens auch einen geraden Rücken . Werden die auch als Tantos eingeordnet ? Aber , wie gesagt : das ist ein anderes Thema .
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, Martin

[Dieser Beitrag wurde von DeadlyEdge am 22.11.2000 editiert.]
 

judge

Mitglied
Wenn man´s ganz genau betrachtet, ist "tanto" eigentlich nur die Bezeichnung für eine japanische Klingenwaffe ("to" allgemein für Schwert) kürzerer Länge ("tan", weiß jemand wieviel das genau ist?) und bestimmter Montierung, mit Tsuba etc.
Bei traditionellen japanischen Tantos gibt es, wie bei Schwertern, eine Vielzahl von Klingen- und Klingenspitzenformen. Sind beinahe alle hübscher als das, was Cold Steel als amerikanisiertes "Tanto" propagiert hat, und heute von einer Vielzahl von Herstellern gebaut wird. Klugscheißen Ende.
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judge
"Every tool is a weapon if you hold it right" - Ani Difranco
 

Armin II

Mitglied
ModifiedTanto,

das mit dem mehr Material an der Spitze hat doch nichts damit zu tun, ob die Klinge nun von einer oder von zwei Seiten geschliffen ist.
Das hängt doch nur vom Winkel ab den die beiden Flächen bilden, und der dürfte annähernd gleich sein.