Burgvogel Kombination aus U- und V-Schliff, wie schleifen?

san-san

Mitglied
Hallo Messerfreunde,
ich wollte mir das Burgvogel "Natura Line" Santoku in der Carbonstahlvariante kaufen. Jedoch bin ich mir doch etwas unsicher über den Kauf, da auf der Seite folgendes steht:
Beim Schliff ist Karl Bahns neue Wege gegangen. Die Zwischenform aus klassischer U-Form und japanischen Keilschliff macht die Messer scharf und lässt sie dennoch relativ unempfindlich gegenüber falscher Handhabung werden. Das Nachschleifen kann mit einem Stahl oder Wasserschleifstein erfolgen.
  • Wie genau finde ich heraus wo der U-Schliff und der V-Schliff beginnt?
  • Ist es folglich schwer dieses Messer zu schleifen, insbesondere wenn man Anfänger ist?
  • Weiß jemand wie groß der Winkel des U-Schliffs sowie des V-Schliffs ist?
  • Handelt es sich bei dem U-Schliff um einen balligen Schliff? Wenn es ein balliger Schliff ist, ist es doch als Anfänger zu schwer diesen selber zu schleifen oder nicht?

Ich freue mich auf eure Antworten
 

jollo74

Mitglied
Moin Moin,
Ich habe das Gussstahl-Santoku von Burgvogel schon seit Längerem im Gebrauch und bin damit sehr zufrieden :super: !

Die Klinge ist vom Rücken bis ca. 3mm vor der Schneide flach (V-förmig) geschliffen und geht dann ballig (U-förmig) zur Schneidfase über. Dadurch ist oberhalb der Fase mehr "Fleisch" vorhanden.

Ich habe mein Santoku erst mit einem 40° Gesamtwinkel geschliffen, bin aber mittlerweile auf 30° übergegangen: der Gussstahl ist gut wärmebehandelt und verträgt den flachen Winkel ohne Ausbrüche oder "edge rolling", richtige Behandlung vorausgesetzt.

Ich hoffe, dies hat Dir etwas weitergeholfen :D.

LG
Jörg
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Jedoch bin ich mir doch etwas unsicher über den Kauf, da auf der Seite folgendes steht:
"Beim Schliff ist Karl Bahns neue Wege gegangen. Die Zwischenform aus klassischer U-Form und japanischen Keilschliff"

Die Beschreibungen werden tatsächlich immer blöder. Kein Wunder, dass die Leute vollkommen verwirrt hier aufschlagen. Und bei jedem neuen Pupsmesser ein thread zum Schärfen gestartet wird.

Das Ding ist offenbar ein ganz normales, flach geschliffenes Messer mit einem balligen Anschliff; ohne Schneidfase. Oder verstehe ich da was falsch? Falls nicht - ja, das ist was wahrlich neues. Mein olles Fällkniven hat das. Oder Bark River. Und zig andere Messer. Und sehr japanisch ist das alles auch, klar.

Zu Deinen Fragen:

1. Ich möchte mit Hausmitteln (ohne Bandschleifer) keinen balligen Schliff *anbringen*. Nachschärfen oder scharf halten ist aber nicht wirklich ein Problem. Such bitte hier im Forum nach balligen Schliff, hatten wir schon zigmal. Recht informativ ist auch die Anleitung von Bark River. Oder die Mauspadmethode...alles hier beschrieben.

Ich verwende entweder einen Leder Spannriemen oder das Bark River Set von Jenni, schaumal hier http://www.messerforum.net/showthread.php?t=57941

Ich bin, weil ich ein fauler Mensch bin, kein Freund von balligen Schliffen. Weil ich das weder mit dem Sharpmaker noch dem Wicked Edge schärfen kann. Und ich bin nicht der Freihand Schleifprofi. Aber *schwer* nachzuschärfen ist der Schliff nicht, muss man halt ein paarmal üben.

2. Wenn Dir das zu blöd ist, schleif halt einfach ne Fase rein, fertig. Der Bereich zwischen 30° und 40° Schneidenwinkel, den jollo74 genannt hat, ist sinnvoll. Ich (fauler Sack) würde entweder genau 30° oder genau 40° nehmen, weil ich beides mit dem WE/Sharpmaker einfach nach schärfen kann. Welcher Winkel, hängt vom Stahl und meiner Anwendung ab. Wenns, wie jollo74 meint, der Stahl mitmacht und Du einigermassen pfleglich mit dem Messer umgehst, nimm 30°. Ansonsten, wenns Dir scharf genug ist, eben 40°. Ist robuster.

Pitter
 

san-san

Mitglied
Danke für eure Hinweise :)

@jolly74 Hast du das Burgvogelmesser normal wie ein V-Schliff-Messer ohne einen balligen Anschliff geschliffen? War das Messer nach dem eigenen 40° Anschchliff genauso scharf wie der Ausgangsanschliff? Ich gehe mal davon aus, dass der 30° Anschliff wesentlich schärfer ist als der original Schliff, oder?

Ich werde dann das Burgvogelsantoku mit einem 1000 -> 3000 -> 6000 Stein jeweils im Winkel 40° oder 30° (muss noch schauen wie scharf es ist) bearbeiten, sobald es stumpf wird.
Falls jemand einen anderen Vorschlag bzw. noch Empfehlungen zum Schleifen des Burgvogel Santokus hat, so würde ich mich über diese freuen. :super:
 
Zuletzt bearbeitet:

jollo74

Mitglied
Hast du das Burgvogelmesser normal wie ein V-Schliff-Messer ohne einen balligen Anschliff geschliffen?
Genau :D.

War das Messer nach dem eigenen 40° Anschchliff genauso scharf wie der Ausgangsanschliff?
Nein - es war schärfer :glgl:. Die Werksschärfe war OK, mehr aber auch nicht. Ab Werk war die Klinge, wenn ich mich richtig erinnere, auch nicht ballig auf Null geschliffen; sie hatte eine "Mikrofase".

Ich gehe mal davon aus, dass der 30° Anschliff wesentlich schärfer ist als der original Schliff, oder?
Stimmt, aber das war der 40° Schliff auch :rolleyes:. Mit 30° wird das Messer schon noch fühlbar schnittfreudiger.

pitter schrieb:
Ich (fauler Sack) würde entweder genau 30° oder genau 40° nehmen, weil ich beides mit dem WE/Sharpmaker einfach nach schärfen kann.
Ich bin auch ein fauler Sack :rolleyes:, bei mir sind es die vom Pearl-Schärfer vorgebenen Winkel:D.

LG
Jörg
 

san-san

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Ich habe noch einige Fragen zum Burgvogel Natura Line Santoku in der Gussstahl Ausführung (Ihr könnt aber auch die Fragen in Hinsicht auf das rostfreie Santoku beantworten, Hauptsache ihr gebt an um welche Variante es sich handelt ;)).
  1. Muss ich das Messer direkt nachdem ich etwas geschnitten habe abwaschen und abtrocknen oder kann ich es etwas herumliegen lassen ~10min. und später abtrocknen, um das Rosten bzw. das Anlaufen der Klinge zu vermeiden (beim rostfreien sollte die Frage klar sein)?
  2. Wie sieht es mit der Schnitthaltigkeit aus? (Wie oft war das Messer durchnittlich im Einsatz, was wurde geschnitten bis es deutlich an Schärfe verlor?)
  3. Wie scharf ist es (Anzahl der Bewegungen beim Tomatentest, natürlich auch angeben ob ihr es selber geschliffen habt und wenn ja, wie)?
  4. Kennt jemand einen Laden in Köln, bei den man die Gussstahl und die rostfreie Variante testen kann?
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Muss ich das Messer direkt nachdem ich etwas geschnitten habe abwaschen und abtrocknen oder kann ich es etwas herumliegen lassen ~10min. und später abtrocknen, um das Rosten bzw. das Anlaufen der Klinge zu vermeiden (beim rostfreien sollte die Frage klar sein)?

Das machst du bitte mit keinem Stahl, der "rostet". Je nachdem, was Du schneidest, wird das Messer *sofort" anlaufen. Das stört aber weiter nicht - zumindest mich nicht. Wenn Du das nicht verträgst, würde ich mir gleich ein rostfreies Messer kaufen. Wenn das Ding aber 10 Minuten nass rumliegt, wirds vermutlich rosten. Warum macht man sowas? Die Stoßfänger aktueller Autos halten einen Aufprall mit etwa 7 km/h unbeschadet aus. Bummst Du mit jeder Karre erstmal an einen Betonpfosten, um zu sehen, ob das stimmt?

Wie sieht es mit der Schnitthaltigkeit aus? (Wie oft war das Messer durchnittlich im Einsatz, was wurde geschnitten bis es deutlich an Schärfe verlor?)
Wie scharf ist es (Anzahl der Bewegungen beim Tomatentest, natürlich auch angeben ob ihr es selber geschliffen habt und wenn ja, wie)?

Langsam wirds albern. Da jeder anders und anderes schneidet, kann hier keiner etwas quantitatives zur Schnitthaltigkeit sagen. Frag den Hersteller nach spezifizierten Versuchen (wie es zB CATRA macht), vielleicht hat er was. Wie aussagekräftig das für die Praxis ist, ist wieder ne andere Frage.

"Anzahl der Bewegungen beim Tomatentest"...komm bitte:rolleyes: Wir reden hier von einem Messer. Einem 60 Euro Santoku. Nicht von einem Atomkraftwerk.

Kennt jemand einen Laden in Köln, bei den man die Gussstahl und die rostfreie Variante testen kann?
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Was willst da testen? Wann es das rosten anfängt? Die werden sich freuen. Derweil ist das doch ganz einfach. Das "rostfreie" ist pflegeleichter, das mit Carbonstahl wird vermutlich nen Tacken schnitthaltiger sein und man wird die Schneide nen Tacken schärfer hinbekommen. Wenn man Schärfen kann und will.

Kauf halt, was Dir eher liegt.

Pit"mannmann, ohne Internet sind alle verhungert, weil sich keiner für ein Messer entscheiden konnte"ter
 

jollo74

Mitglied
san-san schrieb:
[*]Kennt jemand einen Laden in Köln, bei den man die Gussstahl und die rostfreie Variante testen kann?
[/LIST]
Mein Tipp, wenn Du aus der Nähe von Köln kommst: Fahr direkt zu Burgvogel hin. Der Werksverkauf ist super und sowohl bei der zweiten als auch bei der ersten Wahl kannst Du Schnäppchen machen. Ich war erst letzte Woche wieder da und habe zugeschlagen :steirer:.
 

san-san

Mitglied
Mein Tipp, wenn Du aus der Nähe von Köln kommst: Fahr direkt zu Burgvogel hin. Der Werksverkauf ist super und sowohl bei der zweiten als auch bei der ersten Wahl kannst Du Schnäppchen machen. Ich war erst letzte Woche wieder da und habe zugeschlagen :steirer:.

Danke für den tollen Tipp :super:
Auch wenn ich mich noch nicht exakt für eins entscheiden kann (weiß noch nicht ob mir die Schärfe beim rostrfeien Burgvogel ausreichen wird, tendiere aber mehr zum Carbonstahl), so werde ich sicherlich zu einer Entscheidung kommen, sobald ich dort bin. Vielleicht kommt noch ein Office oder Petty Windmühlenmesser hinzu. :hehe: