Buck "Cotes"

Tolstoi

Mitglied
Hallo an alle,

ich habe da eine Frage bezüglich der Beschichtung von Buck-Messern.
In einem Katalog habe ich mal welche mit Titan-Nitrit-Beschichtung
gesehen, welche nur einseitig geschliffen werden, um eben nur mit der
Beschichtung zu schneiden, weil diese angeblich härter ist, als was
man noch mit einem Rockwellhärteprüfer testen kann. Bei Buck heißen
diese Messer "Cotes". Wer von euch hat zufällig ein Messer dieser
Serie, und kann was über die Schnitthaltigkeit sagen. Außerdem würde mich interessieren, wie leicht/schwer diese Klingen nachzuschärfen sind. Da ich mir schon überlegt habe, eines dieser Teile zuzulegen,
würde mich interessieren, ob Klingen mit dieser Beschichtung mehr
leisten als eine Klinge aus "normalem" Stahl.

Grüße

Tolstoi
 

mark23

Mitglied
Hallo Tolstoi!

Ich habe keines dieser Buche "Cotes", aber ich kann was zu den Beschichtungen sagen, weil mein Messer TiAlN-beschichtet ist. Die TiAlN-Schichten sind sehr hart, haften ausgesprochen gut auf dem Metall (kein abplatzen), schützen das Metall vor Korrosion und minimieren die Reibung Klinge/Schnittfläche/Schnittgut. Schärfen ist mit einem Lansky Diamant "Fein" ohne Probleme möglich.

Gruß

Mark23
 

Tolstoi

Mitglied
hallo Mark23,

meinst Du damit, das es auch möglich wäre mit den Beschichtungen, welche Du anbietest, ebenfalls möglich wäre eine Klinge nur einseitig
zu schärfen, um eine Erhöhung der Schneidleistung zu erzielen, oder ist das im Endeffekt wirklich nur zum Schutz der Klinge gedacht,
und somit vielleicht ein Marketing-Gag von Buck ?

Danke und Grüße

Tolstoi
 

mark23

Mitglied
Hallo Tolstoi!

Ich würde sagen, daß das auf alle Fälle von der Dicke und damit der Stärke im Sinne von mechanischer Belastbarkeit der Beschichtung abhängt. Die Beschichtung ist nur einige µm dick und dabei sehr hart, d.h. eher spröde und dadurch eventuell empfindlich gegen Ausbrüche. Ich würde Beschichtungen bei Messern wie oben erwähnt primär als Schutz des Stahles in korrosiven Umgebungen und ggf. noch zur Minimierung der Reibung Klinge/Schnittfläche/Schnittgut ansehen.

Einseitig schärfen ist meines Erachtens nicht wirklich sinvoll. Die Wahl eines geeigneten Stahles (inkl. Wärmebehandlung) hat den maßgebenden Einfluß auf die schnitthaltigkeit des Messers.

Gruß

Mark23
 
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luftauge

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Nitrit(d)beschichtung / Rockwellprüfung

Kleine Ergänzung:

Man kann (könnte) die Härte einer nitrierten Fläche mit dem Rockwellverfahren prüfen, nur bei der "C"-Prüfung würde es dann sehr wohl zu Ausbrüchen/Abplatzungen kommen, deshalb wird es nicht gemacht.
edit:
Laut Vergleichstabellen liegt die Härte der Nitrieroberflächen über 80HRC, 85 - 90 HRC sind da wohl eher normal, ob die Härte nun von der konkreten Nitrierschichtdicke abhängt :argw: , ist wohl anzunehmen.

Die einige mü dünne Schicht ist quasi "schwimmend" auf einer Diffusionsschicht gelagert, welche eine Übergangszone von hart auf ganz hart darstellt (ebenfalls einige mü bis zu Zehnteln dick) - würde der harte Diamant in die Oberfläche eingedrückt, bricht/reisst diese Nitrierschicht auf, Korrosionsschutz als auch verschleissfeste "Gleitoberfläche" würde zerstört.

So vereinfacht wurde es mir vom Härtereileiter erklärt.

Gruß Andreas
 
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mark23

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Nitrieren ist allerdings nicht gleich Beschichten. Die TiAlN-Beschichtung dringt nicht in das Werkstück ein. Man kann allerdings Nitrieren und Beschichten kombinieren ...
 

luftauge

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Dadurch wird sich am eingeschränkten Härte-Prüfverfahren und den anderen späteren Bearbeitungs- und Anwendungsbedingungen nicht viel ändern ;)

Gruß Andreas
 

mark23

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Hallo luftauge!

Schon klar, aber es ging hier halt eigentlich von Anfang an nicht um Nitrieren sondern um das Beschichten mit TiN. Daher meine Bemerkung daß Nitrieren nicht gleich Beschichten ist. Dabei handelt es sich meines Wissens nach um zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren.

HRC geht eigentlich "nur" bis 70. Die 80 bis 95 sind also von Vickers zurückgerechnet (Tabelle: DIN 50150), oder? Vickers wird (speziell auch) für Dünnschichten eingesetzt, da hier eine variable Prüfkraft (z.B. im Kleinlastbereich zwischen 2 und 50 N) vorgegeben werden kann, um eine Zerstörung der Schicht zu vermeiden (DIN 50133).

Gruß

Mark23
 

Tolstoi

Mitglied
Also vielen Dank nochmal für die Antworten,

das bedeutet für mich, das ich mir also nicht unbedingt so etwas
zulegen muß. Wenn es also nur einen Schutz für die Klinge darstellt,
ist das wohl nur das gleiche wie die herkömmlichen Beschichtungen.
Da ich auch bei Buck und anderen Messeranbietern so was inzwischen
nicht mehr finde, hat sich das wohl erledigt.
Wenn trotzdem jemand irgendwann mal so was in die Finger bekommt,
wäre ich über Eindrücke/Erfahrungen wie die denn so sind recht dankbar

Grüße Tolstoi
 

luftauge

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Klaro ;)

Die Verfahren sind unterschiedlich:
- Nitrieren wie ich es ansprach, ist ein Warmbehandlungsverfahren im herkömmlichen Sinn.
- Nitrierbeschichtung wie Du sie schon hast machen lassen, ist ein zusätzliches Verfahren nach der eigentlichen Warmbehandlung, deshalb hat man es wohl auch entwickelt, weil die Verfahrenstemperaturen deutlich unterhalb der herkömmlichen Warmbehandlungstemperaturen liegen, und somit ein nachträgliches veredeln auf "Sparflamme" ermöglichen.

Aber der Zweck ist dergleiche,
genau wie die Probleme die Gleichen sind:
extrem hohe Härten verbunden mit Empfindlichkeit auf bestimmte Belastungen.
Der Vergleich mit der HRC-Skala ist wohl nur hochgerechnet, aber irgendwer wird es bestimmt mal darauf ankommen lassen haben (nur wegen des Prüf-/Eichprotokolls) ;)

Gruß Andreas