Bravo One - Klinge schneidet in den Griff

uselessuser

Mitglied
Hallo Forum,

Ich habe seit ein paar Monaten ein Bravo One, eines das nach der Kerbengeschichte produziert wurde. An sich ist es auch ein wirklich tolles Messer, aber als ich es jetzt zum ersten Mal auseinanderbauen wollte sind mir zwei sehr unschöne Sachen aufgefallen, die aber vielleicht recht normal sind.
Erstens mal kann man nur drei der vier großen Schrauben lösen. Die vierte (eine vordere) ist so unglaublich festgeklebt dass ich bisher nur die Schraube und meine Handgelenke strapaziert habe, aber gedreht hat sie sich keinen Meter. Da ich von Messerdesign keine Ahnung habe könnte das aber so gehören, aus irgendwelchen Gründen?

Das Zweite ist schwerwiegender. Wenn man das Messer aufklappt und von unten draufsieht, sieht man sehr deutlich dass die Klinge in den schwarzen Kunststoff geschnitten hat auf dem sie im geschlossenen Zustand scheinbar ruht. Nicht tief, aber ich weiß ja auch nicht wie viel Spiel da noch ist bevor die Klinge mechanisch nicht weiter in den Kunststoff dringen kann.
Das irritiert mich schon ein bisschen, da das ja wohl nicht gut für die Klinge sein kann? Gibt es eine Möglichkeit für mich das zu korrigieren? Am Besten auch noch, ohne die vierte Schraube zu lösen (sofern mir da keiner einen guten Tipp geben kann) :glgl:

Ich bin für jede Hilfe dankbar, es kann ja auch gut sein dass das "by design" so ist und die Klinge wirklich darauf gebettet sein soll. Ich würde gerne ein Foto davon erstellen, habe aber nur eine Webcam auf der man nichts erkennen kann...

Viele Grüße,
uselessuser
 

weedpeet

Mitglied
Es kann sein, dass die Schraube durch Locktide aka Schraubensicherung gesichert ist. Da hilft ein bisschen erwärmen, dann sollte es klappen.

Das die Klinge in den Backspacer schneidet ist unschön, hatte ich bei meinem BM 710 leider auch schon. Sollte nicht sein, es gibt aber schlimmeres. :cool:

Gruß
weedpeet
 

cugar

Super Moderator
Erstens mal kann man nur drei der vier großen Schrauben lösen. Die vierte (eine vordere) ist so unglaublich festgeklebt dass ich bisher nur die Schraube und meine Handgelenke strapaziert habe, aber gedreht hat sie sich keinen Meter. Da ich von Messerdesign keine Ahnung habe könnte das aber so gehören, aus irgendwelchen Gründen?

..... sieht man sehr deutlich dass die Klinge in den schwarzen Kunststoff geschnitten hat auf dem sie im geschlossenen Zustand scheinbar ruht.

Die Achsschraube kannst du nur einseitig rausdrehen, das Gegenstück ist Verdrehgesichert, das lässt sich nicht drehen.
Das ist ein Feature, kein Bug.

Das Teil kannst du aber einfach rausdrücken, es ist nach dem lösen der Schraube nicht mehr gesichert.

Wurde das Messer schon sehr oft geschärft? Oder im hinteren Teil der Schneide ev. viel Material abgetragen?

Wenn ich das ohne zerlegen richtig sehe, liegt die Klinge in dem Bereich an, in den die Achsschraube des Backlock Hammers ist.

Für heute ist es zu spät, wenn ich dazukomme mach ich Morgen oder am WE mal Bilder.

Ich bin doch ein Supertyp, und hab schnell mal eine Schale abgebaut, und hier im halbdunkel rumgeblitzt. :steirer:

Auch wenn die Bilder nicht perfekt sind, sollte klar werden wo die Klinge anliegt.

Grüsse, Alex
 

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uselessuser

Mitglied
Ja, die Schrauben sind verklebt. Locktide heißt das Zeug also, soso. Danke, ich werde es mal mit Hitze versuchen.

Ist das mit dem Backspacer (und noch ein neues Wort gelernt) wirklich so eine Lappalie für die Klinge? Immerhin wird sie da bei jedem Schließen erneut draufgeschlagen. Na ja, vermutlich mache ich mir zu viele Sorgen.

Oh, eben cugars Antwort gesehen. Dann ist das ja schonmal geklärt.
Das Messer wurde bisher zweimal geschärft und dabei eher wenig abgetragen (gerade hinten nicht). Ich muss mir das (morgen ;)) mal ansehen wo da was aufliegt, sowohl der hinterste Punkt der Schneide als auch der Höcker des Backlocks sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Also sie haben eine winzige Macke, aber ich will mir mal ansehen wo das passieren sollte und wo nicht.

Vielen Dank für die Antworten!
 

Beast

Mitglied
Hallo,

ich habe mir gerade ein wenig Sorgen gemacht, als ich
gelesen habe: "Danke, dann werde ich es mal mit Hitze
versuchen".
Nimm dazu einen Lötkolben mit einer feinen Spitze zur Hilfe,
denn Du willst ja nicht die Griffschalen abfackeln!
Also, mit Schraubensicherung gesicherte Schrauben kann
man am sichersten lösen, indem man die Schraube
mit der Spitze des Lötkolbens vorsichtig erwärmt
und zwischendurch immer Mal, bei gleichmäßigen
Drehmoment, den Sitz der Schraube kontrolliert.

Vielleicht hilfts ja.
Gruß,
Andy
 
Hallo,

das Problem "Klinge schneidet in den Griff" wurde damals bei der Vorstellung des H3 Alpha One schon angesprochen. Es war die Rede davon, dass die Klinge eben nach mehrmaligem Nachschärfen auf dem Backspacer aufliegen kann. Seinerzeit habe ich bei meinem Alpha die Auflagefläche der Klinge mit einem Edding geschwärzt, um genau zu sehen wieviel Material ich beim Schärfen überhaupt abtragen kann. Durch mehrmaliges auf- und zuklappen war die Auflagestelle der Klinge nicht mehr schwarz und man konnte genau sehen, wo die Klinge auflag. Ich war sehr überrascht wie wenig hierzu zur Verfügung steht. Genau aus diesem Grund habe ich mir bei Bravo die Survival-Version gekauft, hier liegt nämlich mehr Material ( durch den Wellenschliff bedingt) auf dem Backlock auf.

Vielleicht könnte ja ein Besitzer beider Versionen ein Bild posten, auf dem man Outdoor und Survival ohne Griffschale und Platine (nur eine Seite) in der Seitenansicht vergleichen kann, ich denke dann wird klarer was ich meine.

Hier kann man in basti's 1. Post auf dem siebten Bild die Konstruktion diesbezüglich gut erkennen.
 

Klemmi

Mitglied
Hm...das wundert mich nun aber doch. 7 Seiten Aufregung um ne kleine Kerbe, aber sowas hier findet kaum Beachtung?

Wenn ich mir die Bilder ansehe scheint das doch mehr als merkwürdig konstruiert? Eine Schneide, die Kontakt mit dem Spacer hat, bzw. nach einiger Zeit der Nutzung bekommt ist doch wohl eher ein No-Go bei Klappmessern.

Das wäre in jedem Fall ein Grund, das Messer nicht zu kaufen.

Also hoffe ich mal, dass der ein oder andere Eigentümer dieser Messerserie was dazu sagen kann und entsprechenden Probleme ausräumen kann, denn vieleicht spielt es ja, genauso wie seiner Zeit die kleine Kerbe, im Endresultat kein Rolle.

Es wäre schade, da mir die Messer der Bravoserie, bis auf die 1 cm zu kurze Klinge;), konzeptionell sehr gefallen.
 

Raoul Duke

Mitglied
Also meines Wissens ist es konstruktionsbedingt auch bei Slipjoint-Messern oft so, dass die Klinge auf dem Backspacer aufschlägt, wenn mans einfach "zuschnappen" lässt.

Dann dürfte man die ja auch zum großen Teil nicht mehr kaufen, wenn man damit ein Problem hat.

Ich hab den Eindruck, es wurde schon lange kein Messer mehr so genau unter die Lupe genommen wie das Bravo. Kann ja sein, dass manches vielleicht nicht perfekt ist (ich selbst habe keines, nicht falsch verstehn), aber ein wenig perfekter kostet halt auch oft ein wenig mehr Geld.
 

Klemmi

Mitglied
aber ein wenig perfekter kostet halt auch oft ein wenig mehr Geld.

Das hört man oft. Mir wäre es egal. wenn ich ein gutes Messer finde und es haben will, dann kann es ruhig auch etwas teurer sein. Imvorliegenden Fall ist es vermutlich leichter auszubessern, vorausgesetzt, das ist überhaupt nötig.

Ich hab den Eindruck, es wurde schon lange kein Messer mehr so genau unter die Lupe genommen wie das Bravo.

Was meiner Meinung nach aber nur für das Messer spricht. Bzw. für das große Interesse an dem Messer. Ich denke darauf kann sich Herr Pohl ruhig was einbilden, denn das Konzept ist äußerst ansprechdend. Eben gerade das Bravo One genau wie das Two sticht ein wenig aus der Masse hervor. Allein schon, dass das Teil ordentliche Stahlliner hat, in Zeiten wo viele Hersteller der Meinung sind die Leichtgewichtsfraktion bedienen zu müssen und Einsatzmesser mit reinen Kunststoffgriffen ausstattet. Selbst die von mir bevorzugten Cold Steelmesser werden jetzt derart Lineramputiert ausgeliefert. Mag ja zum Äpfelschälen und Pakete öffen ganz toll sein, aber für ein echtes Einsatzmesser (zu engl. Tactical Knife) taugt es nicht. Denn da gibt es nunmal ganz andere Anforderungen. Abseitz vom Sammeln und Unterarme rasieren. Aber ich schweife ab....sorry.
 

Raoul Duke

Mitglied
Ein Messer in einem Fachforum genau unter die Lupe zu nehmen - dagegen spricht natürlich garnichts, wenn das hier nicht gemacht wird, wo sonst?!

Ich finds nur schade wenn das dann ausartet bzw. nicht mehr konstruktiv erfolgt, so wie beispielsweise in dem geschlossenen Thread.
In diese Richtung hab ich eben deine Äußerungen in Richtung "No-Go" und "Grund das Messer nicht zu kaufen" gedeutet.

Das verleitet dann wieder andere zu schreiben "genau, das ist alles Mist" und schon haben wir den Salat. Bis dann mal jemand fachkundiges eventuell schreibt "das dürfte in der Praxis kaum was ausmachen" hatten wir schon viel Lärm um (eventuell eben) nichts.
 

Magnum KD

Mitglied
....Wenn man das Messer aufklappt und von unten draufsieht, sieht man sehr deutlich dass die Klinge in den schwarzen Kunststoff geschnitten hat auf dem sie im geschlossenen Zustand scheinbar ruht. Nicht tief, aber ich weiß ja auch nicht wie viel Spiel da noch ist bevor die Klinge mechanisch nicht weiter in den Kunststoff dringen kann.....

Mein Bravo one Outdoor (Seriennummer 10 - 1315) hab ich mir jetzt auch mal genau (mit der Lupe!) angeschaut. Keinerlei Spuren im Kunststoff. Die Klinge liegt im geschlossenen Zustand genau da auf, wo sie auch sollte. Also alles in Ordnung! Es bleibt auch weiterhin eines meiner Lieblingsmesser ohne Fehl und Tadel!

Gruß Klaus
 

Klemmi

Mitglied
In diese Richtung hab ich eben deine Äußerungen in Richtung "No-Go" und "Grund das Messer nicht zu kaufen" gedeutet.

Naja, darum hatte ich folgendes ja nachgesetzt.

Also hoffe ich mal, dass der ein oder andere Eigentümer dieser Messerserie was dazu sagen kann und entsprechenden Probleme ausräumen kann, denn vieleicht spielt es ja, genauso wie seiner Zeit die kleine Kerbe, im Endresultat kein Rolle.

Wie gesagt, ich finde das Konzept toll. Aber eben nur wirklich gutes verdient es auch, ordentlich durchleuchtet zu werden.


Off Topic
Will man mal hören wie, in der Messerwelt, allgemein als gut angesehene Messer-Modelle und -Marken rundgelutscht werden, braucht man nur mal den Weg in den Fachhandel wagen. Da werden selbst Sachen aus dem eigenen Regal schnell mal als überteuert und überbewertet dargestellt. Betrachtet man was Gutes gleich von Anfang an kritisch, setzt es sich später evtl. nur um so langfristiger durch.

Was die emotonale Schiene in solchen Diskusionen angeht, betrifft das ja nur seten das Produkt sondern ist vielmehr ein "Schwanzlängenvergleich" zwischen Usern. Nach dem Motto, "nein ich hab viel mehr ahnung als du...bla bla"
 

Lando

Mitglied
So, jetzt kann ich endlich mitreden, habe mein Bravo 1 Outdoor nun auch erhalten und kann nur Bravo sagen. Nach sorgfältiger Untersuchung und genußvollem Bespielen kann ich eine Verarbeitungsqualität feststellen, die ich nur von weit aus teureren Messern kenne. Von Kerbe und Anschlagfehler keine Spur, der Lock hält bombenfest und die Klinge ist absolut spielfrei und superscharf.

beste Grüße
Lando

:super:
 

porcupine

Super Moderator
Mein B1 Outdoor zeigt nichts dergleichen. Würde mich aber auch nicht wirklich stören, ist doch bloss Kunststoff.
Ich kenne viele Backlock- oder Slipjoint-Folder, wo die Klinge auf den (Stahl) - Spacer bzw. Rückenfeder schlägt, solche von Böker, Buck, Puma, diverse Laguioles, und und und...

Es besteht ja die Möglichkeit, in einen Backlock einen extra Stoppin einzusetzen, der das Durchschlagen verhindert. Macht das Messer auch nicht nennenswert teurer.
Bekannt sind mir in dieser Hinsicht bisher nur drei, wo das gemacht wird: Eka 8 Lite, Fantoni Hide Folder, Müller MSP Backlock.

Das ist übrigens so eine Feinheit, auf die man bereits vor dem Messerkauf achten sollte. ich zumindest mache das.
 

porcupine

Super Moderator
Zitat:"...Gibt es eine Möglichkeit für mich das zu korrigieren?"

Ja: Schippel' dir ein schmales Stückchen von einem Gartenschlauch ab und drück' es mit einem Schraubendreher in den Klingenschacht. Dieses kriegt dann die Schnitte ab und wird von Zeit zu Zeit ausgewechselt.

So hab ich das bei mehreren meiner Laguiole gemacht, denn da wird die Schneide ernsthaft beschädigt, wenn einem die Klinge aus den Fingern rutscht und mit Schwung zuklappt.
 

Muck

Mitglied
So, jetzt kann ich endlich mitreden, habe mein Bravo 1 Outdoor nun auch erhalten und kann nur Bravo sagen. Nach sorgfältiger Untersuchung und genußvollem Bespielen kann ich eine Verarbeitungsqualität feststellen, die ich nur von weit aus teureren Messern kenne. Von Kerbe und Anschlagfehler keine Spur, der Lock hält bombenfest und die Klinge ist absolut spielfrei und superscharf.

beste Grüße
Lando

:super:

Da kann ich mich nur anschließen, habe auch ein Bravo aus der 2 Charge und das hat ca. 1mm Platz zum schwarzen Kunststoff. Da kann also nix aufschlagen.
Habe auch diverse Alphas usw. und von dem Fehler ist mir nichts bekannt.

Viele Grüße Muck.
 
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