Boraxquelle nach Verbot für Privatanwender

Lürbker

Mitglied
Hallo! Nachdem ich jetzt seit ca. 3 jahren schmiede und mit Feder und Feilenstahl gut zurechtkomme wollte ich nun anfangen einfachen Damast herzustellen.
Als Flußmittel brauche ich als Anfänger natürlich Borax aber das ist nach einer Verordnung in der Chemikalien-Verbotsverordnung nicht mehr für Privatanwender frei verkäuflich. In diversen anderen Themen im Forum wurde dazu geraten bei der Schmiede Balbach zu kaufen. Allerdings vor dem "Verbot" von Borax. Einzige gefundene Bezugsquelle ist:

http://www.toepferspass.de/index.php/keramikbedarf/Rohstoffe-7/product-Borax-183|--Xn-1016

Allerdings bin ich nun skeptisch ob es geeignetes Borax ist (Verschiedene Klassen? Deswegen verkaufsfrei?).
Hat jemand vllt einen Tipp für mich um an Borax zu kommen?
 

AchimW

Mitglied
Frag Dich doch mal, ob es so schwer ist, einen Gewerbeschein zu bekommen. Nimm 20 Euro in die Hand und geh zum örtlichen Gewerbeamt. Dort kannst Du einfach ein Gewerbe anmelden. Mit dem Gewerbeschein geh zum Chemikalienhandel und kauf, was Du willst. Am Besten einen Lebenszeitvorrat. Falls Du dann den Gewerbeschein nicht mehr brauchst, geh wieder zum Amt und meld es ab. Feddisch. So umgeht man den EU-Bürokraten-Schwachsinn mit bürokratischen Mitteln.
 

AchimW

Mitglied
Das ist auch Borax Anhydrid, nur mit etwas rotem Blutlaugensalz versetzt. Und wenn Angele es an Nichtgewerbetreibende verkauft, dann verstößt er auch gegen geltendes Recht.
 

Lürbker

Mitglied
Danke Ilmarinen und AchimW für eure Tipps.
Allerdings is das ja schon ein stolzer Preis. OK ich weiß das Damast nicht billig ist allerdings suche ich als Student schon nach den günstigen Lösungen. Ich will hier nicht zum Privaten Verkauf oder ähnlichem aufrufen, da ich mich mit der Rechtslage und all dem nicht auskenne. Nur muss es doch einen einfachen Weg geben.
 

Lürbker

Mitglied
Tja dann muss ich halt mal sehen. Hab eben noch Weichlot-Flussmittel in den Tiefen der Garage gefunden. Aber spontan würd ich jetzt sagen das es bei den hohen Temperaturen ungeeignet ist. Die Bezeichnung passt auch nicht zu den gängigen Abkürzungen. Einen Link hab ich auch dazu gefunden.

http://www.quell.de/product_info.ph....html/XTCsid/3d6b415c8940dbbd16be5102bc2c948c

http://imageshack.us/photo/my-images/402/md000510.jpg/
http://imageshack.us/photo/my-images/543/md000513.jpg/

Oder kann ich es doch als Flussmittel zum Feuerverschweißen benutzen?
 

Romanoesi

Mitglied
Hi,

Nachdem ich jetzt erfolglos eine Antwort geschrieben habe und mein Rechner beim letzten Satz schlapp gemacht hat nun nurmehr die Kurzfassung:

Probier mal in google "Borax Goldschmiede shop"

Hab da einen (in Österreich) gefunden der mir zumindes 1/2 Kg verkauft hat.

Über die Rechtliche Lage ist vorher schon genug geschrieben worden....

mfg
Roman aus Linz (Österreich)
 

Eisenbrenner

Mitglied
Hi Lübker,
ich hab das Borax von Töpferspaß.
Ist halt nicht Anhydrit, und das stört durchaus bei kleineren Paketen.
Es kräuselt sich nach Auftragen auf dem Stahl auf und bildet erhabene Formen, bevor es schmilzt.
Ich bin zwar kein Profi, aber ich habe sonst nichts nachteiliges bei der Wirkungsweise feststellen können.
Ich nehme es zum Hartlöten und Feuerschweißen.
Wäre aber kein großes problem das Kristallwasser selbst zu enfernen, nur Arbeitsaufwand.

Grüße, Eisenbrenner
 
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sanjuro

Mitglied
......Hab eben noch Weichlot-Flussmittel in den Tiefen der Garage gefunden. Aber spontan würd ich jetzt sagen, dass es bei den hohen Temperaturen ungeeignet ist.......Oder kann ich es doch als Flussmittel zum Feuerverschweißen benutzen?
Spontan würde ich jetzt sagen, dass Weichlot-Flussmittel vermutlich eher für das Weichlöten geeignet sein wird.

Du hast doch nun gute Tips von Achim bekommen - billiger kommst Du an kompetenten Rat und Borax vermutlich nicht. Allerdings könntest Du auch in der Literatur danach forschen, was man alles anstelle von Borax noch nehmen kann und was unsere Vorfahren nahmen, bevor man Borax hatte.

Gruß

sanjuro
 

Armin II

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Die in der Literatur (alte Tabellenbuecher und dgl.) genannten Rezepturen sind mit Vorsicht zu geniessen, da darin oft Inhaltsstoffe enthalten sind gegen die Borax noch wirklich harmlos ist.
 

richi rich

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Hallo,

Keramikbedarf Skokan in Wien.

www.skokan.at

ca. 5€ per kg.

Hier findet ihr einiges brauchbares für Messerbau. Heizdrähte, Feuerleichtsteine, Schamottmassen usw.

Es ist echt ein Drama war alles verboten wird. Meist in DTL zuerst.

Bald werden die Baumärkte geschlossen, weil man aus den Nägeln was böses bauen könnte.

In der Küche liegt gefährlicheres Zeug rum......

Sg
RR
 

sanjuro

Mitglied
Die in der Literatur (alte Tabellenbuecher und dgl.) genannten Rezepturen sind mit Vorsicht zu genießen, da darin oft Inhaltsstoffe enthalten sind, gegen die Borax noch wirklich harmlos ist.
Ich dachte da primär nicht an Ersatzchemikalien, sondern an Stoffe aus der Natur, z.B. Mischungen aus Aschen mit Lehm, bestimmte alkalische Sande, aber auch Glasmehl usw.

Gruß

sanjuro
 
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sailor51

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In den 60zigern haben wir einfach nur Quarzsand genommen.Was anderes kannte ich nur vom Hören.Für einfachen Baustahl reichte das aus.
Lothar
 

Damascener

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Huhu!
Das Absanden mit Quarzsand gemischt mit Pottasche habe ich auch eine Zeit lang gemacht. Vorteile gegenüber Borax anhydrit gibt es keine , lediglich Nachteile:
Die Esse verschmutzt erbeblich, die Glühfarben sind nicht mehr so gut ersichtlich, auch wird Borax viel dünnflüssiger und saugt sich durch die Kapillarwirkung dautlich besser in Spalten des Schweissguts.

Meiner Meinung nach ist Borax anhydrit für schwierig schweissbare moderne Wekzeugstähle das einzig wahre Flussmittel.

Gruß Dama
 

WalterH

Mitglied
Kurzer Hinweis: Ich habe die "anhydrit" - "anhydrid" Beiträge gelöscht. Das führt zu nix, außer zu bösem Blut. Und nein, Sanjuro hat sicher nichts "überlesen". Das ist nur seine etwas ironische Art...

Aber für die Akten: "anhydrid" ist die richtige Schreibweise.

Bitte zurück zum Thema.

-Walter