Bohrmaschine ?

Nidan

Mitglied
Hallo,

langsam wird es Zeit, daß ich mir ne eigene Bohrmaschine zuleg und mein Schwiegervater seine zurückbekommt ;)

Ich hab eine gesehen, die hat Schnellspannfutter, 500 Watt und max 3000 Umdrehungen, ist die stark genug um zur Not auch Löcher in gehärteten Stahl bohren zu können und kann mir jemand sagen was als Zubehör sinnvoll ist um das Messermachen ein bißchen zu vereinfachen (Ständer hab ich schon) ?
 

Armin II

Mitglied
....nen Ständer hast Du also schon, schön für dich :teuflisch :irre: das wollte ich dir nämlich gerade empfehlen. Wenn Du wirklich ernsthaft arbeiten willst, dann würde ich dir jedoch anstelle der Handbohrmaschine mit Bohrständer ne Tisch / Säulenbohrmaschine empfehlen. Die kostet dann allerdings ein paar mark mehr, und wenn du ne wirklich gute Qualität willst wirds nochmal teurer (2000 Dm sind dann locker weg)

Zum Bohren in gehärtetem Stahl kommts weniger auf Leistung und Drehzahl der Bohrmaschine an als wie auf die richtige Bohrerauswahl. Normalerweise braucht man dazu Hartmetallbohrer, und für die braucht man dann wieder ne Maschine mit nem exakten Rundlauf und möglichst null Spiel an der Bohrspindel, sonst ist der VHM Bohrer schneller ab als du piepsen kannst....
 

Nidan

Mitglied
Ähmm, also da ich ja schon nen Bohrständer hab, also so einen für die Bohrmaschine ;) , und bis jetzt auch mit der kleinen Bohrmaschine von meinem Schwiegervater drin ganz gut zurecht gekommen bin ( ok in gehärtetem Stal hab ich noch nicht rumgebohrt, aber das muß ja höchstens ganz ganz selten sein) dachte ich mehr an so ein Gerät um die DM 150,--.

Viel mehr ist im Moment finanziell und auch räumlich net drin. Und ich wollte auch gern wissen, ob es für so Maschinen nützliches Zusatzzeugs gibt, z.B. ob man mit den Schleifscheiben, die ich schon gesehen hab, auch das Polieren oder das zurechtschleifen der Konturen machen kann .
 

Floppi

Mitglied
Hi Nidan,

bzgl. Deines "nützlichen Zusatzzeugs": Ich hab mich selbst mal mit 'ner Polierscheibe versucht. Die Ergebnisse waren miserabel. Liegt wohl an der Kombination aus falschen Scheibenmaterial, falschem Poliermittel und Unfähigkeit meinerseits. :irre:
Was ich schon in kleinem Massstab gemacht hab (allerdings mit 'nem Proxxon und nicht mit 'ner großen Bohrmaschine (die aber auch gehen sollte)) ist das Glätten von Kanten am Rohling, insbesondere Fingermulden. Dazu hab ich einen Aluminiumoxid-Schleifzylinder in 4mm Durchmesser verwendet. Um genau zu sein: ich wollte Feilriefen an einer Stelle mit extrem kleinen Radius entfernen. Hat sehr gut geklappt. Ich werde mich mit einer 20mm Durchmesser Rolle auch mal an Fingermulden machen. Das Ding ist allerdings aus Siliziumkarbid. Keine Ahnung ob das klappt, aber ich denke das ist vielleicht eine Alternative zu Profibandschleifern mit Umlenkrollen in solch einem Durchmesser.
Für grobe Formarbeiten Rohling (Konturen) kannst Du auch Schleifrollen verwenden. Haben einen Durchmesser von (schätzungsweise) 8-10 cm. Ich hab damit noch nicht gearbeit, da ich das Preis-/Leistungsverhältnis nicht so ganz einsehe. Feile und normaler Bandschleifer waren bisher ausreichend.
 
Zuletzt bearbeitet:

zorro_43

Mitglied
Hi,
`ne Haushaltsbohrmaschine mit ca. 750 Watt, 2 Gang, Schlagbohrmöglichkeit und elektronischer Drehzahlregelung (Gasgriff, nicht einfach nur:"an" und "aus" ) wirst du doch früher oder später sowieso brauchen.
Meine hat ca. 250 Mark gekostet.
Die passt dann auch in deinen Bohrständer.
Wie, du hast schon `nen Ständer ??
Wenn du dich dann noch verbessern willst kauf dir ne Säulenbohrmaschine. Der Unterschied ist unbeschreiblich !!!
Polierscheiben habe ich schon mit gutem Erfolg in einer kleinen Säulenbohrmaschine eingesetzt (fein schleifen musst du natürlich trotzdem).
Das Bohren in gehärtetem Stahl solltest du dir meiner Meinung nach (imho) erstmal klemmen!

Zorro
 

freagle

Mitglied
Hallo Leute,

also wenn es nur darum geht, Bohrungen für die Griffnieten oder zur Grifferleichterung zu bohren, dann reicht auch eine günstige Säulenbohrmaschine für so 300DM völlig aus, wichtig sind wie schon erwähnt, die richtigen guten Bohrer. Stimmt schon, für Präzisionsarbeiten ( z.B. Klappmesserbau), ist eine hochwertige Maschine zum angesprochenen Preis natürlich besser, der Rundlauf und das Spindelspiel ist bei meiner günstigen Säulenbohrmasch. gar nicht schlecht, eigentlich kaum festzustellen, gespart wurde am Bohrfutter, sehr kleine Borhrer, lassen sich nicht vernünftig spannen, da leided dann schon der Rundlauf darunter. Bei Bohrern habe ich die besten Erfahrungen mit kobaltlegierten gemacht, die kosten zwar etwa das doppelte, sie zahlen sich aber wirklkich aus, mann muss viel seltener nachschleifen und mit der Schmierung, nehmen sies auch nicht so genau.

Grüße freagle
 

kanji

Super Moderator
HAllo Nidan,

hab mir vor ein paar Wochen im Bauhaus ne "Ständerbohrmaschine" (schlimmes Wort) gekauft, das Teil hat 89,- DM gekostet und bohrt wie die Sünde, zumindest bis 8mm problemlos, bei 12mm Löchern hat die Kiste aber dann doch gestreikt.
 

Armin II

Mitglied
Für den Anfang ist so ne billige Tischbohrmaschine aus dem Baumarkt um so ca. 250-300 DM natürlich ganz brauchbar. Besser jedenfalls als ne Handbohrmaschine mit Bohrständer. Vor allen DIngen werdens dir deine Ohren Danken, auf Dauer ist der Lärm einer Handbohrmaschine nämlich ganz schön nervig :angst: Zum Thema Proxxon oder Dremel kann ich nur sagen, dass das zum Messermachen herzlich wenig taugt! (Hab selbst so ein Teil, wohlgemerkt)

Abgesehen davon wird das auf die Dauer zu teuer. Wieweit kommst Du mit so nem 4 mm Spielzeugschleifzylinder? oder mit den 20 mm POlierscheibchen? Zum Polieren der Klinge brauchts auch nicht unbedingt ne Polierscheibe. Den Vorschliff bis Korn 1000 oder 1200 erspart euch die Polierscheibe nicht, und den letzten poliergang kann man dann auch mit Polierpaste und mit Leder beklebten Holz/Kunststoffklötzchen erledigen, dauert zwar etwas länger, produziert aber garantiert weniger Staub und Lärm und ist ungefährlicher.
 

Claymore

Mitglied
was die Tischbohrmaschine/Handbohrmaschine betrifft kann ich Armin so ohne weiteres nicht zustimmen.
Richtig ist, das eine qualitativ gute Tischbohrmaschiene einer Handbohrmaschine mit ständer vorzuziehen.
Ob für 200-300,- allerdings das Maß an Qualität erreicht wird bezweiflele ich.
Ich habe aus vergangenen Zeiten (vor meiner Karriere als Messermacher :D ) noch so ein teil.
Nicht sehr berühmt was rundlauf, Präzision, einstellbarkeit Stabilität etc. betrifft.
Ganz zu schweigen von der Leistung, sehr mäßig.
ein ganz anderes bild gibt meine Handbohrmaschine
Bosch Psb 700 oder so 700 Watt.
Drehzahl stufenlos regelbar Schnellspannfutter
.
In einem Bohrständer montiert ist mir das teil allemal lieber als die billige tischbohrmaschine.

Kann natürlich sein, das man für 300,- im Baumarkt glück hat mit so nem Teil.
Meine ist jedenfalls nicht der Bringer, eher ein Staubfänger und Dekostück.

gruß

Peter
 

HankEr

Super Moderator
Ich habe mir auch eine billige (<100 Euro) Ständerbohrmaschine gekauft, die eigentlich ganz i.O. ist. Will man die Drehzahl ändern muß man halt einen Riemen umsetzten, was aber kein größeres Problem darstellt. Als kleinste Drehzahl hat sie glaube ich 800/min und an Leistung scheint es auch nicht zu fehlen. Der Tisch ist etwa um 40cm in der Höhe verstellbar und ein kleiner Schraubstock (nicht die Wucht, aber i.O.) ist auch dabei. Da Teil ist so schwer, daß es sicher genug steht ohne Befestigung. Ich denke so ein Teil reicht für alle Bohrarbeiten zumindest im ungehärteten Stahl und das reicht mir auch. Erstens vergesse ich keine Löcher vor dem Härten und zweitens würde ich falls ich es doch täte per Funkenerosion lösen. Rundlauf ist vorhanden :irre: und Bohrer schmeiße ich weg wenn sie stumpf sind (HSS), so 40 Löcher bekomme ich pro Bohrer (~5mm) schon in 1.2842 (mit Schneidöl). Standzeituntersuchungen habe ich aber noch nicht gemacht.
 

HankEr

Super Moderator
... den von Armin II angesprochenen Lautstärkenunterschied zwischen Handbohrmaschine (mit Ständer) und Ständerbohrmaschine kann ich nur bestätigen.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Seit fast 20 Jahren arbeite ich mit so einer Ständerbohrmaschine aus dem Baumarkt: 12 Geschwindigkeiten, 750 Watt, 13mm Schnellspannfutter. Hat einiges an Spiel, habe aber außer bei den Klappmessern noch beim ganzen Messermachen keine Anwendung gefunden, für die sie nicht brauchbar wäre. Vollhartmetallbohrer sollte man darin nicht benutzen, aber mit den Universal-Hartmetallbohrern von 3 bis 12mm kann man auch in gehärtetem Material bohren.
Nur für absolut winkelgerechte oder übergroße Löcher kommt meine Fräse als Bohrmaschine zum Einsatz.
@Zum Thema Proxxon oder Dremel:
Davon habe ich 3 Stück, eine davon mit Flexwelle, um nicht immer die Werkzeuge umspannen zu müssen. Für kleine Rundungen oder Löcher auszuschleifen gibt es nichts besseres. Auch die kleinen Trennscheiben sind ab und zu äußerst nützlich. Wie mache ich sonst Schlitze in gehärtetes Material, wenn ich nicht irgendwo erodieren lassen will?
 

Floppi

Mitglied
Original geschrieben von Armin II
Abgesehen davon wird das auf die Dauer zu teuer. Wieweit kommst Du mit so nem 4 mm Spielzeugschleifzylinder? oder mit den 20 mm POlierscheibchen? Zum Polieren der Klinge brauchts auch nicht unbedingt ne Polierscheibe. Den Vorschliff bis Korn 1000 oder 1200 erspart euch die Polierscheibe nicht, und den letzten poliergang kann man dann auch mit Polierpaste und mit Leder beklebten Holz/Kunststoffklötzchen erledigen, dauert zwar etwas länger, produziert aber garantiert weniger Staub und Lärm und ist ungefährlicher.

@Armin II:
Richtigstellung:
Den Proxxon mit 4 mm hab ich bei einem Radius verwendet wo man mit nix anderem hinkam - vielleicht noch mit 'ne Nadelfeile - okay. Ich hab aber super saubere Kanten hinbekommen, die ich zuvor mit der Feile nicht hinbekommen habe.

Der 20mm Zylinder ist für 'ne richtige Bohrmaschinen gedacht und hat ein 6mm Dorn - das ist kein Spielzeug, sondern sehr wohl ein Werkzeug. Zur Info: 20 mm Durchmesser und 40 mm Länge.

Polieren - ganz a depp bin i a net. :angry: Vorgeschliffen hatte ich schon sehr wohl auf 800er Körnung (mit Öl). Das Problem war dabei allerdings, dass ich beim Polieren "fishing-hooks" erhielt.
Durch Umstieg auf Baumwolllappen und Ralles fantastische Diamantpolierpaste war das dann aber auch kein Thema mehr.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
@ Floppy:
der 20mm-Zylinder mag für Bohrmaschinen bestimmt sein, aber benutzen kannst Du ihn dann bestenfalls für Holz. Bei maximal 3000U/min reicht die (Band)geschwindigkeit nicht für richtiges schleifen aus, die Körnung wird nur herausgerissen und die Zylinder verschleißen sehr schnell. Ich benutze z.T. auch 22mm-Zylinder für die Fingermulden und ähnlich große Radien, aber mit einem Geradschleifer, der bis 33000U/min macht.
 

Nidan

Mitglied
Also ich seh schon, außer Löcher bohren kann man mit ner Bohrmaschine nicht viel anfangen.

Ich denk mal ich behalt mal die von meinem Schwiegerpapa noch ein bißchen, der braucht sie eh net, der hat noch 3 :D, und schau mir mal Bandschleifer an ;)

Und dann nerv ich mit Bandschleiferfragen :hehe:

@ Floppi : Was ist das für ne Diamantpolierpaste, ich hab auch immer Probleme beim Finish :(
 

Floppi

Mitglied
@Guenter: Vielen Dank für die Info.
Vielleicht sollte ich meine Oberfräse mit 30000 Umdrehungen mal umbauen. :waaah: :angst: Keine Angst, so'n (gefährlichen) Krams mach ich nicht. ;)
Mal sehen wofür ich den Schleifzylinder noch einsetzen werde....
Die Idee war's mir wert und "Versuch macht kluch". :)

@Nidan: Frag mal bei Ralle nach. Dazu waren hier im Forum auch schon ein paar Posts. Die Pasten sind echt super - sowohl für's Polieren, als auch für's Abziehen von Messern.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Original geschrieben von Floppi
@Guenter: Vielen Dank für die Info.
Vielleicht sollte ich meine Oberfräse mit 30000 Umdrehungen mal umbauen. :waaah: :angst: Keine Angst, so'n (gefährlichen) Krams mach ich nicht. ;)...
So verkehrt ist der Gedanke nicht: es gibt Oberfräsen, bei denen sich der Motorteil aus der Führung herausnehmen läßt. Mit so einem Teil habe ich auch jahrelang geschliffen. Es sollte aber regelbar sein, denn für Holz brauchst Du oft niedrigere Geschwindigkeiten.
 

Leonardo75

Mitglied
Oberfräse

Hallo!

Ich kann Günther nur zustimmen. Die kleinen Schleifzylinder für Geradschleifer lassen sich auch gut in der Oberfräse ohne den Fräskorb einsetzen. Nur sollte man darauf achten, dass die Teile auch drehzahlfest sind. Es gibt auch welche, die nur für Bohrmaschinen gebaut wurden und nur bis 4000 Umdrehungen pro Minute betrieben werden können. Ich würde die lieber nicht in meine Oberfräse einspannen.
Als Oberfräse habe ich eine POF 600 ACE von Bosch genommen, die hat einen 43mm Spannhals, dann kann man sie auch in Bohrmaschinenhalter einspannen oder zur Not auch mal in den Bohrständer.

Viel Spaß beim Schleifen wünscht Euch der Leo.
 

HankEr

Super Moderator
Ein Bekannter von mir hat sich in jugendlichen Jahren einmal etwas mit der Drehzahl des Motors und der Tauglichkeit des Schleifsteins vertan und hat jetzt nur noch ein Auge, also Vorsicht!
 

Brunner

Mitglied
Bohrmaschine

Hallo Nidan!

Ich habe auch nur eine billige Ständerbohrmaschine aus dem Baumarkt.

Was die Bohrer betrifft: wenn Du etwas Ahnung vom Borerschleifen hast kannst Du es so wie ich machen: ich kaufe billige Gesteinsbohrer und schleife die dann auf einer für Hartmetal geeigneten Scheibe am Schleifbock richtig.
Dein Werkstück solltest Du sowiso immer festklemmen, bei dünnen Klingen spanne einfach ein Stück " billiges " Eisen darunter, damit das Loch rund und nicht 3- eckig wird.
Das Bohren im gehärteten Stahl sollte aber die Ausnahme sein, wichtig dabei: nicht zu schnell fahren, nur leichten Vorschub ( Druck ) und mit Bohremulsion kühlen ( hab ich alles mal in meiner Lehre als Werkzeugmacher gelernt ).

Klaus
:super: