Bohrer

Seb

Mitglied
Hallo allerseits.

Ich bin jetzt auch gerade dabei mein erstes Messer zu bauen und bin beim bohren auf erste Komplikationen gestoßen.
Als ich in den Erl (2842) ein paar Löcher zur Gewichtsersparnis bohren wollte ist mir ein Bohrer abgebrochen und mit anderen ging es ziemlich zäh vorwärts. Daraufhin war ich mal im Baumarkt um evtl. nach speziellen Bohrern zu suchen und jetzt bin ich leicht überinformiert.

Was sind denn die Unterschiede zwischen HSS-Bohrern, Kobaltbohrern, TiN-Bohrern und was gibts da sonst noch für Arten. Welche sind am besten zum bohren in Werkzeugstahl geeignet?

Seb
 

Flaming-Moe

Mitglied
HSS-Bohrer sollten funktionieren.
Nimm aber nicht grade die billigsten.

HSSE sind Kobalt-legiert und halten um einiges (!!!) länger, kosten aber auch mehr.

TiN sind zusätzlich beschichtet, was meiner Meinung nach für unsere Zwecke überflüssig ist.

Ich hab diverse HSSE-Bohrer, die damals so 10-15 DM pro Stück gekostet haben, seit über einem Jahr im Gebrauch und die Dinger sind immernoch scharf.
 

luftauge

Mitglied
Als Maßstab sind oft (normalerweise) auch die Zugfestigkeiten der Werkstoffe und/oder die Legierungstypen (niedrig, mittel, hoch, zähhart, Sonderlegierung[...]) oder einfach "für Werkzeugstahl" angegeben.

Gruß Andreas
 
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Rolandge

Mitglied
Hallo Seb,
ist die Klinge schon gehärtet?
Wenn nicht, lässt sich der Stahl gut bearbeiten. Dafür nehme ich ganz normale Bohrer. Aber nicht aus dem Baumarkt. Kaufe die Bohrer immer im Werkzeuggeschäft. Im Baumarkt sind die "guten" Bohrer wesentlich teurer als im Fachgeschäft und die Qualität ist bescheiden.
Ist er schon gehärtet helfen nur Hartmetallbohrer.
Gruss
Roland
 

HankEr

Super Moderator
Seb, wenn ich annehmen darf, daß der Stahl noch ungehärtet ist, dann kann ich mir kaum vorstellen, daß es an den Bohrer selber liegt. Der 1.2842 sollte sich (ungehärtet) eigentlich mit nahezu jedem Metallbohrer durchlöchern lassen. Wie bohrst Du denn? Freihändig oder mit einem Ständer? Nimmst Du die richtigen Drehzahlen für die enstprechenden Bohrdruchmesser? Welche Bohrdurchmesser? Mit vorbohren oder ohne?

Mit stinknormalen HSS-Bohrern aus dem Baumarkt habe ich mit meiner (Billig-)Ständerbohrmaschine keinerlei Probleme. Ein 8er Loch bohre ich mit einem 5er vor. Ein wenig Schneidöl kann bei höher legierten Stählen auch nicht schaden.

Also wie gesagt wenn Du Metallbohrer in gutem Zustand nimmst nehme ich an es liegt eher an der Technik als am Bohrer selbst. Mit einer Handbohrmschine bzw. einer Dremel + Bohrständer habe ich es mit egal was für Bohrern auch nicht geschafft RWL-34 relevant zu penetrieren. Mit der Ständerbohrmaschine, der richtigen Drehzahl und Schneidöl geht´s wie Butter.
 

xtorsten

Premium Mitglied
Meine Freundin hat neulich auch mal einen normalen HSS Bohrer versaut, auch beim Bohren in 2842. Lag wahrscheilich daran, daß das Werkstück nicht richtig eingespannt war uns sie zuviel Gas gegeben hat. Dann fing der Rohling an zu vibrieren und die Schneidkante ist ausgebrochen. Kobaltlegierte Bohrer funktionieren aber schon besser und halten länger. Immer wichtig: Ankörnen, Öl zum kühlen nehmen und vorsichtig Bohren ( das Teil soll ja schneiden) und gut einspannen.
Gruß,
xtorsten
 

Kevin Wilkins

Moderator Forum Kevin Wilkins
Werkstück fest spannen. Bohrer langsam drehen lassen dazu schmieren. Wenn es um Löcher über 6mm DM handelt, immer stuffenweise bohren, zB mit 3mm und 6mm. Versuche nicht auf einmal ein 10 mm Loch zu Bohren! Wenn das dir alles Nichts sagt, kaufe zuerrwst ein Buch über Grundkenntnisse der Metalverarbeitung und bilde dich aus.

Du trägst sicherlich Schutzbrille?
Wenn der Boher in dem Klinge festklimmt und der Klinge mit dreht, kann sehr schwere Verletzungen daraus resultieren!!!!!
 

Armin II

Mitglied
Nur so zum Spass hab ich mir vor 2 Jahren mal die Mühe gemacht nen HSS mit nem HSSE Bohrer zu vergleichen. Bohrdurchmesser 3,5mm bei ca. 800 U/min. gebohrt wurde ATS34 ohne jegliche Kühlung oder Schmierung, bereits nach der 7. Bohrung machte der HSS Bohrer schlapp, bemerkbar durch immer stärker werdende Gratbildung,sich verschlechternde Bohrlochqualität und extreme Wärmeentwicklung. Am Bohrer war ziemlicher Verschleiss erkennbar, die Schneiden konnte man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen da sie mehr rund als scharf waren
Mit dem HSSE Bohrer war auch nach der 50. Bohrung keine Veränderung feststellbar und auch kein Verschleiss am Bohrer zu erkennen.

Die paar Eurofufzich mehr für HSSE Bohrer lohnen sich also auf jeden Fall.
P:S:Schmierung schadet dem HSSE Bohrer natürlich auch nicht... :ahaa:

Zum Thema mitdrehende Werkstücke: Arbeit=Drehmoment=Kraft x Weg

Also bei nem 3mm Bohrer und nem 20cm langen Werkstück braucht man sich da noch keine Gedanken zu machen, bei kleineren Werkstücken oder Grösseren Bohrdurchmessern gehört das Teil jedoch fest eingespannt, entweder mit Maschinenschraubstoch oder mit Schraubzwinge
 
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gundacker

Mitglied
Da wir gerade beim Thema sind:
Wie soll eine halbwegs brauchbare (preisgünstige) Standbohrmaschine denn eigentlich aussehen ? Wattanzahl, U/min, Eigengewicht etc.
Gruss, hannes
 

Seb

Mitglied
Ok, ertappt ich hatte keine Ahnung von Metallbearbeitung... vorgebohrt hab ich, allerdings alles in Freihand probiert und natürlich volle pulle *seufz* (Werkstück war gut eingespannt) ich werds nochmal mit den ganzen Tipps hier probieren, dann sollte es hinhauen.
Vielen Dank an euch alle

Seb