Blaupliessten

Lupolino

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe in einer Zeitung einen Artikel über Damast Messer gelesen. Da stand nicht viel wichtiges und auch nicht viel richtiges drin.

Aber .....

Es wurde von einem Schleiffverfahren des sog. Blaupliesstens gesprochen.

Hat einer von Euch schon von diesem Verfahren gehört oder weiss wie das geht?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Gruss,
Lupolino
 
G

gast

Gast
Hallo Lupolino,

das (Blau)pliessten ist ein spezielles Verfahren, Klingen sehr dünn zu schleifen; so dünn, dass die Klinge über dem (Daumen)-nagel "buckelt", also sich wellt.

Sehr bekannter Schliff aus Solingen - heute noch bekannt als "Solinger Dünnschliff" - Herder/Windmühlenmesser als Beispiel!

Gib doch einfach mal "blaupliessten" in google ein - die ersten 5-10 links reichen dann hoffentlich.

BTW: Bischen faul zum Suchen, oder? ;)

Gruß
pevau57
 
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Feile

Mitglied
Hier ein Link indem das Verfahren beschrieben wird.

mit Bildergalerie.

Hier gibt es noch einen Clip dazu.

Hier gibt es noch ein Bild einer Pließterscheibe im Fotoalbum des Forums.

Nachtrag: In diesem Beitrag wurde diesbezüglich ein sehr interesantes Dokument verlinkt

Grüße Klaus
 
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Lupolino

Mitglied
Super, danke für die schnelle Hilfe.

@pevau57
war nicht zu Faul, war aber im Artikel falsch geschrieben und hab' bei der Googel Recherche nur den gleichen Artikel, den ich schon in Papierform hatte, gefunden .... wen wundert's :hmpf:.

In der SuFu im Forum gab's daher auch keine Treffer.

Gruss,
Lupolino
 

fuchs

Mitglied
Das Problem ist die verdammte Rechtschreibreform, die bei den meisten Menschen den Eindruck erweckt, das "ß" sei abgeschafft.

Dabei ist es auch heute noch ganz einfach: nach Diphtongen (Doppellauten wie "ei, "au" etc.) und lang gesprochenen Vokalen (wie in Straße oder Ruß, ie, ee, ah etc) steht immer "ß".

Nach allen kurz gesprochenen Vokalen (wie in Rasse, muss, Riss) immer "ss".
 

Schmiedeglut

Mitglied
Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das blaupließtern nichts anderes als ein Flachschliff bis zum Rücken hoch, oder ?

Wodurch wird die Klinge aber blau ??? Ist das eine Anlassfarbe von der Politur mit der Pließterscheibe ?

Liebe Grüße

Xzenon
 

Eisenfaust

Mitglied
Moin Xzenon,

soweit ich das richtig in Erinnerung habe kommt die bläuliche Färbung von der sehr feinen Politur mit der Blaupließtscheibe. Die Klinge ist dann wohl auch ziemlich rostträge. Es gibt einen wunderbaren Dokufilm: Der letzte seines Standes, der Blaupließter von Dominik Kubiky. Da zeigt ein alter Solinger Meister, was es mit diesem Schleifverfahren auf sich hat. Leider steht der Film nicht mehr im Internet, aber vieleicht hat ihn ja jemand aus dem Forum hier "aufgenommen".;) Lief auch schon im BR, WDR usw...

Grüße

Fabi
 

Ookami

Mitglied
Blaupließten ist doch wohl das letzte Finish der Klinge. den Dünnschliff muß man schon vorher machen, mit der Pließtscheibe hat man doch nur sehr wenig Abtrag.

Ookami
 

Schmiedeglut

Mitglied
Ja, aber was hat es mit dem Blaufärben auf sich ??? ICh kann mir nicht vorstellen, dass sich die Politurpaste mit dem Stahl verbindet und ihn dauerhaft blau macht:confused::argw:

Entweder meinen die blau, bevor die Klinge sauber gemacht wurde, oder einfach blau, weil man eine blaue Paste nimmt ....

Rostträgheit kann ich mir nur so erklären, dass der Stahl durch die Politur eine geringere Oberfläche hat, wodurch Rost weniger Angriffspunkt hat (ist aber bei jeder Politur so, nur je besser, desto besser)
Und von Rostfreiheit zu sprechen ist wohl quatsch, weil die Politur zaubert ja keine Legierungsbestandteile in den Stahl, die vorher nicht drin waren....

Fragen über Fragen.... mir kommt das verdächtig nach einer guten Handwerksfähigkeit vor die zum Voodoozauber aufgepimpt wurde.

Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, ab er wo ist der Unterschied zu einer normalen hochglanzpolitur ???

Und warum sind die Messer dadurch schärfer als "normale" ??? Im Vergleich wozu ??? Wenn die Klingengeometrie und der Stahl schon vor dem Blaupließten festgelegt wurde? Wird hier 08/15 Massenware mit den blaugepließten Messern verglichen, oder ein hochwertiges Sushimesser ?

Kann man zusammenfassend sagen, dass das Blaupließten eine Art der Hochglanzpolitur ist ?

Liebe Grüße

Xzenon
 

akiem

Mitglied
...Ja, aber was hat es mit dem Blaufärben auf sich ??? ICh kann mir nicht vorstellen, dass sich die Politurpaste mit dem Stahl verbindet und ihn dauerhaft blau macht:confused::argw

Xzenon

eigenlich gibt es 2 arten von "pließten". einmal das normale "feinpließten" und das "blaupließten". das hat nichts mit blaufärben des stahl zu tun. es handelt sich um eine politur höchster güte. dabei wird mittels eines auf die holzscheibe gespanntem rauleder/ filz und unter hilfe von z.b. feinstem naxossand, eine perfekte politur auf die die klinge gemacht. durch dieses feinste schleifen/polieren bricht sich danach das licht auf der klinge in bläulichen regenbogenfarben.

die klinge/schneide wird durch diese politur noch feiner und schärfer. es genügt dann im gebrauch ein gelegentliches abziehen am stahl und die schärfe ist mit 3-4 zügen sofort wieder da.

wie oben geschrieben "der letzte seines standes".
meister fehrenkamp (ich hoffe der name ist richtig geschrieben) gibt sein wissen an die mitarbeiter bei herder weiter. die freunde dieser herder/windmühlen messer sind über die ganze welt verstreut und sind eine einzigartig markentreue kundschaft.
 
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G

gast

Gast
Hallo Xzenon,

guck dir das beiliegende pdf mal an - die blaue Färbung entsteht durch Reflexionen an der speziell polierten Oberfläche und ist kein Gag, sondern ein Qualitätsmerkmal - nimm mal ein blaugepliesstes Messer von Herder und schneide damit im Vergleich zu einem andern Messer.... ;)

Gruß
pevau57


Nachtrag: uups, akiem war schneller.... :D
 

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