Blackjack Anaconda III

Morales

Mitglied
Blackjack Anaconda III

ana_2_.JPG



Hey guys, it's time for another knife review ;) ...und heute geht es um das Anaconda III von Blackjack. Das Messer wurde unter anderem im Rahmen der Spende für die Stiftung von Peter Maffay versteigert, leider habe ich damals den kürzeren gezogen.
Letzte Woche war ich allerdings in der Bucht fischen und habe das Anaconda III (fast) brandneu 'gefangen'. Als es endlich da war, musste ich es auch gleich testen...die Vorfreude musste gestillt werden!


1. Daten
Gesamtlänge: 32,5 cm
Griff: 12,7 cm
Klinge: 19,8 cm
Stahl: 10Cr17 (nahe an 440C)
Gewicht: 373 Gramm (inkl. Scheide 480 Gramm)
Klingenstärke: 4 mm
Griffstärke: 2 cm
Preis: rund 60 Euro (bei Jenni)


ana_3_.JPG



2. Design
Das Anaconda hat ein eher traditionelles Bowiedesign mit einer schön geschwungenen Klinge, die prima mit dem konvexen Anschliff harmoniert. Die Klinge verfügt im Prinzip über ein Two-Tone-Finish, da der Anschliff fast spiegelpoliert, die Klingenflanke hingegen matt quersatiniert ist. Auf der Katalogseite, sprich links, befindet sich außerdem eine Rinne, deren Funktion mir allerdings schleierhaft ist, da sie weder besonders gut aussieht noch Gewicht spart.
An das Parierelement, das aus Edelstahl gefertigt ist, schließt sich der Griff aus Kraton an, der mit einem recht aggressiven Riffelmuster versehen ist.

Über die Scheide verliere ich hier nicht mehr Worte als nötig, sie ist sehr einfach gehalten und sichert das Messer mit einem winzigen Klettpad...mal sehen, wie lange das funktioniert.

ana_4_.JPG

ana_8_.JPG

ana_7_.JPG

ana_5_.JPG



3. Funktion
Gedacht hatte ich mir das Anaconda als Allroundmesser, zum Hacken, Schneiden etc. mit einem weniger taktischen Aussehen als der Rest der Mittelklasse.
Heute habe ich das gute Wetter genutzt und bin in den Wald zum Hacktest. Der konvexe Schliff schlug sich erwartungsgemäß gut, so dass ein 7-8cm Stämmchen doch recht schnell durchgehackt war, aber: Um in dieser Disziplin fehlt es dem Anaconda eindeutig an einem leicht abgewinkelten Griff, wie das Grunt einen besitzt. Damit wäre allerdings wohl das Gesamtdesign empfindlich gestört. Hinzu kommt noch die Riffelung des Griffs, der ohne Handschuhe recht schnell unangenehm wird. Mal sehen was sich da noch machen lässt.

ana_13_.JPG

ana_14_.JPG

ana_15_.JPG



Schnitzen funktionierte auch recht gut, das Messer kann für bessere Kontrolle der Klinge kürzer gefasst werden, wobei das obere Parierelement etwas stört.

ana_10_.JPG

ana.JPG


Links das Magnum Jahresmesser 2010, rechts das Anaconda

Zweifel an der Stabilität kamen allerdings weder beim Hacken noch beim Holzspalten auf, da das Messer über einen durchgehenden, versteckten Erl verfügt. Der Griff selber ist mit drei Schrauben gesichert (siehe Bild) und wohl an den Erl rangespritzt worden, da er sich auch nach entfernen der Schrauben nicht einen Millimeter bewegen ließ.

ana_12_.JPG



Als nächstes steht für das Anaconda ein wenig Küchendienst an, mal sehen, wie es sich da so schlägt.

4. Verarbeitung
Insgesamt ist der Eindruck recht positiv, bei genauerem Hinsehen offenbaren sich allerdings einige kleinere Mängel. Zum einen scheint die Spitze des Messer mal Bekanntschaft mit einem Stein o.ä. gemacht zu haben, da sich vorne eine kleine Kerbe findet, an der sich der Stahl umgelegt hat. Eventuell lag es aber auch am Vorbesitzer...
Die Rinne in der Klinge ist recht grob gefertigt, aber bei dem Preis sollte man nicht sooo pingelig sein.

Das Parierelement lässt sich einen Millimeterbruchteil drehen, bei groben Arbeiten ist davon aber nichts zu hören oder zu spüren. Der Griff selber ist leicht verdreht, ohne dabei die Funktionalität einzuschränken.

Die Scheide ist ebenfalls leicht verdreht und der Sicherungsriemen ist schon arg klapperig...ich glaube, ich muss mein übriges Jahresbudget für Messer in neue Messerscheiden investieren. :D

ana_11_.JPG


5. Fazit
Das Blackjack Anaconda hat mir gut gefallen, trotz gewisser Defizite und Verarbeitungsmängel. Das liegt vor allem am Gesamtdesign und der recht ansehlichen Klinge. Ich werde wohl den Griff überarbeiten und nach einer neuen Scheide Ausschau halten. Ich mag es aber trotzdem...;)


Für Fragen, Anmerkungen usw. bin ich wie immer gern zu haben, ansonsten take care and enjoy the rest of your day!


Gruß,
Carsten


P.S.: Bevor wer fragt: Die pinke Büroklammer gehört auf die Fotos!!
 
Zuletzt bearbeitet:

excalibur

Super Moderator
Das war ein netter Betthupferl. Morales ,Deine Reviews sind ein Quell steter Freude. Danke fürs Zeigen.
Gute Nacht Reinhard/Excalibur
 

Morales

Mitglied
Gern geschehen! Ich habe bei meinem Bericht noch was vergessen: Wie schärft sich das Messer/wie ist die Schärfe ab Werk? Die Schärfe ab Werk (der Vorbesitzer hat das Messer nach seinen Angaben nicht genutzt) war eher mangelhaft, Papier schneiden war nicht möglich. Danach hat es etwas länger gedauert, um die Schneide dahin zu bekommen, dass man von Rasierschärfe sprechen kann.
Nach dem Hackeinsatz brauchte es nur wenige Züge auf Chromoxid um die Schärfe wieder herzustellen. Der Stahl/seine Wärmebehandlung gefallen mir bisher ziemlich gut und die Kombination mit dem konvexen Schliff passt hervorragend. Jetzt schauen wir mal wie sich das Blackjack Grunt und das Anaconda III in Zukunft schlagen werden.

Gruß,
Carsten