Belastbarkeit von Messern [z.B. Spyderco Military CPM440V]

flip

Mitglied
Belastbarkeit von Messern

Hallo zusammen,

nachdem mir in meinem letzten Urlaub mein Victorinos geklaut worden ist, war ich auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Bei meienn Recherchen im Internet bin ich dann auf dieses interessante Forum gestossen.

Dies führte dazu das sich meine Preisvorstellungen von einem Messer deutlich nach oben schraubten und letztendlich in der Bestellung eines Spyderco Military endetetn.

Trotz aller Informationen hab ich doch noch eine für mich wichtige Frage zu den Hochleistungsstählen wie z.B. dem CPM 440 des Military.

Für mich ist ein Messer in erster Linie ein Werkzeug, d.h. neben den üblichen Schneidaufgaben (Brötchen aufschneiden, Apfel schälen und Brief öffnen) muss es auch härtere Einsätze über sich ergehen lassen. So muss das Messer auch mal ein NYM durchtrennen oder auch mal einen Nagel aus einem Stück Holz raushebeln.

Ohne Zweifel ist CPM 440 ein äußerst schnitthaltiger Werkstoff, aber wie sieht es mit der Stabilität hinsichtlich Torsion und Scherkräften aus. Meistens werden harte, schnitthaltige Werkstoffe ja auch spröder und könen damit leichter brechen.

Wie sieht das beim CPM 440 konkret aus, ist er für "harte" Einsätze geeignet, oder welcher Stahl verbindet diese Festigkeiten und Schnitthaltigkeit?

Danke im voraus für eure Antworten!
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Fuer sowas würde ich ein billiges Messer nehmen und das wegschmeissen, wenns kaputt ist. Sowas wie ein Opinel, evtl. Kohlenstoffstahlklinge.

Oder Du verzichtest komlett auf ein Messer und nimmst ein Multitool, da ist dann auch ne Zange und ein Schraubendreher dabei, damit lässt sich besser hebeln.

Keine Schneide, egal aus welchem Stahl und wie bearbeitet macht das lange mit, wenn Du damit hebelst und Nägel rauspuhlst. Das ist eine Frage der Schneidgeometrie und weniger des Werkstoffes. Bei den paar µ bricht jede Schneide aus. Zumindest so weit, das das Ding dann alles andere als scharf ist.

"Brechen" wird dir der CPM vom Military nicht. Kein Stahl in der Dimension bricht bei normaler Belastung. Nur da wo er dünn ist, nämlich an der Schneide. Viel Rumhebeln würde ich mit dem Military auch nicht wollen, weil ich den G10 Schalen nicht traue. Lieber Stahlliner, oder ein fixed. Folder sind nunmal nicht dafuer gebaut, extreme seitliche Kräfte zu verdauen.

Hochwertig und teuer heisst eben nicht, fuer alles gleichermassen zu gebrauchen.

Wa die Sproedigkeit generell angeht, hast Du recht. Vor allem, weil man nicht sehen kann, ob die Dinger auch korrekt Wärmebehandelt wurden. Dazu kommt noch die Frage, wie hoch das Ding gehärtet wurde. Aber das ist halt auch wieder eine Sache des Gebrauchs. Mit einem Folder will man normalerweise weiches Schnittgut schneiden. Da kann man hoeher härten, um die Schnitthaltigkeit heraufzusetzen. Wenn man ein grosses Haumesser hat, bei dem ganz andere Belastungen auftreten, härtet man in der Regel weniger hoch. Und nimmt nen anderen Stahl. Und nimmt ne andere Schneidgeometrie. :irre: Ein Katana aus CPM440 wäre sicher nicht das Optimum.

Wenn Du nach einem Stahl suchst, der Schnitthaltigkeit und Zähigkeit verbindet, wirst Du bei den reinen Kohlenstoffstählen eher fündig. Die sind dann aber nicht rostbeständig ;). So ist das eben.

Gruesse
Pitter
 

Geist

Mitglied
Pitter hat eigentlich alles gesagt, CPM 440V (neue Bezeichnung S60V) gehört was die Schnitthaltigkeit angeht zur obern klasse, lässt sich dafür aber auch nicht ganz so einfach nachschärfen. CPM 440V ist auch gut Korrosionsbeständig. Eine Klinge aus 3mm CPM 440V hält auch einiges an Scherbelastung aus, aber ob der Griff oder die Klingenachse das mitmachen... ein Messer ist eben in erst Linie zum scheiden gedacht und nicht z.B. zum Nägelziehen. Ein Folder bietet auch Konstruktionsbedingt bei weitem nicht die Belastbarkeit eine Feststehenden Messers. Wenn das Messer härter rangenommen werden soll, so wäre ein kleines Fixedblade Messer, das für den harten Einsatz konzipiert ist, wohl die besser Lösung für dich (wäre zwar sicher nicht die beste Lösung zum Nägel raushebeln, aber zur Not könnte man das Messerchen da auch als Brecheisen einsetzen)!
 

HankEr

Super Moderator
Naja, Nägel würde ich mit nem Military nicht unbedingt heraushebeln wollen. Die 3mm sind ja schließlich nur am hinteren Teil des Klingenrückens vorhanden, die Spitze jedoch ist schon fragil was solche Aktionen anbelangt.
 

Jake Cutlass

Mitglied
Hebeln mit Messern ?

Hierzu noch ein Gedanke:
nicht umsonst ist der GERBER Sportsmans-Steel, der meinem alten Mk. II (nicht rostfreier L6 HSS-Werkzeugstahl) beigefügt ist, auf einer Seite wie ein Meißel geformt. Das Messer soll NICHT zum Hebeln oder Aufbrechen von Türen usw. benutzt werden, dafür setzt man dann ggf. den Wetzstahl ein. Und wie oben erwähnt würde ICH ein Klappmesser, egal wie gut dessen Ruf sein mag, schon gar nicht für solche Stunts verwenden. Vielleicht noch ein stabiles Bowie ab 6,5mm C-Stahl- oder 4034-Klinge bei HRC 54... ;)
Gruß
Jake C.
 

Nagelring

Mitglied
Ich kann mich den anderen nur anschließen. Höhere Qualität beim Taschenmesser bedeutet leider nicht ein größeres Einsatzspectrum, jedenfalls idr nicht.

Ich hab mit der gleichen Einstellung wie Flip anfangs es geschafft bei einem spydie police und bei einem spydie military die Spitze abzubrechen, nach dem Motto "bei dem Preis muss das drin sein".

Andererseits hab ich ein 50,00 Euro Herbertz, mit dem ich inner Küche alle Dosen aufmache, auf der Schneide kann ich bis nach Ösiland reiten.:D

Die Spitze war aber schon paarmal verbogen, hab ich einfach glattgehämmert, kein Problem. Das Teil lebt ewig. Da ich neue Schleifmethoden /-mittel an dem armen Stück auch noch ausprobiere kann ich sagen, das es prinzipiell noch scharf zu kriegen ist. Hält halt nich tlange.

Gruß

Nagelring
 

roman

MF Ehrenmitglied
Für das was Du suchst ist der Vorschlag von
Jake Cutlass der sinnvollste 5 mm klingenstäke reichen dann auch weit wenn die klinge nicht langer als ca. 180mm
Der CPM Schrott fliedt dir bei solch einer beanspruchung um die ohren ausser du benutzt ein 10 x 50 flacheisen


:ahaa:
 

Paco

Mitglied
Victorinox oder Tool

Also wenns ums Werkzeug in der Hosentasche geht, gewinnen Victorinox, Wenger oder die Tools!!!
Hier hast Du Zange, Flaschen- und Dosenöffner und einen Korkenzieher. Auch die Pinzette und den Zahnstocher kann ein normaler Folder logischerweise nicht ersetzten. Mein Rat: nimm einen hochwertigen stabilen Folder für anspruchsvolle Schneidaufgaben (z.B. das Military, obwohl ich der Konstruktion mit den G10-Schalen ohne durchgehende Stahlinnenliner nicht über den Weg traue) für alles andere nimm ein gutes Victorinox oder ein Tool mit.

Wenns denn unbedingt ein Folder zum Nägelraushebeln sein muß, kauf Dir den Buck-Strider, der ist so ziehmlich der fetteste Prügel aus der Serien-Folder-Ecke-der-noch-halbwegs-bezahlbar-ist.

Gruß Paco
 

Kevin Wilkins

Moderator Forum Kevin Wilkins
Messer sind als Hebelwerkzeuge nicht geeignet... man kann sowas damit im Notfall machen, soll aber davon ausgehen, das das Messer danach im Arsch ist. Egal was für Stahl usw.

Für Nagelhebeln gibts beim Tischlerbedarf die passenede Werkzeuge...
 

flip

Mitglied
Danke für die prompten Antworten.
Vielleicht habe ich meine Einsatzzwecke doch ein bischen zu drastisch geschildert. Für mich muss ein Messer eben in erster Linie ein Werkzeug sein. Ich möchte halt auch mal ein Kabel durchtrennen, danach aber auch noch eine Semmel zersäbeln.

Ich habe ein Wenger Ranger aber bei diesem Messer ist eindeutig die Klinge nach ein paar härteren Schneidarbeiten zu nichts mehr zu gebrauchen und muss nachgeschärft werden. Ich hoffe das das Military in Bezug auf die Schneidhaltigkeit doch erheblich besser ist.

@ roman: Du bist ja anscheinend kein Freund solcher (z.B. CPM 440) Messerstähle. Welches Klingenmaterial würdest du für ein Allroundmesser das auch z.B. für das durchtrennen eines Gewebeschlauches genutzt werden kann empfehlen. Mir ist dabei auch wichtig das ich das Messer nicht jeden Tag schärfen muss.

Gruß
Flip
 

freagle

Mitglied
Der cpm 440 ist schon sehr verschleißfest, keine Frage, dafür hat er aber den Nachteil, dass bei so dünn ausgeschliffenen Klingen wie z.B. bei meinem Native schon mal ein paar Scharten in die Schneide kommen, gerade wenn du auch mal ein Kabel durchtrennen willst, könntest du da Probleme bekommen.

Das Native von mir habe ich nicht gerade missbraucht, kann mir auch garnicht vorstellen wo diese Scharte bei mir herkommt, auf einmal war sie drin, Zahnausfall bei Messern, ja das gibts auch.

freagle
 

roman

MF Ehrenmitglied
@flips
Einfache Frage komplizierte Antwort!

Du solltest Dir einfach klar werden was dieses messer hauptsächlich tun soll, und was Deine präferenzen sind, dann kann man da schon mehr sagen.
Also wenns nur den schlauch schneiden soll, dann bin ich mal pragmatisch und sage Dir kauf ein Tapetenmesser mit wechselklinge kostet 1-10 Euro je nach Ausführung, die nehmen da meist einen stahl C 105 W1 her das ist top. Die klinge ist schön Dünn damit man gut durchkommt und der preis ist unschlagbar.
In der industrie werden für Gummischnitte meist Wolframlegierte Stähle wie 2519 usw eingesetz, das wäre dann echte höchstleistung.
 

flip

Mitglied
Das ist ja das Problem: Ich möchte eben ein Allroundmesser. Vielleicht ein bischen zu meiner Messerkarriere:
Mein erstes Messer (ist schon min. 10 Jahre her) war ein Klappmesser von Puma. Eine Härtemessung der Klinge an der FOS ergab damalig 62 HRC. Das Messer war schnitthaltig aber spröde. Die Klinge brach bei dem Versuch die Dicke einer Eisschicht festzustellen, indem ich ein Loch mit dem Messer einschlagen wollte.
Mein nächstes Messer war daraufhin ein wesentlich robusteres Marke Kershaw (Typ 10XX) , ein Monsterding mit dicken Kunststoffgriffschalen. Die Klinge war mindestens 3-4 mm dick und unverwüstlich. Leider war das Messer so undhandlich das es in der Schublade verschwand und bei einem Umzug verloren ging.
Daraufhin folgte ein großes Victorinox. Die Klinge war leidlich schnitthaltig, das Messer insgesamt nicht ohne. Leider wurde es wie erwähnt geklaut.
Da mein Messer neben den üblichen Schneidaufgaben (Briefe öffnen, Apfel schälen, Tomaten schneiden) auch von mir sehr gerne als z.B. Abisolierwerkzeug verwendet wird, wollte ich ein Messer mit hoher Schnitthaltigkeit. Mir erschien der CPM 440 als gute Wahl. Wie gesagt ein Messer muss in meinen Augen auch mal ein Kabel mit einem Schirm abisolieren, oder auch einen Gartenschlauch durchtrennen.
Wichtig dabei ist natürlich das Messer sollte bei einem gänigen Hänler lieferbar sein. Da ich mir momentan kein Messer selber herstellen, und wahrscheinlich auch keines anfertigen lassen möchte (ist halt auch eine Preisfrage), sollte es ein Messer von der Stange sein. Wenn ich bei den gänigen Händlern im Internet stöbere, stellt man aber fest das die Auswahl an Messerstählen dabei eigentlich überschaubar ist (ATS, AUS etc., immer das gleiche), nur was ist halt ein guter Allrounder, und welche weiteren Faktoren spielen dabei eine Rolle (Schleifwinkel etc.)?

Gruß
Flip
 

Geist

Mitglied
Deine oben genannten Schneidaufgaben wie Briefe öffnen, Apfel schälen, Tomaten schneiden, mal ein Kabel abisolieren, Gartenschlauch durchtrennen usw. wird das Military gute bewältigen können und auch mit der Schnitthaltigkeit sehe ich da keine Probleme.

Zum Nägel raushebeln oder Loch in Eis machen, dafür ist es aber nicht geeignet und wenn du das Messer doch dafür nutzt, so musst du halt auch mit Beschädigung rechnen.
 
@flip

sowas wie ein "allround-messer" gibts in meinen augen nicht.
zum brieföffnen nehm ich - erraten, einen brieföffner, der den umschlag nicht schneidet, sondern aufreißt.
zum kartonagen-zerschneiden nehm ich ausschließlich billig-teppichmesser aus dem baumarkt. ich bin doch nicht blöd, und verschandel mir meine schöne stonewash-klinge meines L-UDC!:p

für gröbere holzarbeiten im wald kommt ausschließlich meine fiskars-axt und meine fiskars-säge zum einsatz, oder meine billig-machete, die ich aus mexico mitgebracht habe.

schöne und teure messer erfreuen in erster linie mein auge und werden hauptsächlich auf lebensmittel losgelassen.

und sollte ich mal vorhaben, jemanden hinterrücks zu meucheln,:haemisch: , dann nehm ich sicherlich einen schraubenziehre aus dem baumarkt.

grüße
tuco
 

roman

MF Ehrenmitglied
jaja immer das gleiche mit den golffahreren. am liebsten alls in einem, echt allzweck halt.
Das blöde ist nur je mehr All desto weniger Zweck:teuflisch
 
G

gast

Gast
military

ich denke der punkt, der das "military" im vergleich z.b. zum enduro zum "allzweckmesser" macht st der, dass das military zu zerlegen ist.

ergo: ich hebe ein loch im sand aus, danach zerlege ich das military, mach`s sauber... das enuro knirscht den rest seines lebens!

ich denke wer ein messer für alles sucht, sollte sich ein tool zulegen, oder mindestens ein messer mit massiver klinge.
 

kanji

Super Moderator
also Jungs

wer von euch hat denn nur ein Messer????

Selbst ich hab bei meinem Büroalltag, mindestens zwei Messer und ein Tool dabei, eben für jede Aufgabe das richtige.

Zum Pizzaschneiden MT Socom-Tanto
zum Apfelschneiden MT M-UDT
als Werkzeug Victirinox Tool

und unten im Ruck sack ist bestimmt auch noch was ;-)
 
G

gast

Gast
da hab ich probleme

hi,

ich habe immer das problem, im anzug rum laufen zu müssen - ich arbeite in `ner bank.
dummerweise sind alle messer, die mir gefallen so groß, das sie die hosen/hjackentaschen von anzügen sehr strapazieren.

habe aber auch keine lust, mein messer in der (trage)tasche zu haben, da es mir da nix bringt.

ergo: ich habe nur in der freizeit mein folder einstecken...

:mad: scheiss anzüge:mad:
 

porcupine

Super Moderator
Military als Allrounder

Ja, Hallo!
Ich hab ein Military schon länger im Gebrauch. Die dünn ausgeschliffene Klinge ist am besten zum Lebensmittelschneiden zu gebrauchen. Der Konstruktion ohne Stahlverstärkungen ist nicht allzuviel Seitenbelastung zuzutrauen. Nicht umsonst hat Spyderco in letzter Zeit mehr Stahlliner eingebaut (Chinook, Lum Tanto, Vesuvius).Meine perste Wahl als Allrounder ist das Lum Tanto von Spyderco, mit Teilwelle. Habe selbst einen im Gebrauch, mit Titanschalen.
Noch was: Zerlegbare Messer sind in der Zivilisation sicher gut, aber wehe, wenn irgendwo draußen eins der filigranen Schräubchen abhandenkommt... Ein Lob den guten alten Rundkopfnieten.
 
Zuletzt bearbeitet: