Bandschleifer - wieder einmal

gundacker

Mitglied
Hallo Leute !
Ich bin zwar schon einige zeit mit dabei, habe mich aber noch nicht aufraffen können, auch mal was zu schreiben. Aber jetzt !
Da ich einen äußerst liebenswerten Bekannten habe, der mir einen BANDSCHLEIFER bauen will (DANKE!!) habe ich zwar schon sehr viel hier gefunden, aber einiges liegt noch im Dunkeln:
Was für Vorteile/Nachteile haben die geriffelten (sozusagen mit Profil) Kontakträder ?? :(
Kann das Antriebsrad auch aus Kunststoff sein ??
Wofür brauche ich den Rücklauf ??
Danke schon im Voraus an alle Experten !
 

kababear

Mitglied
das mit dem rücklauf ist recht simpel..
es ist wesentlich einfacher ein messer gleichmäßig zu schleifen, wenn man die laufrichtung ändern kann. (ich lass das band, entgegen einigen kritischen stimmen, gegen die spätere schneide laufen..=> ich "schneide" in das band rein)
 

gundacker

Mitglied
Das mit dem Rücklauf leuchtet mir ein - aber auf den Bändern ist ja immer eine Laufrichtung angegeben, krieg ich da keine Schwierigkeiten ?
Auf meinem Baumarktbandschleifer fliegen mir die Bänder für die Holzbearbeitung um die Ohren wenn ich sie mal falsch montiere !
 

zorro_43

Mitglied
Hi gundacker!

Ich bin zwar kein "Experte" in sachen Bandschleifer, aber zumindest einige deiner Fragen kann ich beantworten.

Zum Rücklauf: Den brauchst du wenn du nicht von beiden Seiten an den Schleifer heran kannst.
Stell dir vor, du willst vom Rücken zur Schneide schleifen. Das geht auf der einen Seite ganz gut, für die andere Seite musst du um die Maschine herum laufen!
Wenn du nur am Kontaktrad arbeitest, oder bei senkrechter Schleiffläche, dann ist der Rücklauf meiner Meinung nach nicht so Wichtig.

Zum Antriebsrad: Ich denke man kann es ruhig mit nem Kunststoffrad probieren.

Zum Kontaktrad: Ich habe bis jetzt nur an so einem profilierten Rad gearbeitet. Dabei ist mir aufgefallen, dass das recht weich ist.
Wenn du an deinem Werkstück Aussenradien bearbeitest ist das sehr angenehm.
Ich könnte mir vorstellen, das dass bei einem Hohlschliff aber lästig ist. (Habs noch nicht gemacht.)
Aber der ist ja doch eher was für geübte Schleifer.
Also nimm für den Anfang das Kontaktrad das du am leichtesten Beschaffen kannst.

Zorro
 

gundacker

Mitglied
Als technischer Nacktflitzer stehe ich da wohl ziemlich dumm da
Danke für den Tip Zorro, werde ich alles in die Konstruktion einfließen lassen !
gundacker:ahaa:
 

freagle

Mitglied
Kann man nur von einer Seite an den Schleifer, ist der Richtungswechsel besser, man bekommt auf beiden Seiten der Klinge saubere Schleiflinien.

Schleift man von der Schneide richtung Rücken, hat man eine saubere Kante, schleift man vom Rücken in Richtung schneide werden die Kanten nicht so gut.

Scharfe Schleiflinien, das mag sich penibel anhören, man erkennt so aber die Facetten des Schliffs besser, die Optik spielt halt auch eine Rolle.

Deswegen wird mein nächster Schleifer Rechts-Linkslauf haben.



freagle

Meine Handmades
 

Schanz Juergen

Mitglied
@ kababear

gegen die schneide schleifen??

ist dir schon mal ein band um die ohren geflogen weil es gerissen oder angeschnitten wurde?
hab das schon mitterlebt an lebendigem leibe - bitte sei vorsichtig damit oder lass es ganz bleiben. - das ist wirklich nicht so leicht zu nehmen - ruckzuck fehlt da was im gesicht oder es bleiben zumindest ein paar "schöne" erinnerungen zurück.....

sorry - ich versuche hier nicht den besserwisser zu markieren.
gruß

jürgen
www.schanz-messer.de
 

kababear

Mitglied
ich schleif ja nur so lange es noch nicht scharf ist (es bleiben ja noch 0,5 stehen). ausserdem hat mir bei den letzten dudzend bändern noch keins nen scheitel gezogen :D

p.s.: trotzdem THX für die warnung:super: (in dem gebiet bist du sicherlich noch n besserwisser :) )
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Ich schleife inzwischen fast 20 Jahre, immer gegen die Schneide und auf den Körper zu, und mir ist in der ganzen Zeit noch kein Band dadurch gerissen. Die einzigen Bänder, die aufgeschnitten wurden, waren die Microfinishing Bänder auf Folienträger beim Schärfen, wenn sie schon einen Knick hatten.
Die Laufrichtung bei den Bändern spielt nur dann eine Rolle, wenn sie eine überlappende Verbindung haben, nicht bei einer Folienbindung. Die überlappenden sollte man sowieso höchstens bei den ganz groben Körnungen nehmen, wenn man auf einer weichen Unterlage schleift, sonst ist durch den Stoß kein sauberes Schleifen möglich.
Die geschlitzten Kontakträder sind für Grobschliff, weil sie einen stärkeren Abtrag ermöglichen. Universeller sind die glatten, weil der Schliff bei den feineren Körnungen sauberer wird.
Ein Kunstoff-Antriebsrad kann man nehmen, wenn man die Bandspannung immer so hoch halten kann, daß die Reibung groß genug ist. Der Widerstand, den eine Klinge bei größeren Bändern bietet, ist doch schon recht hoch.
Rechts-Linkslauf ist nicht unbedingt notwendig; wenn man einen Bandschleifer neu konzipiert, sollte man es aber mit vorsehen.
Erstens ist es bei Antrieb mit einem Drehstrommotor (wegen dem besseren Drehmoment und dadurch gleichmäßiger Geschwindigkeit anzuraten) leicht zu realisieren und zweitens kann man die Konstruktion gleich so vorsehen, daß man eine Planschleifscheibe montieren kann, und bei der braucht man so etwas. Für den gleichmäßigen Klingenschliff auf beiden Seiten ist es besser, wenn man auf beiden Seiten des Bandes arbeiten kann, dann muß man nicht einmal mit der und das andere Mal gegen die Laufrichtung arbeiten. Ist besonders am Kontaktrad wichtig. Schleifen ist nun mal Gewohnheitssache.
 

freagle

Mitglied
Hallo Günter,

was meinst du mit Planschleifscheibe, so ein Tellerschleifer der seitlich neben dem Kontaktrad hängt?

Du sprichst die Microfinnishing Bänder von 3M an, gelesen hab ich davon schon, nimmst du die Bänder öfters? wie sind die?

@gundacker

regelbare Geschwindigkeit find ich auch wichtig, gerade beim Finnishen, geh ich sehr gern an meinen lahmen Güde, da hab ich mehr Kontrolle beim Schleifen und bekomme auch bessere Flächen. Wenn du mal Titan schleifen willst, dann geht das mit langsam laufendem Band auch viel besser.

freagle

Meine Handgemachten
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
@ freagle: Richtig. 200mm Tellerschleifer, dann kann man sich die Auflagen aus normalen Schleifbögen selbst zuschneiden und aufkleben.
Die Microfinishingbänder benutze ich nur zum Schärfen, als letztes Band mit 9 oder 15µ, dann muß nur noch abgezogen werden.
 

Dan Skov

Mitglied
Bandschleifer

Ich bin diese Probleme beim Selberbauen aus dem
Wege gegangen, und habe mich einen fertigen und
professionellen Bandschleifer gekauft. Einen
Grit Profi 50 von Fa Multi-Tool (www.grit.dk)
in Dänemark, kostet ca 900 Euro und funktioniert
sehr gut. Ich bin damit sehr zufrieden.
Allerdings werde ich später eine Rechts-Links-
Umschaltung einbauen. Einfach zwei Phasen mit
einem Schalter mal so mal anders herum verbinden.
Grüsse
Dan