Bandschleifer mit Riemenantrieb

maidn

Mitglied
Hi,

Meine Ansprüche im Messerbau steigen, und ich will nicht mehr länger feilen! Also plane ich den bau eines Bandschleifers.

Da mir die Variante mit einem Frequenzumrichter zu teuer und kompliziert ist strebe ich eine einfache Lösung mit Riemenscheiben an.

Torsten Pohl hat in seinem Thread hier http://www.messerforum.net/showthread.php?t=95195&highlight=riemenscheiben ja schon ein bisschen Was gezeigt.

Allerdings habe ich noch ein paar Verständnis Fragen.

1. Auf Bild 2 sieht man ja sehr gut die Antriebsscheibe und die Scheibe die dann am Kontaktrad sitzt.
Welche Scheibe muss man austauschen um die Drehzahl zu verändern?
2. Ich hätte die Möglichkeit an einen günstigen Motor mit folgenden Daten zu kommen.
220/380 V 50 Hz
- 1,5 Kw
- 2840 U/min

Bekomme ich den überhaupt mit Riemenscheiben so geregelt dass ich den Bandschleifer sowohl zum Nasschleifen (nach dem Härten) als auch zum groben Konturschleifen benutzen kann?


Die Suchfunktion habe ich benutzt, aber scheinbar benutzen die meisten Leute hier keine Riemenscheiben zur Drehzahlregulierung sondern einen FU.

Gruß

Flo
 
Zuletzt bearbeitet:

GlenGarioch

Mitglied
Hallo,

machbar wird das mit Riemen schon sein, aber ob das wirklich billiger bzw. einfacher ist wage ich zu bezweifeln.

FU gebraucht oder Neu aus der Bucht ca 100-150€.
Riemenscheiben, Lagerböcke, Achsen, Riemen, ...... auch nicht weniger.

MFG
Markus
 

Badger1875

Mitglied
ohne Veränderungen der anderen Seite (Kontaktrad) bringt

beim Motor eine

- kleine Scheibe => langsame Drehzahl
- große Scheibe => hohe Drehzahl oder

ohne Veränderungen am Motor bringt

auf der anderen Seite (Kontaktrad) eine
- kleine Scheibe => hohe Drehzahl
- große Scheibe => kleine Drehzahl

Sollte man nun noch mehr wollen, kann man dies auch alles kombinieren und mehrstufige Riemenscheiben einsetzen.
Ein guter Frequenzumrichter bringt auch noch mal eine Steigerung, allerdings spielt hier das Alter und die Art des Motors eine nicht unerhebliche Rolle... FU´s gibt es schon vorkonfiguriert, also auch kein Problem beim Anschluss.

Fakt ist jedoch bei der ganzen Maschinen-"Bastelei", die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht und Leistung erfordert auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Sicherheit aus Teilen vom Schrottplatz zu bekommen? Na ich weiß nicht... Alles umsonst? Mit Sicherheit auch nicht!
Wenn Du also Teile besorgst nimm nicht das teuerste, aber achte auf Qualität. Die Geschwindigkeiten die hier erreicht werden, liegen durchaus bei 160 - 200 km/ h!
Die Riemenscheiben haben unter Umständen auch maximale Umdrehungsgeschwindigkeiten, geht man darüber gibt es auch ab und zu mal einen Zerleger! Die Teile die dann geflogen kommen sind nicht ohne. Informationen hierzu gibt es im einschlägigen Fachhandel für Kontakträder... Googlen macht Dich schlau!

Freddie
 

haasi

Mitglied
Hallo,

das Thema hatten wir schon öfters. Aber Achtung beim verlinkten Thema oben: In den ersten Bildern ist eine Variante mit Zahnriemenscheiben gezeigt, weiter unten aber ein Keilriemenpaar.

Ob FU, Riemen oder sonst was ist wie so oft alles eine Frage des Geldes, der vorhandenen Bastelmöglichkeiten und der Bequemlichkeit. Wenn es ganz billig sein soll, ist das Zerlegen einer alten Ständerbohrmaschine (Mehrfachriemenscheiben+Lagerung) wohl am günstigsten und recht schmutzunanfällig.
Aber wie war das nochmal bei der billigen Ständerbohrmaschine? -Vorbohren mit 3 mm bei hoher Drehzahl, ausschalten, Werkzeug wechseln, Riemen umlegen, aufbohren bei mittlerer Drehzahl, ... Senken bei ganz niedriger Drehzahl (was die meisten billigen dann schon nicht mehr schaffen) und zum Finish aufreiben mit etwas Schmierstoff wieder ganz langsam. Macht ihr das wirklich so oder gibts dann doch irgend eine "Kompromissdrehzahl", die eher niedrig ist und mit das meiste geht?
-Beim Schleifen ist es auch nicht anders.
Mit FU ist alles bequemer, weil sich während des Betriebes die Drehzahl verändern lässt. Oder - wenn ich nur mehr Platz im Keller hätte - man hat einfach zwei Bandschleifer (wenn die Konstruktion steht kaum Mehraufwand) mit einem 2-poligen Motor und einem 6-poligen z.B. und / oder unterschiedlichen Antriebsscheiben und einer läuft eben mit 20 m/s und der andere mit 2 oder 5 m/s.

Die 5 und 20 schafft man locker mit einer Mehrfachriemenscheibe, runter auf 2 ist schon schwierig. Der o.g. Motor ist fürs Runterschruppen sicher prima (nahezu identisch zu meinem). Beim Finish ist mir meiner mit 10 % Nenndrehzahl eher noch zu schnell.

Noch zu den Mehrfachriemenscheiben aus Bohrmaschinen: idR sind das Riemen der Größe SPZ, also recht klein. Bitte bedenken, dass ein Teil, das mal in einem Maschinchen mit 500 W Lichtstrom lief, nicht unbedingt für Dauerbetrieb mit 1,5 kW ausgelegt ist.

Gruß,
Daniel
 

maidn

Mitglied
Danke euch.
Ich habe mich jetzt entschieden das ich den Bandschleifer hauptsächlich zum Formschleifen und Flachschliff herstellen benutzen werde.

Fürs Finishing brauche ich ihn nicht zwingend, das geht auch sehr gut von Hand.

Werde mir also wohl einen Bandschleifer ohne Geschwindigkeitsregelung bauen.

Welche Bandgeschwindigkeit sollte man anpeilen? ca. 20m/sec?
 
G

gast

Gast
Ich hatte das mal nachgefragt, Ich erinnere mich an 28m/Sek Bandgeschwindigkeit. Es ging damals um dieses Blaue, 50mal 2000mm.

Bei dieser Geschwindigkeit arbeitet das Korn wohl bei seinem maximalem Wirkungsgrad, allerdings trägt es auch maximal Material ab, je nach Körnung.
Ich selbst benutze zZt. einen FU,und muss sagen dass obwohl ich mir eine Konstruktion gebaut habe wo das Bandwechseln ruckzuck passiert, ist es denoch immer noch nötig von Grob auf Fein das Band zu wechseln. Das ändert also nicht, bei entsprechender Konstruktion, ist fast genauso schnell der Riemen gewechselt.
Jedenfalls sollte mein FU einmal das Zeitliche segnen, werde ich mir an meine Konstuktion jeweils meine Stufenflachriemenscheiben anbringen, zur Geschwindigkeitsreglung. Diese sind jeweils zu dritt, und ich denke das reicht. Abgesehen davon finde ich feilen immer noch die Königsklasse ;)
Noch ein Wort zu den Flachriemenscheiben. Man kann über Schlupf ( per Fusspedal :ahaa:)unheimlich viel und fein dosiert an Geschwindigkeit regeln, in den jeweiligen Übersetzungen.
Gruss unsel
 

Badger1875

Mitglied
Unsel liegt da gar nicht so weit weg von den Bandgeschwindigkeiten: Schleifbänder für Kohlenstoffstähle liegen so zwischen 30 und 40 m/ sec,
genaue Angaben bietet jedoch der Hersteller der Bänder.

Als grober (!!!) Anhalt (ich glaube ich habe da schon mal hier irgendwo eine ähnliche Tabelle gepostet):

  • Titan 5 - 15 m/ sec,
  • Buntmetalle von 20 - 30 m/ sec,
  • Kohlenstoffstähle 30 - 40 m/ sec und
  • Aluminium, Magnesium und deren Legierungen zwischen 40 und 50 m/sec

Diese Angaben habe ich mal von einem Schleifbandhersteller erfragt, ich meine es war SIA, weiß es aber nicht mehr so genau.
Fakt ist, dass ein Band, welches in der passenden Geschwindigkeit läuft, durchaus eine wesentlich höhere Standzeit hat, vor allem, wenn man auch noch den Anpressdruck beim Schleifen berücksichtigt! Der Druck wird benötigt, da nur so immer wieder neue Schleifkörner freigebrochen werden.
Fehlt der passende Druck, verglast die Oberfläche und das Band ist ruiniert. Das gleiche passiert auch bei einer sehr stark verzunderten und/ oder mit Borax überzogenen Oberfläche.
Es soll Bänder geben, denen Zunder und/ oder Borax nichts ausmachen, aber ich habe auch nicht alles ausprobiert. AchimW hat da mal was dazu gesagt. Ich entzundere vorher durch Abätzen oder wenn es schnell gehen soll, mit dem Winkelschleifer und gehe erst dann aufs Band.

Freddie
 
Zuletzt bearbeitet: