Ballistol zur Messerpflege?

TimM.

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Auf meiner Ballistoldose steht, es wäre für "Maschinen und Geräte aller Art" geeignet - ist es auch vorteilhaft, Messer damit zu behandeln?
Gibt es ein für Messer besser geeignetes Mittel?
 

WalterH

Mitglied
Hmm. Oel ist immer so eine Sache - ich spreche jetzt nicht unbedingt von Messerpflege, sondern allgemein. Eigentlich hab ich mit Oel an Fahrraedern mehr Erfahrung. :D

Fuer feststehende Messer ist Ballistol sicher top! Ich nehms selber fuer meine Carbonmesser. Gibt eine wunderbare Schutzschicht, die man nur ab und zu wiederholen muss. Und es ist lebensmittelecht! Das Zeug kommt ja eigentlich aus der Waffenpflege. Fuer die meisten Jaeger die ich kenn, ist Ballistol das Allheilmittel. Vom Zeckenbiss bis zur Lederpflege. :D

Wie sich Ballistol mit Holzgriffen vertraegt weiss ich nicht.

Bei Foldern wuerd ich nur oelen, wenns sein muss - Oel im Scharnier zieht immer auch Staub an. Wenn man nicht aufpasst, kriegt man so eine wunderbare Schmirgelpaste ins Scharnier. Und wenn, wuerd ich dazu kein Ballistol nehmen - das ist imho zu duennfluessig.

Ich habe gute Erfahrungen mit weissem Lagerfett gemacht - aber wie gesagt nur da wo es wirklich sein muss. Meine CRKT's laufen z.B. wunderbar weich auf ihren Teflonscheiben - die wuerd ich nie fetten.

Alternativ zum Lagerfett hab ich auch schonmal Haft-Oel ausprobiert. Das ist eigentlich fuer Fahradketten da - recht zaehfluessig, laesst sich nicht leicht ausspuelen (gut haftend) und verharzt nicht. Alles in allem auch nicht schlecht.

-Walter
 

Geist

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Ich mach´s so: Ballistol zum Schutz und Pflege der Klingen und anderer Teile, da es ungiftig ist und Sentry Tuf-Glide in so einem kleinen Fälschen mit Pipette zum "ölen" der Klingenachse bei Foldern (Sentry Tuf-Glide, verklebet nicht, ist aber nicht lebensmittelecht).

Ciao Geist
 

Andreas

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für klingen und holz ist balistol klasse.
für die klingeachse bei klappmessern benutze ich allerdings auch lieber tuf-glide.
für lederscheiden taugt IMHO balistol nix. alle öle machen leder geschmeidig und weich. bei einigen verwendungszwecken macht das auch sinn, z.b. hundeleinen, zügeln, ....
lederscheiden am besten mit einem wachs pflegen (auf bienenwachs-basis). gibt es z.b. bei globetrotter in keinen mengen für viel geld (Grangers G-Wax, 100ml, 7,90 DM). oder bei der bear gallery in der "klinikpackung" für wenig geld (effax leder balsam, 500ml, ca. 17-18,- DM glaube ich).
mit dem leder balsam kannst du auch holz-pflege betreiben ;) lanolin und bienenwachs schadet holz nichts.
 

Sharps

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Ballistol :-(

Grundsätzlich kann man jedes gute Waffenöl auch für Messer verwenden. Allerdings halte ich Ballistol für kein gutes Waffenöl ! Das Zeug verharzt schon nach kurzer Zeit und bildet einen klebrigen Brei, wenn es vorher nicht schon verflogen ist.
Es gibt eine Menge guter Waffenöle, z.B. von Liqui Moly, Cito, Krieghoff u.a., die man zum Konservieren und Pflegen der Klinge gut gebrauchen kann.

Aber der Geheimtipp sind die Teflon-Produkte von Wolf bzw. Lupus. Besonders das Teflon-Fett kann man auch zum Schmieren von Foldern verwenden, da man es nach kurzer Einwirkzeit wegwischen kann und dann ein feiner Teflonfilm für eine trockene und trotzdem seidenweiche Schmierung sorgt. Außerdem konserviert das Fett auch den Sahl und schützt ihn gegen Rost.

Aber ehrlich gesagt benutze ich als Rostschutz lieber einen hauchdünnen Ölfilm, anstelle des Teflonfetts. Das liegt aber auch daran, dass ich mit meinen Messern keine Lebensmittel schneide und daher das Öl nicht stört.
Mit ein wenig Cito-Waffenöl alle 1-2 Wochen sind meine beiden all day use Folder (Gerber Applegate, SOG PE2) jetzt seit ca. 1 Jahr immer noch absolut rostfrei. Schmieren musste ich sie bisher noch nicht, aber wie gesagt im Falle des Falles wäre das Wolf/Lupus-Fett meine erste Wahl.
 

zorro_43

Mitglied
Mit Balistol habe ich in verbindung mit Messing schlechte erfahrungen gemacht.
Ich hab mal ein Puma-Messer dick eingeölt in eine Schachtel gepackt und ein paar Jahre vergessen. Danach waren die Messingteile mit einer dicken schmieriege GRÜNEN Schicht überzogen.

Zorro
 

coolcat

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@Zorro_43:
Buntmetalle lassen sich nicht durch Öl von der Korossion abhalten. Selbst wenn du Messing mit normalem Klarlack lackierst, wird es unter dem Lack anlaufen. Da hilft nur Speziallack oder putzen.
 

TimM.

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Jetzt stellt sich für mich doch noch mal eine Frage zu diesem Thema - macht es einen Unterschied, wenn die Klinge pulverbeschichtet ist?
 

Luca Brasi

Mitglied
Moin zusammen,

ich habe bislang auch immer Ballistol für die Pflege und Schmierung meiner Messer benutzt, vor allem auch für die Klingenachsen meiner Folder.

Mich störte schon immer, daß es halt Öl ist und somit einen recht bald häßlichen und schmutzigen Film hinterläßt.

Ich habe aber gelesen, daß Tuf-Glide, also das Zeug im Fläschchen auch sehr gut für das Schmieren von Foldern sein soll.

Mich würde interessieren, wie Eure Erfahrungen damit sind. Ich möchte endlich ein gutes und trockenes Schmiermittel kennenlernen.

Thomas
 

Geist

Mitglied
Original geschrieben von ModifiedTanto
ich kann Tuf-Glide nur empfehlen. es bietet für das schmieren von foldern alles, was man verlangen kann.
Ich schließe mich den Worten von Modi voll und ganz an. Sentry Tuf-Glide ist ein tolles Zeug und wäre es lebensmittelecht, würde Ich´s auch für die Klingen benutzen.

Ciao Geist
 

HankEr

Super Moderator
Für den Verschluß von Taschenmessern kann ich auch nur das von Sharps bereits erwähnte Lupus Teflonfett und für die schwerer ereichbaren Stellen das Öl aus selbem Hause empfehlen. Beide trägt man auf, läßt sie eine gewisse Zeit einwirken, wischt darüber, wartet noch einmal etwas und wischt nochmal. Danach hat man eine hauchdünne relativ beständige Schicht, welche --- da trocken --- kaum Schmutz anzieht.
 

Volkerki

Mitglied
ich halte ballisto für das beste.
da macht es nichts wenn man sich das zeug mal auf´s brot schmiert. sogar schnittwunden kann man damit behandeln.
kann sein, daß das alles nur voodo ist, aber so hat jeder seinen erfahrungsschatz.
 

Sharps

Mitglied
Ballistol

Bei Messern mag Ballistol ja nicht gerade verheerend sein, aber wenn ich sehe, wieviele Schusswaffen mit dem Zeug ruiniert werden. Blos weil man das ja schon seit 250 Jahren nimmt.
Es gibt heute einfach bessere Pflegemittel und ich sehe keinen Grund, warum ich diese nicht auch nutzen sollte.

Wer einmal gesehen hat, was von Ballistol nach einem ausgiebigen Training noch übrig ist (absolut nichts, die Waffe ist dann furztrocken oder klebrig versifft) und das mit anderen Produkten vergleicht (Lupus-Fett ist nach 1000 Schuss immer noch auf den behandelten Stellen und schmiert fröhlich weiter), der wird die paar Mark mehr gerne ausgeben.

Und warum soll ich meinen Messern nicht auch das Beste gönnen, was der Markt zu bieten hat ? Bei den paar Tropfen im Jahr für die Klinge juckt mich das eh nicht.

Ich bleibe dabei: Ballistol ist ein überholter Anachronismus und jeder, der mit Waffen unter hohen Belastungen zu tun hat, rät von dem Zeug ab.
Wer unbedingt Lebensmittel mit seinem Messer bearbeiten will, der soll das Ding einfach mit ein paar Tropfen Olivenöl einreiben. Das Zeug pflegt mindestens so gut wie Ballistol und schmeckt um Längen besser - aber natürlich nur das kaltgepresste, extra vergine ! :D
 

Floppi

Mitglied
Re: Ballistol

Original geschrieben von Sharps
der soll das Ding einfach mit ein paar Tropfen Olivenöl einreiben. Das Zeug pflegt mindestens so gut wie Ballistol und schmeckt um Längen besser - aber natürlich nur das kaltgepresste, extra vergine ! :D

Davon kann ich nur dringend abraten: normales Speiseöl wird ranzig und ist außerdem ein guter Nährboden für Bakterien & Pilze.
Außerdem kricht es nicht genug und verdrängt daher nur schlecht Wasser. Außerdem kann man es nicht dünn auftragen. Dann doch lieber Ballistol...
 

Sharps

Mitglied
Ballistol

Nee, mal ernsthaft:

Als ich mit dem Schießen anfing, habe ich auch Ballistol genommen, hat mir der Waffenhändler schließlich damals empfohlen. Aber ich merkte schon recht schnell, dass das Zeug nicht alles sein kann. Beim nächsten Besuch beim Händler fragte ich also nach einen GUTEN Öl und prompt sagte er: 'Achso, hätten Sie ja gleich sagen können. Nee, dann lieber kein Ballistol.'

Auch meine weiteren Erfahrungen mit dem Zeug waren alles andere als berauschend. Ich hatte mal eine Waffe aus Zeitmangel ein paar Wochen nicht geschossen, sie aber vorher ordentlich mit Ballistol eingeölt. Als ich sie nach ca. 3 Wochen aus dem Tresor nahm, war sie staubtrocken. Das Ballistol war völlig eingetrocknet und es war nur noch an einigen Stellen ein klebriger, harziger Rückstand übrig.
Seitdem verwende ich zum reinigen und pflegen nur noch gute Waffenöle (Krieghoff, Cito, Liqui Moly u.v.a.) und zum Schmieren nur noch Wolf-Teflonfett oder hochwertiges Motoröl (Geheimtipp;)). Meine Glock-Pistole habe ich jetzt aus Faulheit (oder Zeitmangel, such Dir eins aus) seit mehr als 1000 Schuss nicht gereinigt oder geschmiert, und ich schieße damit IPSC (schnelle Schussfolgen, also hohe Belastung). Trotzdem ist an den geschmierten Stellen auch nach mehr als 1000 Schuss immer noch deutlich sichtbar das Teflonfett. So stelle ich mir Langzeitschmierung bzw. Langzeitkonservierung vor. Das Zeug ist auch nach Jahren noch da wo es hingehört und schützt die Waffe vor Korrosion, Ballistol dagegen ist nach weniger als 14 Tagen eingetrocknet und verharzt.

Darum taugt Ballistol auch für Messer nur bedingt, wenn man nicht ständig die Rückstände entfernen und neu schmieren will.

Es gibt auch andere ungiftige Waffenöle, die man einsetzen kann (Cito gehört nicht dazu, es enthält noch einige Zusätze).