Ballistol [vs. Messing]

Guido

Mitglied
Ballistol

Hallo Leute,

da ich mir ein neues Benchmade zulege habe ich mir Gedanken über die Pflege gemacht. Da ich gesehen habe, dass die BM 940 oder BM 941.
Bronzescheiben an der Klingenachse haben, wollte ich das mit dem Ballistol, das ich sonst immer verwende mal genau wissen.

Hier die Antwort von Ballistol auf meine Anfrage:



Betreff: Re: Verträglichkeit Bronze oder Messing mit Ballistol


Sehr geehrter Herr ...,

Ballistol ist auf Grund seiner Zusammensetzung in der Lage, Kupfer und Messing
anzulösen. Dies ist in der Waffenpflege sehr erwünscht, da die
Projektilabschmierungen im Lauf auf diese Weise beseitigt werden und die

Schusspräzision erhalten bleibt.

Bei dem Lösungsvorgang entsteht ein Kupfer-Ammoniak-Komplex, der in niedriger Konzentration grün, in höherer Konzentration blau ist.

Bronze wird durch Ballistol ebenfalls angegriffen, jedoch nicht in dem Maße,
wie dies bei Messing der Fall ist.

Mehr über unsere Produkte erfahren Sie in unser Homepage www.ballistol.de. Wenn Sie uns Ihre Postanschrift geben informieren wir Sie gerne ausführlich über die vielen Anwendungsmöglichkeiten von Ballistol.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. ...

F.W. KLEVER GmbH
Chem.-Pharm.Fabrik


So, nun haben wir es schriftlich, da bin ich ja mal auf eure Kommentare gespannt!:cool:

Bei der Gelegenheit, hat schon jemand Erfahrungen mit dem von Benchmade angebotenen Militec-1® gemacht?


munter bleiben

Guido
 

darkblue

Mitglied
Hallo Guido

Diese Erkenntnis ist nicht neu.
Via Suchfunktion findest Du einige Beiträge, die sich mit dem Thema Ballistol vs. Messing beschäftigen.

Es ist wohl in erster Linie alles eine Frage der Menge.
Ich pflege sämtliche meiner Messer von außen mit Ballistol. Ein hauchdünner Film ist zum Schutz absolut ausreichend und bei sparsamer Verwendung konnte ich noch keine Grünfärbung am Messing feststellen. Das wird bei Bronze wohl nicht anders sein.

Anders aussehen wird das wohl, wenn man den zu pflegenden Gegenstand richtig damit zusifft oder Messing in ein Ballistol-Bad gibt.
Aber wer macht das schon mit seinen Messern.

Bei richtiger Anwendung (sparsam) wird kaum etwas gegen die Anwendung von Ballistol zur äußeren Pflege der Messer sprechen.
Es hat sogar noch den riesigen Vorteil, daß es in der Lebensmittelindustrie zugelassen ist, da es ungiftig ist.

Für die Schmierung der Klingenachsen bevorzuge ich allerdings "White Lightning", welches extra für diesen Zweck entwickelt wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:

exilant

Mitglied
Militec riecht einfach geil, so wie Benchmades eben neu riechen.

Warm gefönt ist es gut, schmeckt schlecht und scheint mir dauerhafter zu schmieren als Ballistol, es ist zäher im Film. Der Vergleich hinkt etwas, weil ich Balli. bei einem BM mit Nylatron Scheiben verwendete, Militec aber bei einem mit Bronzescheiben.

Meiner Frau wurde beim Geruch von Balli schlecht. Aber es ist günstiger.
 

exilant

Mitglied
Original geschrieben von mudshark
Aua! Steht auf Deiner Flasche nicht auch das hier:

'Harmful or fatal if swallowed. Do not induce vomiting. Call physician immediately.' ?

Keine Ahnung. Ich hatte das Messer erst geschmiert, später irgendwas geschnitten und dann hineingebissen. Riechen iss o.k., aber soviel Sinnlichkeit musste es dann doch nicht sein.

Den Hinweis nicht zu kot.. sich nicht zu erbrechen, kann damit zusammenhängen, dass es in so geringen Mengen eh egal ist. Schlecht wurde mir nicht.
 

sidro

Mitglied
Ballistol und Messing

Pflege unter anderem ein Buck 192(feststehend mit Messigteilen) mit Ballistol. Stimme Darkblue zu, bei normalem Gebrauch, sprich abreiben mit einem leicht getränktem Tuch hervorragendes Ergebniss. Anlaufspuren auf dem Messing verschwinden, Wiederanlauf verlangsamt, der Holzgriff und die Klinge freuen sich auch.
Und ich kann es jederzeit mit gutem Gewissen für Nahrungsmittel gebrauchen.

Sidro
 

Wonko

Mitglied
Camelienöl

Hi,

ich nehme das Camelienöl einfach, z.B. für meine Küchenmesser. Gibts bei Dick und kostet fast nichts, ist außerdem wirklich nicht ungesund.. :)

Wonko.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Zum Schmieren der Klingenachsen: Ich halte da idR gar nichts davon. Wenn die Klinge auf Buchsen läuft, ists eh Quatsch, weil die selber schmieren. Aber selbst auf einer Stahlachse ist die Belastung durch den geringen Weg, die geringe Geschwindigkeit und die geringen Kräfte die wirken, dermassen gering, das das Schmieren einer gehärteten Achse IMO nicht nötig ist. Im Gegenteil, egel welches Schmiermittel, es bindet Staub und Dreck. Da ist dann der Verschleiss höher, als wenn die Klinge trocken läuft.
Bleibt der Korrosionsschutz. Bei den üblichen chromhaltigen Stählen von Achse und Klinge korrodiert da eh nix, solange das Messer nicht im Wasserbad gelagert wird. Was soll mir das Schmieren also bringen?
Lieber öfters mit Wasser/Spuelmittel reinigen und gut trocknen.

Wenns um Holzgriffe geht. Ich hab lange nach ner Holzlasur gesucht, die wirklich lebensmittelecht ist. Gefunden habe ich biopin Grundieroel. ÖkoTest "sehr gut":) Damit darf man auch Kinderspielzeug streichen.
Das schützt, betont die Maserung - und im Gegensatz zu Olivenöl und ähnlichen Tips, zersetzt es sich nicht.

Klingen bleiben bei mir immer trocken, kein Öl kein Wasser. Wenns um Messer in der Vitrine geht, wuerde ich nen duennen Film WD40 auftragen. Nur dann Saubermachen vor dem Essen :)

Gruesse
Pitter
 

Bamboo-Jack

Mitglied
Hi,
ich verwende Ballistol in der Waffenpflege. Falls Ballistol wirklich Kupfer/Messing-lösende Eigenschaften besitzt, dann sind diese äußest gering und vernachlässigbar.
Selbst bei mengenmäßig starkem Gebrauch löst sich zwar Pulverschmauch aber weder Kupfer noch Messing. Eine Lösung des Kupfers würde sofort an der grün-blauen Verfärbung der Lauffilze auffallen.
Um meine Messer zu pflegen, verwende ich außer Ballistol noch WD 40.
 
Ballistol löst Messing (vermutlich das Kupfer darin) schon an, es dauert halt etwas.

Ich hab mal den Fehler gemacht Ballistol in einer Ölflasche mit Spritzrohr aus Messing aufzubewahren, nach 1-2 Wochen fing eine leichte grüne Verfärbung an (das Ballistol nicht das Messing!) die mit der Zeit immer schlimmer wurde.
Das Ende vom Rohr das im Ballistol lag war dafür sehr blank ;)

Dieser Effekt ist auch zu sehen wenn man eine oxidierte Kupferschine dick mit B. einschmiert und ein paar Wochen einwirken lässt, das Oxid ist dann zum großen Teil weg
 

Bamboo-Jack

Mitglied
Wochenlang im Ballistol schwimmen sollte ein Messer also nicht. Die Fähigkeit in geringem Maße Kupfer zu lösen und Messing damit wieder blank zu machen, werte ich als Vorzug von Ballistol.

Ein hervorragendes Mittel ist auch das Gleitfett von FEINWERKBAU. Etwas teuer zwar aber gut geeignet zum Einfetten von Klingen und Gelenken.

Gruß...Volker
 

Guido

Mitglied
Bloß kein WD40!!!

Hallo,

nehmt bloß kein WD40!

Das Zeug ist eine Art Lösungsmittel. Daher löst es auch super Kleberreste an.

Es Löst natürlich auch Kleber usw. an Messern an und das ist wohl nicht gewünscht.

Hier mal ein Link zum Sicherheitsdatenblatt:
http://www.wd40.de/media/adobe/MSDS WD-40_Aerosol_DE 7mai02.pdf

Der Hauptinhaltstoff ist Naphtha siehe hier:
http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?ID=1033314827732&BandNr=21

oder unter Google.

Ist also so was wie Benzin oder Petroleum.

Ich würde es auf keinen Fall an ein Messer tun, wenn es kein Ganzstahlmodell ist.
Besonders riskant ist es vermutlich bei Griffmaterialien wie Holz, Horn usw.

Ein sehr erfahrener Händler hier in der Nähe hat mir von einem durch WD40 beschädigten Custom-Folder berichtet. :(


Munter bleiben:super:
Guido
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Re: Bloß kein WD40!!!

Original geschrieben von Guido
Hallo,nehmt bloß kein WD40!

WD 40 ist halt ein Kriechöl. Und loest, was es als Kriechöl lösen muss. Bei verklebten Teilen hast Du recht, hätte ich schreiben sollen. Bei einem verschraubten Messer finde ich nichts, was gegen WD40 spricht. Zumindest nicht, wenns um Metallteile geht.
Fuer Holz gibts Pflegemittel zum Versiegeln, dass keine Feuchtigkeit aufgenommen wird.
Bei Kunststoffen muss man eh immer vorsichtig sein, aber die brauchen selten ein Konservierungsmittel ;)

Gruesse
Pitter
 

Jack_289

Mitglied
Zum Schmieren der Klingenachse verwende ich ebenso White Lightning Wax Lubricant. (siehe Beitrag von darkblue) Bin damit sehr zufrieden!

Zum Reinigen verwende ich den Clean Streak von White Lightning. Damit bekommt man selbst sehr unzugängliche Stellen wieder sauber (Schraubenköpfe etc.). Einfach mit dem kleinen Rüssel draufsprühen und mit Druckluftspray freiblasen. Fertig.
Und... laut White Lightning ist es auch gesundheitlich unbedenklich:
"VOC compliant ingredients. Exceeds today's most stringent health and environmental regulations."
http://www.whtlight.com/