Axt lackieren

Kundulus

Mitglied
Hallo zusammen

Ich würde gerne meine Condor Ganzstahlwurfäxte neu lackieren oder beschichten. Nun schwanke ich zwischen Pulverbeschichten oder einer einfacheren Lackierung.

Welcher Lack käme denn dafür in Frage? Der Lack sollte doch wohl als Korrosionsschutz des nicht rostfreien Stahls dienen. Halten glänzende Lacke besser bei Benutzung als matte (wegen der geringeren Reibung)?

Wäre Hammerite eine Lösung? In einer Sprühdose wäre eine einfache Lackierung möglich, Schäden im Lack wären auch einfach auszubessern.

MfG
Kundulus
 

keltoi

Mitglied
AW: Axt Lackieren

Die würd ich Pulverbeschichten!
Das Zeugs aus den Dosen ist meist nicht für solche Einsätze zu gebrauchen.
Wenn Farbe, dann müsste man schon eine aufwändige Mehrschicht 2K Lackierung machen.
Auf Mattlack sieht man jede Gebrauchsspuhr, und das lackieren mit Dose ist eine Kunst, geschwiege dann das Ausbessern.
Hammerite kenn ich zuwenig.
 

schröderle

Mitglied
AW: Axt Lackieren

da es ein gebrauchsgegenstand ist, würde ich sie mit einer sprühdose,
ofen spray aus dem baumarkt lackieren. gibts in verschiedenen farben
um die 10 euro.hammerite trägt zu dicke auf.
 

Kundulus

Mitglied
AW: Axt Lackieren

@schröderle
Ja, ist ein Gebrauchsgegenstand, da kommen zwangsläufig Kratzer in die Beschichtung. Da wäre eine Lackierung einfacher. Pulvern ist aufwändiger, da Kratzer auszubessern ist wohl nicht so einfach, bzw hab ich noch nicht versucht.

Was ist denn von einem Motorlack (z.B von "VHT") zu halten? Hört sich von der Beschreibung an wie ein Ofenlack und gibts auch in verschiedenen Farben und Oberflächen.
 

Hoss

Mitglied
Moin,
zu Pulverbeschichtungen kann ich leider nichts Sinnvolles beisteuern, aber zu Lacken ;)
Wenn ich das richtig verstehe, willst Du den Axtkopf lackieren - warum :confused:
Hast Du vor, die Axt im Garten liegen zu lassen? Ansonsten würde hin und wieder ein Tropfen Öl ausreichen, um den "Nachteil" der Nicht-Rostträgheit auszugleichen.
Solltest Du aber auf jeden Fall eine Beschichtung wollen, ist Hammerite denkbar ungeeignet. Das Zeug wurde entwickelt als Rostschutz für mechanisch nicht stark beanspruchte Teile. Der Rostschutz wird erreicht durch winzige "Platten" und eine erhebliche Schichtdicke. Selbst bei guter Vorbehandlung wird die Beschichtung relativ schnell "abgeschubbert".
Der Tip mit dem Motor/Ofenrohrlack ist schon nicht schlecht. Diese Lacke haben eine geringe Schichtdicke und halten recht gut. Leider verbietet sich ein Einbrennen bei einer Axt - zumindest, wenn man Wert auf die Härte der Schneide legt :glgl:
Auch ein hochwertiger (sic!) Kunstharzlack auf Lösemittelbasis ist geeignet. Eine Möglichkeit wäre die (jeweils dünne) Beschichtung mit einem Metallhaftgrund und dann einer Lackschicht. Voraussetzung ist eine penible Entfettung (als Privatmensch z.B. Aceton und anschließend klares Wasser).
Das Problem könnte werden, das die lösemittelhaltigen Lacke aufgrund der Umwelthysterie nach und nach vom Markt verschwinden.
Aber wie wäre es mit einer Kaltbrünierung? Man würde viele Nachteile einer Beschichtung umgehen und sogar die Rostfähigkeit des Untergrundes ausnützen :D

Grüsse
Hoss
 

Querzulap

Mitglied
Hey..... wie wäre es mit verzinken ?!
Habe zwar keine Ahnung wie gut oder schlecht das auf besnpruchten Teilen hält..... es sieht aber halt noch irgendwie nach Metall aus.
Unterbodenschutzspray fürs Auto ist sicher auch ein guter Rostschutz....
Gleiches Problem... hält aber auch Belastungen vermutlich nicht so dolle Stand.

Wenn die Axt regelmässig in gebrauch ist wirst du aber mit ner Dose Waffenöl (gibts ja auch in Sprühdosen) sicher effektiv und günstig ne lösung finden.
 

Hoss

Mitglied
Ups, ich sehe jetzt erst, das es sich wohl um diese komplett beschichteten Ganzstahläxte handelt.
In dem Fall müßte ja auch erst mal die schwarze Epoxy-Pulverbeschichtung runter - und das zumindest im Kopfbereich ohne Wärmeeinwirkung :ahaa:
Wenn aber aber nur darum geht, Macken in der Beschichtung auszubessern, wäre das mit dem von mir schon erwähnten KH-Lack machbar - sinnvollerweise in schwarz :glgl:
Den Glanzgrad (also hoch- oder seidenglänzend) würde ich entsprechend der vorhandenen Beschichtung wählen. Auch hier: gründlich entfetten, aber nicht mit Aceton, da dieses eventuell das Epoxi anlöst. Stattdessen entweder im Baumarkt oder Fachhandel Anlauger oder Salmiakgeist kaufen oder einfach Soda oder Waschpulver nehmen - hinterher klar abspülen und trocknen lassen. WICHTIG: auf keinen Fall Pril oder ähnliche Produkte zum Entfetten verwenden. Damit die Tante in der Werbung da ihre Fingerchen drin baden kann - und natürlich auch die Hausfrau - sind diesen Reinigern teilweise Pflegestoffe und Fettalkohole beigefügt. Da hält Lack nicht wirklich gut drauf :glgl:

Grüsse
Hoss
 

Kundulus

Mitglied
Danke erst mal für die Antworten.

Eigentlich bräuchten die Äxte tatsächlich keine Lackierung, mit geringem Aufwand lässt sich der rostträge Stahl gut pflegen. Ist halt ein bisschen eine Faulheitssache. Wenn der Rest der Axt lackiert ist, dann wäre nur die Schneide zu pflegen... Oder der Griff, den man anfast.

Wäre denn ein ordinärer Autolack eine Alternative?

Wenn die Sache mit dem Lack nicht so effektiv ist, werde ich wohl die Äxte von der alten Beschichtung befreien und dann die blanke Oberfläche mit Muskelkraft finishen. Der Stahl dürfte ja nicht allzu hoch gehärtet sein...
 

Hoss

Mitglied
... mit geringem Aufwand lässt sich der rostträge Stahl gut pflegen.
Also wenn es sich um die Axt handelt, die ich verlinkt hatte, dann ist da nix rostträge - 1075 ist durchaus rostfähig :D
Wäre denn ein ordinärer Autolack eine Alternative?
Und was ist ordinärer Autolack? Die gibt es als Acryl-, Kunstharz- und Nitrovarianten und natürlich als Pulverbeschichtung (i.d.R. vom Hersteller verwendet)
Ich würde schon was nehmen, was mechanisch zumindest mäßig belastbar ist - und das kostet immer (wenn wir bei Lacken bleiben) ein bisserl mehr als der Kram aus dem Baumarkt.
... blanke Oberfläche mit Muskelkraft finishen. Der Stahl dürfte ja nicht allzu hoch gehärtet sein...
Ich kenne zwar die Condoräxte nicht, aber bei Messern mit einer solchen Beschichtung ist die Metalloberfläche darunter oft sehr - nun - rustikal :lach:
Will sagen, da bist Du eine Zeit beschäftigt. Wenn die Beschichtung absolut runter soll, wäre wie gesagt noch eine Kaltbrünierung recht haltbar, schnell wieder aufzufrischen und auch finanziell im erträglichen Bereich.

Grüsse
Hoss
 

derhund

Mitglied
Also ich habe auch die Condor - Ganzstahlwurfbeile und die Franziska in Ganzstahlausführung.
Bei der Franziska hält die Pulverbeschichtung erstaunlich gut(Hab sie auch noch nicht so lange wie die Condorbeile).
Ich bin froh das die Wurfbeile Pulverbeschichtet sind, weil so ein rostiges oder öliges Teil möchte
ich persöhnlich nicht mehr, hatte ich schon.
Bei einem von meinen 4 Condor Wurfbeilen habe ich mich mal gespielt. 2 Stunden in Bremsenreiniger gelegt,
danach bin ich doch zum Sandstrahler gefahren und er hat sie mir mit Glasperlen sauber gestrahlt.
(Auf keinen Fall mit Sand strahlen lassen !).
Habe dann die Apfelessig - Kaffe Methode ausprobiert, sah dann recht "Historisch" aus aber es rostete auch schnell
und die Wurfhand stank nach rostigem Eisen (Manche mögen das ja vielleicht:D).
Habe dann das Teil mit Aceton entfettet, fein angeschliffen und mit Kunstharzlack in schwarz lackiert,
hätte ich mir sparen können, der Lack geht beim werfen fast schneller ab wie er draufgeht:mad:.
Das Ende vom Lied ich habe sie neu Pulverbeschichten lassen, ist das einzige was für die Wurfteile taugt:super:.
Zum gelegentlichen Ausbessern(Kratzer) nehme ich einen gewöhnlichen DurAcryllack in mattschwarz aus dem Baumarkt,
mit dem kleinen Pinsel zweimal drüber und sieht wieder aus wie neu:rolleyes:.
Alternativ könnte man sie auch nach dem Glasperlstrahlen und entfetten mit Felgenklarlack lackieren,
dürfte die einfachste und günstigste Methode sein.

Aber Spass machen die Teile ungemein:D:D:D

Grüße derhund:steirer:
 

Hoss

Mitglied
Da muss dann wieder der Backofen herhalten...

Hust - Anlassen von Stahl - Hust
Soweit ich das mit der Pulverbeschichtung verstehe, sind Temperaturen von 110-250 bei 5-30 Minuten nötig. Das wäre mir persönlich zu riskant, aber mir ist es auch zu riskant, Messer mit dem Bandschleifer oder der Schwabbelscheibe zu schärfen.

Habe dann das Teil mit Aceton entfettet, fein angeschliffen und mit Kunstharzlack in schwarz lackiert,
hätte ich mir sparen können, der Lack geht beim werfen fast schneller ab wie er draufgeht.
Ach ja: entfetten - Metallhaftgrund (!) - Kunstharzlack (guten) ;)

Grüsse
Hoss
 

Torsten Pohl

Mitglied
Wie wäre es mit einem Experiment, ich hab eine ganz brauchbare Pulverbeschichtungsanlage und würde gerne wissen ob das von mir benutzte Pulver dies Anforderung abkann.
Wenn du das Ding Sandgestrahlt (das ist notwendig!) bei mir anliefern kannst Pulvere ich es dir umsonst.
Einzige Bedingung ist das, du später berichtest ob das was taugt oder nicht, denn das kann ich beim besten willen nicht abschätzen.

Tschua Torsten
 

Kundulus

Mitglied
Kleines Update:

Habe im Schweiße meines Angesichts mit Aceton und Schleiflies eine Wurfaxt von der Beschichtung befreit.
Darunter kam eine durchaus gleichmäßige, recht ordentlich fein gefinishte Oberfläche zum Vorschein. Sie ist auch noch dunkel (geätzt, brüniert?), mit dem Flies habe ich keine blanke Stelle hervorbringen können.

Ich versuche einfach mal, morgen mit meiner Pulverbeschichtungspistole eine neue Beschichtung aufzubringen.
@Torsten:
Vielen Dank für Dein Angebot, aber ich habe nicht die Möglichkeit, das Teil sandzustrahlen. Meine Ausrüstung ist dafür echt zu schlecht...

Daher werde ich es einfach mal mit Pulvern versuchen und natürlich testen.
 

derhund

Mitglied
Kleines Update:

Habe im Schweiße meines Angesichts mit Aceton und Schleiflies eine Wurfaxt von der Beschichtung befreit.
Darunter kam eine durchaus gleichmäßige, recht ordentlich fein gefinishte Oberfläche zum Vorschein. Sie ist auch noch dunkel (geätzt, brüniert?), mit dem Flies habe ich keine blanke Stelle hervorbringen können.

Ich versuche einfach mal, morgen mit meiner Pulverbeschichtungspistole eine neue Beschichtung aufzubringen.
@Torsten:
Vielen Dank für Dein Angebot, aber ich habe nicht die Möglichkeit, das Teil sandzustrahlen. Meine Ausrüstung ist dafür echt zu schlecht...

Daher werde ich es einfach mal mit Pulvern versuchen und natürlich testen.

Ähhh, wie funktioniert das mit einer Pulverbeschichtungspistole eine neue Beschichtung aufzubringen :confused::confused::confused:
Grüße
derhund:steirer:
 

sanjuro

Mitglied
Beil lackieren

.....Ich besitze eine WAI-Beschichtungspistole......Damit steht dem "Selbstpulvern" eigentlich nichts mehr im Weg. Das zu pulvernde Stück muss nur in den Backofen passen...
....und es sollte vorher sandgestrahlt werden, wie Torsten schon richtig schrieb. Eine Oxidschicht, die sich mit normalen Reiningungs- und Schleifmittel nicht immer völlig vermeiden lassen wird, wirkt wie ein Trennmittel. Im ungünstigsten Fall lässt sich die Lackschicht nach kurzer Zeit wieder abziehen.

Wie hier schon mehrfach erwähnt: wenn das Gerät einhändig geworfen wird, ist es keine Axt, sondern ein Beil.

Gruß

sanjuro
 

uuups

Premium Mitglied
Hey..... wie wäre es mit verzinken ?!...
Gut, wenn du jemanden findest er es dir galvanisch verzinkt . Feuerverzinken wäre temperaturbedingt nicht geeignet. (optisch auch nicht :hehe:)
...Wäre denn ein ordinärer Autolack eine Alternative?...
Autolack ist eine Alternative!
In "Autolack" werden jährlich zig tausend € an Forschungsgeldern investiert, da träumten die anderen Entwickungsabteilungen (Pulver, Korrosionsschutz, Maritim) nur von. Auch in Bezug auf kratzfestigkeit sollen die meisten "Autolacke" ganz vorne mitspielen ;)

...Wurfaxt von der Beschichtung befreit.
Darunter kam eine durchaus gleichmäßige, recht ordentlich fein gefinishte Oberfläche zum Vorschein. Sie ist auch noch dunkel (geätzt, brüniert?)
Ich tippe mal auf phosphatiert. Eine Form der Vorbehandlung für das Pulvern.

...danach bin ich doch zum Sandstrahler gefahren und er hat sie mir mit Glasperlen sauber gestrahlt.
(Auf keinen Fall mit Sand strahlen lassen !)...
Auf die Erklärung bin ich jetzt aber gespannt. :argw:
Sicher, Strahlen mit trockenen Sand ist aus Gründen der Arbeitsschutzes (Silose) zu recht nicht mehr erlaubt, aber technisch gesehen...:confused: Hat er mit Glasperlen oder mit Glasbruch gestrahlt?
@derhund
Ich besitze eine WAI Beschichtungspistole http://www.vr-pulverlack.de/waisystem.htm ...Damit steht dem "Selbstpulvern" eigentlich nichts mehr im Weg. Das zu pulvernde Stück muss nur in den Backofen passen...
Na da bin ich jetzt aber schon wieder mal gespannt.

Kleiner Tip zum Schluß:
Da ich schon mal eine Pulverlackierung von innen gesehen habe kann ich dir versichern, das eine Zeitung auf dem Fußboden nicht ausreicht um das Pulver "einzusammeln". Atemschutz ist Pflicht!!!
 

Kundulus

Mitglied
Hallo

Ich habe heute die Wurfaxt (oder richtiger gesagt: das Wurfbeil) so wie ich sie von der Beschichtung entfernt habe gründlich entfettet. Danach in der Küche über der Spüle aufgehängt, mit Zeitung die Spüle abgedeckt und los"gepulvert".

Ging problemlos, das Pulver wird nicht wie bei einem Föhn aus dem Gerät "gepustet", es kommt wenig Pulver mit einem geringen Luftsrom aus der Düse heraus. Das Pulver haftete sofort an dem Metall, Ausschuss hatte ich nur sehr wenig.

Danach das Beil in den vorgeheizten Backofen bei 180 Grad gehängt und für 25 Minuten gebacken.
Das Ergebnis war eine gleichmäßige Beschichtung. Beim Kurztest an Feuerholz und an trockenen Ästen im Wald hat sich die Beschichtung nicht abgerieben, sie wurde lediglich etwas "glatter" an der Schneide. Ich habe mir nicht mal die Mühe gemacht und die Schneide von der Beschichtung entfernt, hielt trotzdem sehr gut :super:
Dabei wurde die Beschichtung teilweise hell, lag aber nur an Holzresten, die sich auf der Beschichtung festgesetzt hatten. Mit Wasser abgewaschen, danach war die ursprüngliche Farbe wieder da...

Wie alle Beschichtungen dürfte auch diese Pulverbeschichtung bei Benutzung auch irgendwann mal ihre Macken bekommen, vor allem beim Werfen...

Kundulus