Alltagsfähigkeit in der Stadt?

findus

Mitglied
Hallo erstmal!

Ich bin ja neu hier im Forum und habe auch gleich eine Frage:
Wie schaut's mit der Alltagsfähigkeit von Foldern aus?
Ich meine jetzt nicht "Papier schneiden klasse, Orangen schälen wäre mit Tanto-Klinge besser..." :irre:;
Demnächst wollte ich mir mein erstes "richtiges" Messer kaufen, nachdem ich Jahrelang mit einem Schweizer rumgerannt bin...
In der näheren Auswahl stehen LCC, Amphibian, das Spidey Vile oder sogar ein Custom.
(Abgesehen von meinen finanziellen Nöten :p )
Was ich mich jetzt frage ist, ob so ein tactical folder nicht ein bisschen martialisch aussieht. Es sollte schon ein everyday-knife sein, dass sich sowohl in der Stadt als auch auf meinen ausgedehnten Outdoor-Touren(Schweden, Schottland...) gut macht.
Das wichtige ist mir allerdings, dass ich das Ding auch in der Stadt dabeihaben kann, und niemand in Ohnmacht fällt, wenn ich mal einen Apfel teile.
Ihr habt da bestimmt Erfahrung, gerade das lcc oder das Amphibian sehen ja schon recht "tactical" aus. Es ist definitiv als user gedacht, d.h. kann man sowas auch "normalos" zeigen, oder halten die einen gleich für Rambo für Arme? Bin leider der einzige knife-addicted von meinen Leuten:steirer: :steirer: :steirer:

Danke fuer eure Hilfe, wir sehn uns jetzt hier wohl nu öfter
:angst: :angst: :angst: :angst: :angst:

so long, findus
 

zorro_43

Mitglied
Hi findus,

erstmal Willkommen im Forum!

Tja, wie soll man die Frage beantworten? Was du dich traust anderen zu zeigen mußt du schon selbst entscheiden!

Zorro
 

HankEr

Super Moderator
Hallo findus,
so unauffällig wie mit einem schweizer Taschenmesser bist Du natürlich mit keinem der aufgezählen Typen. Dazu kommt noch, daß die Messer alle --- trotz 10--20 fachem Preis --- wesentlich schlechter zum Teilen eines Apfels geeignet sind. Ich habe meist optisch einigermaßen dezente Klappmesser aber auch feststehende Messer dabei und scheue mich i.d.R. nicht diese auch einzusetzen, in Ohnmacht ist da noch niemand gefallen. Wie weit Du gehen möchtest muß Du in der Tat selbst entscheiden, und hängt natürlich auch von Deinem Umfeld ab.
 

Flieger

Mitglied
hi findus. willkommen im forum ! ich warne dich lieber schon mal vor - es wird sicher nicht nur bei einem neuen messer bleiben, wenn du hier regelmäßig vorbeischaust :D :irre:
zu deiner frage - lcc und amphi sind beide prima alltagsfolder. das lcc hab ich jetzt seit nem guten halben jahr immer dabei und bis jetzt kaum negative reaktionen geerntet (sieht einfach zu gut aus :super: ). allerdings gibt's zum apfelschälen sicher bessere messer ;)

gruß chris
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
LCC wäre mir zu schwer, Amphibian ist ok, aber auch noch ziemlich gross. Wenn Du was dezenteres suchst, zb. Benchmade 690. Ziemlich massiv aber trotzdem durch die carbon/Holz Kombination kein tactical Image und deutlich kleiner und leichter als ein LCC. Oder das BM Griptilian mit Droppoint Klinge. Kleiner wuerde ich in der Regel ein Messer nicht wählen. Ausnahme: MT UDT oder BM 705. Beide fuer kleine Messer super stabil.

Wenns ein Custom sein soll und wenn Dir das LCC so gut gefällt, lass dir von Lightfoot eines bauen. Die sind im original auch etwas kleiner.

Was auch ok ist, wäre ein Sebenza - da wuerde mir sogar ueberlegen, das kleine zu nehmen. Wenn Du generell mit Hohlschliff keine Probleme hast. Preislich allderdings schon nahe an einem Custom dran.

Generell kann man natuerlich nicht sagen, wie so Deine Umgebung reagiert und ob Dir das was ausmacht. Also ich habe, sowohl geschäftlich wie privat eine zu Messern eher skeptische Umgebung. Geschäftlich muss ich natuerlich darauf achten, privat ist mir das schnuppe. Meine User sind BM 710/BM Pinnacle/MT Amphibian/ fuer Freizeit und ein MT UDT in lila fuer den Job. Wobei ein AUTO wirklich Limit ist, IMO, zum Glueck ist das UDT so klein und so schoen bunt :)

Gruesse
Pitter
 

Hartmut

Mitglied
Hallo Findus,
willkommen im Forum!

Manchmal gibt`s natürlich schon irritierte Blicke, wenn ich mein MILITARY oder etwas anderes in der Art ziehe. Meist betrachte ich das nicht als mein Problem. Falls doch, weiche ich auf das Pinnacle aus, das sieht etwas "bürgerlicher" aus. Ich habe allerdings dein Eindruck, daß die Irritationen um so geringer sind, je selbstverständlicher ich zu meinem Werkzeug stehe.

Schönen Gruß

Hartmut
 

jangs

Mitglied
Zum Apfelteilen: Laguiole
Sieht wirklich nict tactical aus sondern sehr dezent, und Geld aus geben kannst du für ein Laguiole sowiel du willst, von sehr wenig (Mammout Laguiole Art) bis sehr viel (Costum mit Damazener Klinge)
Für deine Wandertouren braucht du selbverständlich ein anderes Messer, oder zwei...
 

findus

Mitglied
Hallo!
Danke fuer die vielen Antworten;
Natürlich stimmt es, dass viel damit zu tun hat, ob man das Messer als ganz normales Utensil betrachtet. Wenn man es in dem Bewusstsein hervorholt "oh gott, hoffentlich sagt jetzt keiner was!" kriegt man garantiert ne negative Reaktion. :argw:
Allerdings habe ich noch zusätzlich eben, wie Pitter auch, das Problem, dass meine Leute Messern und so weiter(nagut, ich gebs zu, weiter is nichts :rolleyes:) sehr skeptisch gegenüberstehen.
Aber da ich meine bisherigen Messer immer als so eine Art "Talisman" betrachtet habe, will ich es natürlich auch immer dabei haben.
@pitter ja klar, sowas wie das sebenza oder das schanz, dass hier jemand aus dem Forum hatte(ohne Tantoklinge) kann man gut tragen, fällt nicht so auf. Aber, leider habe ich ziemlich finanzielle Probleme, so ein Hobby zu finanzieren :irre:, armer Student mit Nebenjob und so...
Und *IHR ALLE* seid da bestimmt kein guter Umgang
:) :lach2:
Wird schon schwierig, z.B. mit einem Amphibian oder so, aber dafür faszinieren mich Messer einfach zu sehr. Da muss langsam mal was her.:lechz: :lechz:

So long,
findus
 

Nidan

Mitglied
Hi findus,

willkommen an Bord !

Also wie meine Vorschreiber schon gemeint haben, ist halt alles Ansichtssache. Ich bin ca 2 Monate mit nem LCC rumgezogen, davor hatte ich immer das Military oder das Starmate dabei und hab nie Probleme gehabt (hier in D wohlgemerkt, die Gesetzeslage woanders kenn ich net so genau).

Ein sehr schönes kleines unauffälliges Messer wär z.B. das UDT, das trag ich z.Z. und hab auch gestern im Lokal ein Steak damit gegessen, weil ich für blutige Steaks stumpfe Messer auf den Tod nicht leiden kann, und keiner hat was gemeint :D

Auch das von pitter angesprochene Benchmade 705 ist sehr schön, sehr stabil und sehr klein, hat aber immer noch so nen schönen tactical touch ohne Leute zu irritieren ;)
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von findus
@pitter ja klar, sowas wie das sebenza oder das schanz, dass hier jemand aus dem Forum hatte(ohne Tantoklinge) kann man gut tragen, fällt nicht so auf. Aber, leider habe ich ziemlich finanzielle Probleme, so ein Hobby zu finanzieren :irre:, armer Student mit Nebenjob und so...

Das Sebenza muss man nicht haben. Es ist nett, es ist ok, wenn man sichs leisten will, kann mans kaufen. Aber als User muss es das nicht sein.
Wenn Du was in der Richtung suchst, kauf ein Benchmade Pinnacle, solange es das noch gibt. Ist als User mindestens genauso gut (Flachschliff!). Und schneiden tuste nicht mit dem Finish, sondern der Klinge. Evtl hat hier jemands sowas gebraucht abzugeben, frag halt mal nach.
BM 710 oder 690 liegen alle so in der < 200EUR Klasse.
Es geht auch billiger. Ein CRKT Pointguard kommt noch recht dezent daher, da kommen von CRKT auch ein paar neue raus in der Klasse deutlich unter 100 EUR. Schau Dich da mal um.
Verarbeitung bei CRKT ist absolut in Ordnung, bei den billigeren Modellen wird meistens AUS6 als Klingenstahl genommen. Das ist nicht der Hit, aber ich kann damit leben.

Gruesse
Pitter
 

HankEr

Super Moderator
Ich habe allerdings dein Eindruck, daß die Irritationen um so geringer sind, je selbstverständlicher ich zu meinem Werkzeug stehe.
So sieht es aus. Man muß seine Umgebung auch etwas durch Taten missionieren. Wenn andere erst einmal sehen wie es ist wenn man nicht lange nach einem Teppichmesser oder einer Schere suchen bzw. sich zu einem Messer durchfragen muß um einmal ein Paket oder einen Brief aufzuschneiden, einen Apfel zu zerteilen oder einen Faden von der Kleidung abzuschneiden, oder wie praktisch es ist eine Tüte aufzuschneiden statt ewig an ihr herumzureißen dann wird der Werkzeug Charakter schnell klar. Auch Trägern von Klappmessern mit 2-Handbedienung wird der Vorteil von einhändig bedienbaren Taschenmessern und kleinen feststehenden Messern schnell klar.
 

Flieger

Mitglied
hätte jetzt spontan auch zu crkt geraten, wenn dein budget ein bisschen angespannt ist. gibt aber auch alternativen. z.b. hat wolfster im moment das gerber air ranger im angebot - für 79,- EUR ein prima user. und durch die schlanke linie wirkt es nicht allzu bedrohlich :p stahl ist aus-8 und durchaus schon was vernünftiges.
ich trage eigentlich immer zwei messer spazieren. das lcc (auch wenn's ein bisschen schwer ist :hmpf: ) und für situationen, wo ein großes messer fehl am platz ist (oder das lcc zu "schade") ein crkt apache II. mein freundeskreis ist mittlerweile dran gewöhnt, daß ich immer "bewerkzeugt" bin und stört sich nicht mehr dran. hab ein paar von den chaoten zu weihnachten was schneidiges geschenkt und mittlerweile werden die messer auch getragen und benutzt :super:

gruß chris
 

rfindigo

Mitglied
Kann auch nur zu den Modellen von CRKT raten... trage selbst ein Apache II (schlank, gute Klinge, Preis ok), ein The Wasp, Mirage) oder das 705 von Benchmade... für die Stadt und als Einsteiger allesammt sehr gut und nicht zu tactical.
Allerdings gibt es nun wirklich nicht das Allround-Messer schlechthin und wenn man outdoors unterwegs ist, kann man dann doch eher was größeres gebrauchen...
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von rfindigo
Allerdings gibt es nun wirklich nicht das Allround-Messer schlechthin und wenn man outdoors unterwegs ist, kann man dann doch eher was größeres gebrauchen...

ACK, gibts nicht. Aber ein Pinnacle kommt dem schon sehr nahe, wenn man mal alleine Funktion und Preis sieht. Nicht zu gross, aber ausreichend gross, sehr stabiler und simpler Lock, ATS und recurve, Flachschliff, sieht relativ normal aus, und das noch zu einem akzeptablen Preis. Was will man mehr, ein Seb oder ein Schanz sind von der Funktion auch nicht besser. Damit hat man eigentlich erst mal Ruhe. Aber schnell, wird nicht mehr produziert!

Hätte ich nur ein Messer, wärs wohl das. Allerdings gefaellts mir nicht so besonders, drum hab ich ja auch ein, zwei Messer mehr :steirer:

Gruesse
Pitter
 

Canavaro

Mitglied
Hi, wenn Du ein gutes Alltagsmesser mit einigermassen "zivilen" Aussehen willst, schau Dir mal von Spyderco das Howard Viele und vor allem den Chinese Folder an. Das Viele hat zwar eine einigermaße filigrane Klinge, kommt aber jetzt rein von der Form her recht hübsch und fließend daher. Und eine Klasse für sich ist der Chinese Folder. Sehr ausgefallen, absolut nicht "kriegerisch", eine wunderhübsche Klingenform und ein grüner Almite Griff. Und lass Dich von den Bildern im Netzt nicht in die Irre führen. Das Ding kommt kleiner daher, als es wirkt. Gute Größe. Wenn ich das Teil mal in Gesellschaft raushole, ernte ich meist mehr bewundernde als mißbilligende Blicke.
Und wenn Du ein Spydie als Allround-User suchst würde ich zum Military, aber fast eher zum Endura raten, weils ein bissel kleiner ist. Aber mit einem von denen zwei bist Du auf jeden Fall gut beraten. Fürs erste...
 

findus

Mitglied
Momentan wäre mein Stand irgendwo zwischen pinaccle und amphibian.
Wird wahrscheinlich keine leichte Entscheidung, zumal das Pinaccle günstiger ist.
Danke erstmal für die Antworten. Ich fürchte, das wird erst der Anfang...
Wo es so schwer ist, sich zu entscheiden:hmpf: ;
findus
 

Seal_6

Mitglied
Original geschrieben von HankEr

So sieht es aus. Man muß seine Umgebung auch etwas durch Taten missionieren. Wenn andere erst einmal sehen wie es ist wenn man nicht lange nach einem Teppichmesser oder einer Schere suchen bzw. sich zu einem Messer durchfragen muß um einmal ein Paket oder einen Brief aufzuschneiden, einen Apfel zu zerteilen oder einen Faden von der Kleidung abzuschneiden, oder wie praktisch es ist eine Tüte aufzuschneiden statt ewig an ihr herumzureißen dann wird der Werkzeug Charakter schnell klar. Auch Trägern von Klappmessern mit 2-Handbedienung wird der Vorteil von einhändig bedienbaren Taschenmessern und kleinen feststehenden Messern schnell klar.


Genau! Da spricht mir mal wieder jemand aus der Seele..
Am Freitag saß ich mit zwei Freunden in der Stadt beim Essen. Die Steaks waren (wie immer) groß und gut - die Messer waren (wie immer..) stumpf!
Also kramte jeder von uns sein Messerchen raus und fing an zu schneiden (Military, UDT, Commander).

Die ersten Leute guckten schon - der Inhaber (Stammkunden) lächelte und witzelte: "Na endlich..habe schon die ganze Zeit drauf gewartet!"
Sprachs, setzte sich zu uns und befingerte zwischen der Kauerei unsere Messer.

Am Nebentisch saßen übrigens zwei Polizeibeamte in Zivil (tja, die Handfesseltasche verrät den Polizisten wenn die Jacke hochrutscht) die unserem Gespräch über Vorteile von diesem oder jenem Messer ganz interessiert (und betont gleichgültig) folgten.

Der eine trug übrigens ein Spyderco Police (wie sinnig :D ).

Probleme? Keine!

Mal ehrlich: Wir freuen uns doch einfach nur wie die Schneekönige über einen Neuerwerb, können stundenlang über ein schönes Thema reden, haben Freude beim verschenken von Messern an gute Freunde usw.usw.

Wir gehen damit um wie erwachsene u. zivilisierte Menschen. Und GENAU SO möchte ich auch vom Gesetzgeber behandelt werden - Punkt!

Micha

Gruß, Micha