ätzproblem,...

Haudegen

Mitglied
`n abend,

dummerweise hab ich jetzt zu meiner lieblingsbeschäftigung beim messermachen, abgesehen vom zeichnen, ein problem mit damastätzen.

die story, - hab vom markusschmieden zwei klingen mit nachhause gebracht. eine perfekt, klingenschliff vom günter, geätzt hat sie markus.
alles super. !!

vom selben brocken hab ich mir noch ne andere klinge geschmiedet. kam jetzt vom härten vom markus zurück. ( und hab sie extra nicht ätzen lassen, da der überraschungseieffekt zu geil ist),
wie auch immer, hab vorhin geätzt, --- ist durchgehend grau.
auf einer seite sind "zwei" strahlendsilberne maserungen zu sehen. der andere, selbe stahl zeichned super.

hab die klinge von anfang an kontrolliert, war nach ca. 10 sec. schon grau.
säure ist trotz minusgrade noch ok. blasenbildung u. wärme sehr stark. klinge war entfettet. säure mit warmen wasser angesetzt.

jemand ne idee dazu ??
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Ist zwar nicht so einfach, etwas genaues zu sagen, ohne die Klinge zu sehen, aber ich gehe davon aus, daß schon alles richtig geätzt ist.
Es ist immer ein Problem mit Damast umzuschmieden, wenn man nicht die Struktur des Ausgangs-Reststückes genau kennt. Wenn man dann noch als Anfänger einen typischen Fehler macht und die Klinge hauptsächlich von einer Seite schmiedet, stimmt zunächst einmal die Form und bei Monostahl wäre auch alles in Ordnung. Bei Damast liegt aber das Muster dann schräg in der Klinge. Man kann es sich wie bei 2-lagigen japanischen Kochmessern vorstellen: eine Seite mit dem Stahl geht glatt von oben bis zur Schneide durch (Deine graue Seite), die andere Seite schneidet die verschiedenen Materialien. Die Schichten liegen in diesem Fall fast parallel zur grauen Seite, es werden nur zwei helle Schichten geschnitten.
Bei Damastklingen ist es deshalb immer vorteilhaft, das Ausgangsmaterial und den ersten rohen Anschliff anzuätzen, um die Lage des Musters zu kontrollieren und ggfs.den Schliff zu korrigieren.
 

micknives

Mitglied
kleiner tip zum finish. nicht am schwabbelbock mit schwabbelpaste
arbeiten, setzt die lagen zu und lässt sich nicht ganz so schön ätzen, auch entfetten hilft da nicht. nur mit nassschleifpapier und mit basischer (sodalösung) schleifen, das ergibnis feinere damast-
zeichnungen(scharfkantiger)

gruß

micknives
 

AchimW

Mitglied
Ätzen

Hmmm, große Hitze, Blasenbildung, starke Säure? Hört sich für mich danach an, daß Du eventuell ein wenig zuviel des Guten tust. Probier doch erst mal mit einem sanfteren Ätzmittel, wie z.B. einer 25 % FeCl-Lösung.

Achim
 

Haudegen

Mitglied
erstmal danke jungs,

@günter, sieht nicht so aus als ob die maserung schräg liegt. beide seiten zeigen die selbe maserung.

@markus, hab ich. 1000er schliff, allerdings nicht poliert.

@micknives, probier ich mal.

@achimw, denke fast, dass du recht hast. war schon ein heftiges geblubber um die klinge.

ok, auf ein neues,.......
 

Leonardo75

Mitglied
ätzender Essig

Hallo Haudegen!

Diese Woche habe ich auch mein Messer von Balbachschmiedetreffen (das aus dem Leopardkanonenrohr Damast) überarbeitet. Eigentlich wollte ich ja die Hämmerspuren drauflassen, aber zu Hause schein es so, als sollte zumindest doch ein paar davon ab.

Also habe ich die abgeschliffen und bis 1000'er Körnung nass nachgeschliffen. Die Ätzung war dann natürlich weg. In der Studentenbude war nicht viel an Säure da, nur Essig (nicht mal Essenz, sondern einfacher Kräuteressig) war da. Da ich auch nicht mehr viel Essig hatte musste ich sparsam damit umgehen.
Kurzum, ich habe die Klinge 3 mal mit Klopapier umwickelt, das Klopapier gut mit dem Essig getränkt und das ganze in eine kleine Plastiktüte getan (diese Frühstücksbeutelchen) und eng damit umwickelt.
Nun kam das ganze in den Backofen, den ich auf 100°C vorgeheizt habe. Für 10 Minuten habe ich den auch weiter heizen lassen und dann den Ofen ausgeschaltet. Das Messer habe ich dann bis zum nächsten Morgen drin gelassen, den Ofen nochmals fü 15 Minuten heizen lassen und wieder einen Tag gewartet.

Das Ergebnis war ein rostiges Klopapier und eine Klinge, auf der kein Rost, sondern nur schwärzlicher Belag war, den man teilweise abwaschen konnte. Danach habe ich das Messer noch poliert und siehe da, die Ätzung sieht richtig gut aus! Damit hatte ich nicht gerechnet. Auf jeden Fall wird es wohl relativ schonend für das Messer gewesen sein.

Viel Spaß beim Ätzen wünscht Dir der Leo.