AEG DT 13 Tischbohrmaschine

alex2000gold

Mitglied
Guten Morgen.

Ich habe mehrere Fragen zur Tischbohrmaschine AEG DT13 und würde mich über Eure Unterstützung freuen.

1. Hat jemand von Euch Informationen zu dieser (recht alten) Bohrmaschine, z.B. Pläne, Schnitte, Fotos, eigene Erfahrungen o.ä. ? Falls nein - wo gibt es eine Chance, so etwas zu finden (Werkzeug Foren ? - Welche empfehlt Ihr ?)

2. Es ist ein Zahnkranz Bohrfutter verbaut - würdet Ihr ein Schnellspannfutter empfehlen (Falls nein, warum, falls ja, Bezugsquellen?


Danke
Alex
 

Holgi

Mitglied
Guude!

Ich habe mal bis vor ca. 15 Jahren unter anderem auch mit so einer Maschine gearbeitet.
Was soll ich Dir groß erzählen? Es ist halt eine Industriemaschine "Made in Germany". Und wenn sie noch so alt ist, tausendmal besser als der Chinakram. Es kommt halt drauf an, was Du machen willst. Eventuell könnten die Drehzahlen nicht ganz geeignet sein (zu hohe Kleinstdrehzahl oder zu niedrige Höchstdrehzahl). Die könnte man ändern durch zusätzliche Riemenscheiben oder einen Frequenzumrichter oder einen anderen Motor mit anderer Drehzahl. Der Fantasie sind da nicht viel Grenzen gesetzt.
Wenn die Pinole nicht total ausgenuddelt ist (was eigentlich so gut wie nicht vorkommt), würde ich sagen, kaufen. Kommt halt auf den Zustand an was man dafür ausgibt. Ich würde mal sagen, nicht mehr als 200Euro, das müßte dann aber schon ein super gepflegtes Exemplar sein.
Wenn ich mich recht erinnere, ist aber kein Morsekegel in der Spindel, sondern ein Kegelstumpf B12. Das heißt, man kann keine Morsebohrer spannen, nur Zylinderschaft.
Ansonsten gib halt einfach mal bei google "AEG DT 13 Tischbohrmaschine" ein, da wird sich einiges finden.

Wenn das Zahnkranzfutter noch ok ist (kein Schlag, Spannbacken nicht verknäult) würde ich es drauf lassen. Wenn die Maschine für Dich als Hobby ist, reicht das doch. Du machst ja nicht alle Minute einen Bohrerwechsel und auch nicht 8 Stunden am Tag. Mir persönlich wäre das zuviel Geld und sooo lange dauert ein Bohrerwechsel damit auch nicht. Der Vorteil davon ist halt auch, daß Du Gewinde bohren kannst und wieder links mit dem Futter rausdrehen. Beim Schnellspannfutter kann sich das lösen und der Bohrer hält nicht mehr.
Wenn Du unbedingt doch ein Schnellspannfutter haben willst, dann schau erst, ob der Kegel wirklich B12 ist oder nimm das alte Futter als Muster mit.
Und wenn, dann kauf ein neues Futter im Fachhandel und nicht im Baumarkt. Schau das es von Röhm oder Albrecht oder sonstigen namhaften Herstellern und Industriequalität ist.

Gruß aus Mittelhessen,

Holger
 

alex2000gold

Mitglied
Hallo Holger,

danke für deine Ausführungen.

Immer wieder schön, sich hier im Forum zu bewegen.

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Habe das Teil für 113 € gekauft. Mir war bewußt, daß es sich um das "gute alte Zeug" handelt und natürlich habe ich gegoogelt - mit geringem Erfolg. (Ein paar Bilder und eine Anleitung zum Bohrfutterwechsel - das wars dann auch). Besser als mein Wolfcraft Sschlabberständer wirds allemal denke ich.

Auch auf der AEG Seite gibts nichts - ich vermute AEG wurde gekauft und hat sich sicher stark verändert seit Produktion meiner Maschine...

Kegelstumpf B12 - das ist eine wichtige Information, sehr schön.
Ich glaub aber auch, ein Schnellspannfutter ist in meinem Fall "schöner Wohnen" ohne großen praktischen Nutzen.

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Jetzt muß ich mich nur noch mit meiner Vermieterin einigen, wie wir mit der allgemeinen "roten Dose" im Keller umgehen (kein eigener Zähler für mich) - also wenn ich mal kurz überschlage - 500 W - ein paar Mal Bohren die Woche - so viel Strom kann das nicht sein...


Gruß
Alex
 

messerfloh

Mitglied
Glückwunsch zu der Maschine, die gehört in die Riege "unkaputtbar". Aber ein Schnellspannfutter würd ich mir dann doch zulegen (die einschlägigen Marken wurden ja genannt), die 50 Euro sind gut inverstiert. spätestens wenn du den Bohfutterschlüssel verlierst (und du wirst ihn verlierern :irre:) ärgerst du dir nen Kropf.
Gut es Bohren wünsch ich!
 

Holgi

Mitglied
Guude!

So, ich habe jetzt auch mal gegoogelt. Viel ist es wirklich nicht, aber immerhin, vor allem der Bohrfutterwechsel. Hat mich mein Gedächtnis doch nicht im Stich gelassen in Bezug auf den Kegel B12. Vom Aufbau her ist die Maschine einfach, viele Unterlagen wirst Du dafür eigentlich nicht benötigen. Ich weiß ja nicht, wieviel Du Dich mit Maschinen oder Mechanik auskennst. Wenn die Pinole kein riesen Spiel hat, sich leicht bewegen läßt und von alleine wieder schön nach oben fährt und die Spindel leise läuft, ist eigentlich fast schon alles ok. Und falls doch die Spindellager gewechselt werden müßten, ist das auch kein Weltuntergang. Mit ein bißchen Logik und Fingerspitzengefühl geht das alles.
Wenn das die Maschine ist, die man über die googleseite für 113Euro findet, ist das doch nicht schlecht, auch noch mit Untergestell. Ein bißchen geputzt, dann sieht sie aus wie neu.
Im Keller könntest Du einen Zwischenzähler setzen. Kosten glaube ich ca. 30-50 Euro.

@messerfloh: Warum wird er seinen Bohrfutterschlüssel verlieren? Ich habe mir 1988 eine Ständerbohrmaschine gekauft und habe das Zahnkranzfutter und den dazugehörigen Futterschlüssel heute noch. Und ich habe mit der Maschine nicht unbedingt wenig gebohrt. Der Schlüssel gehört zu der Maschine und bleibt auch da, ganz einfach, deshalb kann man ihn nicht verlieren.
Ein bißchen Disziplin in der Beziehung kann nicht schaden ;)

Gruß aus Mittelhessen,

Holger
 

alex2000gold

Mitglied
So. Habe die Maschine (mit Verstärkung) abgeholt und an seinem neuen Zuhause platziert. Puhh.. Ein bischen haben wir schon geschwitzt. Erster Eindruck: massives Teil.

Entscheidende Stellen gefettet bzw. geölt, Spindel ohne merkliches Spiel, Bohrfutterschlüssel fehlt, zweiter Stecker für Beleuchtung fehlt, wie erwartet kein Maschinenschraubstock und kein Spannzubehör.

Die integrierte Leuchte war intern mit auf den Kraftstrom geklemmt - dies habe ich wieder zurückgelegt inkl. eigenem Schukostecker.

Zwei Dinge fehlen mir noch zu meinem Glück:

1. Spannzubehör

Maschinenschraubstock und Nutensteine oder lieber Spannpratzen ?
Habt Ihr andere Hinweise und Empfehlungen ?

2. Zwischenzähler

Es gibt zwar fertige Zwischenzähler zum Einstecken (z.B. fürs Campen) z.B. von Easycount, aber die liegen um 100€.

Hatte mit dem Gedanken gespielt - Brett oder Gehäuse - darauf einfach ungeeichter Zwischenzähler, davor und dahinter Kraftstromdosen. Dann wäre das ganze transportabel. Ja, man könnte diese Einrichtung leicht umgehen, ist mir klar. Habe ich aber nicht vor.

Gibt es dazu Hinweise, preisgünstige Ideen, Vorschläge ?


Gruß
Alex
 

derPeter

Mitglied
1. Spannzubehör

Maschinenschraubstock und Nutensteine oder lieber Spannpratzen ?
Habt Ihr andere Hinweise und Empfehlungen ?

Gibt es dazu Hinweise, preisgünstige Ideen, Vorschläge ?


Gruß
Alex

Hallo Alex
Einen vernünftigen Schraubstock gibt es bei Hoffmann für einen zivilen preis. Willst ein Hochziehen oder spontanes Mitdrehen verhindern (z.Bsp. bein Blechbohren oder Messing bohren) hilft eine einfache Spannpratze mit T-Nutenstein. Die kannst du auch einfach als Schraubstockanschlag anschrauben, damit es den Schraubstock nicht mitdreht. Bei kleinen Werkstücken oder Holz reicht es meistens, wenn du den Schraubstock einfach festhälst.
http://www.spannelemente-spannmittel.com/kopal-spannelemente/kopal-monobloc-kompaktspanner.html
Solche Kompaktspanner sind tierisch praktisch, aber leider recht teuer
 

alex2000gold

Mitglied
Danke soweit.

Einen Thema habe ich (leider) noch: Stromquelle bzw Kraftstromdose.

Die Maschine hat 0,5kW Leistung, benötigt 400V Drehstrom und steht in meinem Kellerraum. Die Drehstromdose befindet sich außerhalb in einem anderen, allgemeinen Raum ca 4 - 5m entfernt.

Nach Absprache mit meiner Vermieterin (ja mir ist klar, das hätte ich vorher tun können/sollen) kam heraus, daß sie die allgemeine rote Kraftstromdose im Keller eigentlich nur für den Notfall gedacht hat - am liebsten soll ich sie gar nicht nutzen (hat sie nicht direkt gesagt, aber gemeint), da diese Dose über ihren Zähler läuft und sowieso und überhaupt.


Ich könnte mir folgende Alternativen vorstellen:


1.
Umklemmen des Motors auf Steinmetzschaltung

+ geht an normaler Steckdose
+ günstig (Kosten Kondensator ?)
- Fummelei, Löten ?
- umklemmen des Motors
- weniger Kraft bzw. Drehmoment, schwacher Anlauf


2.
Zwischenzähler vor die allgemeine Dose

+ immernoch relativ günstig
+ sicher für die Vermieterin, ich kann nicht bes.....en
- ich bezahle für andere mit (ich glaube aber, keiner nutzt sie)


3.
Zwischenzähler auf ein Brett oder in eine Kiste - davor und dahinter ein Zu- und Abgang. Das ganze dann zwischen Dose und Gerät stecken und nach der Nutzung wegräumen.

+ keine Veränderung im Keller
- höhere Kosten als 1 und 2
- ich kann nicht nachweisen, daß ich den Zähler immer nutze


4.
Eigene Dose in meinem Kellerraum, die Leitung geht zu meinem Kraftstromzähler. Muß ich ja haben, da ich einen E Herd betreibe.

+ sicher für die Vermieterin, ich kann nicht bes.....en
+ keine Verlängerungsschnur nötig
+ kein extra Zähler nötig
- darf man das tun (oder muß E Herd alleine laufen) ?

5.
Eigene Dose in meinen Kellerraum, die Leitung geht zum gleichen Zähler der Vermieterin. Vor die Dose in meinem Keller kommt der Zwischenzähler.

+ sicher für alle Beteiligten (oder läuft ihr Herd darüber, dann wäre es ja wie 4. - wenn es so ist dann darf man das ?)
+ keine Verlängerungsschnur nötig

6.
Frequenzumrichter, der mir 3 Phasen 230V Drehstrom erzeugt.

+ keine Veränderung im Keller
+ kein extra Zähler nötig
+ geht an normaler Steckdose
+ sicher für die Vermieterin, ich kann nicht bes.....en
- schwierig zu bedienen, habe keinerlei Ahnung davon
- teuer, so wie es aussieht
- keine volle Power



Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Bin ein wenig traurig, daß man bei so nem kleinen Stromverbrauch so eine Investition machen muss... jedenfalls sieht es im Moment danach aus.

Wenn ich mal überschlage 0,5kW x angenommene 30 Min Bohren im Monag (Ich glaube, das ist viel) x 12 Monate, sind wir bei 3kWh im Jahr. Das wären bei 0,30€ sagenhafte 0,90€ pro Jahr, falls ich richtig gerechnet habe. Da muß ich mal ein Smiley bzw Heuly setzen :jammer:


Bitte sagt mir, daß es eine einfache und billige Lösung gibt, wie diese aussieht und das alles gut wird :glgl:

Danke
Alex
 

alex2000gold

Mitglied
Ergänzung der Punkte.

7. Motor finden, der mit Wechselstrom läuft und die gleichen Abmessungen hat wie der aktuell verbaute Motor ?

sinnvoll ?
technisch denkbar ?
Bezugsquellen ?


Gruß
Alex
 

gnilreh

Mitglied
Hey Alex!

Ich hatte damals, als ich mein Kellerloch bezog die gleichen Querelen mit meinem Vermieter (der aber auch ein Erbsenzähler vor dem Herrn ist)...

Ich hab mir einach von einem ortsansässigen Elektriker ne Leitung an meinen Zähler legen lassen...

Resultat: 1 Stunde Arbeit + Leitung + Dreierdose in meinem Keller = 80,-€ und kein Rumgeeiere und Diskutiererei mehr und das Ganze aus professioneller Hand... :)

Wird in Deine Gegend wohl auch nicht teurer sein, schätze ich...

Dom
 

gnilreh

Mitglied
Warum sollte es nicht sein???

Meinst Du, die Hausleitung ginge in die Knie, wenn mehr als 3 Mietparteien gleichzeitig kochen und als Krönung noch Deine Bohrmaschine läuft?!?! :glgl:

Neue Leitung (vom Profi) am Zähler ist allemal besser als irgendein zwischengeschaltetes Wieauchimmer-Gerät am Allgemeinstrom und kommt Dich im Endeffekt wohl kaum teurer...

Grüße,
Dom
 

alex2000gold

Mitglied
Habe mit einem Profi gesprochen. Dom, Deine Variante wird bevorzugt.

Da mein Sicherungskasten in der Wohnung hängt, muss jedoch zwischen dem neuen Abgang von meinem Drehstromzähler und der neuen Kellerdose jede Phase abgesichert werden + FI Schalter gesetzt werden = Kosten. Aber das ist wohl die sicherste Lösung, auch von der Abrechnung her, aber nicht soo billig.

Ich sollte mir eine Garage oder Werkstatt suchen, wo ich machen kann, was ich will :mad:
 

alex2000gold

Mitglied
Die Stromversorgung wurde installiert. (Mein Drehstromzähler > Sicherung > Schutzschalter > Leitung > Loch in die Wand bohren > Dose in meinem Keller) Rechnung kommt noch - Kosten ca. 100€.

Dann erster Test - Stecker passen nicht (an der Maschine war ein 32A Stecker) - also neuen Stecker dran 16A - ok - wo ist der Einschaltknopf ? Ahh - der Hebel für die Zustellung wird gekippt und endlich gings.

Die Maschine schnurrt angenehm leise vor sich hin - da kann ich auch mal abends bohren (Kinderzimmer ist über dem Keller...)

--- so jetzt nur noch ne kleine Deckel FP und ne Mössner Rekord, mehr brauch ich gar nicht :irre: