Abziehen so richtig ?

Timon

Mitglied
Hallo,
ich möchte gern wissen, ob meine Abzieh Technik so o.k., oder verbesserungswürdig ist ?!?
Nach dem Schärfen auf einem 1000er Schleifstein, schmiere ich auf einen Riemen (kein Leder sondern Kord ähnlich) Metall-Politurpaste von AUTOSOL.
Dann fahre ich mit der Schneide darüber, und wende nach jedem "Darüberziehen" die Klinge.
Ca. 20-30 mal.
Danach glänzt die Schneide auch wunderbar, und ist auch scharf, aber halt nicht Rasiermesserscharf, so als wenn ich die Politurpaste weglassen würde.

Was haltet Ihr davon ?
Wo kann ich Verbesserungen anstellen ?

Danke, Timon
 

roman

MF Ehrenmitglied
das mit dem rasiermesserscharf ist so ne sache
das hängt von zwei sachen ab: welchen stahl benutzt du?
und mit einem 1000 stein und dann abziehen ist noch zu grob für rasiermeserschärfe.
nach 1000 kommt 6000 dann 8000 dann neuer sauberer abziehriemen für rasiermesser zuerst grober abzug dann feiner abzug.
das braucht geduld und übung und wie gesagt den richtigen stahl
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[ 09-06-2001: Nachricht editiert von: roman ]
 

Rolf

Mitglied
Hi Roman

Zitat : Kommt auf den Stahl an

Heißt das denn das ich nicht jeden Messerstahl auf Rasiermesser Schärfe bringen kann?
Unter Rasiermesserschärfe versteh ich, das ich die Haare vom Unterarm rasieren kann.
Bisher hat das bei all meinen Messern funktioniert.
Bitte erklär mir mal genauer was du mit obrigem Zitat meinst.
Gruß
Rolf
 

roman

MF Ehrenmitglied
ja stimmt nicht mit jedem stahl je grober die struktur des stahles desto weniger sind feine schärfen machbar.
das mit dem unterarm stellt für mich noch nicht das ultimative dar.
nimm ein frauenhaar und führe es an die klinge. durch den federdruck des haares gegen die schneide sollte es möglich sein das haar zu trennen. dann fangen wir an über scharf zu reden. beim unterarmtest hat man immer die haut die die gegenkraft aufbringt und das ist ein sehr großer unterschied!
und wenn du das hast dann schauen wir mal wie lange diese art von schärfe von den unterschiedlichen stählen gehalten werden. <IMG SRC="smilies/cwm47.gif" border="0">
 

roman

MF Ehrenmitglied
das mit der schärfe ist natürlich geschmackssache! so manch einer mag das garnicht so scharf. und für den einen oder anderen anwender (z.B beim jagdlicher gebrauch) wird sehr oft die schartige schneide angenehmer sein da die arbeit die gemacht wird einem groben zerwirken entspricht (also geringe schnittgüte) dafür reichen diese schneiden gut aus und man muss auch nicht besonders auf das messer achten. hier ist auch das große anwendungsgebiet der hochlegierten stähle die für messer verwendet werden <IMG SRC="smilies/eek.gif" border="0">
für die feinen rasiermesserschneiden gibts die hochwertigen niedriglegierten stähle <IMG SRC="smilies/cwm51.gif" border="0">
 

Rolf

Mitglied
Danke für die umfassende Auskunft Roman.
Trotzdem noch ne Frage:
Erkläre dem fast Stahllain doch mal welche niedrig legierten Stähle (für Rasiermesserschärfe) denn so gut wären.
Will mal das mit der Haarspalterei probieren, bei mir hat die Schärfe beim Unterarm rasieren bisher aufgehört.
Gruß Rolf
 

roman

MF Ehrenmitglied
zuhause hast du doch bestimmt ne kleine markenfeile. lass die mal auf 190°C-200°C an(Umluftherd/ Fritöse) und schleif ein messer draus (natürlich kaltschleifen!!!sonst gibts ne entäuschung) <IMG SRC="smilies/cwm51.gif" border="0">
ansonsten empfehle ich stähle ab ca. 0,8% C -1,5%C und maximal 3-5% gesamtlegierungsgehalt>> weniger ist hier mehr!
tip <IMG SRC="smilies/cwm40.gif" border="0"> kleinen Stahlschlüssel kaufen kostet DM 19.- da findest du das wichtigste. <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">

[ 10-06-2001: Nachricht editiert von: roman ]
 

freagle

Mitglied
Hallo Rolf,

es kann durchaus sein, dass du das Messer nach dem Schärfen auf dem Stein mit dem Streichriehmen wieder stumpf machst, wenn du den falschen Winkel nimmst. Ich habe auch so einen Streichriehmen, der ist von Puma extra für Rasiermesser.Damit hat es bei mir nicht so richtig funktioniert. Erst seit ich ein Stück hartes Leder auf einen ebenen Holzblock geklebt und mit Polierpaste bestrichen habe klappt es wunderbar. Es ist ein deutlicher Schärfezuwachs spürbar.Der Streichriehmen hat irgendwie zu arg nachgegeben. Wenn du so ein hartes Stück Leder brauchst kannst dus gerne von mir haben. Bei mir liegt noch einiges davon rum.

Grüße freagle
 

roman

MF Ehrenmitglied
ja das mit dem gebrauch eines riemens will geübt sein. <IMG SRC="smilies/cwm50.gif" border="0">
am anfang als ich versucht habe rasiermesserschneiden auf rasiermessern hinzukriegen hatte ich ein ähnliches phänomen. mit einem minimikroskop bin ich dann der sache langsam auf die spur gekommen.

1. ich hatte ein stück nomales leder auf eine holzlatte geklebt und mit pollierpaste eingestrichen. wie sich unter dem minimik zeigte, war das bei wietem zu grob für die rasiermesserartigen schneiden. <IMG SRC="smilies/confused.gif" border="0">

2.ich hatte gemeint viel hilft viel und hab den riemen völlig zugeschmiert daher mußte ich stark aufdrücken das hat den winkel völlig versaut (weil das leder ja nachgiebt) meine einstmals 18° waren nun 40 50°. <IMG SRC="smilies/cwm50.gif" border="0">

3.ich habe 30 40 striche gemacht und das mit einem durch den starken druck notwendigen zu steilen winkel <IMG SRC="smilies/cwm31.gif" border="0">
die schneide war zwar dann schön geschlossen aber nicht mehr fein genug.
4. ich habe immer mit einer zu weichen unterlage vorgeschliffen 8schleifpapier SF von 3M auf einer glasplatte. auch fatal. das schleifpapier wellte sich obwohl ich aus der schneide herauszog genug um den winkel abermals zu versauen.

4. ich habe nur mit 1000 oder 6000 gefinisch das war ntürlich zu grob für eine so feine schneide unter dem mik. sah man dann die riefige schneide = offene schneide (Schartige schneide) und um die wider für den rasiermesserschnitt zu schließen musste ich noch länger auf dem streichriemen rumschruppen=noch vernudeltere schneide <IMG SRC="smilies/cwm36.gif" border="0">

5. mit der zeit habe ich dann festgestellt das das leder das ich zuerst auf den holzblock geklept hatte scheinbar wegen des gerbvorganges kleine für das auge unsichtbare mineralstoffe beinhaltete die mir nach dem ich schon eine menge fehlerquellen ausgeschlossen hatte immer noch die schneide versauten
darauf hin hab ich mir einen neuen streichriemen im friseurbedarf gekauft fa. Bieber/ oder fa. Leipold
Die haben dann mit den zugelieferten schleifpasten super funktioniert.
für den gebrauch dieser tollen werkzeuge gibt es nun einige regeln nach denen ich verfahre:

1.vor und nach dem gebrauch in der aufbewahrunghülle verstauen.
beim ablegen immer auf die hohe kannte stellen. das ding muß absolut sauber bleiben

2.Zwischen groben und feinem abziehen klige mit einem sauberen tuch von den schleipasteresten befreinen (verschleppen von grob nach fein verhindern)

3. 3-5 striche je seite sind genug wenn mehr nötig sein sollten war die vorarbeit nicht ausreichend > zurück auf den schleifstein
4. das führen der striche geht fast ohne druck vonstatten und möglichst schnell

5. bei häufigen gebrauch wird man ca.alle 6 monate die paste vorallem bei fein erneuern müssen

6 die lebenszeit eines solchen streich riemen bei guter behandlung und häufigen gebrauch beträgt etwa 1-2 jahre that it <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">
wenn man das dann mal soweit hat kann man sich zu rasieren beginnen. und dann werdet ihr auch schnell feststellen wo der unterschied zwischen den guten rostenden stählen und dem rostfreien zeugs ist. eure gesichtshaut ist da ziemlich sensitiv <IMG SRC="smilies/zwinker.gif" border="0">
der test ist dann das berühmte freistehende haar gegen den eigenen federdruck sauber zu schneiden <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0">

[ 12-06-2001: Nachricht editiert von: roman ]
 

Matthias

Mitglied
Hi Leute,

interessantens Thema.

@ Roman: Wie lange soll denn die Feile angelassen werden? Ich will das nämlich gerne mal ausprobieren. Feilen (gute) hab`ich nämlich genug.
Äh, passt jetzt nich ganz zum vorhergehenden Beitrag, war zu langsam, sorry. Hoffe trotzdem auf Antwort.

Grüße,
Matthias.
<IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">

[ 12-06-2001: Nachricht editiert von: Matthias ]
 

roman

MF Ehrenmitglied
Anlasszeit 2x 1h mit zwischenabschrecken in wasser
denk daran das kalt schleifen ist wichtig sonst wirds nix
falls du nicht kalt schleifen kannst glüh die feile weich (720°C 1Std im ofen halten dann ofen ausschalten und feile mit kalt werden lassen), schleif warm oder feile sie in form und härte sie 780-800°C 5-8 min halten/öl ca 60-80°C/anlassen wie gehabt.
dann kalt schärfen! <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">
 

coolcat

Mitglied
Original erstellt von roman:
<STRONG>...darauf hin hab ich mir einen neuen streichriemen im friseurbedarf gekauft fa. Bieber/ oder fa. Leipold
Die haben dann mit den zugelieferten schleifpasten super funktioniert...
</STRONG>

Das mit dem Friseurbedarf hört sich gut an, hast Du da 'ne Quelle?? Bieber und Leipold sagen mir nix.
 

roman

MF Ehrenmitglied
friseur fragen bei uns in münchen gibts da extra geschäfte.
aber ein messerladen sollte es auch haben ober eine gute pafümerie ....
 

Georg

Mitglied
ein test, ob eine klinge scharf ist, ist sicher auch, wenn sie sich beim herunterstrechen an den haaren am hinterkopf festbeisst. es ziept dann so.

solch eine schaerfe sollte man mit den steinen erreichen. danach kann man dann auf den riemen gehen und die rasiermesserschaerfe erreichen und dann das beruehmte "einseitig gehaltene haar" zerschneiden.

ich schleife auf einem dunklen belgischen brochen (8000), dann gehts mit 25 mu und 1 mu diamantpaste auf's leder.

gruesse georg

@roman: da, da lobe ich mir doch das feine feilengefuege!