5-Minuten Epoxy zum laminieren? [epoxy, micarta, laminieren, DEcarta]

spyderbug

Mitglied
5-Minuten Epoxy zum laminieren?

Hallo, alle zusammen!

Ich habe gerade in den unergründlichen Tiefen meines Werkzeugkastens eine Kleine Menge 5-Min. Epoxy (100g Harz + 100g Härter) gefunden.

Da ich normalerweise mit UHU-Endfest klebe, habe ich eigentlich keine praktische Verwendung für das Zeug. Deshalb habe ich mich gefragt, ob man das Harz wohl zum laminieren von Papier benützen könnte.

Mich würde daher folgendes interessieren:

Meint Ihr, reicht die Menge für ein Paar Griffschalen?

Und noch viel wichtiger... Ist das Zeug überhaupt für diesen Zweck geeignet, oder sind die 4 - 5 Minuten verarbeitungszeit VIEL zu kurz?

Da ich sowas noch nie probiert habe, würde es mich halt mal reizen. Aus selbigem Grund habe ich aber auch absolut keine Erfahrungswerte auf die ich zurückgreifen kann.... Hilfe? :confused:

Danke schon mal für eure Tipps und Ratschläge!

Grüße, Robert
 

HankEr

Super Moderator
Naja, wenn Du eh keine andere Verwendung dafür hast, dann kannst Du es ja mal probieren :steirer:

Für ein paar Griffschalen langt das allemal. Stell Dir nur einmal die Menge alleine vor, daß ist ein ganzes Saftglas und das wäre dann schon ein sehr üppiger Griff. Die Verarbeitungszeit von dem Zeug ist aber schon wirklich nicht lang. Zum einen mußt Du die Zeit dann schon sehr gut nutzen und zum anderen willst Du das ganze ja vermutlich auch noch pressen und da hat es schon seine Vorteile wenn das ganze bis dahin noch fließfähig ist.

Du kannst es aber natürlich auch in mehreren Zugen machen. Prinzipiell wäre mir da aber etwas dünnflüssigeres und langsamer anziehendes schon lieber.
 

moonsoo

Mitglied
Das klappt auf alle Fälle, aber man muß das Zeug gut benetzen, deswegen ist wohl dünnflüssiger hier besser !
Und 5 Minuten können kürzer sein als man denk, vielleicht das Zeug Etappenweise anrühren ?
Im Prinzp ist wohl UHU 2 Komponentenkleber das Gleiche in grün .
Der HanKer hat vor kurzen einen Griff komplett gewickelt und etwa 75 ml verbraucht, er hatte aber das dünnflüssige Harz.
Viel Spaß !
UPS ! der Meister war schneller !
 

Moppekopp

Mitglied
Hi!

Beim Laminieren von Papier mit dem 5 min Epoxy entsteht das Problem, dass das Epoxy zu schnell aushärtetund das Papier nicht genügend durchtränkt. Deshalb reißen beim fertigen Produkt die Papierschichten auseinander, nicht die Klebenähte.

Ich habe schon versucht das durch Perforieren der einzelnen Papierschichten zu verhindnern, allerdings sieht das fertige Laminat nicht mehr so gut aus. Durch die kleinen Löcher in den einzelnen Schichten ist es etwas dunkler und matter.

Ein Versuch wert wäre es Servietten zu laminieren. Da sie wesentlich saugfähiger sind, dürften sie genug Epoxy aufsaugen, um die einzelnen Fasern auch innerhalb der Schicht zu verkleben und nicht nur die Oberflächen.

Gruß Tobi
 

C. Raiber

Mitglied
Hi
5 min Epoxy ist von der Verarbeitungszeit wirklich sehr sehr knapp. Ich würde dir empfehlen anstatt Papier, Stoff zu nehmen, weils besser saugt und dann nicht in Schichten zu laminieren sondern eine längere Stoffbahn um den Griff zu wickeln (Spitzerl).
Wenn du in mehreren Teilen laminierst hast du so viel Ausschuß das es mit dem Harz knapp werden könnte zumal das Zeug sehr zäh ist.
Wenn es beim laminieren gut läuft brauchst du mind. 20 Min. Wenn du wickelst kannst du den Stoff mit Gummihandschuhen in einer passenden Schale mit dem Harz gut durchkneten geht allemal schneller.
Auf jeden Fall viel Spaß, gibt ne gute Sauerrei. Den Arbeitstisch mit Backpapier gut abdecken.
Gruß Christoph
 

Flaming-Moe

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Meiner Meinung nach zu dickflüssig und zu schnell aushärtend. Papier kannst du damit total vergessen.

Stoff wohl auch, wegen möglicher Lufteinschlüsse.

Ich würde mir die Mühe sparen...
 

moonsoo

Mitglied
Ich habe hier so ein olles BW Messer vom Kollegen mit einem alten Kopftuch umwickelt, muß nur noch ordentlich poliert werden .
Sind allerdings nur etwa 2 mm, das Tuch war sehr dünn , klappte für meine Verhältnisse gut !
BW
 

spyderbug

Mitglied
Hmmm... Nun, versuchen werde ich es - auch wenns nicht klappt :rolleyes: Schließlich muss man erst mal Fehler machen um was zu lernen :p

Soweit ich mich erinnern kann gabs hier mal einen Beitrag (den ich grad nicht finde) in dem erwähnt wurde, dass Epoxy bei der Verarbeitung Wärme erzeugt.

Kann man eventuell die Verarbeitungszeit etwas strecken, in dem man das Harz vorher kühlt (Tiefkühler), bzw. nachdem man es angerührt hat knapp unter 0° C kühlen? Oder hab ich da einen Denkfehler drin? Wie würde sich das Kühlen auf die Viskosität auswirken?

Und noch ne Frage... Was kann ich tun, damit mir die ganze Geschichte nicht an der Presse kleben bleibt?

@moppekopp

Servietten? Klingt in der Theorie interessant! Schon probiert?

Grüße, Robert
 

Moppekopp

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@rfruehauf: Ich habe dafür einfarbige Tischservieltten genommen. allerdings war das auch nur ein Versuch und ich zuwenig Epoxy verwendet. Deswegen klebeten die einzelnen Schichten nicht so gut aufeinander.
Am besten geht das wohl, wenn man die Servietten in einer Schale in Epoxy einlegt.

Das Epoxy fertig angerührt herunterzukühlen ist wahrscheinlich nicht möglich, da das Runterkühlen zu lange dauert und es dann schon fest ist.

Eine Möglichkeit wäre vielleicht, Monomer und Initiator getrennt runterzukühlenund im Eisbad zu mischen.
Auf die Festigkeit sollte die niedrigere Verarbeitungstemperatur keinen negativen Einfluss haben.
Allerdings könnte das sowieso schon recht viskose Epoxy noch dickflüssiger werden, was sich wiederum negativ auf das Durchtränken des Fasermaterials auswirken würde.(sorry wenn das was geschwollen klingt)


Für die, die es interessiert, hier noch eine kleine Graphik zum Verlauf der Reaktionsgeschwindigkeit bei einer radikalischen Polymerisation, sprich dem Aushärten des Epoxys:

Beim Aushärten des Epoxys werden einige "Harzmoleküle" durch einen Initiator aktiviert. An diese aktivierten Moleküle werden nun immer weiter "Harzmoleküle" gehängt. Es entsteht ein kettenförmiges Molekül aus immer den gleichen Bausteinen - ein Polymer.

Die Kette wächst solange, bis entweder alle "Harzmoleküle" oder Monomeren verbnraucht sind, oder zwei aktivierte ketten mitteinander reagieren, man bezeichnet das als Abbruchreaktion.

RadP.jpg


Aus der Graphik erkennt man, das zu Beginn die Reaktionsgeschwindigkeit steigt und dann für einige Zeit auf einem Level bleibt.
Das ist die Zeit die als Verarbeitungszeit oder Tropfzeit bei Kunstharzen, Polyestern, etc angegeben wird.

Danach kommt es zu einem kurzfristigem Absinken der Reaktionsgeschwindigkeit und dann zu einem starken Anstieg - dem Gel Effekt.

Dabei wird das Epoxy gallertartig, die Polymerketten können nicht mehr frei diffundieren und es finden weniger Abbruchreaktionen statt. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt daher kurzfristig stark zu bis alle Monomere an die Polymerketten angeknüpft sind.
Danach sinkt die Reaktionsgeschwindigkeit auf null beim sog. - Glas Effekt.

Gruß Tobi
ps: Ich hoffe ich hab keinen gelangweilt - aber das fasziniert mich nun mal.
 

spyderbug

Mitglied
@hanker:

hab dank!

@moppekopp:

ich glaube ich versuchs mit servietten. ich denke mal da ist die chance am größten, das es klappt (hoff ich zumindest :( )

im eisbad mischen? ich glaube, das ist damm schon zuviel des guten. ich probiers einfach mal mit dem tiefkühler, mal sehen...

langweilig fand ich deinen post übrigens nicht, aber ich glaube ich frage mal besser nicht was du beruflich machst :rolleyes: :D :irre:

grüße, robert
 

Moppekopp

Mitglied
@Hanker: Anstatt von Gefriebeutel geht auch Backpapier sehr gut.

@rfreuhauf: noch bin ich Student, aber die Fachrichtung ist denke ich mal, nicht so schwer zu erraten.
Mit Eisbad meinte ich eigendlich eine Topf mit Eis (wenns richtig kalt werden soll - so -15°C - dann noch ordentlich Kochsalz hinzugeben). Da hinein wird wärend der Verarbeitung das Gefäß mit dem fertig angemischten Epoxy gestellt.

Gruß Tobi
 

messerscout

Mitglied
Im Schreibwarenladen gibt es farbiges Löschpapier, damit sollte die Papierversion auch bei der kurzen offenen Zeit funktionieren.

Etwas grober als Leinen-Micarta werden Mullbinden aus dem Verbandskasten. Die saugen auch schnell und gut.

Bin gespannt auf das/die Ergebnis/se.

Gruss

Messerscout
 

spyderbug

Mitglied
Versuch beendet - melde Misserfolg :irre:

Was für ne Sauerei!!! Hätte ich nicht ne Plastikplane auf dem Tisch ausgebreitet, wäre ich jetzt wahrscheinlich ernsthaft sauer :glgl:

Also das 5-Minuten Epoxy ist so ziemlich das ungeeignetste Zeug für die Hestellung von Micarta. Zumindest meines hatte die Viskosiät von Sirup, daher saugte das zu laminierende Material das Harz nicht wirklich auf. Versucht habe ich es mit Servietten, Mullbinde und Papier.

Der Umstand, dass das Harz schon nach wenigen Minuten auszuhärten beginnt, ist auch nicht gerade optimal. Naturgemäß kriegt man das Zeug auf die Finger und spätestens 7 bis 8 Minuten später bleibt man mit selbigen überall kleben, wo man hingreift. Spannende Erfahrnug :irre:

Ich rate jedem davon ab, es mit 5-Minuten-Epoxy zu versuchen, nehmt besser etwas das LAAAAAAAANGE nicht fest wird.

War auf jeden Fall ein interessanter Versuch, auch wenns nicht geplappt hat. :D

Grüße, Robert