2519 - Fragezeichen

DeadlyEdge

Mitglied
(typisch ich : zuerst schießen , dann fragen ... Also : )
Ich habe eine Klinge aus 2519 Stahl fast fertig . Den Stahl habe ich bei Wolf Borger gekauft , ist eigentlich zum (Damast-)Schmieden gedacht . Ich finde aber nirgendwo Infos über die Eigenschaften , Vor- und Nachteile von dieser Stahlsorte - Zähigkeit/Bruchfestigkeit , Schnitthaltigkeit usw (Korrosionsbeständigkeit ist schon klar). Ist ein niederlegierter Stahl mit C-Gehalt 1,1% und einen relativ hohen W-Gehalt .
Wer kann etwas sagen ?
Die Klinge ist ca 15,5 cm land , ca § mm stark , Schneidewinkel ca 10° .
Danke !
Martin
 

roman

MF Ehrenmitglied
Hi DE
2519 gehört zu den wolframlegierten Kaltarbeitsstählen.
Das sind so ziemlich das edelste was man bekommen kann für feinschneidige Klingen mit höchster Schneidhaltigkeit. Wolfram ist ein wirklich geiles zeug da dieser im vergleich mit vanadium wesentlich feinere harte karbide bildet. wenn ich was besonderes machen will dann greif ich immer zu den wolframlegierten stählen.
High performance kriegt man aber nur wenn man bei der WB allse richtig macht und die feine stabile geometrie nutzt die man diesem stahl abverlangen kann. also das heist hohe schneidenhärte und feine Geometrie ist ein markenzeichen solcher stähle (bei manchen sorten liegt die Gebrauchshärte bei 63-65 HRC).
nur auf eines ist dabei zu achten: mit verstand un gefühl sollten sie eingesetzt werden hald ein echter supersportwagen den man nicht auf dem acker einsetzt um zu pflügen....
Nochmal zur geometrie das zeug wird sauscharf und verträgt feine Winkel ca. 20° nur muss man dazu auch in der lage sein wirklich scharf zu machen sonst wird man keinen unterschied feststellen.
diese aussagen treffen im grunde genommen auf so ziemlich alle niedrig legierten Kaltarbeitsstähle mit oder auch ohne W zu (2002,2008,2063,3505,2206,2419,2436, usw) <IMG SRC="smilies/spitze.gif" border="0">
Der vorteil von W ist es die hohen arbeitshärten und Schneidhaltigkeiten wegen seiner Kornfeinenden Wirkung bei der WB und der sehr feinen harten Karbide zuzulassen.

also ein echter High Potential wenn man ihn seinen fähigkeitn nach einsetzt <IMG SRC="smilies/cwm40.gif" border="0">
 

roman

MF Ehrenmitglied
Noch eine Frage ist mit Schneidwinkel bei dir der winkel in dem die Klinge ausgeschliffen ist gemeint oder der winkel der schneidenfase
also dort wo man scharf macht den das wird im allgemeinen als schneidenwinkel bezeichnetdas andere ist der winkel des Klingenausschliffs?
 

DeadlyEdge

Mitglied
Vielen Dank für die kompetente und ausführliche Antwort , Roman ! <IMG SRC="smilies/smile.gif" border="0">
Das hört sich wirklich prima an , was Du schreibst . Das Messer ist nicht fürs Grobe gedacht , keine Angst <IMG SRC="smilies/zwinker.gif" border="0"> ... Also mit Schneidewinkel habe ich die Primärschrägfläche (siehe FAQs in Datenbank) gemeint , geschärft habe ich noch nicht (das war eigentlich eine weitere Frage , die ich stellen wollte - unter was für einem Winkel schärfen , Du hast die aber schon beantwortet) . Übrigens beträgt die Klingenstärke nicht § mm , wie in meinem ersten Beitrag steht , sondern 3 mm . Deshalb habe ich auch nach der Elastizität gefragt - weil die Klinge relativ lang , dabei verhälnismässig dünn und schmal ist (die ersten 6 - 7 cm etwa 3 cm breit , wird dann bis zur Spitze droppointmässig schmaler) .
Na gut , noch einmal vielen Dank , und sorry für das Missverständnis mit Scneidewinkel/Klingenausschliff .
mfg ,
Martin
PS : WB werde umgotteswillen ich nicht selbst
machen <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">
 

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herbert

MF Ehrenmitglied
@deadly edge
hi, noch ein paar zusatzinfos vielleicht:
C: 1,05-1,15
Si: 0,15-0,30
Mn: 0,20-0,40
P,S kleiner 0,03 jeweils
Cr: 1,1-1,3
v: 0,15-0,25
W: 1,2-1,4
Härten: 800-830/Öl
Härteannahme HRC 64
Anlasstemperaturbereich 180-250


Ansprunghärte: 64 HRC
100 °C 64
200 62
300 59
Vielleicht interessant für Dich.
herbert
 

roman

MF Ehrenmitglied
Wenn mans richtig macht liegt die ansprungshärte bei ca 67HRC dann kommen auch die 63-65 HRC Gebrauchshärte raucs
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@roman
ja genau wie eben noch telefonisch besprochen. Die WB ist halt die Königsdisziplin, hier steckt das Potential. Und alle Werte aus den Büchern sind halt "Normalbürgerangaben". Man muß sich eben mit WB-Profis unterhalten.
Herbert
 

DeadlyEdge

Mitglied
Hi wieder ,
klar ist es interessant für mich , Herbert . Ich Ungläubiger habe noch keinen Stahlschlüssel . . .
Was für eine Gebrauchshärte wäre zu empfehlen , damit die Klinge nicht abbricht , wenn man die in einem Brötchen reinsteckt und tordiert <IMG SRC="smilies/cwm1.gif" border="0"> ? (daß ich in keinem Fall damit Holzkisten aufhebeln werde , habe ich schon gesagt , aber ich möchte es halt bescheidwissen , ob die Klinge wie ein Stück Glas zu behandeln sein wird , oder doch wie etwas , was "Tough and Hard" ist <IMG SRC="smilies/smile.gif" border="0"> )

Schönen Abend noch ,
Martin

[ 11-04-2001: Nachricht editiert von: DeadlyEdge ]
 

Claymore

Mitglied
was,

keinen Stahlschlüssel
NA NA NA

<IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">
die 20 Mark für die Kleine ausgabe solltes du investieren, es lohnt sich.

Die Härtewerte im stahlschlüssel sind 'Standardwerte', die eigentlich immer erreicht werden sollren bei einigermaßen Passende WB.
Bei ein bischen Feintuning kannst du wie Roman schon gesagt hat ein paar Ps, bzw. HRC mehr rausholen.
Ist wie ne optimale Motorabstimmung <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">
Idh härte den 1.2842 und den Feilenstahl im warmen Ölbad und dabei nur die Schneide.
Also ein Edsch Kwensch (Edge Quench)
die Schneide wird so hart, das eine sägekettenfeile nicht mehr greift.
Im Klingenrücken kannst du dagegen noch feilen.
Danach 2 mal angelassen bei ca. 200 °C.
die Feile greift immer noch nicht.
Die Härte dürfte deutlich über 60 Hrc Liegen ich vermute mal so bis 62 HRC.


gruß