2 Fragen [Körnungen, Schleifen, Tischbohrmaschine]

Flaming-Moe

Mitglied
2 Fragen

Ich brauch mal wieder Nachhilfe. :)

1. Mit welchen Körnungen arbeitet ihr beim Schleifen von Klingen? Erst grob, dann fein, nehm ich an, aber mit welchen Körnungen genau?
Mit welcher Körnung macht ihr das finish vor dem Härten?
Schleift irgendjemand komplett nach dem Härten???
Macht ihr das Endfinish auch am Bandschleifer???

2. Ich werde mir demnächst ne gescheite Tischbohrmaschine zulegen und wollte mal nachfragen, ob es irgendwelche Meinungen zu Quantum gibt. Taugen die was? Sonstige Vorschläge? (außer Flott und Konsorten, da ich keine 500,- Euro investieren will/kann...)
Was genau hat es mit diesen MK2, MK3 usw. auf sich? Hat das gegenüber einem normalen Bohrfutter Vorteile?
 

micknives

Mitglied
haollo flaming-moe,

hier was zum schleifen u. finish:

in form schleifen:
Körnung: 1.36"-2.80"-3.120"-4.220" danach mach ich persönlich
weiter mit trizak-bänder A60, A45, A30, A16 dann weiter mit 1200"
nassschleifpapier und Diamantpaste von hand komplett fertig.
dann ab zur härterei. sind die messer gehärtet brauchst du nur
noch mit grüner oder gelber diamantpaste und 1200"o. 2000"
naßschleifpapier abziehen. abziehen aber sehr sorgfältig vornehmen.
weil du sonst evtl. noch leichte schlieren mit anlassfarben siehst.

bei trizak A60, A45, A30, A16 vergleichbare körnungen:
180" 320-400" 700-800" 1000-1200"


die angaben beziehen sich auf meine gemachten messer, nach meinen
erfahrungen ist es ambesten die messer wie gesagt komplett fertig
zu schleifen. die mehrarbeit wenn du das nicht so machst wird dich
zur verzweiflung bringen:)

gruß

micknives
 

zorro_43

Mitglied
Hi,
MK2, Mk3 bezieht sich auf den Aufnahmekonus der Spindel. Das ist ein konisches "Loch" an der unterseite der Spindel, in das dann die Werkzeuge, die einen Konischen Schaft haben, direkt eingesteckt werden. Du brauchst dann ein Bohrfutter das eben auch einen MK2 oder MK3-Schaft hat.

Der Vorteil ist, das du auch grössere Werkzeuge, die nicht in dein Futter passen, einsetzen kannst.
So ein Konus kann auch mehr kraft übertragen als ein Bohrfutter.

Ich würde im zweifel eine Maschine mit Morsekegelaufnahme nehmen.
Du musst nur bedenken, das du dann noch ein Futter dazu kaufen musst.

Zorro
 

AchimW

Mitglied
Schleifmittel und Bohrmaschinen

Ich schmiede alle meine Klingen, verwende fast ausschließlich niedriglegierte Stähle und mache fast nur Gebrauchsmesser und Damastsachen. Daher ist bei mir ein superfeines Finish nur selten angesagt.
Bisher war der Ablauf bei mir folgender:
Schmieden, normalisieren, weichglühen. Dann den Zunder entweder runterpickeln mit Essig oder grob abschleifen am Stein. Dann vorschliff mit Korn 40, 80 und 120. Dann wird gehärtet. Nach dem Härten Korn 240 und 400. Bis dahin alles am Bandschleifer. Dann entscheidet sich das weitere Vorgehen nach dem gewünschten Finish. Für ein mattes Finish und für Schweißdamastklingen reicht es aus, danach einen Durchgang mit grauem Scotchband einzulegen. Für ein feines Handfinish oder Wootzklingen geht es danach mit Naßpapier Korn 600, 1000 und 1500 weiter.
Die Trizact-Bänder habe ich auch in allen Körnungen, aber irgendwie ist das nicht mein Ding.
Neulich habe ich gelesen, daß Steven Johnson direkt von Korn 50 auf Korn 400 geht. Das wollte ich wissen und bin vom 40er direkt aufs 240er gegangen. Ergebnis: meine zukünftige Bandauswahl wird sich auf 40, 240 und 400, eventuell sogar auf 50 und 400, beschränken. Den Rest braucht man wirklich nicht. Der Effekt, daß nach dem gut aussehenden Schliff mit Korn 120 beim 240er auf einmal wieder die Restspuren des 40er Bandes auftauchen gibt es dabei nicht mehr.

Zu den Bohrmaschinen. Vor der gleichen Frage stand ich vor kurzem auch. Nach vielem Studieren und Probieren und Gesprächen mit verschiedenen ahnungsvollen Leuten war klar: Finger weg von Maschinen ohne garantierte Rundlaufgenauigkeit.
Meine Werkstatt ließ keinen Platz für eines der Monster a la Alzmetall, Ixion, Maxion oder (große) Flott, die oft für wenig Geld second hand zu haben sind. Außerdem habe ich bei Bedarf jederzeit auf zwei solche Maschinen Zugriff. Also Kataloge gewälzt. Erstes Problem: für viele auch der kleineren Maschinen ist ein Drehstromanschluß erforderlich. Hab ich (noch) nicht. Dann also die 230V gecheckt. Übrig blieben zum Schluß die kleinen elektronischen Maschinen von Flott sowie die von Optimum.
Entschlossen habe ich mich letztendlich für die Optimum B23Pro und habe die Entscheidung nicht bereut. Die Maschinde hat zwar nicht, wie die Flotts, eine elektronische Drehzahlregelung sondern "nur" 12 Geschwindigkeiten über Keilriemengetriebe. Aber der Preis war ok und ein starker Motor, sehr präziser (garantierter) Rundlauf und kein Spiel in den Pinolen-Lagern sprachen für sich.
Komischerweise sehen viele der angebotenen Maschinen von Rexxon, Quantum, Optimum und einigen anderen Anbietern baugleich aus, sind es aber nicht. Die Teile werden wohl offensichtlich mit unterschiedlichen Toleranzen im gleiche Werk gefertigt und dann entweder nachgearbeitet oder unbearbeitet zusammengebaut. Ein interessanter test ist folgender: Dreh die Pinole der zu testenden Bohrmaschine bis zum Anschlag heraus. Dann ganz wenig zurück. Dann fasse das Futter und versuch es hin und her zu bewegen. Hat die Pinole Spiel (und ALLE Baumarkt-Maschinen und Quantums, die ich getestet habe, hatten Spiel) Finger weg von der Maschine.

Achim
 

Claymore

Mitglied
zum Bohren nehm ich eine Handbohrmaschine in einen Ständer eingespannt.
Das Arrangement war ursprünglich nur als Übergang gedacht, bis ich mir eine einigermaßen brauchbare Ständerbohrmaschine zulegen könnte.
(Platz und Drehstrom sind nach der Neuverkabelungsaktion an einem regnerischen Samstag vor ca. 2 Jahren durch einen Freund der zufällig und glücklicherweise der elektrischen Fraktion angehört. gezahlt hab ich, aus dankbarkeit und nicht weil er es wollte in schneidigen Naturalien :D )
Dann hab ich festgestellt, das ich mit der Lösung Handbohrmaschine im Bohrständer so gut hinkomme das ich beilang keinen Bedarf für was größeres hatte.

Das Finish mach ich nach dem Schmieden, ähnlich wie Achim, Zunderschicht runterholen (ätzen, oder per Schruppscheibe und Flex)
geschliffen wird mitt 60er Körnung, danach geh ich direkt auf 400er. die zwischenschritte hab ich mirirgendwann mal gespart als ich kein passendes Band hatte.
Danch wusst ich, das ich keine 100er, 150er, 240er etc. brauche.
Nach dem 400er Band härte ich, danach 400er, 800er , 1200er Papier bis mir das Finish gefällt.
Wobei ich auch eher ein Änhänger eines gebrauchsfähigen Finishs bin.

gruß

peter
 

micknives

Mitglied
kleiner tip zu den trizakbändern:
mit langsamer bandgeschwindigkeit laufenlassen. vor dem
ersten benutzen mit einem alten trizakband einmal leicht
abziehen (nur leicht!) man kann auch noch zum schleifen
schleiflubricant benutzen (ist ein kühlfett) das erziehlte
finish ist ausgezeichnet.

micknives
 

Armin II

Mitglied
Geb ich mal meinen Senf auch noch dazu:

Schleifen am Bandschleifer mit Korn 80 oder 100, dannach direkt auf Korn 400, anschließend zum Härten. Nach dem Härten nur noch Handabzug (mit Öl) mit KOrn 400, 800, 1200, dannach evtl noch mit Diamatpaste.

Von der Methode direkt nach dem Schleifen mit Korn 80 oder 120 zu Härten und das gesamte Finish nach dem Härten zu machen halte ich nichts, obwohl dies z.T. auch in der Literatur so empfohlen wird. Wenn man das von Hand machen will schleift man sich einen ab. Und mit dem Bandschleifer arbeite ich an den gehärteten Klingen nur noch ungern, da mir das Risiko zu gross ist bei den letzen Bearbeitungsschritten die Klinge noch zu versauen.

Zum Thema Bohrmaschinen muss ich Achim zustimmen. Was du in den Baumärkten unter dem Namen Rexxon oder Quantum oder Optimum bekommst ist alles ziemlich baugleich und stammt wohl alles aus der gleichen Herstellung, nur die Preise unterscheiden sich z.T. erheblich und die Qualität ist zum Teil auch unterschiedlich (Optimum ist da wohl etwas hochwertiger). Auch ich hab bisher noch keine Maschine darunter gefunden, bei der die Pinole kein Spiel gehabt hätte (ansonsten hät ich die wohl sofort gekauft):steirer: :steirer:
Durch das Spiel der Pinole / Spindel bzw. durch mangelhaften Rundlauf ruiniert man sich z.B. Hartmetallbohrer garantiert, da diese sehr bruchempfindlich sind. Da geb ich lieber den gleichen Betrag für ne 30 Jahre alte gebrauchte von Flott oder Alzmetall aus, da weiss man dann was man hat, (nämlich alte deutsche Wertarbeit und keinen Fernost-Schrott)
 

Flaming-Moe

Mitglied
Hm ich hab bei Quantum auch schon gelesen, daß die ne garantierte Rundlaufgenauigkeit von unter 0,05 mm haben sollen. Zumindest die mittleren Modelle...
 

freagle

Mitglied
@Flaming Moe

bei Finnish bin ich selbst noch am Austesten um optimale Ergebnisse zu bekommen.

Zu den Bohrmaschinen wurde ja schon einiges gesagt, es kommt aber auch darauf an was du damit machen willst. Um Nietlöcher in den Erl zu bohren brauchst du sicher keine Flott oder ähnliches, da tut jede halbwegsdimensionierte Maschine aus dem Baumarkt auch ihren Dienst. An deiner Stelle würd ich mich aber mal im Gebrauchtmarkt umsehen, z.B. Quoka da bin ich bis jetzt immer fündig geworden, lieber ein gebrauchtes Markenteil als das Billigste aus dem Baumarkt. Bei den kleineren Teilen aus dem Baumarkt, würd ich an deiner Stelle auch eine Belastungsprobe am Bohrtisch machen, manche Tische neigen sich bei stärkerer Belastung beim Bohren.

Ich persönlich benutze auch eine billigere Maschine, mit deren Rundlauf und Spiel bin ich zufrieden, bei Foldern fahr ich den Tisch eh mit der Uhr ab und man kann bei Bedarf einstellen, die Maschine ist auf jedenfall brauchbar.In der Pinole hat sie kein Spiel, da ist eher beim Bohrfutter gespart worden. Früher oder später werd ich mich aber auch nach einer kompakten Flott oder änlichem umsehn.


Freagle
 

Flaming-Moe

Mitglied
Vielen Dank schonmal für die zahlreichen Antworten zum Thema Körnungen und finish!

Ich bohre bislang mit einer Bosch Handbohrmaschine, die mein Vater schon in seine Ehe mitgebracht hat. Diese eingespannt in einen Bohrmaschinenständer aus dem Bauhaus funktioniert mehr schlecht als recht, aber mit etwas Fingerspitzengefühl geht es.
Da ich demnächst mal versuchen will nen Folder zu bauen, wird es allerdings langsam Zeit zumindest in diesem Bereich technisch etwas aufzurüsten.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
So ganz will mir die Logik nicht einleuchten, die hinter dem direkten Wechsel von 50er auf 400er Bänder steckt. Ich muß in jedem Fall mindestens bis zum Grund der 50er Schleifspuren schleifen. Wenn diese z.B. 3/10tel mm tief sind und ich schleife davon 2/10tel mit einem 120er Band weg und schleife nur den Rest mit dem 400er, ist es in jedem Fall schneller und bandsparender, als alle 3/10tel mit dem 400er zu schleifen.
 

AchimW

Mitglied
Quantum

Hab gerade noch mal hier nachgesehen. Bei Quantum habe nur die Radial-Bohrmaschinen, die ja eher was für Schreiner sind, die garantierte Rundlaufgenauigkeit. Bei den Opti's habens alle Maschinen. Anzumerken sei noch, daß ich auch eine "kleine", sprich elektronische "Flott" getestet habe und meine Opti dafür nicht hergeben würde. Zu klein, zu schwach, kein (höhen- und seiten-)verstellbarer Tisch und zu teuer.

Achim
 

AchimW

Mitglied
Bänder

Wieso ist es bandsparender, zwei neuen Bändern die Schärfe zu nehmen als nur eines herunterzunudeln?

Achim
 

Flaming-Moe

Mitglied
Re: Quantum

Original geschrieben von AchimW
Hab gerade noch mal hier nachgesehen. Bei Quantum habe nur die Radial-Bohrmaschinen, die ja eher was für Schreiner sind, die garantierte Rundlaufgenauigkeit. Bei den Opti's habens alle Maschinen. Anzumerken sei noch, daß ich auch eine "kleine", sprich elektronische "Flott" getestet habe und meine Opti dafür nicht hergeben würde. Zu klein, zu schwach, kein (höhen- und seiten-)verstellbarer Tisch und zu teuer.

Achim

Danke für die Info, hab die Seite von denen wohl doch etwas zu schnell überflogen...
 

freagle

Mitglied
Das mit dem von 50 auf 400 Grit steht in folgendem Beitrag 50-400

Mir erscheint es auch etwas mühsam so vorzugehn, wenn man sorgfältig schleift und nach 50 oder 60 mit 120 usw. weiter macht, geht es doch auch Steve machts halt so.

freagle
 

Haudegen

Mitglied
So ganz will mir die Logik nicht einleuchten, die hinter dem direkten Wechsel von 50er auf 400er Bänder steckt
ja eben,
hab leider keinen bandschleifer, zumindest keinen fürs finish, die vorstellung von hand mit einem 400er blatt gegen ein 100er anzutretten, macht mich fröstelnd. ( da ich ein guter feiler bin, fang ich gleich mit 100 an. :rolleyes: )
240 zwischenzuschalten find ich schon angebracht.
geht halt auch schneller.

an der maschine müsste es doch auch logischer sein. oder dauert der bandwechsel so lang? ;)

grüsse,........
 

Claymore

Mitglied
mein bandschleifer merkt keine 3/10
Die sind dem so was von egal :D
Selbst mit stumpfen Bändern gehen die 50er riefen noch weg.
DEr Nachteil. für feine Arbeiten ist das Ding mit Vorsicht zu geniesen.


peter