1a-Damast Messer

Timmy

Mitglied
Hallo liebe Community! (=

Auf der Suche nach schönen und vorallem tauglichen Messern bin ich über euer Forum gestolpert. Ich bin ein kleiner Messer-Fan und hab mir nun vorgenommen endlich mal meinem Hobby etwas mehr anzugehen. Doch bevor ich X-beliebige Messer kaufe und mir denke "umso teurer umso besser" informiere ich mich doch lieber. ;)

Nun bin ich über die 1a-Damast Messer-Reihe auf Amazon gestolpert und wollte euch fragen, was ihr davon haltet?
Sind die zu etwas zu gebrauchen? Zu teuer? Zu billig? :glgl:

Liebe Grüße
Timmy
 

derPeter

Mitglied
Dir muß klar sein, dass das Massenware ist. Schau dir den Preis an...
Das sagt natürlich nichts über die Tauglichkeit und Verwendbarkeit aus.
Damit kannst du schneiden und wenn dir die Optik gefällt...kein Problem.
Solltest du jedoch nach etwas Exclusivität und Qualität schielen, dann suchst du andere Messer als diese hier.....;)
 

Timmy

Mitglied
Ne, mir war leider nicht klar dass das Massenware ist.. *snief*

Solltest du jedoch nach etwas Exclusivität und Qualität schielen, dann suchst du andere Messer als diese hier.....;)
Ja, genau auf der Suche bin ich. Kannst du mir da weiterhelfen?
Kritikpunkte wären: Exclusivität, Qualität, Optik und Funktionalität in der Küche.
In welcher Preisklasse müsste ich mich bewegen und was wären denn gute Beispiel Messer?
Natürlich wollte ich für den Anfang etwas kleiner anfangen und nicht gleich 500+ Euro für ein Messer ausgeben..
 

chamenos

Super Moderator
Natürlich wollte ich für den Anfang etwas kleiner anfangen und nicht gleich 500+ Euro für ein Messer ausgeben..

Moin

"natürlich" sind so Sachen wie Schlafbedürfnis und Hunger.

Wir haben da so einen famosen Fragebogen in der Kaufberatung angepinnt.
Kopier den doch bitte in einen Beitrag und fülle ihn aus, - dann wissen wir in etwa was du möchtest/brauchst.

Gruß
chamenos
 

Timmy

Mitglied
Den hab ich komplett übersehen.. sorry. Aber hab mich auch gleich an die Arbeit gemacht:

Hast Du Dich über die aktuelle Gesetzgebung zu Messern informiert?
- Nein. Glaub dass ist für ein Küchenmesser nicht zwingend nötig. Aber werd mich gegen Später trotzdem mal einlesen.

Geht es um ein feststehendes Messer oder ein Klappmesser?
- Feststehendes Messer

Wofür soll das Messer verwendet werden?
- In der Küche. Anfangs als Allzweck-Messer.

Von welcher Preisspanne reden wir?
- bis zu 150 Euro.

Wie groß soll das Messer sein? (Klingen-/Gesamtlänge)
- Dass kommt auf das Messer an. Da bin ich recht flexibel. Wichtig ist eben die Küchentauglichkeit.

Welcher Stahl darf es sein und welche Materialien und welchen Stil soll das Messer aufweisen?
- Ich dachte an eine Damastener-Klinge mit Holzgriff.

Klinge und Schliff
- Ist für mich soweit egal. Glaube ich. ;)

Linkshänder?
- Nein.
 

Mehlwurm81

Mitglied
Ich werf dann gleich mal das "Santoku Suminagashi von Shigeki Tanaka" in die Runde. Ist von der Geometrie ganz in Ordnung. Hier hast Du halt ein "Hand"-gemachtes Messer in einer schicken Box. Das kommt deiner Auswahl noch am Nächsten.
Im Bereich "Exklusivität" gibt es mit deinem Budget nicht wirklich viel brauchbares.
An Sonsten sind die Tosa Hochos noch einer Erwähnung wert.
Das sind halt alles nicht rostträge Stähle, ich weiß ja nicht ob Du Dich daran störst.
 

Timmy

Mitglied
Also das Santoku Suminagashi von Shigeki Tanaka hat mich im Preis-/Leistungsverhältnis sehr angesprochen. Zwar gefallen mir auch die Tosa Hochos aber was mich da stört ist das riesige ZAKURI was auf die klinge gestanzt oder graviert wurde.

Jedoch frage ich mich gerade, wenn ich schon von "Preis-/Leistungsverhältnis" spreche: Was ist der genaue Unterschied zwischen Santoku Suminagashi von Shigeki Tanaka und Uzushio Santoku Gata von Katsumi Azai?
Natürlich abgesehn von der Gesamtlänge und evtl der Klingenform..
Sind diese 33 Lagen Stahl so gravierend im Qualitätsunterschied (und wenn ja, wie wirkt sich das aus?) oder zahlt man bei dem Messer allein schon für den Namen das doppelte?
 

Timmy

Mitglied
Irgendwie bin ich gerade verwirrt.. Was genau entsprichst denn Damast nun und wie wirkt sich das auf eine Klinge aus?
Bei deinem Link ging es um Damastpastetten (what ever) und sie SuFu hat enwteder nichts sinnvolles ausgespuckt oder ich bin zu blöd um die korrekten Informationen rauszufiltern..

Also ich ging die ganze Zeit davon aus, Damast sei die Herstellungstechnik wenn mehrere Sorten Stahl mehrmals gefaltet werden, was dem ganzen mehr Schärfe verleiht.. Oder irre ich da?
 

Mehlwurm81

Mitglied
Nenene... mit der Schärfe hat Damast gar nichts zu schaffen. Das wird fälschlicherweise in diversen Werbetexten und Reportagen zweifelhafter Seriosität nur behauptet. Für die Schneidleistung ist das Material der Schneidlage (Kern) und die Wärmebehandlung (Härte und Feinheit) dessen Verantwortlich.
Der Damast oder die Damasttapete sind reiner Zierrat, der das Messer eben optisch aufwertet. Ein Dreischichtiges Messer hat die gleichen Eigenschaften, nur günstiger z.B.Hirotomo-Saku-Hocho.
Damast wird (wenn ich mich nicht irre) wie gesagt gefaltet und Feuerverschweist, besteht aus zwei nicht rostfreien Stählen mit ähnlichen Eigenschaften und hat keine Schneidlage, daher auch eine gerade Anzahl Schichten. Bei der "Tapete" werden die unterschiedlichen Bleche nur zusammengewalzt und auf die Schneidlage aufgewalzt. Da kommen dann große Platten dabei raus, aus denen die Messer dann ausgestanzt werden. Also ein industrielles Massenprodukt. Erkennt man meistens an einer sehr gleichmäßigen Verteilung der Streifen.
Das hier zu erklären würde aber den Thread sprengen, deswegen empfehle ich Dir noch ein bisschen die Suche zu bemühen.

Wenn es Dir um Preiswert und Damast(Tapete) geht wird immer wieder auf Eden-Messer verwiesen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hoss

Mitglied
Hi,
in dem schon verlinkten Thread hat pitter den entscheidenen Link gepostet zu einem Hersteller des sogenannten "Damast":
http://www.e-tokko.com/eng_cladmetal.htm
Das ist im Prinzip eine bessere Stahlsorte in der Mitte - die auch die spätere Schneide bilden soll - und drumrum werden weichere Stähle aufgewalzt.
Das hat für den Hersteller den Vorteil, das er wie bei einem normalen Blech einfach die Klingen ausstanzen kann. Wenn dann der Schliff durch die Schleifautomaten angebracht wird, entsteht dieses schicke Muster.
Danach wird das ganze dann zur Marketingabteilung geschickt und die basteln was zusammen aus: "uralte Tradition", "früher Samuraischwerter", "handgefertigt", "geheimnisvolle Schmiederezepte", "Damast", "Meister seines Handwerks" blablabla .... :glgl:
Dann wird je nach Zielgruppe noch eine Verpackung und ein entsprechendes Preisschild draufgepappt und gut ist.

Hat es denn auch für den Kunden Vorteile?
Funktion: Nope, nada, niente - schneidet nicht besser oder schlechter.
Aussehen: tscha, wenn man´s mag - warum nicht? Vom Prinzip her gibt es einen kleinen Nachteil: ein Kochmesser sollte eine möglichst dünne Klinge haben - da ist es also kontraproduktiv, um die eigentliche Schneide schichtenweise nutzlosen Zierat zu packen :irre:
Ich persnlich zöge es vor zu sparen und mir irgendwann ein echtes Damastmesser zuzulegen, aber ich bin auch schon lange mit dem Messervirus infiziert :glgl:

Tip für Dich? Lies Dich erstmal in Ruhe, kauf ein günstiges Messer aus rostfähigem Stahl wie schon die angesprochenen Tosa Hochos und erfreue Dich an einem etwas rustikalem, aber vernünftigem Werkzeug.
Ich besitze das Bunkaboocho der Standardserie und habe es recht gern. Zu der Schnitthaltigkeit: Nach einem typischen Fleisch-Gemüse-Kartoffel Einsatz am Wochenende für 6 (hungrige) Personen ist der Standardtest "Armhaare rasieren ohne Druck" problemlos möglich. :super:

Grüsse
Hoss
 

Headshrinker

Premium Mitglied
Nun hab ich nicht ohne Bedacht verlinkt - in besagtem Thread ist ja eine klare Fragestellung formuliert. Die entsprechenden Messer möcht ich nicht pauschal verreißen. Warum auch? Wenn Material + Wärmebehandlung stimmen, hat man doch ein schönes Messer. Ich jedenfalls kann das anhand kleiner Bildchen leider nicht beurteilen. Das Werbetamtam mal beiseite, deshalb der Hinweis an Timmy.
 

Timmy

Mitglied
Hi Hoss. Danke für die ausführliche Antwort.

Ich persnlich zöge es vor zu sparen und mir irgendwann ein echtes Damastmesser zuzulegen, aber ich bin auch schon lange mit dem Messervirus infiziert :glgl:
Ich versteh aber nicht ganz, wie man sich ein "echtes" Damastmesser zulegen kann, wenn das ganze eh keine wirklichen Auswirkungen auf die Klinge hat.

@Damast
Vielen Dank für die Antworten. Irgendwie komm ich mit der SuFu nicht wirklich klar.. habt ihr mir vllt. Links wo ich mich in das Thema genauer einlesen kann? Damit man in Zukunft darüber besser informiert ist. :super:

@Topic
Dann werd ich mich erstmal ausgibig einlesen bevor ich eine undurchdachte Entscheidung treffe. Vielen Dank. (=

Gruß
Timmy
 

IwEL

Mitglied
So ganz ohne Auswirkung auf die Werkstoffeigenschaften ist ein Damast nicht, das wird sich aber ohne Missbrauch kaum bemerkbar machen.

Die Anschaffung eine Damastmessers erfolgt sicherlich nicht aus Gründen der Vernunft, genauso wenig wie der Kauf eines Oldtimers, hier geht es vielmehr darum ein schönes Stückchen Handwerkskunst zu haben.

Über Damast kannst du dich auch erstmal ausserhalb des Forums belesen, dann hast du ein bisschen überblick und kannst gezielter die Suchfunktion benutzen.
 

lollinger

Mitglied
Hallo allerseits!

Da ich jetzt seit über einem Jahr hier mitlese, oft die Sufu benutzt und mittlerweile ein bisschen was über Messer gelernt habe, denke ich sollte mich auch vielleicht mal aktiv an der Diskussion beteiligen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es mir vor ca. eineinhalb Jahren ähnlich wie Timmy ging. Viele teils unvollständige teils widersprüchliche Angaben und man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.


Grob würde ich sagen, dass Du bei Stahl-Küchenmessern i.d.R. drei Konstruktionsarten hast
(von wenigen Produkten wie das Evercut etc. mal abgesehen):

1. Mohnostahlklingen
2. Sandwichbauweise
3. Klingen aus „Leistungsdamast“

zu 1:
Klinge besteht aus einem homogenen Stahl

zu 2:
Hier ist der Theorie nach ein „harter, spröderer“ Stahl (Schneidelage) als Kern in der Mitte, der gewissermaßen von „weicherem“ Stahl (als Schutz) flankiert wird. Dabei kann die Flanke aus jeweils einer Lage bestehen, oder aus Damast. Auch dieser Damast (abwechselnden Lagen unterschiedlichen Stahls) ist i.d.R. „echt“ (unecht wäre so was wie aufgealsert oder gemalt). Allerdings ist dieser „Flankendamast“ nicht an der eigentlichen Schneidearbeit beteiligt. Darum ist auch die reine Anzahl der Damastlagen kein Qualitätskriterium, oder prinzipieller Vorteil gegenüber einer Lage pro Seite. Umgekehrt muss Damast auch kein prinzipieller Nachteil darstellen; Es geht dabei oft um Optik wenn er dabei noch seine statische Aufgabe erfüllt - why not (Cave: polierter Damast verkratzt gern beim schärfen). Viele Messer die, ich sage mal salopp, als „Japan-Messer“ beworben werden verwenden diese Sandwichbauweise.

zu 3:
Es gibt auch Klingen die durchgehend aus Damast gefertigt sind. d.h. sowohl an der Schneidekante als auch im gesamten übrigen Klingenkorpus wird man die abwechselnden Lagen vorfinden. Der Begriff „Leistungsdamast“ der hier im Forum dafür schon verwendet wurde, scheint mir eine ganz gute Bezeichnung dafür zu sein. Die Lagen können dabei die verschiedensten räumlichen Verlaufsrichtungen haben (Wellen, Kurven geradere Linien usw. ) daher auch die Muster nach dem Anätzen. In dieser Gruppe fällt mir spontan nichts ein was in Timmys Preisramen liegt.

Man kann jetzt nicht pauschal sagen, das eine dieser Aufbaumethoden die beste ist. Im Endeffekt kommt es vor allem auf die Techniken und Erfahrungen des Herstellers / Messermachers an (einundderselben Stahl könnte man sozusagen in einen _Lada_ oder einen _Mercedes_ verbauen – frei erfunden zur Verdeutlichung)

Eine Frage die man als Einsteiger erst mal überlegen sollte: Stahl - rostend (Carbonstahl) / rostträge / rostfrei

Um es vorab zu relativieren - selbstverständlich gibt es sehr gute rostfreie Messer.

Dagegen stehen tendenzielle Vorteile von Carbonstahl:
wird etwas schärfer, ist schnitthaltiger (Schärfe bleibt länger erhalten) gutes Schärfverhalten

Nachteil: läuft an -Patinabildung (Viele hier werden sagen: bildet Charakter und ist kein Nachteil...); Schneidegut verfärbt sich zum teilweise


Ich habe z.B. ein schönes Azai-Gyoto 22cm Aogami-Super (rostet); so gern ich es auch benutze (scharf , schnitthaltig), erwische ich mich doch öfters dabei, dass ich faul bin und nach dem kochen nicht alles gleich spüle; bei Carbonstahl natürlich sehr unvorteilhaft. Gut, dass ich auch auf ein paar scharfe, rostfreie Messer zurückgreifen kann!
Um die Frage zu klären ob es einem überhaupt liegt, mit einem Carbonstahlmesser zu hantieren, wäre mein Tipp ein preisgünstiges zu testen. Z.B. Herder Klassiker ca. 10 Euro, wenn man noch gar keine Erfahrungen mit der Rostfraktion hat und damit liebäugelt. Erfordert eben mehr Disziplin...

rudimentäres zur Schneidegeometrie: je dünner eine Klinge ist , desto weniger Widerstand bei gleichem Material; sehr dünne hoch gehärtete Klingen sind anfällig für Querbelastungen wie bei verkannten, Knochenstückchen...; sprich nicht für grobes hantieren gedacht.


Im Endeffekt geht es mir so, dass ich wenn ich die Eckdaten aus einer Anzeige lese ich eine Ahnung habe wo das Messrechen in etwa einzuordnen ist, allerdings ist es immer schwer etwas abschließend zu beurteilen, ohne es in Händen gehalten zu haben.
Darum würde ich Dir nahelegen eines der vielen Messer die hier bereits vorgestellt wurden zuzulegen (SUFU / Koch-/Küchenmesser). Das engt zwar die Auswahl etwas ein bewahrt einen aber vor Fehlkäufen.


Was ich Dir aus eigener Erfahrung empfehlen kann wenn es etwas kleiner ausfallen darf:
AZAI VG10 Petty Damastmesser 16 cm

http://japan-messer-shop.com/d_G1_16_AZAI_VG10_Schmiede_Suminagashi_Petty_Damastmesser_16_cm1271.php

Der Griff ist aus schichtverleimten Sandelholz und hat einen deutlichen Rotstich. Am Übergang zum Erl (also vorne) am Griff hat selbiger symmetrisch einen minimalen Abstand zur Klinge; das rustikal Eckige Design ist Geschmackssache ich finde das ganz O.K. Der Verarbeitung würde ich eine 2+ geben.
Die „out of the box“-Schärfe ist recht ordentlich. Kirschomaten in dünne Scheiben, Kartoffeln, Möhren wurden anstandslos mit geringem Widerstand zerkleinert.

ASAGAO PM-Stahl Petty, 13 cm (gibt es auch in 15cm)

http://japan-messer-shop.com/d_1792.php

Ebenfalls eine Sandwichbauart mit pulvermetallurgisch hergestelltem Stahl als Kernlage und je einer Lage weicheren Stahl als Flanke. Ich habe das 13cm Petty. Es ist werksseitig sehr scharf, hat eine ausgezeichnete Klingengeometrie und ist gut verarbeitet.
Wenn man etwas Negatives sucht: der Kropf ist vorne nicht poliert, die Flanken neigen zu feinen Kratzern, wahrscheinlich durch das abtrocknen mit rauhen Baumwolltüchern. Sieht man aber nur bei genauem hinsehen und stört mich nicht. Minni-Kleingenausbrüche die man PM-Stahl nachsagt haben sich beim Gebrauch eingestellt, aber subjektiv auch nicht mehr als bei einem VG-10 Messer, also nichts abschreckendes.

übrigens keine Werbung - habe aber gute Erfahrungen mit dem Shop!
Das Azai bekommt man z.B. auch bei _DICK_ ; _Kaufland_...


So, wollte eigentlich nur kurz was schreiben:rolleyes:...
viel Spaß beim aussuchen,
Gruß Stefan


PS: dieser Artikel ist nicht als Quintessenz des Messeraufbaus gedacht, sondern lediglich als als kleine Hilfestellung einen groben Überblick zu erhalten;Schnitzer etc. falls vorhanden bitte korrigieren...
 

Timmy

Mitglied
Hallo Stefan.

Erstmal vielen Dank für deine lange und ausführliche Antwort! (=

zu 3:
Es gibt auch Klingen die durchgehend aus Damast gefertigt sind. d.h. sowohl an der Schneidekante als auch im gesamten übrigen Klingenkorpus wird man die abwechselnden Lagen vorfinden. Der Begriff „Leistungsdamast“ der hier im Forum dafür schon verwendet wurde, scheint mir eine ganz gute Bezeichnung dafür zu sein. Die Lagen können dabei die verschiedensten räumlichen Verlaufsrichtungen haben (Wellen, Kurven geradere Linien usw. ) daher auch die Muster nach dem Anätzen. In dieser Gruppe fällt mir spontan nichts ein was in Timmys Preisramen liegt.
Zu was gehört Damast-Tapete demnach?
Und in welcher Preisklasse beginnt Leistungsdamast?

AZAI VG10 Petty Damastmesser 16 cm

http://japan-messer-shop.com/d_G1_16_AZAI_VG10_Schmiede_Suminagashi_Petty_Damastmesser_16_cm1271.php

Der Griff ist aus schichtverleimten Sandelholz und hat einen deutlichen Rotstich. Am Übergang zum Erl (also vorne) am Griff hat selbiger symmetrisch einen minimalen Abstand zur Klinge; das rustikal Eckige Design ist Geschmackssache ich finde das ganz O.K. Der Verarbeitung würde ich eine 2+ geben.
Die „out of the box“-Schärfe ist recht ordentlich. Kirschomaten in dünne Scheiben, Kartoffeln, Möhren wurden anstandslos mit geringem Widerstand zerkleinert.
Handelt es sich dann dabei um Damast-Tapete oder um aufgeäzte Damastmuster?

ASAGAO PM-Stahl Petty, 13 cm (gibt es auch in 15cm)

http://japan-messer-shop.com/d_1792.php

Ebenfalls eine Sandwichbauart mit pulvermetallurgisch hergestelltem Stahl als Kernlage und je einer Lage weicheren Stahl als Flanke. Ich habe das 13cm Petty. Es ist werksseitig sehr scharf, hat eine ausgezeichnete Klingengeometrie und ist gut verarbeitet.
Wenn man etwas Negatives sucht: der Kropf ist vorne nicht poliert, die Flanken neigen zu feinen Kratzern, wahrscheinlich durch das abtrocknen mit rauhen Baumwolltüchern. Sieht man aber nur bei genauem hinsehen und stört mich nicht. Minni-Kleingenausbrüche die man PM-Stahl nachsagt haben sich beim Gebrauch eingestellt, aber subjektiv auch nicht mehr als bei einem VG-10 Messer, also nichts abschreckendes.
Ist das Messer auch Handgeschmiedet oder wurde das nur gestanzt?
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Ist das Messer auch Handgeschmiedet oder wurde das nur gestanzt?

77 Euro Verkaufspreis sind 65 Euro netto. Da drin ist Material, Arbeitszeit, allgemeine Produktionskosten, Gewinn des Herstellers, Versandkosten, Zoll, Geschäftskosten des Verkäufers hier, Steuern und Abgaben - und irgendwo noch ein Gewinn. Selbst bei Niedrigstlöhnen und katastrophalen Arbeitsbedingungen wirds da mit handgeschmiedet schwer.

Wobei handgeschmiedet oder nicht, ja nichts mit der Qualität zu tun hat. Ich wundere mich eher über die Mittellage aus PM (welcher steht nicht dabei) und dem Attribut "superscharf". Naja, scharf ist auch supersubjektiv.

Der Punkt ist, was willst Du und was bist Du bereit zu bezahlen?

Handgeschmiedeter Damast in guter Qualität, und zwar so, dass ich mir auch sicher sein kann, das Dingens ist gut und der Schmied hat nicht nur gerade nen guten oder schlechten Tag erwischt, ist nicht billig. Und mit nicht billig meine ich irgendwo im oberen dreistelligen Bereich aufwärts.

Handgeschmiedet ohne Damast gibts deutlich billiger.

Qualitativ tut sich da - so beides sauber gemacht ist - nichts (ja, vereinfacht nichts, vergiss die 1% potentiellen Unterschied). Das eine ist eben Damast, das andere Monostahl.

Wenns nicht handgeschmiedet und Damast sein soll, dann gibts zB:

  • Durchgängig "Damast" -> Messer aus Damasteel
  • Tapetendamast -> Schneidlage aus irgendwas, oft G10
  • Damast unbekannter Herkunft - also Würfeln

Damasteel entspricht technisch RWL34, kann man also mit leben.

Ich würfle nicht.

Messer aus Tapetendamast=Walzlaminat können wunderbare Messer sein, man muss sich nur von dem Blabla drumherum verabschieden. Das sind halt Messer aus Monostahl, auf die Damastlagen - der Optik wegen - draufgepappt sind. Aber auch da gibts Unterschiede. Ein Messer aus Walzlaminat mit einer Schneidlage aus V10, die auf jenseits der 60 HRC gehärtet ist, finde ich zum Beispiel ganz interessant. Sieht gut aus, ist rossträge, schneidet lang. Ist die Schneidlage irgendein 0815 Stahl, gehärtet wie Solinger Messer auf etwa 54 HRC, dann hab ich halt ein 0815 Solinger Messer mit Damast aussenrum. Auch das hat seine Vorteile. Aber eben nichts mit dem ersten Messer zu tun. Egal wie, die Schneidlage entscheidet, was Du da in der Hand hast, nicht das Muster auf der Klinge.

Ne Alternative wäre noch ein Messer aus Damast von Fritz Schneider. Frag den Jürgen ;) (Schanz). Das wäre dann handgemacht, geschmiedet (aber nicht in der Form, dass das jemand an nem heimeligen Feuer auf das Eisen klopft) und ziemlich pflegeleicht. Und auch das wäre nicht günstig (ok, Preis ist auch subjektiv).

Pitter
 

lollinger

Mitglied
Ich wundere mich eher über die Mittellage aus PM (welcher steht nicht dabei)

Konte mir auf nachfrage seitens der Frau des Shop-Betreibers auch nicht genannt werden. R2 sei wohl unwahrscheinlich, da dieser Stahl im Einkauf dafür zu teuer wäre. SG-2 Stand als Vermutung im Raum, ist aber im Endeffekt auch bloß Spekulation.
Ich habe es trozdem geordert. Die Klingenbreite von max. 1,5mm (Schieblehre) finde ich recht sympathisch. Es wird zwar unter der Bezeichnung Asagao geführt. Der Stempel auf Klinge, ein Kreis mit einer Art Dreieck darin, entspricht dem eines anderen Messers das von Takamura-Label stammt. Deshalb wird es vermutlich auch dort produziert.

Gruss lollinger
 

Hoss

Mitglied
Als ich schrieb, ich zöge ein Messer aus "echtem Damast" vor, so meinte ich damit Damaststahl in der ursprünglichen Wortbedeutung:
das heißt ein Schweißverbundstahl aus zwei oder mehr Stahlsorte, die aufgrund ihrer individuellen Legierung nach dem Ätzen unterschiedlich zeichnen. In diesem Fall liefert auch Wikipedia interessante Infos.

Im Laufe der letzten Jahre ist es den Werbefuzzies (ich darf das sagen, ich war selbst mal einer :glgl:) gelungen, den Begriff Damast auszudehnen auf besagtes Walzlaminat. Das ist zwar vom Marketing her ein genialer Schachzug, trägt aber natürlich zur Verwirrung bei und führte dazu, das ich schon von Leuten beim Betrachten eines "echten" Damastmessers hörte:
"Ähä, und was ist jetzt besonderes an dem Messer? Ich habe ein Kochmesser vom Penny, das ist auch aus Damast - hat aber gerade mal 20,- gekostet." :argw:

Hier mal ein Beispiel für ein "echtes" Damastmesser:
http://www.schmiede-balbach.de/shop/product_info.php?info=p36_Kochmesser-Modell--Gertrud-.html
Etwas dieser Art meinte ich mit meiner ersten Aussage :D

Grüsse
Hoss