1. Rennfeuer mit Kastengebläse 2011

Rafail

Mitglied
Die maximale Luftmenge wurde darüber bestimmt, wie lange es braucht, bis ein 90L-Sack aufgeblasen ist. In der höchsten Stufe sind dies 3 Hübe, sind je Hub 30L. Rein rechnerisch ergibt sich aus dem Hubweg und den Kastenquerschnitt 37L. Passt also ziemlich genau mit den >1000L/min auf maximaler Stufe.

Hab auch nochmal genau den Hubweg von Samstag nachgemessen. Die Luftmenge muss bei der niedrigeren Stufe zwischen 600-700L/min liegen, damit sind also wenig Verluste aufgetreten. Die Verbindung Blasebalg-Düse war eben nicht ganz luftdicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

MythBuster

Mitglied
Hallo Rafail,

das geht nicht auf, 670l/min würden z.B. 1,5 kg Kohle in 10min entsprechen und das ist ohne den zusätzlichen Kohleverbrauch den das Erz noch beiträgt gerechnet (der würde die tatsächliche Luftmenge nochmal etwas reduzieren).
Wenn Du den Luftverbrauch mit einem Müllsack ausmisst, dann entspricht das der freiblasenden Luftmenge. Versuch das mal in einem Wasserfaß gegen 20-30mbar auszulitern. Die Undichtigkeit am Übergang zur Düse bleibt natürlich immer noch ein Fragezeichen.

Gruß

MythBuster
 

Rafail

Mitglied
Hallo MythBuster, ich würd mal gerne wissen, wie du auf deine Luftmengen kommst.
Dass die Tütengeschichte natürlich nicht den realen Wert gegen den Ofendruck betrifft, ist mir auch klar, aber welche Angabe soll ich sonst nennen? Eine die ich nicht gemessen hab? Ich werd bestimmt nicht den Blasebalg kompliziert auslitern, das ist mir wirklich zu albern. Letztlich geht es doch darum eine grobe Hausnummer zu wissen, an der sich orientiert werden kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

MythBuster

Mitglied
Hallo Rafail,

die Luftmenge errechnet man über den Kohleverbrauch. Dazu macht man die Annahme, dass der Sauerstoff in der Luft gemäß C + 0,5O2 = CO umgesetzt wird, was bei den hohen Temperaturen zulässig ist.
Luftmenge = Kohleverbrauch (/g/min) / Molmasse_Kohlenstoff /2 *100/Sauerstoffgehalt_Luft * Molvolumen (/l). Das stimmt erstaunlich gut mit der gemessenen Luftmenge überein, hab das in einem meiner früheren Versuche mit einem großen Flügelradanemometer überprüft.
Albern ist das gewiss nicht, denn die Luftmenge gehört meiner Meinung nach, neben der Erzzusammensetzung zu den wichtigsten Parametern beim Rennofenprozess. Sie bestimmt z.B. die Temperatur und die Temperaturverteilung im Ofen. Wenn man sie sehr genau bestimmen könnte, kann man auch bestimmen wieviel Erz direkt reduziert wird also nach FeO + C = Fe + CO. Beim Hochofenprozeß macht dies ca. 20% aus, beim Rennofen wahrscheinlich wesentlich weniger. Ein Verdacht ist natürlich auch, dass man mit der Luftmenge den Kohlenstoffgehalt steuern kann. Von vielen Seiten wird auch vermutet, dass der C-Gehalt auch noch vom P und Mn-Gehalt des Erzes bestimmt wird. Von daher ist es (für mich) ziemlich wichtig, den exakten Luftlfluß zu wissen und für mich eine Haupmotivation wäre eine solche Luftpumpe zu bauen.
Mein Ziel ist halt nicht irgendwie Eisen zu gewinnen, sonder genau vorherzusagen was und wieviel ich bekomme, in Abhängigkeit von Erzzusammensetzung und den diversen Parametern.

Gruß

MythBuster
 

Rafail

Mitglied
Ok, auf den Wert war ich gestern nach eigener Rechnung auch gekommen, eher noch was weniger, da Kohle nicht zu 100% aus Kohlenstoff besteht.

Trotzdem sag ich dir, dass wenn ich meinen Blasebalg mit 425 L/min geplant hätte, das Teil einfach zu klein geworden wäre. Was ich während dem Betrieb messen kann, sind grobe Luftvolumina die bewegt werden. Wenn du selbst mal einen Blasebalg gebaut hast und einen Rennofen mit Blasebalg betrieben hast, wirst du vielleicht verstehen, wovon ich spreche.

Vielleicht sollte ich die Luftmengen-Angaben in Zukunft auch einfach sein lassen, wenn das zu solchen Diskussionen führt. Über den Durchsatz kann sich dann jeder selbst seinen Teil denken und raten, wie ich mein Gebläse eingestellt hatte. Ich finds nur einfach griffiger und mir haben solche "ungenauen" Angaben in der Vergangenheit zumindest sehr geholfen.
 
G

gast

Gast
Hallo ihr beiden,

Mein Ziel ist halt nicht irgendwie Eisen zu gewinnen, sonder genau vorherzusagen was und wieviel ich bekomme, in Abhängigkeit von Erzzusammensetzung und den diversen Parametern.......:haemisch:

Das war dein letzter Satz MythBuster;)
Ich darf deine 13Kg Luppe also behalten?:steirer:

Rafail, was Oliver meint ist , dass nachdem das herstellen von Eisen zur Routine geworden ist, und man sich auf verschiedene Erzsorten soweit eingeschossen hat, das absolut wichtigste ist den Kohlenstoffgehalt der Luppe im Rennofen schon weitmöglichst festzulegen.
Das ist jedenfalls ebenfalls mein Oberstes Ziel.
Es ist klar dass ich es nicht drauf habe mich dem Kohlenstoffgehalt binnen der Luppe per Luftmengenberechnung im Vorfeld anhand von Chemischen Formeln zu nähern. Ich werde mich wohl weiterhin auf mein Gefühl verlassen müssen, und etwas länger brauchen bis ich mich per Wahrnehmungskraft ( Flamme, Temp.,Ofengeräuch und den Blick in den Ofen per Y-Rohr) festlege wie ich Eisen oder Stahl hinbekomme.
Dass man aber diese 2 Qualitäten braucht ist Sonnenklar, um bestimmte Gegenstände herzustellen.
Guss unsel
 

Rafail

Mitglied
Hallo unsel,

ich will auch gar nicht verurteilen, wenn sich jemand dem ganzen wissenschaftlich nähern will. Ich bin ja selbst auch aus dem Fach, hab aber nicht das Interesse, mich auch noch bei meinem Hobby damit auseinander zu setzen. Zumindest nicht in einem solchen Maß.

Es klang nur irgendwie der Ton mit, dass ich mir keine Gedanken machen würde, was ich da mache. Wie ich den Ofen baue und wie ich ihn betreibe hat schon alles seinen Sinn und fußt nicht auf irgendwelchen Schnapsideen. Es ist ja nicht so, dass ich mit meinem Ofen noch nie Eisen hergestellt hätte, das funktioniert seit 2005 sogar ganz gut. Nur war eben die Luppe nie so vorbildlich rein, wie hier im Forum so oft zu sehen. Die letzte Frage für mich war, ob es bislang an zu wenig Luft gelegen hat. Scheinbar ja, aber auch nur zum Teil, da die Luppe eben immer noch nicht "perfekt" ist. Liegt dann wohl am Erz, wer weis.

Der nächste Ofen wird höher und ist dann auch nicht mehr "römisch".

Ab nun gut, mehr hab ich dazu auch nicht mehr zu sagen.
 

MythBuster

Mitglied
@Rafail: Das mit dem Ton ist jetzt wirklich Deine (Fehl)-Interpretation, sollte da irgendetwas falsch rüber gekommen sein, so bitte ich um Entschuldigung. Mir ging´s wirklich nur um die Sache (Luftmenge), besonders weil bei mir auch die Entscheidung Blaskommode oder doch wieder Gebläse ansteht. Aber vielleicht liegt´s aber auch daran, dass ich mich hauptsächlich für keltische Eisenverhüttung interessiere und Du ein Römer bist; da gibt es scheinbar noch einige schwelende Konflikte:irre:.

@unsel: :glgl: das hast Du zwar konsequent zu Ende gedacht, aber so ein kleines Lüppchen, sozusagen als "geistiges Abfallprodukt" hätt ich dann schon gern.

Gruß

MythBuster
 
G

gast

Gast
Ich verate euch mal was, Ich bin weder an Römischer noch an Keltischer Verhüttungstechnik interessiert, zumal diese Technik gar nicht mal Römisch oder Keltisch ist. Angefangen hat hat alles bei den Hethitern 1400 v Chr. Und die waren im Stande härtbaren Stahl herzustellen. Vor denen war das verarbeitete Eisen nicht Irdischen Ursprungs, man wusste also dass Eiserne Meteoriten schmiedbar waren.
Mich persönlich interessiert eigendlich nur meinen eigenen Stahl herzustellen, je nach gewünschter Qualität.

So das war s unsel
 

Ilmarinen

Mitglied
Hi Rafail,
ein sehr schönes Video. Hat Spaß gemacht es anzuschauen und ich glaube ich bin auch langsam Rennfeuer-infiziert.

Grüße

Jörg
 

Damascener

Mitglied
Huhu!

Tolles Video und schönes Projekt! Ich hab zwar wenig Erfahrung, aber ich denke auch, dass ein höherer Schacht Deine Ausbeute steigern würde...

Ich bau grad an einem Rennofen im Baukastensystem mit Schamottsteinen, um den Ofen mehrere male hintereinander fahren zu können. Der Ofen wird danach einfach in Segmente zerlegt und wieder zusammengebaut. Hoffe das klappt.:ahaa:

Ich werde wieder ein Video machen, falls Interesse besteht.

Gruß an alle Zündler!

Dama
----------------------------------
Mut kann man nicht kaufen!
 

Geonohl

Mitglied
Ich kann nich nachsehen, bin gerade in Kopenhagen, aber (auch wenn ihr das am Anfang der Schreiberei noch beachtet habt) ihr habt nun den toten Raum im Geblæse weiter nicht beachtet.
Da bleibt ja verdichtete Luft im Geblæse, die bei der næchsten Kolbenbewagung einfach wieder ihr Volumen vergroessert und nicht ausgeblasen wird. Man kann sicherlich berechnen wieviel das ist. Deshalb versucht man ja den toten Raum moeglichst klein zuhalten.
Ich mein in dem Buch: Der wohlunterrichtete Hammermeister ....
waren Tabellen dazu, auch wie sich die Leitungslænge und Durchmesser auswirkten.