1.2842

AxelKleitz

Mitglied
Hallo,

habe vor mir ein paar Meter Messerstahl auf "Lager" zu legen,
möchte aber nicht Mettallurgie studieren.
Deßhalb meine Frage ob ich mit 1.2842 ne gute Wahl treffe ???

Möchte daraus "Alltagsmesser" machen die benutzt werden für tägliche Arbeiten, zum schnitzen usw.
Sollte auch recht leicht zu bearbeiten sein und nicht gerade Rostanfällig sein. Möglichst Schnitthaltig.

Danke,

AxelKleitz
 

Andreas

Mitglied
na also zu den "rostträgen" stählen gehört der 1.2842 (baugleich mit O1 den Randall schon seit jahren für seine messer nutzt) mit seinen ca. 0,35% Chrom ja wohl eher nicht.
ansonsten soll es aber ein recht guter stahl für die herstellung von messern sein.
härte zwischen 56 und 63 HRC klingt doch auch klasse.
 

Nidan

Mitglied
Hallo Axel,

ich gehör zwar nicht zu den Stahlspezialisten hier im Forum aber aus den 1.2842 hab ich schon 3 1/2 Messer gemacht und kann ein bißchen was sagen.

Also erstmal ist der Stahl nicht rosträge, ich selber hab allerdings noch keine Rostprobleme gehabt. Allerdings laß ich die Messer auch nicht naß rumliegen oder so ;)

Zu bearbeiten ist der Stah sehr gut und sehr schön scharf wird er auch.

Zur Schnitthaltigkeit kann ich dir nix sagen weil ich meine Eigenbaumesser mangels Gelegenheit noch nicht so sehr strapaziert habe.

Such doch mal ein bißchen rum, hier gab es schon einige Posts zum 1.2842.

Viele Grüße

Thomas

P.S. Danke für die Info Andreas ,jetzt kann ich sagen : "Randall benutzt den gleichen Stahl wie ich " klingt toll :D
 
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Claymore

Mitglied
der 1.2842 ist ziemlich universell erhältlich, als rund/Flach oder Präzisionsflachmaterial fast beliebigen Maßen.
Insofern ist das grade beim stock removal ein vorteil.

Baugleich mit dem 1.2510 (O1) würde ich nicht sagen,vergleichbar/annähernd vergleichbar, der O1 hat noch 0.5-0.7 % wolfram (starker Karbidbildner, sehr harte Karbide => höhere Verschleißfestigkeit)
dafür etwas weniger Mangan.
evtl. würde ich den O1 vorziehen, den bekommt man aber nicht ganz so häufig/in den abmaßen wie den 1.2842.
Der 1.2842 zeichnet fast schwarz in Damast, der 1.2510 eher dunkelgrau.
Bearbeitbarkeit sehr gut auch mit Feilen.
alles in allem Keine schlechte Wahl für Messerklingen


gruß

Peter
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Prinzipiell keine schlechte Wahl für den Messerbau, nur muß man wissen, welches Messer man will.
Bei richtiger Wärmebehandlung hat der 1.2842 (= O2) etwa 7% Karbide, man erhält ein sehr feines Gefüge, das sich hervorragend für superscharfe Klingen mit geschlossener Schneide eignet, also für Druckschnitt. Aber nicht rostfrei, obwohl das offenbar auch nicht so dramatisch zu sein scheint, wie HankEr bewiesen hat. Und da er gut verfügbar ist, ist das eine feine Sache. Man kann ja offenbar auch schöne Gebrauchsmesser mit nicht so superfeiner Schneide machen. Ich selbst baue gerade einen Nicker daraus. Ich wollte aber ein "rostendes" Messer mit superscharfer Klinge, ein "Schneideteufelchen" eben, wie Leonardo75 es einmal gesagt hat. Und er ist halt leicht zu bekommen und zu bearbeiten, auch beim Härten gibt es viele Möglichkeiten. Zeichnen beim Damast tut er wegen des Mn -Gehaltes.

Noch lieber als den 1.2842 hätte ich den 100Cr6 genommen, aber als Kugellagerstahl 1.3505, nicht als Werkzeugstahl 1.2067, eben wegen des besseren Gefüges. Dafür gibt es den allerdings nur als Rundmaterial. Muss man superviel Feilen. Danach kann mans. War mir aber zu viel Arbeit.

1.2842 ist da ein guter Kompromiß. Kriegt man auch in kleinen Abmessungen, braucht man sich nicht gleich mehrere Meter zuzulegen. Vielleicht dann lieber noch eine andere Sorte.
 

Armin II

Mitglied
Und nochmal, weils hier immer wieder vergessen , bzw. verschwiegen wird: Ob eine Klinge rostet oder nicht , das hängt nicht nur von der Legierung ab, sondern auch von der korrekten Wärmebehandlung und der OBERFLÄCHENQUALITÄT!

Eine von Hand bis Korn 1200 abgezogene und evtl. anschliessend mit Polierpaste / Diamantpaste polierte Klinge rostet bei Nichtgebrauch nämlich auch nicht wenn man sie einmal im Jahr leicht ölt.

Andersherum hab ich auch schon sandgestrahlte Klingen aus ATS34 gesehen, die im Regen feucht wurden und dann am nächsten Morgen Rostflecken auf der Klinge hatten... (schöne Grüsse an das Qualitätsmanagment von CRKT)........
 
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Armin II

Mitglied
Also ums kurz zu machen: der 1.2842 ist leicht erhältlich, günstig, leicht zu bearbeiten, mit einfachen Mitteln zu härten, und gibt superscharfe Schneiden...
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@ArminII: genau! Oberfläche muß glatt sein, dann hat man kaum Probleme.Ich habe im Betrieb für Prüfarbeiten ein kleines Messer aus C75, grob gearbeitet, grob geschliffen, eigentlich sind das Wegwerfteile mit Holzgriff. Ich hab mal zum spaß die Klinge geschliffen und Poliert, nur mit 1000er Papier, und jetzt kanndie auch mal naß werden und ein bisschen rumliegen, ohne dass sie rostet.

Und die Wärmebehandlung muß stimmen, und die Analyse des Werkstoffs muß eingehalten werden. Beim ATS 34 mit 14 % Cr kann, wenn das an der unteren Grenze liegt, und der C-Gehalt an der oberen, durch das wärmebehandeln zB. viel Cr-Karbid entstehen, das der Matrix Cr entzieht, und nur Cr-Gehalte ab ca. 13%, die GELÖST sind, wirken rosthemmend. Die Cr-Karbide können zwar zunächst eine passivierende Oberflächenschicht bilden, aber wenn man dann strahlt, ist der Schutz futsch.

Rostfrei ist relativ, wie von Dir richtig bemerkt. Sollte man wirklich ab und an mal drauf hinweisen.