1.2842, 2mm Rücken, 60HRC, funktioniert das?

xtorsten

Premium Mitglied
Hi, habe einen Freund, dem ich ein Messer bauen soll. Soll etwa 10 cm Klingenlänge haben, 2mm Stärke am Klingenrücken. Soll zum Brötchen aufschneiden, etc. sein, also nichts sonderlich grobes oder wildes.
Ach ja, das Messer soll einen Flachschliff bekommen. Meint Ihr das würde mit 1.2842 ( den ich noch hier rumliegen habe) funktionieren?
Ich dachte bislang 1.2842 bei Härten ab 60 HRC einzusetzen, darunter wäre etwas verschenktes Potential und eher ein Fall für C70 oder C80.
Liege ich da richtig und funktioniert ein Messer dieser Ausführung (dünne Klinge) bei Härten um 60-61HRC ?
Wäre schön, mal Eure Meinungen und Erfahrungen zu hören.
Gruß,
xtorsten
 

Andreas

Mitglied
mein erstes selbstgebautes messer hat eine damast-klinge unter anderem aus 1.2842. ist 3mm stark, härte weiß ich nicht. bei den geplanten andwendungen des messers hätte ich bei 2mm keine bedenken. "rumbrechen" würde ich damit allerdings nicht.
 

kababear

Mitglied
funktionieren wird das zum reinen schneiden sicher, aber wenn er das auch nur ansatzweise mal seitlich belastet..:glgl:
hängt aber auch von der höhe des anschliffs ab, da die klinge mit breiterem/höherem anschliff zwas schneidfreudiger wird, jedoch auch die empfindlichkeit zunimmt...
 

HankEr

Super Moderator
Da sehe ich kein Problem, ich habe zwei Messer aus dem Stahl die alle an der stärksten Stelle nur 2,8mm stark sind. Beide konvex zum Rücken hoch geschliffen. Ich sehe da kein Stabilitätsproblem (beide 58--59Hrc) und ein Schneidwerkzeug mit einer um ein drittel dünneren Klinge bricht auch nicht gleich ab wenn man beim Brötchen schmieren ein wenig stärker aufdrückt :hehe:
 
Hey ein Opinel ist auch superdünn und genauso ca. hart. und ich ´hab meines immer benutzt und schon 7 Jahre!!!!!!!!
AUf jeden fall funktioniert das!
Gruß Christoph
 

xtorsten

Premium Mitglied
Dank Euch erst einmal. Ich glaube, ich muß das einfach mal austesten.
@Christoph W. : ich kann schwer glauben, daß Opinel-Messer so hart sind. Die Dinger lassen sich problemlos noch mit der Feile bearbeiten und dann mit der Hand finishen ( ich habe mal eines mit ner abgebrochenen Klinge aufgeabrbeitet, weil ich es zu schade zum Wegwerfen fand). Leider konnte ich keine Stahlangabe außer "Kohlenstoffstahl" finden. Weiß da jemand was drüber?
Gruß,
xtorsten
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Also ich sehe da gar kein Problem. Aber: C 80 wird auch verflucht hart, die 60 HRC packt der auch. Ab 0,7 % C geht sowieso alles in Karbide. Ich würde für einen kleinen feinen Schneider, wie oben geplant, das volle Potential ausschöpfen. Und wenn der Stahl sauber angelassen wird, dann hat er auch "Biegpotential". Jedenfalls deutlich mehr als die hochlegierten. Ich hab da mal vor einem Jahr ein Bild gepostet.... Ich muss mal suchen.
Egal, bei 1o cm Klingenlänge würd ich die volle HÄrte nehmen. Mein Nicker hat ca. 10 cm, und der hat 61 HRC, und er ist auch nicht sehr dick. Und ich nehm ihn auch ran. Klaglos macht er das. OK, ist 2510, aber die unterscheiden sich nur unwesentlich. Mach ruhig wie geplant.

Was den C-Gehalt der Opinel-Messer angeht, so sind die ROSTFREIEN (die sogenannten rostfreien) bei 0,4 C, klar, sonst geht de ganze schöne Kohlenstoff in die Sonderkarbide.
Aber die rostenden enthalten mehr C. High Carbon, also sollten da nach dem Sprachgebrauch so etwa 0,7% drin sein. Und das ist ok. Ein C 60 oder C 80 macht echt was her, wenn man eine harte und zähe Klinge haben möchte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Claymore

Mitglied
Ck 60 gehärtet und 2 mal bei 180 - 200 ° C angelassen !!
Und eine neue Feile greift noch nicht. !!!!

Und man kann den Klingenrücken im Perlitischen Zustand halten.
Geht auch mit 1.2842
:cool:


peter
 
Ha!!
Habs doch och gefunden, der C-gehalt eines OPinel beträget in nicht rostfreier ausführung 0.9% :( gabz schön wenig, schluchz, trotzdem ein6toller Stahl!!:)
Grüsse CHRISTOPH
 

roman

MF Ehrenmitglied
xtorsten:

Wenn man nor das macht wozu das messer sein soll, dann ist 2 mm schon fast zuviel schau Dir mal die alten bestecke an c70 1mm und weniger.

Ich hab mal vor 3 Monaten einen Kollegen bei mir zum Messermachen gehabt, der wollte unbedingt ein outdoormesser sollte RWL sein 4-5 mm klingenrücken. zuerrst hab ich ihn vom RWL zum 4034 überredet denn das was er wirklich brauchte war ein leicht zu schärfendes und schockunempfindliches Messer für draussen ind keinen hüper pulver....

dann hat er sich den 4034 bestellt. Der kam aber leider nicht rechtzeitig also hat er dann gemeint ob man das Ding den vielleicht nícht doch aus c75 schmieden kann.
Das haben wir dann auch gemacht, mit einer stärke von 5 mm nach dem schmieden. Nach dem Schleifen waren dann leider nur noch so 2,5 -2,8 mm über und er hatte schon größte Bedenken ob das jetzt auch was aushält.

Dann haben wir gehärtet so ca 61 hrc am Ende. Ich habs dann kurz mit der Tormek angeschliffen und dann einen block ebenholz genommen und einen kunstoffhammer und den Block mit dem Messer kurz und klein gehackt und drin rumgehebelt. Darüber hat das Messer nur gelacht und mein Kollege war von dem "rostfreivirus befreit"
 

Seb

Mitglied
ARGHHHH!:glgl: :irre: :glgl: Wenn du das nächste mal Ebenholz über hast, schicks mir, ich schick dir dafür auch n tolles Stück Abfall zum draufrumhämmern, ok ? :D :D


Seb
 

xtorsten

Premium Mitglied
prima, das hört sich positiver an, als ich erwartet hatte, ich glaube ich baue mir selber gleich noch was in der Stärke mit, dann kann ich es ausgiebig testen.
Vielen Dank noch einmal,
xtorsten