Anzeige

Anzeige

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 30 von 68

Thema: Mein erster Rennofenversuch

  1. #1
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    Mein erster Rennofenversuch

    Anzeige

    Mitglieder sehen hier keinen Banner
    Hallo Verhüttungsprofis!
    Ich habe vor ein Katana in traditioneller Technik herzustellen. Dieses Schwert soll ausschließlich aus österreichischen Rostoffen hergestellt sein. (Ich bin mir bewusst dass dies ein sehr ehrgeiziges Unternehmen ist, aber nach etlichen Damastmessern suche ich wieder mal eine Herausforderung)
    Nun möchte ich mir natürlich meinen Rohstahl selbst herstellen und habe aus diesem Grund einen Rennofen gebaut.
    Befüllt wurde er mit Buchenholzkohle und Limonit(Brauneisenstein mit 28-32%Fe). Gemauert habe ich ihn aus Lehm aus meiner Umgebung.
    Der Versuch ist gut verlaufen, jedoch hatte ich das Problem, dass ich keine Schlacke bekam die flüssig genug wurde um abzurinnen. Fast das gesammte Eisen war in der extrem zähen Schlacke gebunden. Somit war die Ausbeute eine minimale Eisenluppe und jede Menge Eisenhaltige Schlacke.
    Ich vermute, dass ich dem Erz Zuschläge beimengen muss um den Schlackefluss anzuregen. Ich denke dabei an Kalk und/oder Quarzsand. Kann mir jemand sagen, ob dies die richtige Richtung ist, die ich einschlage, und wenn ja welche Gewichtsanteile ich wovon benötige?

    Sicher sind einige erfahrenen Rennofenprofis unter euch , die mir dankenswerter Weise einen Tip geben können.
    Vielen Dank im Voraus!
    Gerne würde ich ein paar Fotos anhängen, leider hab ich null Ahnung wie das geht...
    Geändert von Damascener (21.08.10 um 16:49 Uhr)

  2. # Anzeige
    Registrierte Benutzer sehen hier keine Werbung


    >
  3. #2
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    20.07.06
    Ort
    Neuburg an der Donau
    Beiträge
    189

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Zitat Zitat von Damascener Beitrag anzeigen
    Ich vermute, dass ich dem Erz Zuschläge beimengen muss um den Schlackefluss anzuregen. Ich denke dabei an Kalk und/oder Quarzsand. Kann mir jemand sagen, ob dies die richtige Richtung ist, die ich einschlage, und wenn ja welche Gewichtsanteile ich wovon benötige?
    Hallo Damascener,

    Dein Ansatz ist schon ganz richtig. Es hängt davon ab was in dem Limonit noch drin ist. Ist es Quarz, dann musst Du Kalk zusetzen. Ist es Kalk ( eher unwarscheinlich), dann musst Du Quarzsand zusetzen.
    Ich habe den Limonit,mit dem ich bisher Versuche gemacht habe, fein gemahlen und mit unteschiedlichen Mengen gemahlenem Kalk versetzt und auf einer kleinen Keramikrinne (Magnesiarinne, im Laborfachhandel erhältlich) in einen Brennofen gegeben. Man sieht dann am Verlaufen des Gemisches, was das beste Verhältnis ist.

    Servus

    Manfred

  4. #3
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu!

    Vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke ich werde mir einen Sack ungelöschten Kalk besorgen und ihn in einem fünftel Gewichtsanteil zu meinem Erz zugeben. Hoffe das bringt meine Schlacke zu fliessen, bzw sollte ein Kleinversuch dies bewirken.

    Danke nochmal für die Antwort

  5. #4
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    02.04.10
    Beiträge
    17

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Genau das Problem hatte ich auch mit Limonit.
    Ich habe ca 1/10 des Erzgewichtes an Kalk zugegebenund trotzdem keine fließende Schlacke erhalten.
    nimm am besten gleich größere Anteile Kalk. Der ist ja nicht so schwer zu beschaffen.

    PS. das Ergebnis würde mich interressieren.

  6. #5
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.05.09
    Beiträge
    309

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo,
    also dein Katana-Projekt kommentier ich nicht, aber zum Verhütten kann ich gerne meinen Senf geben
    Das Problem mit den Zuschlagstoffen ist, dass sie den Eisengehalt deines Rohmaterials heruntersetzen... Also wenn du ein 30%-Erz mit der gleichen Menge Kalk "streckst", hat deine Befüllung insgesamt gesehen nur noch halb so viel Eisenanteil. Du bekommst dann vielleicht eine schöne Schlacke, aber alles Eisen ist im Fayalit gelöst...
    Meiner bescheidenen Meinung nach ist dein Erz sowieso an der Untergrenze des Verhüttbaren im Rennofen. Versuch besser dein Erz zu optimieren, vielleicht durch sortieren nach dem Rösten o.ä. Ich arbeite da selber noch dran die beste Methode des Sortierens zu finden.

    Bilder würden uns tatsächlich interessieren. Melde dich als Fördermitglied an, dann kannst du Bilder direkt in die Threads laden. Das Geld isses wert, glaub mir.
    Es wäre z.B. interessant ob du sichbare Eisenanteile (Kügelchen, Blättchen) in der Schlacke hast, oder nur fein verteilte Flitter... also schleif mal einen Brocken an und zeig uns ein Bild.
    Die Schlacke muss im Übrigen nicht immer so flüssig sein, dass man sie Abstechen kann, es reicht wenn sie so lange flüssig ist, dass sie Zeit genug hat, sich vom Eisen zu trennen.
    Grüße
    Hannes

  7. #6
    gast

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Dein Projekt ist ein gutes drannbleiben !!!

    Rennofenprofis gibt es nicht, nur "Suchende" in dieser vergangenen Technik, mit mehr oder weniger Erfolg.

    Es wundert mich dass dein Brauneisenstein (Limonit) nur einen solch niedrigen Eisenoxidgehalt haben soll, woher weiss du das?

    Fotos helfen in deinem Fall tatsächlich!

    Werde auf alle Fälle Fördermitglied

    Alles andere wurde bereits beantwortet, ausser dass dein Gebläse es nicht gebracht hat.

    Gruss unsel

  8. #7
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    02.04.10
    Beiträge
    17

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Wenn sich "Kügelchen oder Blättchen" gebildet haben kannst du die gut mit einem starken Magneten aussortieren.
    einfach die Schlacke zerschlagen (vorsicht spitze Splitter! Schutzbrille!) und mit dem Magneten drüber.

  9. #8
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu Rennofenfreunde!

    Ich habe ein kleines Video von meinem ersten Rennofenversuch gemacht.
    Viel Spass beim Gucken:
    http://www.youtube.com/watch?v=IGzCTLTVPpw

    Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.

    Zum Aufmauern habe ich mir eine Lehre gebastelt, welche einen superpräziesen Innendurchmesser gewährleistet und nach jedem Bauabschnitt einfach ein Stück hochgezogen wird.(die Unterkonstruktion ist aus Bambus und Bastschnur) Nachahmung wird stark empfohlen...

    Die Zugaben waren Limonit, (zerstossen und mit überlieferten 28-32% Fe. Durch die 50 jährige Lagerung im Freien sollte das Erz sehr gut verhüttbar sein wurde mir gesagt) und Buchenholzkohle von einem Oberösterreichischen Köhler.
    Betrieben habe ich den Ofen mit einem Industriegebläse. Leider war, wie schon erwähnt die Schlacke nicht flüssig genug, um abzufliessen.
    Deshalb habe ich mir gelöschten Kalk besorgt, den ich zugeben werde.
    Der neue Ofen ist schon so gut wie fertig und wird dieses Wochenende seinen Einsatz finden.
    Hoffentlich kann ich eine bessere Ausbeute erziehlen.


    Vielen Dank für Eure Antworten. Wenn Ihr es wüscht , halte ich Euch auf dem Laufenden über den 2ten Versuch.

    Gruss Damascener
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	RennofenB 040klein.jpg 
Hits:	370 
Größe:	116,5 KB 
ID:	96114   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Erz 004klein.jpg 
Hits:	337 
Größe:	185,5 KB 
ID:	96115   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Erz 006klein.jpg 
Hits:	368 
Größe:	135,7 KB 
ID:	96116   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	RennofenC 019klein.jpg 
Hits:	398 
Größe:	85,3 KB 
ID:	96117   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	RennofenD 015klein.jpg 
Hits:	371 
Größe:	95,3 KB 
ID:	96118  


  10. #9
    gast

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    da hast du dir aber richtig viel Arbeit gemacht, mit dieser Lehre
    Dein Radialgebläse sollte den nötigen Wind ohne weiteres bringen, allerdings nimmst du dem Gebläse unglaublich viel an gutem Willen mit den unnötig langen Schläuchen!
    Die würde ich soweit kürzen dass sie sich gerade noch soweit biegen lassen dass die Düsen noch zu erreichen sind.

    Tja, was dein Erz angeht, versuchs einfach, ich gebe Hephaistos recht, das der Oxidgehalt möglicherweise nicht reicht und durch den Zuschlag weiterin ins negative geht.
    Wie hoch ist dein Ofen?
    Bleibe zwischen 1,3-1,5m du kannst die letzten 30 cm ohne weiteres mit einem Schamottrohr aus dem Kaminbau, oder ein paar Ziegeln erhöhen.

    Buchenkohle ist tiptop, halte sie auf einem querschnitt von ca 3mal3mal3cm.

    Los unsel

  11. #10
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    20.08.04
    Ort
    NRW
    Beiträge
    186

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Meine Meinung:

    #Erz ist zu wenig eisenhaltig
    #keine richtigen Düsen benutzt (?)

    habt ihr Kohle und Erz vorher abgewogen?

  12. #11
    Moderator Forum Koraat-Knives
    Registriert seit
    12.07.07
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    1.508

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo Damascener,

    gleich vorweg, das ist ein gewagtes aber sehr schönes Projekt!

    Wo wohnst du denn?
    Denn falls es mit deinem Erz nichts wird kann ich dir Erz aus Neusiedl hinter Spitz an der Donau empfehlen. Mit dem habe ich schon Luppen erzeugt.
    Auch in Amstall gibt es Eisenerz, das sich gut verhütten lässt.
    ich würde das Erz übrigens nicht ganz so fein zerstoßen. Sonst neigt so ein schlanker Rennofen schon mal zum verstopfen.

    Viel Glück,
    mfg
    Ulrik

  13. #12
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu!

    Danke für Eure Meinung.
    Das Gebläse ist im Einsatz nur auf minimum Leistung gefahren worden, weil sonst der Rennofen wie ein Vulkan alles nach oben ausgeworfen hätte.( ich hab das Gerät auf 380 Volt angeschlossen)
    Wenn ich das Gewicht meiner eisenhaltigen Schlacke mit einrechne, wären bei entsprechender Trennung auf 20kg Eisenerz ca. 5 kg Eisenluppe entstanden. Ich hab zwar null Vergleich aber ich denke das wäre keine schlechte Ausbeute. Das Erz Kohle-Verhältnis war 1:1! (sehr gewagt denke ich, aber wirtschaftlich vorallem weil Limonit meines Wissens nur FeO ist und deshalb gut zu verhütten sein sollte). Danke für das Angebot,aber ich möchte gerne meinem Grundsatz treu bleiben und ortsansässige Rohstoffe verwenden um mein Projekt zu verwirklichen. Die Authentizität ist mir echt wichtig. Da ich keine wirtschaftlichen Interessen im Moment hege, geht es mir eigentlich nur darum, mit lokalen Ressourcen und Hilfsmitteln ein vergleichsweise brauchbares japnisches Langschwert herzustellen. Die Faszination eines Katanas in traditioneller Bauweise hat mich dazu gebracht auch meinen Stahl selbst zu verhütten. Mein Zeitplan umfasst die nächsten 3 Jahre um brauchbare Ergebnisse abzuwerfen. Sollte die Zugabe von Kalk nicht die gewünschte Ausbeute ergeben, werde ich auf Plan B umschwenken, und ein Flussmittel wie Borax (welches ich schon zum Damastschweissen verwende) zugeben.

    Drückt mir die Daumen für eine grosse Luppe^^
    ------------------------------------------------
    Ist der Schmied weicher als das Metall, wirds nix!

    Gruss Damascener

  14. #13
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.05.09
    Beiträge
    309

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo damascener,
    schön dass du dich angemeldet hast, herzlich willkommen!
    Sehr nettes Video, mit DRAMATISCHEM Soundtrack! Da musste ich schon grinsen... der Ofen ist echt hübsch, die Abmessungen scheinen zu passen, aber Rafail hat schon recht, dass ordentliche Düsen sicher besser wären. Am Schluss sieht man aber ganz gut, dass ihr ja tatsächlich elementares Eisen produziert habt, kleine Mini-Luppen sozusagen. Das Erz scheint also ersteinmal nicht so schlecht zu sein und ich würde, nachdem ich das gesehen habe, andere Dinge variieren um zu einer großen Luppe zu kommen.
    Ganz konkret: Ich würde den Kalk weglassen, mehr Kohle im Verhältnis zum Erz nehmen, also eher 2:1, und das Gebläse noch etwas aufdrehen. So kriegt ihr etwas mehr Temperatur und die Schlacke hat mehr Zeit, sich vom Eisen zu trennen. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung nach drei gefahrenen Rennöfen... andere hier im Forum haben mehr Erfahrung.

    Nimm aber auf keinen Fall Borax! Meinem Verständnis nach wäre das absolut kontraproduktiv. Das Borax schmilzt zu früh, und verhindert dann den Sauerstoffzutritt zum Erz, und damit die Reduktion.

    Viel Erfolg!
    Gruß
    Hannes

  15. #14
    gast

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo,

    Hab mir den Film eben erst angesehen, den hatte ich doch glatt vergessen.
    Ich denke auch dass Hannes recht hat euer Erz/Kohleverhältniss betreffend.
    Ihr solltet tatsächlich zwischen 1,5 und 2 mal mehr Kohle aufgeben, in Gewicht natürlich um die nötige Temperatur und damit eine flüssigere Schlacke zu haben.
    Vieleicht enthält dieser feine Lehm den Ihr da verwendet ja schon Kalk, probieren lässt es sich in dem man etwas Salzsäure darauf gibt, wenns schäumt ist er Kalkhaltig.
    Dann habe ich gesehen dass es irgendwann ziemlich gestaubt hat beim aufgeben der Kohlecharge, siebt die Kohle auf alle Fälle, damit es einen gleichmässigen Luftdurchsatz gibt,was wiederum eine gleichmässige Temperaturführung über all die Stunden zum Vorteil hat.

    Eure Düsen scheinen einen kleinen Innendurchmesser zu haben??
    Es hat sich so eine kleine Regel installiert nach welcher man ca 10% des Ofeninnendurchmessers für die Düsenweite benutzt. Unter30mm würde ich persönlich nicht gehen.
    Also die kleinen Luppen haben gezeigt dass es auf alle Fälle klappt, Ihr findet den Weg sicher noch um mit eurem Erz klarzukommen.
    Was Ihr dort vorhabt, ist sicher sehr Ehrgeizig aber nicht unmöglich.
    Ich weiss von der Schmiede M.Balbach dass die schon Japanische Schwerter mit ihrem lokalen Erz auf die Traditionelle Art gemacht haben.
    Diese Menge an Erfahrung und Können ist sicher nicht mal schnell aufgeholt, aber wert sich mit genügend Zeit systematisch ranzutasten.

    Gruss unsel

  16. #15
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu!

    Danke für Eure Anregungen!
    Ich bin gerade anm Rennofen Type 2 dran. Die Düsen sind nun größer und ich werde mehr Kohle zum Erz zugeben. Der Ofen wird nun noch dickwandiger und ist mit Eisengitter armiert, die letzten 30 cm wird ein Schamottrohr übernehmen. Wenn alles gut läuft, werde ich den Ofen einfach umkippen und nach dem Ausräumen ein 2tes mal verwenden... Um einen Wärmerückstau zu erziehlen, wird ein Gusseisernens Abschlussblech auf der Ofenmündung angebracht.

    Ich frage mich ob man so einen Ofen auch nur mit Schamottröhren bauen kann... Wenn der Schamott keine negativen Einflüsse auf das Roheisen hat, sollte das doch machbar sein. Was meint Ihr dazu?

    Ich werde wieder ein Video vom Versuch machen um meine Erfahrungen zu teilen.



    Gruss Dama

  17. #16
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    04.07.00
    Ort
    Deutschland
    Beiträge
    3.510

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Ofen komplett aus Schamottröhren - abgesehen vom alleruntersten Teil, in den man irgendwie ja die Düsen einbauen muss und der aus Schamottziegeln bestand - haben wir schon gemacht. Funktioniert hervorragend. Allerdings muss man die Röhren zusammenhalten, am besten mit Stahl-Packband, denn die tendieren zum Aufplatzen in Längsrichtung.

    Vergiss das mit dem Prallblech. Einen Wärmerückstau erzielst Du damit nicht. Die Reduktion findet sukzessive auf dem obersten Meter im Ofen statt und dazu muss das Gas strömen.

    Ansonsten gilt für mich persönlich

    - bloss keine zu dicke Düse! Konische Form und maximal 20 mm, besser 15 mm, am Ofenende sind vollkommen ausreichend. Die Düsenenden in unserem Tatara waren beispielsweise knapp 10 mm im Durchmesser.

    - bloss keine zu dichte und zu schwere Kohle, die zudem auch noch kleingehauen wurde. Damit hat man eine starke Tendenz sich den Ofen zu verstopfen.

    Und wenn Du den Ofen wiederverwenden willst, mach einfach vorne aus Ziegeln eine Art Türe rein, die man wegschlagen und wieder aufmauern kann. So ein Ofen stand etwa 4 Jahre in meinem Garten und hat etliche Male geraucht.

  18. #17
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    25.09.03
    Ort
    RLP
    Beiträge
    3.394

    Mein erster Rennofenversuch

    Zitat Zitat von Damascener Beitrag anzeigen
    ....Ich bin gerade anm Rennofen-Typ 2 dran. Die Düsen sind nun größer und ich werde mehr Kohle zum Erz zugeben. Der Ofen wird nun noch dickwandiger und ist mit Eisengitter armiert, die letzten 30 cm wird ein Schamottrohr übernehmen. Wenn alles gut läuft, werde ich den Ofen einfach umkippen und nach dem Ausräumen ein 2. Mal verwenden.... Um einen Wärmerückstau zu erzielen, wird ein gusseisernes Abschlussblech auf der Ofenmündung angebracht.....
    Wenn Du Dir überlegst, wieviele Jahrhunderte seit der Erfindung des Rennofens vergangen sind, dann kannst Du Dir bestimmt vorstellen, dass da schon einiges ausprobiert und wieder verworfen wurde. Es ist vermutlich für einen Anfänger schwer, hier mit ein paar "Tricks" spektakuläre Verbesserungen zu erzielen. Sinnvoller scheint mir, die bewährten Konstruktionen zu studieren, Erfahrungen zu sammeln und von den heutigen Fachleuten zu lernen.

    Manche Sachen muss man nicht ausprobieren, weil man z.B. weiß, dass der Wärmeausdehnungskoeffizient von Metallen viel größer ist als der von Gestein/Ton/Lehm/Schamotte. Wenn Du also eine Armierung IN den Wandaufbau integrierst, so dass das Eisengitter sich erwärmen kann, dann drückt es die Konstruktion auseinander.

    Jeder Ofen arbeitet in der Wärme und wird größer/weiter, zieht sich aber nicht von allein wieder zusammen, sondern bekommt Risse und zerfällt schließlich (Ausnahme: bestimmte Gewölbeformen). Bei aus Steinen gebauten Keramikbrennöfen, die viele Male wieder verwendet werden sollen, macht man daher die Armierung ganz außen um den Ofen herum. Dann gibt es eine Chance, dass er etliche Brände gut übersteht.

    Bei Öfen aus plastischem Lehm versucht man, die Trockenschwindung zu verringern, indem man dem Baumaterial einen hohen Anteil an Magerungsmitteln (Sand, Scherbenmehl, Schamotte u.ä.) hinzufügt. Das vermindert bereits die Rissbildung.

    Gruß

    sanjuro

  19. #18
    gast

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Stimmt lass das Eisengewebe raus, und mische dein Lehm mit einfachem Heu.

    Gruss unsel

  20. #19
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo Rennofenfreunde!

    Wie angekündigt habe ich von meinem zweiten Ofen ein Video gemacht:
    http://www.youtube.com/watch?v=hszeTyS7DDw

    Viel Spass beim Gucken!

    Der neue Ofen hatte grössere Düsen und war auch höher. Den Lehm habe ich mir feinem Stroh gestreckt und den oberen Abschluss haben zwei Schamottrohre gemacht.
    Zu je 1kg Erz habe ich 150g gelöschten Kalk und 1,5 kg Kohle zugegeben. Auch konnte ich diesmal Schlacke abstechen. Die Ausbeute war viel besser als bei meinem ersten Versuch.

    Die erstarrte Schlacke hatte eine Smaragdgrüne Farbe und war transluszent, wie etwa grünes Glas. Kann man daraus auf etwas schliessen? Sieht die Schlacke bei Euch auch so aus?

    Die Flamme war deutlich höher als beim letzten mal und hatte einen bläulichen Kern.

    Über Euer Feedback würde ich mich sehr freuen!
    Grüsse Euer Dama
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Rennofen2 028klein.jpg 
Hits:	248 
Größe:	167,7 KB 
ID:	100743   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Rennofen2 034klein.jpg 
Hits:	219 
Größe:	183,3 KB 
ID:	100744  

  21. #20
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    20.08.04
    Ort
    NRW
    Beiträge
    186

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Bei mir endet das Video nach 1:47 min abrupt? Normal?

    Zur Schlacke: Hatte ich noch nie, aber ist m.E. nach ein Zeichen für sehr hohe bis zu hohe Temperatur im Ofen.

  22. #21
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu!

    Das Video hat 5 min Länge und funktioniert bei mir tadellos, vielleicht später nochmal probieren.

  23. #22
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    12.03.04
    Ort
    51515 Kürten Bergisches Land NRW. Germany.
    Beiträge
    400

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Schönes Vidio.

    Danke fürs Zeigen. Ich hab aber auch noch eines vom 1. Rheinischen
    Rennfeuertreffen. Wer´s noch nicht kennt, hier der Link:
    http://www.myvideo.de/watch/1929802/Rennofenversuch

    Viel Spass wünscht der

    Pit03.

  24. #23
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.05.09
    Beiträge
    309

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Schön dass ihr die letzten warmen Tage noch ein bisschen zum zündeln nutzt.Die wichtigste Frage habt ihr aber gar nicht beantwortet: Habt ihr eine Luppe?

  25. #24
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu!
    Ja, ich konnte eine Luppe erzeugen, jedoch war sie nicht in einem Stück, sondern es waren noch vereinzelt Eisenkügelchen in der Schlacke verteilt.

    Gewicht ca. 1,5 kg bei Einsatz von 22 kg Erz

    Ich denke da wäre noch einiges zu optimieren.

    Gruss Dama

  26. #25
    gast

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Die Schlacke war zu zäh.
    Obwohl der starke Kalkzusatz sie eher flüssig hätte halten sollen.
    Die Frage bleibt, was sollten denn diese unmöglich langen Luftschläuche??? Weisst du nicht dass auch Luft an der Innenwandung von Schläuchen reibt/abgebremst wird??
    Ich vermute dass die Temperatur nicht hoch genug war. Sonst hätten die Eisenpartikel sich agglomeriert.

    Drann bleiben

    unsel

  27. #26
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    20.08.04
    Ort
    NRW
    Beiträge
    186

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    So, habs nun gesehen. Entgegen meiner vorherigen Vermutung würde ich auch sagen: Die Schlacke hätte flüssiger (=heißer) sein können.

  28. #27
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo!

    Vielen Dank dass Ihr Euch die Mühe gemacht habt mir zu antworten. Wenn ich das richtig verstehe, dann fahre ich meinen Ofen zu kalt?
    Die langen Schläuche ergaben sich durch die Hanglage, und durch die ungünstige Position für das Gebläse. Ich habe sie alle gleich lang gemacht, weil ich dachte dass dann alle 3 Luftströme gleich stark sein müssten. Ich kann aber 3 Gebläse auftreiben und damit jeweils einen Schlauch belüften. Das würde die Durchflussmenge extrem erhöhen.
    Besteht dann nicht die Gefahr, dass das Eisen komplett flüssig und damit zu Gusseiesen wird? Ich habe gelesen dadurch würde die Luppe unschmiedbar, oder ist das ein Märchen. Wenn ja, dann fahre ich mit doppelter Leistung. Kann man in einem Rennfeuer überhaupt ein flüssiges Schmelzbad erzeugen, oder ist diese Sorge unberechtigt? Kann ich mir durch höhere Temperaturen den Zusatz von Kalk sparen?

    Fragen über Fragen...

    Ich würde mich über Eure geschätzte Meinung sehr freuen.

    Gruss Dama

  29. #28
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    20.08.04
    Ort
    NRW
    Beiträge
    186

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Hallo,

    -erhöhe die Luftmenge (auf 600-1000 L/min bei 30 cm Ofendurchmesser).
    -dokumentiere mit Uhrzeit jede einzelne Kohle/Erzzugabe samt grobem Gewicht.
    -das Gleiche für Schlackeabstich, Beobachtungen ect.
    -erstelle eine bemaßte Skizze deines Ofens + Düsen und veröffentliche diese hier

    Für dich als Anfänger empfehle ich, nur erstmal die richtige Luftmenge herauszufinden und den Ofen auch nur mit Kohle und Erz zu füttern. Den Ofen lässt du während dem Prozess unten offen (einen Spalt breit), so dass du die ganze Zeit Schlacke abfließen lassen kannst: Sie sollte wasserähnlich fließen, und hellgelb glühen. Sprüht die Schlacke Funken, ist es zu heiß im Ofen und die Luftmenge daher zu hoch! Variiere beim nächsten Mal die Luftmenge bis die Schlacke richtig fließt, und ändere sonst nix am Ofen (außer eben die Schlauchlänge/Gebläse).

    Hauptproblem wird, so scheint es, die Luftmenge sein. Flussmittelzugaben in Form von Kalk/Sand sind Feinheiten, die bei einem eisenreichen, gutem Erz fast schon unnötig sind und erstmal außerhalb deiner Fehleranalyse liegen sollten.

  30. #29
    Registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    18.08.10
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    99

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Huhu Rennofenfreunde!

    Es ist an der Zeit meinen nächsten Rennofen vorzustellen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie man einen haltbaren Rennofen herstellen könnte. Da meine bisherigen Versuche mit sehr viel Arbeit verbunden waren, möchte ich nun einen wiederverwertbaren Ofen bauen.

    Er wird aus Hafnerschamottsteinen bestehen, welche es im NF Format zu kaufen gibt. Diese sollten eine Temperatur von 1000°C aushalten. Der Ofen bekommt einen Innendurchmesser von 25 cm und soll aus 3 Segmenten bestehen, welche ich mit Transportösen übereinander stellen kann. Endhöhe ca 180cm. Die Steine werde ich mit Winkeleisen einfassen und sie gegen herausfallen mit Stahlfedern sichern. Das unterste Segment soll eine Tür bekommen, um die (hoffentlich) gewonnene Luppe herauszunehmen. Der Innenraum wird mit fettem Lehm ausgeschmiert, damit der Schamott nicht überhitzt.
    Als Düsen verwende ich 3 Keramikröhren, welche von Töpfermeistern im Brennofen verwendet werden. Die Luftzufuhr wird mein altbewährtes Industriegebläse übernehmen.

    Eure Meinung dazu wüde mich sehr interessieren.
    Ich habe den Ofen im Cad konstruiert und bin schon eifrig mit Schweißen beschäftigt.
    Gerne werde ich nach Fertigstellung ein paar Fotos posten, und wenn erwünscht ein Video der ersten Ofenreise produzieren.

    Freu mich schon auf die nächste Feuersbrunst in meinem Garten!

    Gruß Dama

    -------------------------
    Mut kann man nicht kaufen!

  31. #30
    gast

    AW: Mein erster Rennofenversuch

    Anzeige

    Mitglieder sehen hier keinen Banner
    Warum willst du denn fetten Lehm nehmen um innen aus zu kleiden?
    Das Gegenteil wäre sinnvoll.
    Löse deinen fetten Lehm in Wasser, möglichst niederviskos auf, und mische bis zu 70% feinen Quarzsand darunter, so dass es dir wie klebriger Sand vorkommt. Das ganze sollte aber noch an den leicht angefeuchteten Schamottesteinen gut haften.

    Noch besser wäre es überhaupt nichts auf die Schamottesteine zu kleistern!
    Ansonsten scheint das ganze Projekt ja ein gutes zu werden.

    Gruss Rom.

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Mein erster Mag Mod
    Von Samichlous im Forum Taschenlampen - MF Moddingbereich
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 12.02.10, 13:31
  2. Mein erster P7 Mod
    Von Hiltihome im Forum Taschenlampen - MF Moddingbereich
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 24.12.08, 00:42
  3. 2. Rennofenversuch 2008
    Von Rafail im Forum Essen und Verhüttung
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 13.09.08, 15:48
  4. Mein erster Damast
    Von MattesB im Forum Galerie
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 23.04.08, 14:33
  5. Mein erster Schmiedeversuch
    Von Radol im Forum Schmieden
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 20.02.05, 11:33

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •