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Thema: Handelsübliche Schärfsysteme kurz vorgestellt

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    Avatar von Peter1960
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    Handelsübliche Schärfsysteme kurz vorgestellt

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    Hier geht es nur um die Vorstellung von handelsüblichen Schärfsystemen. Für Diskussionen oder Fragen dazu hänge dich bitte an ein anderes, bereits bestehendes Thema an oder eröffne ein neues Thema, wenn nichts Passendes zu finden ist. Willst du selbst ein Schärfsystem vorstellen, informiere einen Supermoderator, damit du Zugang bekommst.

    Spyderco Tri-Angle Sharpmaker 204MF

    Es folgt nun eine Kurzvorstellung des Sharpmakers – wohlgemerkt, aus meiner Sicht!

    Als Start ein kleiner Abstecher: das „System“ basiert auf dem Vorgängermodell 203, welches seinen Ursprung schon 1978 hatte; lang bevor sich Spyderco mit der Produktion von Messern beschäftigte. Ich sehe das als durchaus positiv, denn die Kinderkrankheiten sind somit längst ausgemerzt. Das zeigt sich auch darin, dass die zweite Generation – der uns heute bekannte Sharpmaker 204MF erst einundzwanzig Jahre später eingeführt wurde und seit seiner Erscheinung im Jahr 1999 keiner Modifikation bedurfte.

    Das Ding stammt noch aus dem guten alten Jahrtausend, genau wie ich; wenn das kein Qualitätsbeweis ist

    Meinen persönlichen Sharpmaker habe ich um die Jahrtausendwende gekauft und nach guten acht Jahren in denen ich ihn verwende, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass man als Firma damit ausschließlich Geschäft im Sinn von Neugeschäft macht, denn bei richtiger Verwendung gibt es gibt keinen Verschleiß! (nur die Kanten der grauen Stäbe weisen bei mir jetzt einen etwas weiteren Radius auf, werden aber locker noch viele weitere Jahre ihren Dienst versehen) Im Schnitt halte ich damit ~ 10 Messer pro Monat scharf, wobei ich auf einem Kinder-/Jugendlager auch schon mal 30-40 Stück am Nachmittag hatte.

    Es wurde im Forum schon oft genug festgehalten: „Der Sharpmaker ist eher ein Sharpholder, als ein Sharpmaker“. Zumindest was die Grundausstattung betrifft, schließe ich mich dem voll und ganz an, denn mit den Diamantstäben lässt sich eine ordentliche Abtragsleistung erzielen und dann wird er auch zum Sharpmaker. Lange Rede, kurzer Sinn: meiner Erfahrung nach ist es besser häufig nachzuschärfen, dann hält sich der Zeitaufwand bei ~ 1-2 Minuten/Messer.

    Zusammengepackt ist der Sharpmaker äußerst kompakt und mit etwas über 400 g auch nicht allzu schwer. Alle zum Schärfen notwendigen Teile können im Gehäuse untergebracht werden.



    Lieferumfang d. Grundausstattung:
    Gehäuseunterteil, Gehäuseoberteil (dient sowohl als Deckel, als auch als Handhalterung), zwei graue Stäbe, zwei weiße Stäbe, zwei Messingstäbe als Handschutz, eine ausführliche 28-seitige Bedienungsanleitung in Englisch und einer DVD auf der Sal Glesser das Produkt auch wiederum ausführlichst vorstellt (manche schlafen dabei ein, manche werden dabei richtig munter – jedem Tierchen sein Pläsierchen).



    Die Stäbe weisen eine Standardlänge von 178 mm auf, sind dreieckig mit abgerundeten Kanten und haben auf einer Seite eine Mittelrille. Sie bestehen aus Aluminium-Keramik und sind deswegen bruchempfindlich – also Achtung nicht fallen lassen!

    Es gibt auch noch diamantbeschichtete Stäbe (grob), die ich aber nicht besitze. Sie haben die größte Abtragsleistung aller Spyderco Stäbe und ich denke, dass man damit recht gut eine Schneide aufbauen kann. Ich habe mir sagen lassen, dass man bei denen nicht zu fest aufdrücken darf, sonst reißt man die Diamantsplitter aus dem Trägermaterial.
    Was die Körnung der Stäbe betrifft, verweise ich auf dieses Thema – Spyderco Sharpmaker – Körnung

    Von links nach rechts: graue Stäbe (mittelgrob), weiße Stäbe (fein) und weiße Stäbe mit roter Stirnfläche (ultrafein) - die habe ich mir separat dazugekauft.



    Der Gehäuseunterteil nimmt jeweils zwei Stäbe auf, entweder für 30° oder 40°, sowohl mit der flachen als auch mit spitzer Seite nach vorne. Die Stäbe selber sitzen nicht streng in der Halterung, sondern haben etwas Luft. Das ist von Anfang an so und hat bei mir im Lauf der Jahre auch nicht zugenommen.

    Das Foto dient nur dazu die beiden Winkel zu veranschaulichen und ist kein Beispiel für den richtigen Aufbau!



    Im Regelfall benutzte ich die 40° Einstellung (auch Fiskars Beile, Äxte und Macheten halte ich mit dieser 40° Einstellung scharf). Ein einziges Messer wird bei mir mit 30° geschliffen – das Spyderco Calypso Jr. Mit ZDP-189.

    Hier sieht man die Bandbreite der Klingenlängen in meinem Haushalt. Nur so als Orientierung: je größer das Messer, umso eher gehört es meiner Frau



    Ob Glatt- oder Wellenschliff, Recurve- oder Hawkbillklingen, der Sharpmaker macht die Aufgabe recht brav. Messer senkrecht halten und langsam über die ganze Schneidlänge auf den Stäben wechselseitig runterziehen (bei Wellenschliff nur die Stabkanten benutzen). Mehr sage ich nicht, denn wozu gibt es die Bedienungsanleitung. Doch, ein Detail: ich habe mir angewöhnt, die Messerspitzen auf der flachen Seite der Stäbe zu schleifen, indem ich trachte, dass bereits ab der Hälfte der Stablänge nur mehr das vordere Drittel der Klinge geschliffen wird. Aber da wird wohl jeder seine ganz persönlichen Tricks haben.

    Seitlich am Gehäuseunterteil ist noch eine Aufnahme für 12,5°. Damit kann man auch Scheren schleifen (was ich aber lieber auf der Tormek mache). Recht praktisch ist diese Einstellung für unseren Gemüseschäler, wobei ich da die Stabkante benutze.



    Auf der Unterseite des Gehäuseunterteils sind zwei Aussparungen, die die Stäbe aufnehmen und so eine Art Banksteinfunktion erlauben.



    Benutzt man die Rille des Stabes, dann ist dies ein dienliches Werkzeug zum Schärfen von runden Spitzen oder der Spitze von größeren Angelhaken.



    Nimmt man die Stäbe in die Hand, so lassen sich unzählige Anwendungsmöglichkeiten zum Schleifen finden (z.B. Nagelclipper, Nagelscheren, Bits, Schraubenzieher/-dreher, Zangen, …).

    Dem aufmerksamen Leser und Betrachter wird nicht entgangen sein, dass mein Set und auch die Stäbe nicht sauber sind. Und das ist bewusst so, denn ich wollte nicht meine Theorie weitergeben, sondern meine Erfahrung aus der Praxis. Ich bin nicht der Typ, der nach jedem Mal alles säubert; ein bisserl Dreck beeinflusst nur wenig das Ergebnis und wenn die Schweinerei zu arg wird (das merke ich dann daran, wenn die Stäbe nicht mehr richtig greifen), dann wird mal zwischengereinigt. Je nach Lust und Laune mit Radiergummi, Scheuerpulver und warmen Wasser oder rein in den Geschirrspüler.

    Resümee:
    Ein äußerst nützlicher Helfer im Haushalt, vielseitig, robust und einfach in der Handhabung. Wenn ich nicht schön einen hätte, ich würde mir sofort einen Sharpmaker kaufen!

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    Vom Mitglied "beagleboy" kommt dieser gute Tipp:

    Es lohnt, bei den grauen Stäben eine Kante der Steine ausschließlich für Serrations zu reservieren (am Einfachsten die leicht zu identifizierende Kante gegenüber der Rille).
    Nur für Serrations braucht man eine wirklich spitze Kante, denn Recurves oder Hawkbills lassen sich problemlos auch auf einer ausgenudelteren Kante schärfen.

    Wenn man für die normalen Schärfarbeiten nur die anderen beiden Kanten nutzt, spielt der entstehende Verschleiß (der langsame Verlust der Kanten) keine Rolle, da man immer eine spitze Kante für Serrations hat.
    Geändert von Peter1960 (05.10.14 um 21:53 Uhr) Grund: Bilder wieder hergestellt
    Peter - Spydiewiki.com
    "Integrity is being good even if no one is watching"
    Spyderco's company motto

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