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Thema: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

  1. #1
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    Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

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    Als erster Tester des Roselli Astrid aus dem Messerkontor Passaround mache ich diesen Thread auf.

    Das Roselli war eine Woche bei mir, und ging heute weiter. Es war mein erstes Roselli, und ich war sehr gespannt was der UHC Stahl so kann.

    Verarbeitung und Optik:
    Das Astrid ist schlicht. Sehr schlicht. Keine Schörkel, keine Spielerei, einfach ein ehrliches Messer. Die Verarbeitung ist tadellos, keine Spalten im Griff, kerzengerade Klinge, schöner Anschliff - Roselli versteht seinen Job. Auch die dazugehörige Aufbewahrung entspricht dem Muster: Einfach, aber gut gemacht.
    An sich bin ich ja Fans schöner Messer, mit Damasttapete und schönen Griffen, die schlichte Eleganz des Roselli gefiel mir dennoch.

    Haptik:
    Das Roselli ist sehr leicht. Mir sogar zu leicht. Das Griffgefühl stimmte einfach nicht, zwar war der Griff in Ordnung, und angenehm, aber das Gewicht der Klinge stimmt für mich nicht. Ich habe üblicherweise auch dünne Messer im Einsatz, aber die sehr dünne Roselliklinge in Verbindung mit dem leichten Holzgriff liegt mir einfach nicht. Frauen im Haushalt und Freundeskreis waren aber schwer davor begeistert - Geschmäcker sind verschieden.
    Wie gesagt, haptisch ist der Griff einwandfrei, sehr bequem und für verschiedene Griffhaltungen geeignet - nur eben durch das Gewicht nicht mein Fall.

    Einsatz:
    Das Roselli ist ein Universalmesser wie es im Buche steht. Gemüse, Fleisch, Wurst oder Obst, egal was, das Roselli macht es klein. Die Griffform erlaubt verschiedene Grifftechniken, und ist für Rechts- und Linkshänder geeignet. Der UHC ist schnitthaltig und sehr scharf zu bekommen, nachschleifen musste ich das Messer nicht - ich habe es aber vor dem Versand einmal am feinen Keramikstab abgezogen. Zum Schärfverhalten kann ich daher nichts sagen.
    Die Befürchtung der nicht rostträge UHC könnte das Schnittgut geschmacklich beeinflussen bewahrheitete sich nicht, die Klinge nahm aber schon beim ersten Schnitt durch die Zwiebel eine "Patina" an. Noch ist sie minimal, zu Testende erwarte ich aber eine schöne deckende Patina - stört mich nicht, das war zu erwarten.
    Einölen mit Kamelienöl zur Rostprävention sollte schon sein, dauert aber auch nicht ewig. Habs vor dem Versand nochmal dünn geölt, das dauert keine Minute.

    Fazit: Das Roselli ist ein schönes Universalmesser, technisch perfekt und ausgewogen. Leider passt das sehr leichte Messer durch das für mich zu geringe Gewicht nicht in mein Benutzerprofil, aber Freunden (und Freundinnen) leichter Messer würde ich es bedenkenlos empfehlen.
    Fotos gibts im Passaroundthread, noch ein paar hhier nur zwei:


    Danke an Claudia vom Messerkontor für den Passaround!
    lg Woz

    PS: Zu den Schneidunterlagen die ich mitbestellt habe:
    Das Chop2Pot ist sehr praktisch und wirkt stabil, ich mag es sehr. Wen man den Griff aber nicht gut "auseinanderfaltet" liegt es nicht plan auf, das ist das einzige Manko, falls man das so nennen kann - auffalten, und gut.
    Die Kai Schneidmatte ist super, leicht, dünn und schnittstabil. Die Klinge ist gut geschont, und die Matte schnell zu reinigen und platzsparend zu verstauen. Beide Unterlagen vertragen die Spülmaschine, und nehmen kaum Platz im Schrank weg. Um den geringen Preis (Chop 2 Pot 18, Kai Matte 12 Euro) klare Kauftipps

  2. # Anzeige
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  3. #2
    Registrierter Teilnehmer Avatar von klingler
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Zugegeben, ich bin nicht die Koryphäe unter den Küchenmesserkennern und –nutzern. Deshalb sollte es nicht verwundern, dass ich vor dem Passaround eigentlich gar nichts von Roselli-Messern gewusst habe. Hin und wieder ist das Wort „Roselli Hunter“ gefallen, hat aber irgendwie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. So waren mir weder Stahl noch Qualitäts- und Preissegment bekannt. Dermaßen unbelastet hab ich das Messer aus dem Paket genommen, nachdem es die abenteuerliche Reise von WOZ zu mir überstanden hatte.

    Der erste Eindruck war – ein Stück Stanzblech mit Holzgriff und groß, ganz schön groß!
    Leichte Verfärbungen der Klinge deuteten auf einen nicht rostfreien Stahl und das Messer war so scharf, dass ich mir den Rasiertest gespart habe. Was mich etwas irritierte, war der nur 3…5 mm hohe Anschliff - dann hat die Klinge schon ihre maximale Stärke von geschätzten 1,5 mm erreicht und die Flanken laufen parallel bis zum Rücken. Das Finish der Klinge würde ich als rustikales Arbeitsfinish bezeichnen, schön gemacht aber eben zum Arbeiten und nicht für die Vitrine. Der Holzgriff ist leicht rau, womit das Messer gut und sicher in der Hand liegt.

    Soviel zur Optik. Am Wochenende hab ich das Messer dann in meinem Amateur-Hobby-Koch-Haushalt eingesetzt. Von der Frühstückssemmel über Zwiebel, Tomate, Gurke, Kräuter bis zur Hühnerbrust hat das Messer alles perfekt geteilt und dabei eine glatte Schnittfläche hinterlassen. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen. Die Schärfe hat dabei nicht merklich nachgelassen. Was soll ich da noch groß schreiben? Es schneidet und das absolut effektiv. Der Griff ist tendenziell für große Hände gemacht, was mir gut gefallen hat. Das geringe Gewicht des Messers dürfte sich bei langen Arbeitseinsätzen positiv bemerkbar machen. Geschmacklich ist zu mir nichts vom Kohlenstoff-Stahl durchgedrungen. Die Ergonomie des Messers ist dabei so, dass man wirklich viele Küchenaufgaben bewältigen kann – vom Zwiebeln zerkleinern also eher feinen Arbeiten, bis zum Aufschneiden von großen Stücken, wo die Vorteile der Klingenlänge zum tragen kommen.

    Im vorderen Bereich der Klinge haben sich bei der Daumennagelprobe ein paar geringe, na ja, Unregelmäßigkeiten gezeigt. Es waren keine Ausbrüche, eher so, als ob sich ein kleiner Grat umgelegt hätte, auch mit der Lupe nicht wirklich zu erkennen… Mit dem Sharpmaker war das in wenigen Minuten behoben. Auf den Rasiertest hab ich wieder verzichtet, denn der geht locker.

    Nach dem Wochenende war mein Fazit: Großes Teil, etwas für diejenigen, die sich das erste Mal mit einer nicht rostfreien Klinge in der Küche auseinandersetzen wollen. Dann hab ich im Messerkontor mal die „Daten“ angeschaut und das Ergebnis mit einem „Oh“ quittiert.

    „Oh“, deshalb, weil es doch eher in der mittleren…höheren Preisklasse angesiedelt ist. Nix Stanzblech, Herr Roselli schmiedet und bearbeitet die Klingen selber, steht da. Und es ist ein Carbon-Stahl mit ca. 2% Kohlenstoff, der eine Härte von 64…66 HRC ermöglicht. Ob die fertigen Messer dann mit dieser Härte ausgeliefert werden weiß ich nicht, aber aufgrund der Schnitthaltigkeit ist eine hohe Härte zu unterstellen. Die gute Schleifbarkeit spricht dagegen für eine nicht so große Härte. Vielleicht weiß ja noch jemand mehr. Ach ja, der besondere Stahl hat natürlich auch einen besonderen Namen: UHC-Ultra High Carbon Steel.

    Spannend fand ich bei diesem Passaround, dass ich vorher nichts von dem Messer wusste. Und wenn man so gar keinen Anhaltspunkt hat, ist es echt schwer zu sagen in welches Segment man dieses Messer einordnen würde. Es ist in etwa so, als würde man einen Folder mit ansprechendem Design bekommen und wüsste nicht, ob es ein 420’er Stahl ist oder doch ein BG42… Letztlich würde sich nur beim täglichen Gebrauch herausstellen, ob sich das Messer bewährt. Dafür ist ein Passaround leider zu kurz. Interessant war es allemal! Dafür besten Dank an Claudia/Lilith/Messerkontor!
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  4. #3
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    So das Roselli war nun auch eine Woche bei mir, und liegt nun wieder in den Händen von DHL. Es war auch für mich das erste Roselli-Kochmesser, und dazu für mich auch das erste große Messer, das nicht rostträge ist.

    Verarbeitung und Optik:
    Schönes Holz, gute Verarbeitung, hohe gerade Klinge, sehr kurzer Anschliff. Ein sehr schlichtes Messer, dass aber durch den schönen Holzgriff eine gewisse Wärme ausstrahlt.
    Als das Messer bei mir ankam hatte es einige Verfärbungen an den Seiten und dem Anschliff – wohl normal für ‚rostende‘ Messer – was dem Messer eine rustikalere Optik gibt. Durch den großen, recht hohen Griff wirkt das Messer auf Fotos kleiner als es ist.

    Haptik:
    Wie Woz schon schrieb ist das Messer leicht, mir jedoch nicht zu leicht. Das Handling ist sehr gut.
    Der Griff fühlt gut an, ist auch lang genug für verschieden Griffpositionen und große Hände. Aber mir ist er unten-vorne zu schmal, dort hätte ich gern etwas mehr anzupacken.

    Einsatz:
    Wegen des zwar optisch ansprechenden, aber bei Kochmessern eher ungewöhnlichen, sehr kurzen Anschliffs bin ich eher skeptisch gewesen. Ich habe das Messer in der Woche so ziemlich für alle Schneidarbeiten genutzt, auch für Sachen bei denen ich normaler Weise ein spezielleres Messer verwenden würde. Ich wollte einfach sehen wo die Grenzen sind.

    Im Gegensatz zu Woz und Klingler waren meine Erfahrungen eher durchwachsen, es hat mich teilweise positiv aber auch negativ überrascht.

    Gemüse & Kräuter:
    Hier wurde ich etwas überrascht, da ich das für eine der Hauptaufgaben eines solchen Messers halte.
    Weiches oder Dünnes wie Tomaten, Paprika, Kräuter und eingelegte Bambussprossenscheiben schneidet es sehr gut und schnell klein ohne zu quetschen. Auch Zwiebeln und Knoblauch ließen sich problemlos mit der schlanken Spitze einschneiden und feinst würfeln. Aber bei härterem Gemüse wie Kartoffeln (roh und angekocht), Zucchini, Kohlrabi usw. ging die Klinge sehr schwer durch und die Schnittfläche sah eher wie gespalten, als geschnitten aus. Mein Tojiro-Kochmesser funktioniert hier deutlich besser.
    Geschmacksbeeinträchtigung durch den nicht rostträgen Stahl konnte auch ich nicht feststellen, lediglich beim Schneiden von einem Haufen Paprika konnte man schwach den Eisengeruch wahrnehmen.

    Fleisch & Fisch:
    Normaler Weise eher selten in meiner Küche hatte das Messer Glück und durfte einen kompletten Schweinenacken und ein 5kg-Rostbeefstück zerkleinern. Hierbei hat es sich keine Schwäche geleistet und alles mühelos und sauber zerteilt.
    Auch Fischfilet ließ sich überraschend sehr gut in dünne Scheiben aufschneiden.


    Fazit:Ein schönes Messer, gute Verarbeitung mit einem guten Stahl (nachschärfen musste ich nicht), dass meiner Meinungen jedoch einen deutlich höheren Anschliff verdient hätten, denn so spaltet es einige Gemüse nur statt sie zu schneiden. Fleisch scheint die wahre Stärke dieses Messers zu sein.

    Vielen Dank fürs Testenlassen!
    Geändert von Loki_1982 (01.08.08 um 12:43 Uhr)

  5. #4
    Registrierter Teilnehmer Avatar von lacis
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Ich koche meist am Wochenende. Und das Wochenende, an dem ich das Roselli-Messer hier hatte, war ich kurzfristig verreist und so konnte ich das Messer nur kurz ein bisschen antesten. Dementsprechend wird das auch eher ein Kurz-Review. Bilder konnte ich diesmal leider auch keine machen.

    Was hat mir gut gefallen?

    • Die Optik: Die angedunkelte Kohlenstoffstahl-Klinge mit dem Griff aus Maserbirke verbunden mit den klaren, eher schlichten Formen kommt einfach, aber grundsympathisch daher. Rein vom Äußeren mochte ich das Messer von Anfang.
    • Der Stahl: Zwar habe ich dessen Leistungsfähigkeit nicht wirklich testen können (die Schärfe jedenfalls war gut), aber bei der Überzahl von rostträgen Serienküchenmessern, finde ich es gut, wenn neben Herder noch ein paar andere auf die entsprechenden Vorzüge zurückgreifen.
    • Das Handling: Die Kochmesser, die ich standardmäßig verwende, haben Klingenlänge um die 18 cm. Das Roselli liegt da schon leicht drüber. Aber wegen des geringen Gewichts und der geringen Klingenstärke kam ich mit dem Messer dennoch gut klar. Durch die tief liegende Spitze hat das Roselli im Prinzip ähnlich Eigenschaften wie ein Santoku und ist ähnlich universell einzusetzen. Wie man spätestens nach meinem Review zu Romans Messer weiß, schneide ich gern im Wiegeschnitt . Dafür ist dieses Messer ebenfalls gut geeignet.
    • Die Schneide: Ebenfalls positiv fand ich die bis zum Ende durchgezogene Schneiden. Nach meinen Erfahrungen bringt das Vorteile sowohl beim Schneiden als auch beim Schärfen auf dem Stein.


    Was hat nicht so gefallen?
    • Die Griffform: Auch das Kochmesser hat einen Griff mit der typischen Roselli-Form. Ich bin mir nie sicher, wie dieser eigentlich konzipiert ist. Soll der Zeigefinger eher auf dem stärker dimensionierten Frontstück platziert werden oder erst dahinter? Zweite Variante scheint mir von der ganzen Ergonomie des Griffes schlüssiger, aber ich persönlich greife gern so dicht wie möglich an der Klinge. Dafür passt der Griff nicht optimal.
    • Die Schneidphase: Beim ersten Blick auf die hohe Schneidphase dachte ich, dass die Schneide über einen extrem kleinen Schneidwinkel verfügt. Erst dann habe ich realisiert, dass die Klinge (typisch nordisch) über nur einen Schliff verfügt. Ich für mich war das primär gar kein funktionales Problem. Die Klingenstärke ist so gering, dass die Schneideigenschaften gemeinsam mit der guten Schärfe absolut ausreichend sind. Für mich ist das eher die (subjektive) Frage der Wertigkeit. So wirkt das halt wie ein gestanztes Stück Stahlblech, an das man schnell eine Schneidphase rangezogen hat.


    Was ist sonst noch zu sagen?

    • Der Messerständer: ist schön und rundet den Gesamteindruck ab, ist aber nicht zwingend erforderlich. Hätten alle Messer in meiner Küche eigene Ständer, hätte ich auf meiner kleinen Arbeitsfläche keine Platz mehr zum Schneiden.
    • Andere Formen: Das Fleischmesser aus der Astrid-Serie gefällt mir noch besser.
    • Roselli in der Küche: An meiner Magnetleiste hängt ein Roselli Hunter, dass ich oft und gern als Ausbeinmesser verwende.
    • Danke!!!: Auf jeden Fall vielen Dank für die Möglichkeit zum Test, trotz der Kritik an der Schneidphase, ist das Messer bei mir nicht ganz durchgefallen und ich könnte es mir schon bei mir in der Küche vorstellen.

  6. #5
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    So, jetzt endlich auch ein paar Worte von mit zum Messertest.

    Ich hatte schon ein Jagdmesser von Roselli, deshalb war ich von dem Kochmesser etwas überrascht: relativ schlanker Griff, dünne Klinge und angenehm leicht. Ganz was anderes als die rustikalen Jagdmesser.

    Der Griff war sehr angenehm und das Messer ließ sich insgesamt sehr gut handhaben. Vom Gefühl her insgesamt etwas zu leicht, das mag aber auch daran liegen, dass meine anderen Kühcenmesser schwerer sind.

    Den Stahl habe ich nicht wirklich getestet, eine Woche normale Küchenarbeit ist ja keine wirkliche Belastung für eine Kochmesserkinge. Das Messer kam leidlich scharf bei mir an. Ich habe es nur einmal abgezogen.

    Das Roselli ist ein schönes Messer für alle Zwecke in der Küche, schön verarbeitet und in der eigenne Garage ein schöner Anblick.

    Vielen Dank noch mal für die Gelegenheit zum Testen.

    Gruß

    Uli
    "Reality continues to ruin my life" ~ Calvin & Hobbes

  7. #6
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Kurz nachdem ich das Paket mit dem Roselli ausgepackt habe, wollte meine kleine Tochter einen Apfel. Frisch gepflückt, knackig.

    Ich setze das Messer in der Mitte an und wollte den Apfel mit der Klinge in der Mitte teilen. Kurz nachdem das Messer in das Fruchtfleisch eindrang, brach der Apfel entzwei. Er wurde gespalten, aber nicht geschnitten.

    Anschließend schnitt ich dünne Apfelchips, die die Kleine so gerne hat. Durch die tolle Schärfe der Klinge ging das auch problemlos wie alle anderen anfallenden Schneidarbeiten, welche während des Testzeitraumes anfielen.
    Der Eindruck dass das Roselli ein feines Spaltwerkzeug ist und weniger ein Schneidwerkzeug, blieb jedoch über den Testzeitraum erhalten.

    Ich habe versucht meinen Eindruck bildlich einzufangen.

    Bei der Zubereitung einer Kürbiscremesuppe aus einem Hokaido-Kürbis wurden ein dünn ausgeschliffenes Santoku im Vergleich zum Roselli eingesetzt. Das Santoku glitt - auch hörbar - problemlos durch den harten Kürbis. Das Roselli drang ob seiner Schärfe ebenfalls zuerst leicht ein. Durch den kleinen Schneidwinkel war jedoch ein grösserer Kraftaufwand für ein ähnliches Ergebnis notwendig.







    Der geteilte Kürbis:







    Das Entfernen der harten Schale funktionierte mit dem scharfen Roselli erfreulich gut.









    Eine Übersichtsaufnahme der Einschnitte mit dem Santoku (linker Einschnitt) und dem Roselli (rechter Einschnitt).









    Bei abwechselnder Fortführung der Einschnitte wurde der mit dem Santoku durchgeführte Einschnitt durch den Seitendruck vollständig verschlossen.









    Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen. Mit dem Roselli kann man alle in der Küche anfallenden Schneidaufgaben gut bewältigen.

    Deshalb ist für mich die in den anderen Berichten öfters verwendete Bezeichnung "Universalmesser" voll zutreffend.

    An der Verarbeitung gibt es bis auf eine minimale Spaltbildung an einem Pin nichts auszusetzen. Mir gefiel sowohl die Form wie auch das Gewicht des Messers.

    Durch das eingebrannte Logo erhält das Messer einen "rustikalen Touch" was den Eindruck nicht verstärkt, ein doch hochwertigeres Produkt in der Hand zu halten.

    Im Klingenstahl steckt meiner Ansicht mehr Potential, würde der Klingenschliff anders gestaltet. Sei es dünn ausgeschliffen oder ballig.

    Danke an Claudia für die Möglichkeit an diesem vorbildlich abgelaufenen Passaround teilnehmen zu dürfen.

  8. #7
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    zwar kein passaround teilnehmer aber als besitzer eines roselli astrid geb ich auch mal meinen senf ab


    ich kann die hier geschilderten sachen eigentlich nur unterstreichen.

    optisch ein sehr rustikales und schönes stück. den griff finde ich angenehm.

    in der praxis kann ich mich allerdings nicht mit der klinge bzw. dem schliff anfreunden. weiche gemüse oder fleisch lassen sich gut schneiden, sobald man aber etwas hartes angeht wie zb. den oben schonmal erwähnten kürbis geht nichts mehr. das kann mein 50.- santoku doch alles deutlich leichter.

    eine andere sache die mir auch grade bei harten scheidgut aufgefallen ist das die klinge nicht wirklich starr sondern eher flexibel ist. für ein universalmesser unpraktisch in meinen augen, saubere grade schnitte bei festen/harten schnittgut machen so keinen spass.

    mir persönlich ist es auch zu leicht, der weibliche messer benutzer im haushalt findet es dagegen super - so gehen geschmäcker
    auseinander.

    der nächste weg wird wohl zu einem schleifer führen, eventl. lässt sich mit einem anderen schliff noch was "retten".

  9. #8
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Die Kochmesser von Roselli fielen mir schon länger auf, ich finde das Design einfach sehr schön:
    Rustikales Material in edler Verarbeitung.
    Die Karbonstahlklinge mit ihrer graublauen Patina und das schöne Griffholz machen dieses Messer zu einem echten 'Hinkucker'.

    Die Klinge ist für dieses doch recht große Messer schön leicht, das geölte Griffholz fühlt sich sehr gut an.
    Für meine Hände könnte der Griff gerne etwas breiter sein, damit er bei seiner Höhe satter in der Hand liegt.

    Ungewöhnlich für ein Kochmesser ist der Schliff der Klinge wie schon auch andere der Tester bemerkten:
    Der erste Eindruck, ein 'Stanzblech' mit Schneidfase in der Hand zu haben ändert sich aber,
    wenn man sieht wie vom Rücken aus betrachtet die Klinge zur Spitze hin gleichmäßig schmäler wird.
    Der Anschliff hat bei einer Höhe von nur etwa 3-4 mm einen Winkel von etwa 22 Grad.

    Anfangs wollte ich ein ein vergleichbares Messer mit ähnlicher Schneidengeometrie aus meinem Bestand für ein Wettschneiden aussuchen, aber ausser einem chinesischen Kochbeil (das aber das 4-fache Gewicht und eine gerade 'Edel'stahlklinge hat) nichts passendes gefunden.

    So gesehen ist das Roselli eine Klasse für sich.
    Im direkten Vergleich mit einem üblichen Kochmesser mit hohen Anschliff, das dadurch nur langsam zum Rücken hoch dicker werden, ist das Roselli eher ein Spalter als ein Schneider: eine harte Möhre im Zugschnitt zu teilen ist damit kaum möglich.
    Auch wenn man gleichmaßige hauchdünne Scheiben z.B. von Paprika schneiden will ist das Roselli nicht optimal; die beiden Anschliffflächen wollen mal in die eine, mal in die andere Seite ablenken.
    Dazu mal ein Foto:


    Dagegen ist die Klingengeometrie kein Problem wenn man Fleisch oder anderes weiches Schnittgut zerteilen will.

    Für mein Gefühl ist dieses Messer bei Gemüse also eher für den Druckschnitt geeinet
    und hier sehe ich auch klar die Qualitäten dieses Messers:

    Die Kombination aus der hohen Härte des UHC-Stahl und dem unempfindlichen Schneidenwinkel hat man ein sehr robustes Messser, das auch raueren Umgang problemlos wegsteckt und sehr lange eine hohe Schärfe behält.
    Meine Lieblingsmesser aus VG-10 Stahl mit 11 Grad Anschliffwinkel bekommen recht schnell mal kleine Ausbruche, beim Roselli war am Ende meiner Testphase nichts dergleichen zu sehen.
    Dieses Messer würde ich ohne Bedenken auch mal meiner Kochhilfe in die Hand drücken oder meiner Schwiegermutter schenken- sie wird es mir nur selten zum Schärfen bringen müssen ;-).

    Wer keinen Wert auf filigrane Schnittechniken legt sondern einfach seine Zutaten zerkleinern und nicht ständig schärfen will, ist mit diesem Messer gut beraten.

    - Und es sieht einfach Klasse aus.

    Nochmal vielen Dank an Claudia Rudi vom Messerkontor, die uns dieses ungewöhnliche Messer zur Verfügung gestellt hat.
    Geändert von Sanji (17.06.09 um 11:00 Uhr) Grund: Tippfehjler

  10. #9
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    So, hier kommt noch ein Nachzügler...


    Man sah dem Messer schon die Benutzung an, was für mich aber nix negatives ist. Ich mag den „Used“-Look.
    Das Messer war angenehm leicht. Die Verarbeitung war ordentlich aber nicht perfekt. Der Klingenrücken war recht kantig (einmal mit dem Schmirgel drüber, tät Wunder ), am Klingenansatz war noch die (Laser?)-Spur vom Ausscheiden.
    Der Griff war schön dünn, da ich größere Kochmesser meist vorne anfasse, war die Handlage sehr gut, besser noch wie bei meinem Boscher (Mein Küchenliebstes). Im Hammergriff störte mich die „Ecke“ unten am Griff.

    Der kurze, aber auch stabile Anschliff, war etwas gewöhnungsbedürftig, das erste Schleifen wäre sicher interessant geworden . Da die Klinge aber recht dünn war, gab's beim Schneiden keine Beanstandungen. Ein flacherer Winkel wäre sicher auch mal einen Versuch wert, das sollte der Stahl sicher ab können...
    Die Schnitthaltigkeit ließ im Testzeitraum nichts zu wünschen übrig...

    Der Messerhalter war nett gemacht, schien aber nicht nur für das Roselli Astrid gemacht zu sein.

    Das Roselli Astrid hat bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, der Name Roselli kommt weit oben auf meine Will-haben-Liste.


    Danke an Claudia / Messerkontor
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  11. #10
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    40 AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Ich habe vor kurzem ein Astrid ersteigert und sage dazu folgendes:
    - schöne Optik/Haptik, Klingenform - ganz nach meinem Geschmack.
    Die "Maserbirke", die ich das erste Mal in der Hand hielt, macht sich
    wirklich gut.
    - aber die Klingengeometrie, ausgedrückt in Schulnoten, ist für mich
    eine klare 5 = F Ü N F. In der Längsachse gut geschliffen, aber quer
    die Geometrie einer Machete - ein Blech mit kleiner Fase
    Da fragt man sich, welcher Geist diese Geometrie ersonnen hat - dem
    gehört die "Gelbe Zitrone" verpasst. Da sind die meisten Ikea-Messer besser gestaltet. Hier hat Roselli die Chance verpasst/vermasselt, ein
    Weiteres in die sehr kleine Gruppe europäischer Referenzmesser zu stellen - schade. Und angesichts des Preises von 150€ neu nicht zu empfehlen, eher als ärgerlich zu bezeichnen - nicht mal für den halben Preis könnte ich das Teil empfehlen.
    Die Tage soll es mein Messerschmied richten (worüber ich dann noch berichten werde). Meine eigenen Versuche haben gezeigt, das selbst mit übelsten Corundsteinen diesem Carbonstahl kaum beizukommen ist.

  12. #11
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Zitat Zitat von Silverperson Beitrag anzeigen
    Die Tage soll es mein Messerschmied richten (worüber ich dann noch berichten werde). Meine eigenen Versuche haben gezeigt, das selbst mit übelsten Corundsteinen diesem Carbonstahl kaum beizukommen ist.
    Hallo Silverperson ...

    Hat dein Roselli die "Tuningmassnahme" schon hinter sich gebracht ?


    so long

    tschramm

  13. #12
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Ja, es hatte Tuning und zwar von einem der Besten,
    nämlich Jürgen Schanz.
    Trotzdem bin ich nicht wirklich zufrieden und habe mir gerade einen hochklassigen Carbon-Cleaver von JCK zugelegt, denn:
    spasshalber habe ich mir mal einen 12€-Cleaver aus dem Chinaladen zugelegt und nach ausgiebigem schärfen desselben festgestellt, das
    das gute Teil schärfer schneidet, als ein überarbeitetes Astrid -
    nicht zu fassen.
    Das war eine lehrreiche Lektion in Klingengeometrie, die für mich nun weitaus wichtiger ist, als ein superharter UHC-Stahl. Denn dieser nutzt nichts auf einer besch..... Geometrie ala Roselli!
    Wenn man gute Japaner kennt oder gute Herder Carbon, dann muss ich mittlerweile Roselli Astrid für den Ladenpreis von 150€ als echtes und
    deutliches NO-GO bezeichnen.
    Für mich eine teure und ärgerliche Erfahrung - not again!
    Grundsätzlich im Design und Haptik eine gute Idee von Roselli.
    Aber in der Umsetzung an der richtigen Schleiftechnik gespart... -
    [B]die Sünde schlechthin[B] im Messerbau.
    Im Winter werde ich mich mal näher zu diesem sehr wichtigen Thema äussern, Fotos bringen und meinen fantastischen Cleaver von JCK vorstellen.
    Es grüsst euch
    Silver~

  14. #13
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    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Der Vollständigkeit halber sollte ich einen bemerkenswerten Vergleichstest
    erwähnen, den ich die Tage hier mit einem Bekannten machte, der nur jap. Kochmesser hat:
    gegen mein getuntes Roselli (ziemlich gelungener Ausdruck) traten ein Misono 21er Schweden-Carbon-Gyuto und ein 18er Yoshisada Nakiri
    Shirogami an (hätten wir eigentlich mal fotografieren sollen). Wir schnitten unter gleichen Bedingungen Lauch, Tomaten, Salami und Kürbis,Zwiebeln. Letztere selbstverständlich mit dem Ziel, aus diesen mit Schale geschnitten () Millimeterstreifen zu schneiden (selbst mal mit euren Teilen ausprobieren). Wir bewerteten mit Punkten und fanden
    das Nakiri an der Spitze, aber die beiden Anderen gleichwertig.
    Also:
    ein "getuntes" Astrid hält durchaus mit Japanern im Preisbereich 100 bis 150€ mit.
    Aber dies Tuning, lieber Heimo Roselli, erwarte ich von einem 150€-Messer. Ansonsten mal die Astrids beim Jürgen Schanz vorbeischicken - der kann's.

  15. #14
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    114

    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Der thread ist zwar schon was älter, dennoch no möchte ich hier gerne was zu schreiben: ich habe dieses messer für meinen alten herr zu weihnachten gekauft, heute erhalten und es heute zu einer schmiede gebracht-der anschliff ist schlicht grausam! Mit dem messer kann man im auslieferzustand nur schlecht schneiden-da habe ich mir deutlich mehr erwartet.naja jetzt wird es komplett umgeschliffen und dann mal schauen was bei rumkommt.

    Gruss
    BB

  16. #15
    gast

    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

    Zitat Zitat von BlackBiturbo Beitrag anzeigen
    der anschliff ist schlicht grausam!
    BB
    Ja so ist es
    Gruß michael

  17. #16
    Registrierter Teilnehmer
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    132

    AW: Roselli Astrid Kochmesser - Passaroundberichte

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    Ja, mit heute etwas Abstand sehe ich das ähnlich.
    Für diesen Preis absolut nicht zu empfehlen, eher bedauerlich für Roselli.
    Sicherlich nicht so einfach, eine so schmale Klinge mit einer
    langen durchgezogenen Primärfase
    zu versehen, aber das kriegen ja heute schon die Chinesen
    hin:
    siehe mein kleines Chuka von Shibazi( 1o€ neu..), etc...
    Schade um ein gut konzipiertes Messer wie die Astrid.
    Selbst diese Vietnam-Varianten aus Carbonstahl, im Dschungel zusammengekloppt, - mit ebenso dünnen Klingen, sind besser abgezogen --- ja Herrschaftszeiten, Heimo Roselli....
    Geändert von Silverperson (07.12.10 um 15:39 Uhr) Grund: Schreibfehler..

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